Samstag, 6. Oktober 2012

Tag 21: Frankfurt - Berlin

04:45 ging nix mehr...wir waren hellwach! Was machen? Der Fernseher gab nix Gescheites her. Wir haben wie gewöhnlich CCTV mit der Wettervorhersage für China geschaut. Schaute alles jut aus, sogar Lhasa hat noch 21 Grad. CCTV und die "große Unterhose" werden wir wohl auch nie vergessen. ;) Dann haben wir überlegt, den Zug um 08:11 zu nehmen, aber wie voll wird der wohl? In dem 10:11 hatten wir Sitzplätze reserviert...ist schon cooler als 4,5 Std. zu stehen. Dann durchsuchten wir Facebook nach den Gruppenteilnehmern. Gefunden wurden Inken, Horst und Frédéric. Gab alles nix außergewöhnliches her. Wir tratschten noch über dieses und jenes und sahen den startenden Flugzeugen zu. Vom 7. Stock konnte man gut die Terminals 1 und 2 beobachten. Nach dem Duschen und Verstauen unserer Duty Free Tüten in den Koffern und noch etwas Rumgetrödel war es dann endlich 08:50 und wir gingen runter zum Shuttle, der auch gleich kam. Wir teilten ihn uns mit ein paar Brasilianern, die wohl auch nach Berlin wollten, allerdings per Flugzeug...natürlich mit Air Berlin. ;) Am Terminal 1 angekommen gingen wir zum Fernbahnhof, zum Geldautomaten und zum Bäcker...aah, ein Wurst- und Frischkäse-Croissant und endlich wieder einen leckeren Latte Macchiato. Das tat gut. Wir hatten Hunger, schließlich war's gefühlt schon Nachmittag. Am Gleis 4 setzten wir uns dann zu unserem Buchstaben laut Wagenstandsanzeiger. Wozu gibt's diese Dinger überhaupt?? Stimmt doch eh nie! Das erinnert mich auch gleich an den Bahn-Song der Wise Guys (http://youtu.be/wXjhszy2f9w) - totaaal passend.  Ich fahre ja nun wirklich nicht oft mit dem Zug, aber es klappt NIE reibungslos. Der IC kam erstaunlicherweise ca. 20 Min. eher und so hatten wir genug Zeit genau zum anderen Ende zu laufen. Und wer kam uns entgegen? "R"einhard und "M"enate (das werden wir nie lernen!)! Die Welt ist klein. Wir setzten uns in unser Abteil, dass wir glücklicherweise für uns allein hatten, und gingen nochmal ans Fenster. Ein Stück weiter standen der Schorsch und de Lilo from tollen Munich, die auf den ICE gegenüber warteten. Wir winkten, er kam und ein blöder Spruch folgte..."Hier trennt sich nun die Spreu vom Weizen."...ja genau, der Weizen fährt nach Berlin! Naja. Aber irgendwie gehören solche Leute ja auch dazu. Das macht's doch spannender. Und worüber sollten wir sonst lästern? ;) Sie nächtigten übrigens wie wir im Hotel Meininger...im BILLIGHOTEL! Tztztz. Entsetzen machte sich bei uns breit. Wir verabschiedeten uns nochmal und gingen ins Abteil zurück. Nebenan im Großraum saß ne Katastrophe! Eine scheinbar Obdachlose nahm mit all ihrem Hausrat ein paar Sitze ein und stank bis zum Himmel. Wir sahen zig Leute rein- und auch wieder naserümpfend rausgehen. Es war nicht auszuhalten. Der Zug startete pünktlich, aber kam in Fulda nicht pünktlich an. Wie kommt sowas? Wir sollten 11:12 da sein und 11:22 weiterfahren. Wir stiegen Punkt 11:22 erst aus dem Zug raus und sahen einen ICE wegfahren. Die Verzweifelung und Wut war schon wieder groß, aber alles war gut, es war nicht unserer. Natürlich hatte der nämlich Verspätung und war noch gar nicht da. Haha. Wir stellten uns wieder zum Wagenstandsanzeiger und schauten nach dem Buchstaben. Das ist soooo witzlos! Als der Zug kam, ging wieder das Gerenne los. Die Wagen waren wieder exakt umgekehrt angeordnet. Irgendwann laufe ich bei sowas mal Amok! Bei Wagen 7 ging das Pfeifen los und ich sprang in den Zug...musste mich bis zur 2 mit dem Koffer durch die Gänge quälen. So tierisch nervig! Und dann hörte es nicht auf. Unsere reservierten Fensterplätze im Abteil waren belegt: ein Musik hörender Inder und ne Mutti mit Baby und kleiner Tochter. Das hat mir noch gefehlt. Überall dieser Babygeruch, den ich nicht leiden kann! Der Würgreiz war nah. Und glaubt mal nicht, die hätten angeboten uns auf unsere Plätze zu lassen. Aber vertreibt man ne Mutter mit zwei Kindern? Nee, natürlich nicht. Ich war zu genervt um zu zanken, daher haben wir uns auf die einzigen noch freien Plätze gesetzt. Aber dann hat die auch noch alles ausgepackt und fing zu Stillen an. das war zu viel...ich bin raus und hab noch ein Plätzchen im Großraum gefunden. Zwar nur bis Göttingen, aber immerhin. Hab ich schon erwähnt, dass ich Babygeruch nicht leiden kann? Also meins wird später mit Gurken oder so eingerieben...oder was auch immer. Irgendwas jedenfalls, was den Geruch überdeckt. Kurz vor Berlin war es dann soweit...Ostbahnhof war gestrichen. Die Ansagen werden auch immer dümmlicher. Nicht mal ein Grund wird gesagt. Nur, dass die Endhaltestelle heute "planmäßig" Berlin-Hbf. ist. Nee, eben nicht. Planmäßig wäre nämlich Ostbahnhof, was ja viel näher an unserem Zuhause liegt. *grmpf* Ich hasse die Bahn! Unsere Männer haben uns natürlich trotzdem abgeholt...wir wurden halt vermisst. ;) Und das war auch super so, denn wir wollten jetzt endlich nach Hause...im eigenen Bett schlafen, frische Sachen anziehen und uns erhoooolen. Wir sind total geschwächt. ;) Auf dem Bahnsteig kackte dann auch noch eine meiner beiden Kofferrollen ab und der Koffer ließ sich nicht mehr gescheit ziehen (sorry Mutti, ich glaube der ist hin). Ich kämpfte mich nach oben zum Vorplatz und 5 Min. später saß ich im Auto meines Schatzis, der mir zur Feier des Tages mein Wunschgericht kochte: Bratkartoffeln mit Schinken und Ei. Einfach mal keinen Reis. Hihi. Naja, was soll ich noch sagen...etwas später war ich wieder zu Hause und dann sitzt man erstmal blöde da und weiß nicht so recht, was man tun soll. Eigentlich war ich auch totmüde, hab mich aber mit Müh und Not noch bis 21:30 wach gehalten, um dem Jetleg keine Chance zu geben. hat aber nicht geklappt, denn ich war 03:30 wieder hellwach. Ich habe dann meine Mitbringsel ausgepackt und mit Tobi zusammen die Foto-CD von Shuwen angeschaut. Meine Fotos habe ich dann erst am nächsten Tag gesichtet...es sind so ca. 2150 geworden, eine Menge Holz. Ein "paar" Fotos folgen übrigens in den nächsten Tagen nach und nach. Und ein Resumee zur Reise sicher auch.

Ich hoffe, ihr hattet viel Spaß beim Lesen und vielleicht hat auch der ein oder andere Geschmack an China gefunden. Ein Abenteuer ist es allemal und es gibt sicher auch Reisen, die nicht so stressig sind, wie unsere. ;) Kommentare gab es ja wie immer nur von den gleichen treuen Lesern, wie Eve oder Angela. Danke hierfür! In der Ferne liest man immer gerne etwas von den Freunden. So und nun melde ich mich erstmal ab und genieße noch meine restlichen Erholungstage, bis es Donnerstag wieder auf Arbeit geht.

Freitag, 5. Oktober 2012

Tag 20: Beijing - Frankfurt

Es fiel uns wirklich schwer, uns aus den schönen weichen Betten zu lösen. Gerade auch weil man wusste, man wird etliche Stunden unterwegs sein. :( Beim Frühstück bekamen wir dann gleich brandheiße Story's. Horst war im Vorbeigehen schon wieder sauer, weil Josef ungefragt einfach Toast aus dem Toaster nahm, dass eigentlich Horst für sich reingetan hatte. Pff. Meinhard und Renate erzählten, dass Josef zu ihnen an den Tisch kam und fragte, ob sie auch zur Trinkgeld-Mafia gehören. :) Dann ist er wohl wortlos an einen anderen Tisch gegangen. Wie sich herausstellte hatten Inken und Bernhard auf Sofas in der Lobby geschlafen, da Bernhard keinen Bock auf seinen Vater hatte. Halb vier Morgens hat Horst die beiden aber gesucht, jedoch nicht wach bekommen. Oh man! So hätte das ja nun alles nicht enden müssen. Aber das Schlimmste war ja, dass Josef Shuwen noch an der Rezeption abgefangen hat und total blöd angemacht hat. Was sie sich einbilden würde, so viel Trinkgeld zu nehmen und er würde sowohl China Tours, als auch sie und uns (?) verklagen. Aha. Also wirklich...ein unmöglicher Mensch. So hätten wir ihn ja niemals eingeschätzt. Was für ein Blödmann. Hoffentlich behält uns Shuwen jetzt wegen ihm nicht in schlechter Erinnerung. Glücklicherweise war sie ja vorgewarnt gewesen, da ihr Alex am Vorabend noch erzählt hat, dass Josef als Einziger nichts gezahlt hat. Eigentlich spricht man darüber ja nicht, aber sie wollte auch nicht, dass Shuwen denkt, wir hätten ihr weniger gegeben. Nun ja, wir genossen dennoch unser letztes Frühstück (hatten extra eine ganze Stunde dafür eingeplant) und beobachteten noch ein Hochzeitspaar, dass in der Lobby war. Er trug die Braut anstatt über die Schwelle durch die Drehtür und setzte sie ins Cabrio. ;) Punkt 09:30 war Abfahrt. Da Shuwen schon zurück nach Xian fuhr, hatten wir einen anderen Reiseleiter, der uns zum Flughafen begleitete. Han und Shuwen sind die dienstältesten Reiseleiter bei China Tours. Sie betitelte sich und ihn als Oma und Opa. ;) Han spricht super Deutsch, ehrlich gesagt ein ganzes Stück besser als Shuwen und erzählte uns auf der Rückfahrt noch eine ganze Menge über Peking. Zum Beispiel, dass die Stadt sieben Ringstraßen besitzt, die konzentrisch um die Stadt führen (ähnlich der A10 in Berlin). Unser Hotel lag zw. der 1. und 2. Ringstraße, die Autobahn zum Flughafen beginnt bei der 6. Ringstraße. Der 6. Ring umfasst allein schon 200 km Länge und ist dabei eigentlich noch mitten in der Stadt. Unglaublich. Durch die rd. 20 Millionen Einwohner mussten sie sich natürlich auch ähnlich wie Shanghai etwas wegen dem Autoverkehr einfallen lassen. Hier werden z.B. 17.000 Autos im Monat zugelassen, allerdings gibt es 500.000 Anträge hierfür. Es ist daher wie ein Glücksspiel, ein neues Auto zuzulassen. Dazu kommt noch, dass z.B. die Autos mit der Nummernschild-Endnummer 5+9 an Dienstagen nicht fahren dürfen, dafür die 2+7 nicht an Donnerstagen usw. Um dem zu entgehen, versuchen sich viele Pekinger daher ein Zweitauto mit einer anderen Endnummer zuzulegen. Total irre, oder? Er zeigte uns auch noch diverse Gebäude, wie das 6-Sterne-Kempinski Hotel oder das ungewöhnliche CCTV-Gebäude, das wie eine Hose aussieht und daher unter den Pekingern nur die "Große Unterhose" genannt wird. ;) Die Fahrt war recht spannend. Den 70 km entfernten Beijing International Airport erreichten wir ziemlich früh, sodass wir noch mind. 2,5 Stunden Zeit hatten und dank Han auch noch unsere gewünschten Gangplätze bekamen. Gott sei Dank! Wir passierten sofort die Sicherheitskontrollen (wieder problemlos!) und fuhren mit dem Zug (war das stickig!) zum Terminal. Und dort fing das Gebummel und Geshoppe an. Meine Güte habe ich dort viel gekauft. Die Läden waren aber auch so einladend, besonders der Duty Free Shop. ;) Natürlich war nicht alles für mich, ein paar zukünftige Geburtstagsgeschenke waren auch dabei. So verging die Zeit rasend schnell und plötzlich war schon Boarding. Wir hatten mal so richtig geile Plätze! Überhaupt war das Flugzeug total klasse. Es war eine Boeing mit drei 3er Sitzen in einer Reihe und ca. 5 Kabinenteilen. Wir saßen in der letzten Reihe der 4. Kabine, direkt beim WC und dem Getränkebuffet zur Selbstbedienung. Hehe. Und jeder Sitz hatte einen eigenen ziemlich neuen Monitor und das Bordprogramm war der Hammer! Noch vor dem Start hatten Jana und ich die 10,5 Std. total verplant. Yeah! Vor mir saß Inken, links daneben Lilo und Georg sowie Horst auf der anderen Gang-Seite. Vor Lilo und Horst saßen Reinhard und Menate. ;) Vor Jana saß Bernhard und fünf von uns saßen in Kabinenteil 5, u.a. auch Josef (vor Alex und Frederic). Das nur mal zum näheren Umkreis, falls es wen interessiert, hihi. Geil war noch, dass die Plätze jeweils neben mir und Jana frei blieben und wir tierisch viel Platz hatten! Also besser kann man nur in der First und Businnes Class fliegen. ;) Ich hatte sogar mein eigenes Gepäckfach. Und dann das Licht! Das Kabinenlicht wechselte während des Fluges zwischen Blau, Rot, Gelb und Weiß hin und her...je nachdem was gerade gebraucht wurde. Das sah wirklich klasse aus. Hm, mal gucken, ob ich mein Programm noch zusammen bekomme: The Avengers, The Hunger Games, Wanderlust (sehr witzig!), das Ende von Da Vinci Code (ich liebe die Musik), eine Folge Two And A Half Man und ein bisschen The Best Exotic Marigold Hotel. Dazwischen habe ich noch, abgesehen von zwei Mahlzeiten, 1,5 Std. gepennt und ein bisschen Memory gespielt. ;) So macht Fliegen Spaß. Die Flugkarte zu beobachten war relativ langweilig...immer nur Russland! In Deutschland gab es dann leider Turbulenzen und in Frankfurt war es ziemlich stürmisch, sodass die Landung und das Aufsetzen nicht besonders geschmeidig war. Mit einem krassen Rumps waren wir gegen 18:40 unten. Egal, Hauptsache da. Der Weg zum Gepäckband dauerte etwas, aber auch unsere Koffer kamen dann irgendwann unbeschadet an. Die Verabschiedungen waren eher sparsam. Inken winkte, Horst umarmte uns und wir winkten Peter, Beate, Norma und Hartmut zu. Draußen wurden wir dann noch von Meinhard und Renate gedrückt. Das war's eigentlich. Kurz und schmerzlos. Einigte mussten auch rennen, weil sie noch ihren Zug um 19:20 bekommen wollten. Wir glauben ja nicht, dass sie es geschafft haben...obwohl, die Bahn war ja sicher nicht pünktlich. ;) Dann passierten wir den Zollbereich mit einem sehr unfreundlichen arroganten Zollbeamten. "Was haben sie denn da gekauft?" und zeigte auf die Duty Free Tüten. Na dann muss er halt reinschauen oder sollte ich ihm etwa alles aufzählen? Er sah die beiden Stangen Zigaretten und fragte ob ich allein reise. "Nee, mit ihr dort." Jana schaltete auch glücklicherweise schnell und meinte, die zweite Stange gehöre ihr. Hihi. ;) In Beijing die Verkäuferin meinte noch zu mir ich dürfte vier Stangen mitnehmen. Das kam mir gleich komisch vor. Aber innerhalb der EU sind es ja auch vier, vielleicht ist das innerhalb Chinas auch so. Ansonsten sind ja nur 200 Zigaretten erlaubt. Ok, er hatte dann keine weiteren Fragen. Man bleibt ja nett, weil man sonst wahrscheinlich alles auspacken dürfte. Immer diese Willkür und Machtspielereien. Tzzz. Das hat mich auch gleich wieder an das Visumtheater von Horst und Inken erinnert. Immer freundlich bleiben und die Zunge blutig beißen, sonst hat man gleich verloren. Wir peilten zielstrebig den Raucherbereich und danach den Taxistand an. Unser Hotel hat zwar auch einen kostenlosen Shuttle, aber dafür hätten wir mit der Monorail zum Terminal 2 fahren müssen...keine Lust. Die äußerst wilde Fahrt zum Hotel Meininger dauerte nur ca. 5 Minuten und kostete uns 8,70 Euro. Das Zimmer war klein, aber für eine Nacht und nur ca. 23 Euro pro Person völlig in Ordnung. Wir waren ganz oben im 7. Stock. Nach dem Koffer abstellen gingen wir gleich nochmal runter etwas Essen. Jana nahm Pizza, ich einen Hotdog. Das tat gut. Danach schauten wir vom Bett aus noch ein bisschen Indiana Jones. Deutsches Fernsehen war auch mal wieder schön. ;) Wir waren wirklich froh, dass wir diese Übernachtung eingeplant hatten. Um nichts in der Welt hätte ich dann noch 5 Stunden Zug fahren wollen. Und bei meinem Reiseglück schon gar nicht. ;)

Donnerstag, 4. Oktober 2012

Tag 19: Beijing - Abschiedessen

Nichts! Einfach mal gar nichts tun...herrlich! Wir haben bis um 09:00 geschlafen und sind dann ganz gemütlich zum Frühstück gegangen. Wir haben es genossen. Hach, es war so toll. Danach wollten wir uns im 3.OG nach der Fußmassage erkundigen. Leider wussten die beiden Angstellten überhaupt nicht, was wir von ihnen wollen. Erst als wir die Füße über den Tresen hielten und sie in der Luft massierten...aber selbst dann hat es noch ein paar Sekunden gedauert. ;) Englisch fehl am Platz. Den Preis haben wir nicht herausbekommen. Sie meinten immer nur, dass noch geschlossen ist. Aber wir wußten bereits, dass das Spa-Center erst 12:00 aufmacht. Es war zwecklos. *seufz* Wir sahen uns noch den Pool an, da ich ja fest vor hatte, ihn diesmal zu nutzen (das Bett war dann aber leider doch stärker). Dann fuhren wir wieder runter zur Rezeption, in der Hoffnung dort eine Preisliste zu erhalten. Fehlanzeige. Der Rezeptionist meinte nur, dass "die" nicht zum Hotel gehören und lachte hämisch grinsend, als ich meinte, dass die aber leider kein Englisch verstehen. Eine Hilfe war das nicht. Wir nahmen uns vor, evtl. nach dem Mittag nochmal zum Spa-Bereich zu gehen. Wieder auf dem Zimmer landeten wir wieder in unseren Betten...Blog schreiben, fernsehen, lesen...schlafen. Grandios. Gegen drei machten wir uns dann doch mal auf und liefen eine Runde um den Block. Wir suchten den kleinen Markt, von dem Shuwen gesprochen hatte. Leider erfolglos. In der Apotheke verstand man leider nicht, was Jana wollte (Tigerbalm) und sonst war auch nichts interessantes auf dem Weg. Der Rückweg führte uns durch unheimliche Hutongs. Wir wurden merkwürdig angstarrt und kein Mensch hätte jemals mitbekommen, wenn man uns dort in eine Hütte gezerrt und zu "Hühnchen"-Curry verarbeitet hätte. Der Weg wurde immer schmaler, die Hütten immer ärmlicher. In Shanghai wurden die Leute früher "shanghaied", das beudeutet man fiel einem Verbrechen zum Opfer. Wir hatten Angst, "hutonged" zu werden. ;) Nach dem Durchqueren eines nicht wirklich ansehnlichen Gemüsemarkts waren wir dann wieder beim Hotel. Im Supermarkt kauften wir noch was zu Trinken (der abgepackte Yasmintee und Bubble-Milchtee ist wirklich lecker) und gingen wieder auf's Zimmer. Es war furchtbar schwül draußen und deshalb bin ich erstmal unter die Dusche gesprungen. 17:40 machten wir uns auf in die Lobby. Wir waren zwar erst für 18:00 verabredet, trafen uns aber eine Viertelstunde eher, um das Trinkgeld für Shuwen einzusammeln. Wir einigten uns alle auf ca. 50 Euro, also 375 Yuan, pro Person...naja nicht alle, wie sich später am Abend herausstellte. Danach gingen wir zu Fuß ca. 5 Min. zu einem Restaurant zum Pekingenten-Essen. Wir waren wie meistens in einem Separet untergebracht, was in China bei größeren Gruppen üblich ist. Das Essen war etwas anders als es sich die meisten vorgestellt hatten, aber durchaus sehr lecker. Die vier Enten kamen tranchiert, geteilt in Hautteller und Fleischteller. Viele dachten, sie liegen ganz auf dem Tisch. ;) Das Fleisch rollt man zusammen mit Gurken- und Honigmelonenstäbchen, Frühlingszwiebeln sowie fermentierter Sojasoße in gedämpfte hauchdünne Pfannkuchen. Hört sich merkwürdig an, aber schmeckt wirklich sehr lecker. Dazu gab es natürlich noch ein paar andere Kleinigkeiten, u.a. Reis und gebratene Bohnen. Wir schwelgten auch artig gemäß Plan in unseren Erinnerungen an die Reise. Wir waren uns glaube alle einig: es war grandios und unvergesslich, aber auch ziemlich anstrengend. Und mit dem Wetter hätten wir ruhig auch etwas mehr Glück haben können. Nach dem Essen überreichte Georg Shuwen unseren Umschlag und sie sang uns zum Dank etwas aus der Pekingoper. Die ist wirklich knuffig und wir haben sie alle so sehr liebgewonnen. Sie hat auch extra für jede "Familie" eine Foto-CD anfertigen lassen, wo alle von ihr geschossenen Fotos drauf sind. Jana und ich ergatterten aber jeweils eine. Das war total süß. Unsereins fotografierte ja eher die Landschaft, doch sie hat meistens die Gruppe festgehalten. Echt eine schöne Erinnerung. Ein paar davon könnt ihr ja auf der Website bewundern (http://www.chinatours.de/reise/48-china-mit-tibet/travelreport). Nach dem Essen schlenderten wir wieder zum Hotel, wo wir dann draußen bei einer Zigarette von Beate erfuhren, dass Josef kein Trinkgeld für Shuwen gezahlt hatte. Bitte? Dann kam noch Horst dazu und später erzählte es uns Alexandra auch nochmal. Da wir das gar nicht mitbekommen hatten, waren wir ganz schön entsetzt. Er muss erst gesagt haben, dass Bernhard das ganze Geld hat und der war mit Inken seit dem Nachmittag verschwunden, worüber Josef und Horst ziemlich sauer waren. Die beiden waren auch zu spät zum Abendessen gekommen. Die vier waren wohl beim Olympiastadion gewesen, wo Inken und Bernhard schwimmen gehen wollten. Nach einer Stunde waren sie mit Opa und Vater verabredet gewesen, sind aber nicht erschienen. Nach einer Stunde Warten sind die beiden älteren Herren dann wohl sauer zum Hotel zurück. Josef war durch eine Nebenhöhlenentzündung eh schon angeschlagen und entsprechend schlechter gelaunt. Das entschuldigt natürlich nichts. Außerdem beobachtete Alex an der Rezeption, wie er Briefmarken kaufte und hat mehrere hundert Yuan in seinem Portmonee gesehen. Anstatt er dann einfach sagt, er will nichts geben, schiebt er seinen Sohn vor. Auch doof. Nachdem es dann aber in der Lobby raus kam und Horst ihm auch noch seine Meinung dazu gesagt hat, ist er völlig ausgetickt. Er stürmte raus vor's Hotel zu Inken und Bernhard (die saßen auf einer Mauer und tranken Bier) und putzte die Beiden erstmal anständig runter. Als wenn die was dafür könnten, dass er so ein Arsch ist. Aber wahrscheinlich war er sauer, dass es rausgekommen war. Er warf Bernhard vor, dass er ihn doch schon zu dieser Reise eingeladen hat, da hätte er ja mal das Trinkgeld mit für ihn bezahlen können. Nur blöd, dass Bernhard von diesem Plan nix wußte. Noch dazu zerbrach er dann wütend die CD von Shuwen und brüllte, dass wir alle doch total bescheuert sind. Unmöglich! Nach dem Schrecken setzten wir uns noch mit Alex, Frederic und Horst in die Bar. Horst hatte keine Yuan mehr und wurde daher von Jana und mir zu einem Bier eingeladen. Andreas und Claudia machten sich zum Hardrock Cafè auf...auch ne nette Geschichte...am nächsten Morgen erzählten sie uns, dass der Besitzer wohl mit der ganzen Kohle abgehauen ist und der Laden nur noch im Notbetrieb läuft. ;) Wir schauten uns ein paar Fotos von Frederic an, die schon bearbeitet waren...der Hammer! Fotografieren kann er. Ab und an ging ich raus zu Inken und Bernhard rauchen und wurde auch mal ein paar Ziggis los. Die Beiden hat das ganz schön mitgenommen und Bernhard war wie vor den Kopf gestoßen. Dementsprechend viel Bier tranken die Beiden dann leider auch. Die Zeit verging wie im Flug und ehe wir uns versahen war es schon 23:00 und wir eilten auf's Zimmer. Die Koffer mussten ja noch gepackt werden...dieses Mal aber endgültig. ;)

Mittwoch, 3. Oktober 2012

Tag 18: Beijing - Badaling (The Great Wall) - Beijing

Heute war es dann soweit, es ging endlich zur Großen Mauer und somit näherten wir uns auch langsam dem Ende der Reise. Letztendlich ist die Zeit wie im Flug vergangen - Shanghai liegt gefühlt schon Monate zurück.
Vor der Mauer hatten wir allerdings noch den Sommerpalast auf dem Plan und als ich im Reiseführer sah, wie groß das Gelände ist, wurde mir schon wieder ganz übel. ;) Ich kann aber schon mal vorweg nehmen, dass es letzten Endes doch nicht groß genug war...für die heutigen 125.000 Besucher. Hehe. Also gut, nach einem wiederholt äußerst leckerem Frühstück (da kommt echt kein anderes ran!), ging es 09:30 wieder in den Bus und zum Yihe Yuan, 10 km nordwestlich von Beijing. Er diente den Kaisern der Qing-Dynastie im stickig heißen Sommer als Rückzugsort aus der Verbotenen Stadt. Der Sommerpalast ist ca. 250-300 Jahre alt. Die Kaiserwitwe Cixi ließ ihn jeweils 1860 und 1902 umbauen. Cixi (1835-1908) gilt im Übrigen als eine der mächtigsten Frauen Chinas. Sie war Konkubine des Kaisers Xianfeng und schenkte ihm einen Sohn, den späteren Kaiser Tongzhi. Später übernahm sie sogar die Regentschaft sowohl für ihren Sohn als auch für ihren Neffen, den Kaiser Guangxu. Sie unterstütze den Boxeraufstand (Boxer = ausländerfeindliche Rebellen Nordchinas) und trug somit zum Ende der Qing-Dynastie 1911 bei. Aber zurück zum Gelände. Es umfasst 290 Hektar und drei Seen (Kunming See, Westsee, Südsee). Wir betraten es durch das östliche Palasttor, den Haupteingang. Bereits dort waren schon Menschen über Menschen zu sehen. Die Halle des Wohlwollens und der Langlebigkeit mit Cixi's Thron schenkten wir uns daher schon. Aber es war eh kein rankommen. Stattdessen absolvierten wir mit Inken und Bernhard auf einer kleinen vorgelagerten Mini-Insel ein kleines Lorelei-Fotoshooting, schön aalend auf einem Felsen. ;) Danach ging es am Ufer entlang weiter zum "Langen Korridor". Man stelle sich einen ca. 2 m breiten Weg direkt am Ufer des Sees vor - links vom Wasser, rechts von einer Mauer begrenzt...und dann bitte noch die Tausenden von Chinesen (und uns), die alle exakt diesen schmalen Gang nehmen müssen. Ich kann es nicht beschreiben! Es ging ewig nur im Schneckentempo voran. Ich versuchte hinter Peter (groß, breiter Rücken) zu bleiben, damit er mir den Weg bahnt, aber ich wurde irgendwann abgedrängt. Jana war dann auch irgendwann nicht mehr neben, sondern 10 m hinter mir. Wir kämpften uns langsam aber sicher zum 728 m langen Wandelgang vor. Dort konnte man an der Decke, wenn man denn wollte, rd. 14.000 Malereien bewundern. Es sah wirklich hübsch aus, doch den Nerv zum Bestaunen hatten wir einfach nicht mehr. Wir wollten eigentlich nur noch zum vereinbarten Treffpunkt am Marmorboot. Unterwegs kaufte sich Jana noch eine Tüte Nussgebäck und ich mir für 8 Yuan eine Art chinesischen Hotdog mit einer merkwürdig rot aussehenden Wurst mit einem Kuchenbrötchen ummantelt am Spieß...die Hälfte landete im Papierkorb. Der Korridor schlängelte sich entlang des gesamten Kunming-Ufers und man konnte von unten den Berg der Langlebigkeit mit dem Turm des Buddha-Weihrauchs obenauf betrachten. Dahinter war der Tempel des Meeres der Weisheit zu sehen. Beide sehr beeindruckend und verdammt hoch. Glücklicherweise mussten wir nicht rauf, denn auf den steilen Treppen stapelten sich schon die Menschen. Wir liefen  bis zum Pier, wo auch Cixi's Marmorboot lag. Sie ließ diese kostenintensive Spielerei von Geld erbauen, das eigentlich für die Restaurierung der kaiserlichen Flotte gedacht war. Aber hey, man gönnt sich ja sonst nichts. Nun fragt ihr euch vielleicht auch, wie ein Marmorboot schwimmen kann. Kann's nicht. Es besteht nämlich aus Holz und ist nur mit Marmorfarbe bemalt worden. Ich muss aber sagen, dass es täuschend echt aussieht. Und das Boot an sich ist auch wirklich sehr hübsch. Am Pier, oder besser gesagt schon im Bus, entschieden wir uns dazu den Rückweg mit einem Drachenboot zurückzulegen. Um nichts in der Welt wollten wir durch die Menschenmassen zurück. Wahrscheinlich wäre das gegen den Strom sowieso nichts geworden. Wir fuhren also quer über den Kunming See zurück zum Palasttor und verließen gegen Mittag das Gelände. Allerdings muss ich noch den dortigen Toilettenbesuch erwähnen. Sowas habt ihr noch nicht erlebt! Diesmal habe ich auch endlich mal ein Foto gemacht (ich ärgere mich immer noch, dass ich keine der tollen Klostertoiletten oder die am Yamdrok See fotografiert habe). Denkt mal an Sommerschlussverkauf und wie sich die Menschenmassen vor den Kaufhaustüren drängen...und nun ersetzt die Kaufhaustüren durch die einzelnen Klotüren. Haha. Es war ein Brüller. Den Bus fanden wir dann wieder recht schnell, da staune ich jedes Mal auf's Neue, und auf ging es nach Badaling. Diese restaurierte Ming-Befestigungsanlage von 1505 ist einer der meistbesuchten Mauerabschnitte. Er bietet eine atemberaubende Aussicht auf die Große Mauer (The Great Wall oder auch Chang Cheng)  inkl. ihrer Wachtürme, die sich hier durch hohes Hügelland von Ost nach West schlängelt. Beim Bau, der im 7. Jhd. vor Chr. und nach der Einigung Chinas durch Qin Shi Huangdi begann, nutzte man damals die natürlichen Begebenheiten und daher verläuft sie fast ausschließlich auf Graten und Bergrücken. Von den Zinnen aus konnte man gut auf Angreifer schießen und die Wachtürme stehen exakt zwei Pfeillängen auseinander, sodass kein Mauerabschnitt ungeschützt blieb. Verständigt wurde sich durch Rauchzeichen, Signalfeuer, Trommeln, Flaggen und auch Glocken. Man kann sich überhaupt nicht vorstellen, dass sich dieses monumentale Bauwerk 6000 km lang durch Wüsten, Berge und Ebenen schlängeln soll...nach neuesten Berechnungen ja sogar 8800 km. Hierbei sind aber nur die intakten Abschnitte gemeint, insgesamt besitzt die Mauer inkl. natürlicher Barrieren laut dem chinesischem Amt für Kulturerbe eine Gesamtlänge von ca. 21.000 km. Oha! Leider besaß sie letztendlich doch nicht die erhoffte Effektivität. Im 13. Jhd. durchbrachen sie die Mongolen (wir erinnern uns: Dschingis Khan eroberte Peking) und im 17. Jhd. die Mandschu. Wobei ich mir, zumindest bei den Teilen, die ich gesehen habe, wirklich nur sehr schwer vorstellen kann, wie man mit einem Pferd überhaupt bis an die Mauer herankam. Die war sauhoch und super steil...die armen Pferde! Aktuell können auch nur vier Abschnitte von Touristen besichtigt werden. Allerdings frage ich mich, wie man es verhindern will, dass sonst Niemand auf den Tausenden Kilometern Mauer entlang spaziert. Aber gut, zurück zur Reise. Wir hielten unterwegs noch in einem überdimensionalen Touristenrestaurant, wo scheinbar mit Millionen von Gästen gerechnet wird. Von dieser Sorte soll es drei Stück geben und der Besitzer ist Millionär. Im unteren Bereich ist ein riesiger Touri-Shop, wo aber glaube niemand von uns etwas gekauft hat. Die Qualität war auch eher bedenklich. Gott sei Dank waren wir nicht zur Mittagszeit dort, sondern kurz danach. Die Massen hielten sich in Grenzen...die waren alle schon auf der Mauer und warteten dort auf uns, haha. Das Essen war sehr touristisch und hat den meisten von uns daher nicht geschmeckt und jeder hat darüber gemeckert. Ich nicht, ich glaube ich war die Einzige, der es halbwegs gut geschmeckt hat...endlich mal nix Scharfes. :) So ca. 15:00 sind wir dann weiter gefahren und kamen glücklicherweise von einem Stau zum nächsten. Endlich war er mal da, wenn man ihn braucht. Wir hatten nämlich Angst, dass wir den laut Reiseverlauf angekündigten Sonnenuntergang nicht erleben, weil wir zu früh da sind. Am Vorabend hatte Shuwen so etwas in der Art angekündigt und wir waren entsprechend angesäuert. Aber wie schon gesagt gab es ja Stau. ;) So kam es, dass wir ca. 16:30 dort ankamen. Unterwegs fuhren wir schon eine ganze Weile an der Mauer und auch an der Strecke der transsibirischen Eisenbahn entlang. Die Mauer war weit über unseren Köpfen hoch oben auf scheinbar schmalen Graten. Sie war teilweise so steil, dass ich mich gefragt habe, wie man noch aufrecht laufen kann. Wir sahen allerdings auch Leute, die die Treppen auf allen vieren empor krochen. ;) Der Hammer! Etwas mulmig war uns dann schon zumute. Dank Shuwen's Beziehungen durfte unser Bus bis zum oberen Parkplatz fahren...Gott sei Dank, denn der Weg war ganz schön weit und steil. Von dort aus waren es nur noch knapp 10 Minuten bis zum Eingang. Wir trauten unseren Augen nicht! Menschenmassen ohne Ende! Also ich verstehe China-Tours einfach nicht. Die legen die Septemberreise jedes Jahr wieder so, dass die letzte Woche auf die Nationalfeiertagswoche fällt. Wieso denn bloß? Das bedeutet doch nur Ärger und Stress für uns Reiseteilnehmer. Und Shuwen hat dadurch auch mehr Organisationsprobleme als nötig wäre. Ich kapier's nicht! Und wütend macht mich das auch etwas. Zitat von der Website: "Gegen den Touristenstrom fahren wir dann weiter zur Großen Mauer, die in den Nachmittagsstunden ruhig daliegt." Aaahahaha, guter Witz. Was soll's, wir nahmen es halt hin...immerhin waren wir auf der Großen Mauer!!! Und die Massen konnten die Imposanz dieses Bauwerks nicht trüben. Und wer erlebt die Mauer schon zusammen mit Millionen von Chinesen? ;) Wir gingen erst zu einer Art Plattform auf der Mauer, wo wir alle zusammen mit roten "The Great Wall" - Wein anstießen und ein Gruppenfoto machten. Leider ohne Renate und Meinhard, die wir unterwegs im Trubel verloren hatten. Danach folgte eine kleine Fotosession und Jana und ich stürzten uns in die Massen. Wir steuerten den Berg im Westen an, der schon teilweise im Schatten lag. Dahinter ging die Sonne unter und die schien noch auf den östlichen Teil der Mauer und warf sie in ein fantastisches Abendsonnenlicht. Wir wanderten bis zum dritten Wachturm, ich noch fast bis zum vierten, aber dann wurde es so steil, dass man fast die Hände zu Hilfe nehmen musste und daher kehrte ich dann auch wieder um. Man muss es ja nicht übertreiben. :) Wow, was war das für ein Anblick von da oben. Wir sahen auf ein Mauerstück mit mindestens 8 Wachtürmen im Zickzack (die 5 auf unserer Seite nicht mitgezählt). Das Licht war hervorragend. Die Massen lichteten sich auch etwas, wenn auch nur minimal. Die Zeit verging durch das viele Fotoschießen wie im Flug und sobald die Sonne weg war, wurde es auch ziemlich schnell frisch. Wir gingen zurück zum Coffee-Shop, wo wir uns in 30 Min. wieder treffen wollten. Vorher kaufte ich mir natürlich noch einen Magneten...hart von 45 auf 30 Yuan runtergehandelt. Im Coffee-Shop saß schon Shuwen mit einem Tee. Wir pflanzten uns dazu und ich trank eine Art Milch-Bubble-Tea...sehr ungewöhnlich, aber auch sehr lecker. Er zeigte auch etwas später seine Wirkung. Vielleicht sollte ich mich doch mal auf eine Laktose-Intoleranz testen lassen, irgendwas stimmt da nicht. ;) Nachdem alle wieder eingetrudelt waren und wir noch ein paar Fotos von der beleuchteten Mauer, die jetzt im völligen Dunkel lag, gemacht haben, gingen wir zum Bus zurück. Auf dem Weg kam uns ein Kamel entgegen...das war schon etwas bizarr. Die Fahrt zurück dauerte ein bisschen, doch wir waren nun sehr viel schneller unterwegs, weil der Verkehr weniger wurde. Wir fuhren in Peking noch zur Olympiastadt, am Vogelnest und der olympischen Schwimmhalle sowie an unzähligen toll angeleuchteten Wolkenkratzern vorbei. Alles war wundervoll beleuchtet. Am Himmel ließen die Menschen sogar beleuchtete Drachen steigen...das sah total faszinierend aus. So etwas haben wir noch nie gesehen. Echt klasse. Da aber niemand Lust hatte auszusteigen (auch dort waren noch Massen an Leute unterwegs), fuhren wir direkt weiter zum Hotel, wo wir spätestens 20:30 ankamen. Was waren wir platt. Ich weiß auch gar nicht mehr, ob wir noch irgendwas gemacht hatten. Ich glaube, wir sind nur noch ins Bett gefallen und haben es genossen, mal keinen Koffer zu packen und am nächsten Morgen keine Termine zu haben. ;)

Tag 17: Beijing

Punkt 06:00 stieg die Chinesin hinab und wir wurden wach. Wir haben doch tatsächlich fast durchgeschlafen. Gegen 23:00 lukte nochmal ein Schaffner herein und meinte ich solle die Tür von innen abschließen. Ich hab ihn reden lassen. Und dann war ich eigentlich nur beim Umdrehen wach. Mein Nackenkissen, was ich dieses Mal dabei hatte, war Gold wert. Man muss eben nur wissen, was einen erwartet. ;) Zähne habe ich mit unserer Chinesin, Andreas und Beate geputzt. Diesmal waren die Waschbecken wenigstens in einem Extra-Abteil und nicht auf dem Gang wie im letzten Zug. Die Sonne geht gerade auf...natürlich wieder im Dunst. Die ersten Ausläufer von Peking sind schon zu sehen. Eine gute halbe Stunde noch und wir sind da. Es geht dann ins Hotel zum Frühstück. Ich denke, die Koffer lassen wir dort (Check-In geht noch nicht). Dann geht es sofort los mit dem Programm und das ist heute extrem voll. :(

So jetzt ist schon der nächste Tag und ich versuche mal das Monstersightseeing von gestern zusammenzukriegen. Wie gesagt sind wir gegen 07:20 aus dem Zug raus und ca. 10 Min. zum Bus gelatscht. Die Fahrt zum "Holiday Inn Temple of Heaven" dauerte ca. 40 Min. und wir sahen Peking im Morgengrauen. Das Hotel liegt in keiner sonderlich schönen Gegend, sieht aber sehr gut aus und ich kann euch schon sagen...die Betten sind fantastisch. ;) Wir haben auch ein tolles Schwimmbad, das ich am Donnerstag an unserem letzten Tag, wo wir mal gänzlich Freizeit haben, aufsuchen werde. Das Frühstück im Hotel war der Kracher! Das beste, was wir bisher hatten. So eine riesige Auswahl gab es bisher nirgends und lecker war auch alles! Wir hatten eine Stunde Zeit und genossen es ganz fürstlich. ;) 09:15 ging es wieder in den Bus und wir fuhren zum Himmelstempel, dem Wahrzeichen von Peking. Er wurde in der Ming-Zeit fertiggestellt und ist die größte Tempelanlage in China, wo die Symbolhaftigkeit der chinesischen Architektur so deutlich wird. Die Anlage verläuft auf einer Nord-Süd-Achse, die durch einen erhöhten Steinweg gekennzeichnet ist (Red Step Bridge). Sie führt direkt zum Temple of Heaven. Auf einer Anhöhe von drei konzentrischen Ringen bot der Kaiser den Göttern Opfer dar. Angeblich sollte das die Stelle sein, bei der man dem Himmel am nächsten ist. Hmm, naja, glauben wir es mal. Geht man weiter, kommt man zum Tempel, in dem der Kaiser, der ja als Sohn des Himmels Vermittler zwischen Menschen und Göttern ist, um gute Ernte betete. Zur Zeit der Wintersonnenwende betete er stets zum Himmel und zu den Vorfahren. Dem einfachen Volk blieb der Zutritt natürlich verwehrt. Um das kaiserliche Himmelsgewölbe (Lager für die Opfergaben) führt die Echo Wall. Eine runde Mauer, die dafür berühmt ist, ein Flüstern von einer Seite zur anderen zu tragen. Damit komm ich zum Hauptpunkt. Habe ich schon erwähnt, dass Nationalfeiertagswoche in China ist? Zig Millionen Chinesen haben Urlaub und zwar alle zur gleichen Zeit...diese Woche! Die haben ja eh nur maximal 10 Tage im Jahr Urlaub und die verbringen sie augenscheinlich liebend gerne alle zusammen. So richtig schön gemütlich. Das mit dem Echo-Test konnte man natürlich vergessen. ;) Nach dem Himmelstempel sind wir zum Tian'an Men Platz gefahren, dem Platz des himmlischen Friedens. Ihr könnt euch diese Menschenmassen nicht vorstellen. Mit himmlisch hatte das nix mehr zu tun, mit Frieden schon gar nicht. In der Mitte steht Mao Zedong's Mausoleum, am Rand Gebäude aus den 50ern (Kommunismus lässt Grüßen). Auch Tore der nicht mehr vorhandenen Stadtmauer kann man sehen. An der Spitze ist das Tian'an Men Tor zur verbotenen Stadt. Hier hängt ein überdimensionales Porträt von Mao, weil er hier am 01.10.49 die Volksrepublik China ausgerufen hat. Rechterhand am Platz ist das Nationalmuseum Chinas, das größte Museum der Welt. Gegenüber auf der anderen Seite ist die Große Halle des Volkes, Sitz der Legislative Chinas. Es war so unerträglich voll, dass ich es gar nicht beschreiben kann. Und der Platz ist echt gigantisch groß. Wir mussten durch eine Unterführung durch, weil die Strasse versperrt war (Grund nicht ersichtlich), was mich unweigerlich an diese Massenpanik im Tunnel von der Loveparade erinnern ließ. Wir passierten danach das Tian'an Men Tor und danach noch zwei solcher immensen Tore. Dort trafen wir Shuwen wieder, die sich vor der Platzüberquerung abgeseilt hatte, um Tickets zu holen. Nach der üblichen Kontrolle traten wir in die Verbotene Stadt (offiziell: Palastmuseum) ein, das Zentrum des chinesischen Universums und Symbol des kaiserlichen Glanzes. Es ist wohl Chinas prachtvollster Komplex. 1420 wurde die Palastanlage fertiggestellt und seitdem regierten hier 24 Kaiser fast 500 Jahre lang. Bis 1911 war die Stadt dem Kaiserhof vorbehalten und erst seit 1949 ist sie für die Öffentlichkeit zugänglich. Über der äußeren Hof betraten wir durch das Mittagstor den Platz mit dem Goldwasserfluss. Man sah auf einen gigantischen Platz mit fünf Marmorbrücken (5 Kardinaltugenden des Konfuzianismus), die sich über einen quer verlaufenden kleinen Kanal (sogar mit Gondoliere) wölbten. Der Fluss sollte den Jadegürtel der Hofbeamten repräsentieren. Das war schon ein toller Anblick...den wir mit 190.000 anderen Besuchern (vorwiegend Chinesen) teilten, wie wir später vom statistischen Amt erfuhren. Wir passierten das Tor zur höchsten Harmonie und kamen auf einen weiteren riesigen Platz mit Blick auf die Halle der höchsten Harmonie.

Das Tor der höchsten Harmonie bestand übrigens aus einer 24 m hohen Halle, in der früher Besucher empfangen wurden. Die Halle der höchsten Harmonie war Inthronisationen, Geburtstagen, usw. vorbehalten. Zentrum war der Drachenthron des Kaisers. Besichtigen konnten wir die Hallen allerdings nicht bzw. nur von außen durch Scheiben oder Absperrbänder. Da sich stets gefühlte 1000 Chinesen davor aufhielten, ließen wir es aber mit dem Blick hinein. Es folgten die Halle der mittleren Harmonie (hier hielt sich der Kaiser vor Zeremonien auf) und die Halle der bewahrenden Harmonie, alle natürlich durch riesige Plätze miteinander verbunden. Am Ende war das Tor der himmlischen Reinheit, durch das man in die noch verbotenere Stadt in der verbotenen Stadt kam. Hier war der äußere Hof zu Ende und man kam in den inneren Hof. Er besteht aus den drei Palästen des Kaiserpaares. Erst kam das Schlafgemach des Kaisers (Palast der himmlischen Reinheit), dann der Palast der Einheit, den die Kaiserin als Thronsaal nutzte, und als letztes der Palast der irdischen Ruhe, das Schlafgemach der Ming-Kaiserinnen. Östlich und westlich vom inneren Hof befinden sich zahlreiche kleine Paläste, Hallen und Blumen-sowie Steingärten. Hier wohnten u.a. die kaiserlichen Konkubinen, wurden Opferrituale dargebracht oder gefastet wurde (Halle der Enthaltsamkeit). Die Gassen sind sehr eng, die Gärten nicht sonderlich groß. Jetzt stellt euch wieder die 190.000 Besucher vor! Unfassbar. Stellenweise wurde man nur noch geschoben. Wirklich Spass hat das alles nicht gemacht. :( Wir waren einfach nur froh, lebend das Ausgangstor erreicht und unsere Gruppe wieder getroffen zu haben. Es war furchtbar schrecklich voll!!! Durch das nördliche Shenwu-Tor verließen wir die verbotene Stadt, überquerten eine Strasse und standen vorm Kohlehügel. Von oben konnte man gut über die verbotene Stadt blicken, aber nur die Hälfte von uns konnte sich aufraffen, den Hügel zu erklimmen. Letztendlich war er wohl doch nicht so hoch wie er aussah, man brauchte wohl nur 5-10 Minuten bis hoch. Naja, egal. Es war eh ziemlich dunstig über der gesamten Stadt, sodass die Bilder von oben eher bescheiden geworden sind. Nachdem sich alle wiedergetroffen haben, steuerten wir unseren Bus an. Der Weg führte jedoch noch zu Fuss durch die Hutongs (glücklicherweise nur zwei Strassen...nicht besonders sehenswert). Nach 4 Std. auf den Beinen durften wir endlich wieder in den Bus. Wir fuhren eine Weile bis zu einer sehr belebten Strasse, in der es Unmengen an Garküchen gab. Keine Ahnung, wie sie hieß, aber dem Verkehrsstau und den Menschenaufläufen nach zu urteilen war sie sehr beliebt! Shuwen hatte hier auf unseren Wunsch hin ein einheimisches Restaurant reserviert. Wir hatten aber noch 20 Min. Zeit und sollten daher an den Garküchen entlang schlendern...wenn man den Magen in der Kniekehle hängen hat, ist das echt fies! Jana und ich trauten uns...wir aßen einen Skorpion für 50 Yuan. ;) Wir müssen ehrlich sagen, dass er wirklich nicht schlecht war. Das Fleisch (die 2 Milligramm) war süß und der Rest war irgendwie chipsig. Natürlich nur etwas für den hohlen Zahn. Beweisfotos hat allerdings Georg, mal gucken, wann wir die kriegen. Dann war die Zeit auch schon um...Seestern am Spieß, Maden oder Heuschrecken probieren wir dann vielleicht morgen. ;) Das Abendessen war wieder super lecker. Da wo die Einheimischen essen, war es bisher immer am leckersten. Leute, meidet die Touristentempel. Meinhard machte sich wieder erwas unbeliebt, da er im ganzen Restaurant nach einer Gabel suchte und den Spruch "Wir sind ja hier nicht im Zirkus!" (wegen den Stäbchen) verzeihen ihm einige wohl nicht so schnell. *seufz* Nach dem Essen gab's noch etwas Verkehrsspektakel vor der Tür...es dauerte so ca. 1 Stunde, bis der Bus zu uns durchdringen konnte. Die können ja alle kein Auto fahren, tztztz. Und danach ging's endlich ins Hotel zum Einchecken. Ihr erinnert euch...letzte Nacht verbrachten wir im Zug. Wir hatten alle das Gefühl, wie Iltisse zu stinken. Jana und ich stürzten aufs Zimmer (ist klasse) und sprangen nacheinander unter die Dusche. War das toll! Leider ist Janas Kreditkarte verschwunden geblieben. Glücklicherweise klappt Geldabheben aber auch mit EC, ist allerdings wesentlich teurer. Ärgerlich bleibt es aber natürlich trotzdem. Wir sind schon kurz nach 21:00 fast tot ins schöne weiche Bett gefallen. Und weg waren wir...

Dienstag, 2. Oktober 2012

Tag 16: Xian

Erstmal vorweg: in dem verunglückten Bus in Peking waren nicht wir. (Danke für den Hinweis, Tobi M.!) Also macht euch keine Sorgen. Sind erst seit heute früh in Peking. Das Unglück muss schlimm gewesen sein. 6 Tote - 5 deutsche Ärzte, die gerade erst angekommen waren, und der Busfahrer. Sie sind auf einen LKW drauf gefahren...bei dem Verkehr hier kein Wunder. der Reiseleiter, der hinter dem Fahrer saß, ist laut Shuwen auch sehr schwer an den Beinen verletzt. :(

Um 06:45 klingelte der böse Handywecker, die schöne Nacht war um und eine Zugnacht stand uns bevor. Das demotivierte so ein bisschen. Gut, dass wir gestern Abend schon alles gepackt hatten. 07:30 mussten die Koffer vor die Tür und wir gingen zum Frühstück. Endlich gab's Käse...seit zwei Wochen das erste Mal und er war total lecker. Wir ließen uns schön Zeit und beobachteten die anderen Gäste. ;) Der Eierbrater strahlte soviel Motivation für seinen Job aus, dass uns ganz warm ums Herz wurde. Ich verzichtete dann, sonst würde ich wohl meinen Heimflug verpassen, weil ich immer noch auf mein Spiegelei warte. 08:30 trafen sich alle in der Lobby. Das Hotel war wirklich Klasse gewesen. Schade, dass ich keine Zeit mehr für den Pool hatte. Jana und ich haben gestern nach der Bar noch kurz im 3. OG im Spa-Bereich vorbeigeschaut und Inken und Bernhard im Pool erwischt...hm, geht da vielleicht doch noch was? ;) Alles war sehr sauber und einladend, wirklich schade. Als erstes fuhren wir zur alten Stadtmauer und spazierten durch den olympischen Park entlang der Mauer. Das war total klasse! Dort gibts zig fest installierte Sportgeräte, an denen junge und alte Chinesen täglich von 06:00 bis 10:00 Uhr trainieren. Manche tanzen und singen auch einfach nur oder machen Tai Chi. Die Chinesen, und gerade auch die Älteren, haben so viel Spass an Bewegung und gemeinschaftlichen Aktivitäten, dass es eine Freude ist ihnen zuzusehen. Natürlich probierten wir auch alle möglichen Geräte aus und lachten uns dabei schlapp. ;) Mit welchen einfachen Geräten Effekte wie im Fitnessstudio erzielt werden...und dann auch noch an der frischen Luft...echt klasse! Andreas lieferte sich auch ein Tischtennismatch mit einem Chinesen und Norma übte Tai Chi mit. Wir hatten alle total viel Spass. Sowas ist in Deutschland undenkbar...eigentlich wirklich schade. Zum Bsp. laufen auch viele Leute im Park rückwärts...eine Stunde am Tag soll Hexenschuss vorbeugen. Muss man erstmal wissen. Aber wie zu Hause umsetzen? Hmm. Nach dem Spaziergang sind wir zu einer Jadeschleiferei gefahren. Gefährlich! Es funkelte und blinkte...und zwei Elstern stürzten sich auf den Schmuck. ;) Meine Ausbeute: ein Kettenanhänger in Tropfenform und ein schlichter Ring. Schlimm sowas. Aber wenigstens wurde hart verhandelt. Der ursprüngliche Preis war um die 1000 Yuan, aber da heute Nationalfeiertag ist, gab's Rabatt und beides zusammen sollte 620 kosten. Ich habe es auf 400 runter bekommen. ;) Danach sind wir zur kleinen Wildganspagode gefahren, die sich in einem sehr hübschen Park mit See und süßen Brücken befindet. Wir spazierten etwas umher und genossen die Idylle. Die Latrine war allerdings wieder hart an der Schmerzgrenze. Das Loch im Boden ist so groß und man fragt sich wirklich warum die Leute einfach nicht treffen können. :( Jana und ich entdeckten einen kleinen Rosen-Steingarten...sehr süß! Dort gab's für uns dann auch jeweils ein Magnum Tiramisu (die Sorte kenne ich aus Deutschland gar nicht). Sehr lecker! Wir trafen uns nach einer 3/4 Stunde wieder alle am Bus und fuhren in die Altstadt. Wat war das voll da. Du meine Güte...Nationalfeiertag! Himmel und Volk war unterwegs. Wir gingen etliche kleine Gassen entlang, kreuz und quer, immer voll mit Souvenirständen und Garküchen. Und Massen von Chinesen. ;) Wir kämpften uns bis ins Zentrum der Altstadtgassen zur Großen Moschee, eine der größten in China und 743 im chinesischen Stil erbaut, durch. Ein Minarett fehlt völlig und es gibt wohl auch keinen Muezzin. Die Moschee ist eine Oase der Ruhe inmitten des Getümmels. Nach ca. 40 Min. waren wir aber durch und hatten dann bis 16:20 Freizeit. Wir kämpften uns zusammen mit Horst und Inken zurück zum Ausgangspunkt und aßen an einer Garküche Wachtel-Spiegeleier am Spieß. Gott, waren die lecker! Ich kannte die schon aus Bangkok. ;) Dann warteten wir und guckten den Leuten zu. Jana stellte dann beim Geldautomaten gegenüber unseres Treppenstufensitzplatzes fest, dass ihre Kreditkarte nicht mehr im Portmonee ist. Abgesehen davon, dass uns der Automat eh nichts geben wollte, ist das natürlich ganz schön Kacke. Sie hat zuletzt Geld im Hotel abgehoben und ist sich nicht sicher, ob sie die Karte wieder eingesteckt hat. Oder vielleicht verloren. :( Ich glaube aber immer noch, dass sie irgendwo in ihrem Koffer liegt. Das können wir aber erst im Hotel in Peking überprüfen, also erst morgen Abend. Und als wäre es ein Zeichen, verliert vor unserer Nase eine Frau ein Bündel mir 53 Yuan. Wir riefen noch hinterher, aber sie war so schnell weg, dass es nichts half. Diese Almosen hat Jana dann bekommen. ;) Gestern Abend beim Maultaschenessen hatte sie ja zwei Mini-Maultaschen in der Suppe, was doppeltes Glück bedeutet. Ich hatte drei und habe somit ein langes Leben. Naja. Halb fünf fuhren wir dann ins Theater zum Abendessen...sehr schöne Location und gutes Essen. Mal nicht chinesisch, sondern eher was für die europäischen Touristen. Danach war es Zeit zum Bahnhof zu fahren, wo wir ca. 18:30 ankamen. Oha! Wir nahmen kurz davor unsere Koffer entgegen und passierten eine Schleuse mit anschließender Sicherheitskontrolle und Durchleuchtung inkl. Abtasten. Zugfahren ist hier echt spannend. *seufz* Im Bahnhof warteten wir dann in der Soft Seat Lounge...haha, eine stinknormale Wartehalle, die brechend voll war. Hier kam man nur mit 1. Klasse Karten rein. Ich kaufte im Supermarkt noch schnell eine Flasche Jasmintee. Halb acht konnten wir zum Bahnsteig 1...natürlich vorher zum Check-In. ;) Der Zug ist wieder sehr unsauber auf dem Boden, aber die Abteile sehen halbwegs freundlich ein. Ich liege gerade auf meinem Nackenkissen und somit etwas höher als letztes Mal. Das müsste helfen. Shuwen schimpft gerade, weil Inken nebenan so laut lacht. Jana will auch schon schlafen. Über mir liegt diesmal eine Chinesin mit ihrer kleinen Tochter. Ich glaube die schlafen auch schon fast. Es ist jetzt 21:57. Ankunft soll wohl gegen 07:30 sein. 

So, jetzt ist es 22:30 und Alexandra macht Lärm, weil's im Nachbarabteil so laut ist. Ich stand ungünstigerweise gerade in besagtem Abteil drin, dabei war ich ganz leise. Tja, mitgehangen mitgefangen. Horst und Josef haben schon ne Flasche Rotwein gekillt, Inken und Bernhard ein paar Dosen Bier. Halleluja, da geht was ab. Hab mich gerade dezent vom Acker gemacht und gehe schlafen.

Montag, 1. Oktober 2012

Tag 15: Xian

Nach einer wundervollen Nacht im Luxusbett waren wir total erholt. Leider klingelte der Wecker wieder viel zu früh. :( Aber wir wollten ja den vielen Chinesen entgehen. Shuwen erzählte uns, dass letztes Jahr am 02.10. für das Terracotta-Museum 70.000 Eintrittskarten verkauft wurden. Oha! Wir frühstückten zusammen mit Bernhard, den wir mit Josef im Lift getroffen hatten. Josef hatten wir irgendwie unterwegs verloren. Das Buffet war richtig gut und W-Lan gab's auch. Kurz vor 07:00 haben wir noch schnell am Hotelautomaten Geld geholt und auf ging's zur Armee. Die Fahrt dauerte ca. 1 Stunde. Als wir ankamen, war es noch ziemlich leer und das Wetter war fantastisch. Die Anlage ist ziemlich weitläufig und sehr schön gestaltet. Zwischen den Ausstellungshallen sind schöne Garten- oder Parkanlagen angeordnet. Es macht Spass dort umher zu spazieren. Als erstes besichtigten wir die Grube 1 mit der Infanterie. 6000 Soldaten in Schlachtformation. Wenn man die Halle betritt, steht man erstmal mit offenem Mund da. Ist das gigantisch! Es ist so ganz anders als im Fernsehen...das muss man einfach live gesehen haben. Jede Figur ist ganz individuell gestaltet und keine gleicht der anderen in Gesicht und Haltung. Faszinierend ist auch die Vielfältigkeit der Frisuren! Wenn man sich vorstellt, dass die Figuren aus einzelnen Fragmenten zusammengesetzt werden mussten...unvorstellbar und nichts für Ungeduldige. ;) Alle Figuren sind überlebensgroß, so um die 1,80, und sehr farbenfroh gewesen. Die Offiziere noch großer und in stattlicherer Rüstung. Die Farben verblassten leider an der Luft, aber manchmal sind noch Farbspuren erkennbar. In Grube 2 war die Kavallerie und in Grube 3 die hohen Offiziere. Dann gab es noch eine Halle mit noch teilweise geschlossenen Gruben. Die Ausgrabungen und Restaurierungen sind noch lange nicht abgeschlossen. Entdeckt wurde die Armee erst 1974, als Bauern einen Brunnen gruben. Die aus gelben Lehm geschaffenen Figuren sollten das Grab des ersten Kaisers von China, Qin Shi Huangdi (Qin-Dynastie) bewachen und sind 2200 Jahre alt. Die 7000-köpfige Armee ist aber nur ein Teil der Grabanlage. 1,5 km weiter (haben wir vom Bus aus gesehen) ist ein Hügel unter dem sich angeblich das eigentliche Grab des Kaisers befinden soll. 246 v. Chr. beauftragte er den Bau seines Grabs und 36 Jahre lang waren ca. 700.000 Arbeiter damit beschäftigt (die Große Mauer hatte ca. 500.000). Der Legende nach bzw. anhand gefundener Pläne soll sein Grab durch einen Fluss aus Quecksilber vor Grabraubern geschützt sein und darüber ein riesiges Gewölbe mit einem nachempfundenem Himmel sein. Die Sterne bestehen aus Perlen und Edelsteinen. Und auch seine 48 Konkubinen sowie auch alle Arbeiter sollen lebendig mit begraben worden sein, damit sie den Ort des Grabes nicht verraten konnten. Zwei Bronzestreitwagen, die ebenfalls ausgestellt sind, wurden in der Nähe des Hügels gefunden. An den Hügel selbst trauen sich die Archäologen allerdings noch nicht so recht ran, denn gehen sie die Sache falsch an, stürzt ggf. alles in sich zusammen. Eine faszinierende und spannende Geschichte. In einer weiteren Ausstellungshalle waren einzelne Fundstücke, wie Messer, Schalen, kleinere Figuren, Waffen aller Art, Geschirr, usw. ausgestellt. Zuletzt besuchten wir noch ein Kino und natürlich den Museumsshop. ;) Wir waren ungefähr 3,5 Stunden auf dem Gelände und fuhren danach zum Mittagessen. In Nordchina essen die Chinesen vorwiegend Nudeln, in Südchina Reis...muss man auch erstmal wissen. Also gab es wie immer viel Gemüse und dazu Reisnudeln und welche aus Teig, die fast 3 cm breit waren. Es war sehr lecker. Danach fuhren wir zu einem Heilkräutermarkt, der allerdings schnell durchwandert war. Heute ist Mondfest und die meisten Stände hatten schon geschlossen, weil mit der Familie gefeiert wurde. Wir sahen aber trotzdem viele ungewöhnliche Dinge, wie z.B. getrocknete Igel, die bei Verdauungsproblemen helfen sollen, oder getrocknete Seepferdchen, Schlangenhaut und eingeschweißte Tausendfüßler. Die chinesische Medizin ist schon sonderbar. Gegen alles gibt es Tees oder irgendwas getrocknetes Totes. ;) Im Anschluss ging es zur Stadtmauer von Xian...ein Wahnsinnsteil! Sie ist komplett erhalten, rechteckig um das Zentrum (Altstadt) angelegt und hat eine Länge von ca. 14 km. Sie wurde vom 1. Ming-Kaiser Hongwu. Die Fundamente stammen allerdings von einem Kaiserpalast der Tang-Dynastie, sind also noch älter. Die Bastionen sind 12 m hoch und an der Basis bis zu 18 m dick. Wir sind hoch auf die Mauer und ca. 1 Stunde darauf lang spaziert. 7 von uns haben sich Fahrräder geliehen, um die 14 km oben abzufahren. Wir zogen die Variante "Hotel - Gartenbar mit Horst - Nachmittagsschläfchen" vor. ;) Nach 1,5 Std. Ruhepause auf dem Zimmer trafen wir uns alle 18:30 in der Lobby (außer Inken, Josef und Bernhard) und fuhren zum Maultaschen-Banquet. Hier kam meine neue tibetische Tasche erstmalig zum Einsatz. Alexandra hatte sich übrigens noch auf der Rückfahrt vom Yamdrok See fast die gleiche gekauft. ;) Shuwen hatte angeboten, für uns so ein Essen zu organisieren (150 Yuan) und wir haben es nicht bereut. Es war superlecker! Dazu gab's noch Terracotta-Schnapps (Kornschnapps), der es wirklich in sich hatte. Olle Wetter! Es stellte sich auch heraus, dass Andreas schon des Öfteren beruflich in China war und sich in Xian etwas auskennt. Daher haben sich dann Frederic, Alex, Lilo, Georg, Claudia und er unterwegs abgeseilt bzw. sich vom Busfahrer absetzen lassen. Uns war das zu heikel. Wir finden doch nie zurück zum Hotel. ;) Den Abend haben wir dann noch schön in der Hotel-Gartenbar mit Horst, Peter und Beate bei einer Pina Colada (ich) und einem Mango-Juice ausklingen lassen. Und ich rauchte dann meine ersten 3 Zigaretten seit dem Flughafen in Chongqing. ;) 

@Andrea: ich suche seit gestern wie blöde ne Postkarte von der Terracotta-Armee, aber die sind alle superhässlich. Ich schicke dir dann lieber von Peking noch eine. Die Chinesen haben es nicht so mit Postkarten. :(

Sonntag, 30. September 2012

Tag 13 & 14: Lhasa - Xian (Tibetbahn)

Heute früh gab's wie immer Kopfschmerzen, aber die Pillen wirkten relativ schnell. Vielleicht war's auch die Vorfreude auf die Zugfahrt ins sauerstoffreiche Xian. ;) 08:15 mussten die Koffer vor die Tür, 09:00 war Check-Out. Wir duschten und gingen zum Frühstück. Toast mit Ei, mehr ist hier nicht drin, wenn man keine chinesischen warmen Speisen früh essen möchte. An der Rezeption bezahlte ich noch meine drei Wasser und wir beide unsere tibetischen Tabletten gegen die Höhenkrankheit (gab's bei Ankunft im Zimmer). Ob sie irgendwas bewirkt haben, wissen wir natürlich nicht. Wir bekamen noch von Shuwen und Gelie unsere Zugtickets, die etwas Verwirrung auslösten. Shuwen meinte aber das sind noch nicht die richtigen Zuordnungen. Das machen wir dann im Zug vor Ort. 09:30 war Abfahrt. Die Fahrt zum Bahnhof dauerte ca. 20 Minuten. Auf dem Parkplatz passierten wir die erste Kontrolle. Wir wurden an einem Hund vorbeigewunken, der aber scheinbar gerade Pause hatte. Ein paar Meter weiter wurden wir und auch die Gepäckstücke durchleuchtet. Am Bahnhofseingang war erst eine Passkontrolle und kurz dahinter die Ticketkontrolle. Meine Fresse, was hier für ein Aufriss gemacht wird, bevor man den Zug erreicht. Wie einfach ist doch das Bahnfahren in Deutschland. Wir wurden in Warteraum 2 geleitet, wo wir noch ca. 45 Min. gewartet haben. Wir vertrieben die Zeit mit einem kurzen Bummel im angeschlossenen Supermarkt, wo ich mir noch diesen leckeren Milk Tea gekauft habe, den ich schon in Shanghai probiert hatte. Dann ertönte auch schon bald das Megaphon. Die Dame stand nur 4 m entfernt. Mir sind fast die Ohren abgefallen. Sie plapperte am laufenden Band immer das Gleiche und dann ging der Run los. Die Chinesen oder Tibeter, die einen Sitzplatz in der 3. Klasse gebucht hatten, stürmten wie von der Tarantel gestochen los. Die Waggons sind nicht sonderlich groß und die meisten hatten Gepäck bei sich, was untergebracht werden wollte. Dieses Gedrängel muss man erlebt haben. Wir haben es uns aus sicherer Entfernung angesehen und uns darüber amüsiert. Beim Zug angekommen, er erinnerte mich sehr an die alten DDR-Züge, suchten wir Waggon 6 und stiegen ein. Es gab ziemliches Chaos. Wir hatten Sitz 1 und 2, also im Abteil 1, aber da waren Georg und Lilo schon drin. Laut Shuwen sollten wir mit ihr und einem Chinesen ins Abteil 4, also zogen wir dorthin weiter. Blöd nur, dass da bereits zwei Chinesinnen drin waren und Shuwen war nicht dabei. Wir also alle zurückgedrängt, um zurück zum Abteil 1 zu kommen, und haben dort auf Shuwen gewartet. Sie ging dann mit uns zum Abteil 4, stellte fest, dass sie sich geirrt hatte, und wir sind letztendlich im Abteil 5 gelandet. Die Chinesin, die über Jana geschlafen hat, war sehr nett und konnte sogar etwas Englisch. Shuwen hatte das Bett über meinem. Es dauerte etwas bis wir uns an das kleine Abteil, den wenigen Platz und den muffigen Geruch im Zug gewöhnt hatten. Sauberkeit wird hier auch nicht so groß geschrieben, aber es ist immer noch besser als Longsheng. Die ersten Stunden vergingen sehr zäh, obwohl unser Abteil ständig voll war. Es gab in der Gruppe auch ziemlichen Frust. Eigentlich wollten Horst mit Enkelin Inken und Josef mit Sohn Bernhard in ein Abteil und so war es auch von Shuwen aufgeteilt worden. Aber Meinhard und Renate waren plötzlich im Abteil von Horst und Inken und sind nicht mehr gewichen. Die wollten nämlich nicht zu Georg und Lilo in ein Abteil. Eigentlich wollte niemand zu Georg und Lilo. ;) Nun ja, es gab mächtig Theater, weil Meinhard so patzig wurde. Die anderen vier sind seitdem sauer, weil sie sich so super verstehen und nun weder in dem einen, noch dem anderen Abteil wirklich wohl fühlen. Daher sind sie meistens bei uns im Abteil. ;) Die ersten drei Stunden saßen wir zu acht bei uns und die Stimmung war richtig gut. Gegen Abend hatten wir dann schon fast alle keine Lust mehr auf Zugfahren. Die Chinesin hatte ihre Freunde im Nachbarabteil und kam eigentlich nur zum schlafen rüber. Das Bordrestaurant kann man vergessen. Es ist nicht einladend und zum Bedienen hat dort auch niemand wirklich Lust. Einmal waren wir auch in Waggon 5, um Alex, Frederic, Andreas und Claudia zu besuchen. Dort wurde Frederic dann von mir mit dem Gerücht fotografiert, er sei Aktfotograf...die Antwort war schwammig. ;) Abends ging es Jana dann schlechter. Wir passierten gegen 17:00 den höchsten Punkt der Reise: 5072 m hoch. Das ging nicht spurlos an uns vorbei, obwohl Sauerstoff ins Abteil gepumpt wurde. Bei mir war's, als würde ich doppelt so schwer sein und jemand auf meinen Magen drücken. Der Druck auf den Körper war sehr hoch. Einige Plastiktüten sind auch geplatzt. Aber mir ging's dennoch ganz gut. Jana hatte noch die ganze Nacht mit Übelkeit zu kämpfen. Ihr habt alle gesagt, dass es eine unvergessliche Reise sein wird. Ja! Das ist sie jetzt schon! So wenig Schlaf und so viele Schmerzen hatten wir noch nie in einem Urlaub. Und das Beste: wir haben auch noch viel dafür bezahlt. ;)) Aktuell haben wir Tag 14 (29.9.) um 13:03. Wir stehen in Lanzhou auf ca. 1500 m. Shuwen schreibt was auf dem Handy, Jana hört Musik oder schläft. Wir haben wieder normale Höhen erreicht, sodass es allen wieder gut geht. Eigentlich sind fast alle nur müde. Die Betten waren hart, die Kopfkissen zu niedrig. Man hatte stets das Gefühl, man liegt kopfüber. Noch 8,5 Stunden, dann sind die 33 Stunden rum. Oh man! Ich muss aber sagen, dass es bis auf den fehlenden Schlafcomfort und die fehlende Sauberkeit (mittlerweile kann man die Toiletten auch kaum noch benutzen) im Abteil ziemlich gemütlich ist. Shuwen versorgt uns ständig mit irgendwelchen chinesischen Köstlichkeiten, wie kackbraune Gummieier (nicht zu empfehlen, bäh), Hühnerschenkel, usw. Eben gerade hat sie auf dem Bahnsteig eine Art Broiler gekauft, der war ganz lecker. Gestern Abend waren Inken und Bernhard noch lange bei uns im Abteil und wir haben uns über Gott und die Welt (u.a. Horrorfilme) unterhalten. Gegen 23:00 haben sich die beiden dann aus Rücksicht auf Jana auf den Gang verkrümelt und ich habe noch den Blog geschrieben. Jana hat wohl gar nicht geschlafen (bis auf jetzt gerade) und ich etappenweise. Gegen halb vier morgens haben wir gedacht, wir ersticken und haben unsere Nasen ans angekippte Fenster gehalten. Die Luft im Abteil war zum Schneiden. Tja was soll ich noch zum Zug schreiben. Die tibetische Landschaft gestern war noch sehr schön, heute ist es eher langweilig. Wir stehen immer ewig an irgendwelchen Bahnhöfen (z.B. Xining) rum. Naja, aber auch das wird vergehen, haha. Blöd nur, dass wir nach zwei Übernachtungen in Xian nochmal eine Nachtfahrt nach Peking haben. Wir sehen es positiv...es ist nur ein Drittel der jetzigen Zugfahrt. ;) Gegen 21:30 sollen wir heute Xian erreichen. Wahrscheinlich brauchen wir dann noch etwas bis zum Hotel und werden nur noch tot ins Bett fallen. Obwohl...ich glaube wir müssen alle dringend duschen. ;) Morgen stehen dann die Terracotta-Armee und ein Heilkräutermarkt auf dem Plan. 

PS: endlich wieder etwas Luxus. 21:20 sind wir in Xian eingefahren und waren schon vom Zug aus von der riesigen beleuchteten Stadtmauer beeindruckt. Xian ist die älteste Stadt Chinas und für chinesische Verhältnisse mit 4 Millionen Einwohnern eher "klein". ;) Gegen 22:30 haben wir im New World Hotel eingecheckt. Ein 4 Sterne Hotel mit herrlich weichen großen Queenbetten und einem geräumigen Zimmer im 7. Stockwerk (von 15). In der Lobby erwartet den Gast schon ein 3-Personen-Steingebilde, dass über 2-3 Etagen geht...sehr beeindruckend. Im 3. OG ist ein Schwimmbad, ich hoffe Zeit zu haben, dort mal mit Inken planschen zu gehen. Wofür habe ich sonst den Badeanzug eingepackt? Jetzt heißt es aber erstmal schlafen, denn morgen geht's schon um 07:00 los zur Terracotta-Armee. In China hat heute (Samstag) die Nationalfeiertagswoche begonnen, das bedeutet Millionen von Chinesen sind unterwegs!! Ihr glaubt nicht, was am Bahnhof los war. Wir sind kaum durch die Menschenmassen auf dem Bahnhofsvorplatz gekommen. Wir haben nämlich noch schnell bei KFC was zu Essen zum mitnehmen gekauft. Durch das frühe Aufstehen morgen versuchen wir, den Massen halbwegs zu entkommen. Mal schauen, ob es klappt. Gute Nacht.

Tag 12: Lhasa - Yamdrok See - Lhasa

Abfahrt war 09:30, ich konnte wieder nicht mit zum Frühstück. Allein der Gedanke an Essen war widerlich. Dazu wieder Kopfweh vom Feinsten. In der Nacht ist man ständig wach, das harte Kopfkissen ist ein Krampf (ohne geht's aber auch nicht) und am schlimmsten ist die trockene Luft, die immer in der Kehle kratzt, sodass man Husten muss. Mir ist schleierhaft, wie Leute auf 8000er kraxeln können, wenn wir schon bei 3600 m solche Probleme haben. Da muss doch jeder Schritt eine Todesqual sein. Wenn man jetzt einen Bergsteigerfilm sieht, schaut man ihn mit ganz anderen Augen. Meine Pillen haben bis zur Abfahrt etwas gewirkt, sodass es erträglicher wurde. Wir richteten uns auf 3 Std. Fahrt ein. Nach ein paar Geburtstagsliedern für Jana (chinesisch, deutsch, philippinisch...war alles dabei) stieg die Stimmung und wir genossen die Fahrt bei strahlendem Wetter. An dieser Stelle nochmal ein herzliches Happy Birthday, meine Süße! Die Gegend war wunderschön, faszinierend und atemberaubend. Wir fuhren durch weite Täler mit Yak-Herden, stets umgeben von Gebirgsketten über 4500 m hoch. Nach einer Toilettenpause, in der wir Frauen uns alle fast Übergeben hätten und ca. 2 Std. Fahrt durch die Ebene, erreichten wir den Pass zum Yamdrok See, einer der heiligen Seen Tibets. Die Serpentinen waren unerträglich steil. Ich habe fast die ganze Fahrt nicht aus dem Fenster sehen können und somit zur Belustigung der Gruppe beigetragen. Die Höhe und die steilen Abhänge allein sind ja schon schlimm genug, aber diese Schlaglöcher in der tibetischen Passstraße machten die Sache noch viel gruseliger. Ich habe uns mehrmals allein auf Grund des horrenden Schaukelns des Busses in die Tiefe stürzen sehen. Ich bereute stark, keinem Buddha einen Yuan gegeben zu haben. ;) Aber nichts destotrotz erreichten wir die Spitze (4800 m) und hatten einen grandiosen Blick auf die umliegenden 6000er Gipfel und den zu unseren Füßen liegenden Yamdrok See. Er leuchtete in herrlichem Türkis und die Szenerie war fast surreal. Hier wundert es keinen mehr, dass Tibet auch als das Land der Götter bezeichnet wird. Nach einer Fotopause (u.a. Jana auf Yak und ich mit zwei tibetischen Mastiffs - sehr große tibetische Hirtenhunde) fuhren wir runter zum See auf 4400 m, um dort zu picknicken. Die Luft war sehr, sehr dünn und trocken und mir wurde wieder etwas schwindelig. 45 Min. hielten wir uns dort am See auf, dann mussten wir die Rückfahrt antreten, um die Höhenkrankheit zu vermeiden. Vorher besuchten noch alle die Harmoniehalle...auch diese war unvergesslich: keine Türen, kleine Gemäuerchen zwischen den Löchern, Zug am Arsch und ein 10 m Abgrund. Mehr sage ich nicht. ;) Auf der Rückfahrt besuchten wir noch eine tibetische Oma in ihrem Haus und tranken Yak-Buttertee. Naja, mein Lieblingsgetränk wird's wohl nicht. Wieder im Hotel war's dann schon gegen 17:00 und wir ruhten uns wieder etwas aus. Vorher war ich noch bei der China-Post Postkarten kaufen. Alle nicht sehr schön. :( 18:00 trafen wir uns dann alle im hoteleigenen Restaurant im 2. Stock, aßen zu Abend und plauderten. Danach sind wir mit Shuwen in die W-Lan-Area und halfen ihr etwas beim Betiteln der Fotos, die sie auf der China-Tours-Website hochlädt. Die könnt ihr euch übrigens schon anschauen, wenn ihr mögt: http://www.chinatours.de/reise/48-china-mit-tibet/travelreport. Aber es half ja nix...wir mussten wieder runter aufs Zimmer und packen und ich noch Postkarten schreiben. Da wir im Zug ein 4er Abteil haben und die Koffer auf der ganzen Fahrt verstaut blieben, mussten wir die Rucksäcke entsprechend packen. Es lief darauf hinaus, dass ich meinen Koffer, einen Rucksack, meine Umhängetasche und einen Fressalien-Beutel zu schleppen hatte. *seufz* Das Packen brauchte so seine Zeit und wir gingen dann bald ins Bett.

Tag 11: Lhasa

Wir waren wie immer vor dem Weckruf wach. Jana's Kopfschmerzen waren weg, aber dafür war mir übel. Ich bin nicht mit zum Frühstück, sondern hab mir erstmal zwei Dolormin reingepfiffen und dann langsam geduscht. Unser Zimmer hatte eine Glaswand zum Badezimmer, was ziemlich geräumig war. Leider hatte es keine Tür, was erst etwas gewöhnungsbedürftig war. ;) Mir war so übel, dass ich wirklich überlegt habe, ob ich nicht im Hotel bleibe, habe mich dann aber doch hochgerafft. Jana brachte mir Yak-Buttertee vom Frühstück mit und ich trank brav die ganze Tasse aus...soll ja helfen und ich wollte doch mit. Man ist ja nur einmal in Tibet. Um 09:00 ging's dann los zum Kloster Drepung, ca. 8 km vor der Stadt. Eine riesige Klosteranlage, an einen Berghang gebaut. Das war schon ziemlich eindrucksvoll. Früher lebten dort 10.000 Mönche, heute noch ca. 500-600. Nach der Durchleuchtung (natürlich!) kraxelten wir schon wieder einen scheiss Berg hoch. Ich kann keine Treppen mehr sehen!!! Ganz oben vor der ersten Kapelle habe ich gestreikt und mit Gelie verabredet, wann ich wieder am Bus sein soll. Ich habe dann meinen eigenen Streifzug durch die Klostergassen gemacht und mein eigenes Tempo gefunden. Die Ruhe und Einsamkeit tat mir mal ganz gut. Ausserdem war ich die Attraktion für die Mönche oder Pilger, die mir begegneten. Bei der Weihrauchtante (letzter Blog) hatte ich dann ein schattiges Plätzchen gefunden. Gegen 12:00 tauchten die anderen wieder auf...total kaputt. Ich war froh, dass ich pausiert hatte, schließlich sollten noch zwei andere Kloster besichtigt werden. Wir fuhren direkt zum ehemaligen Sommerpalast des jetzigen Dalai Lama in Lhasa, nach Norbulingka. Dort lebte der Lama bis 1959, ehe er als tibetischer Soldat verkleidet nach Indien floh. Die Anlage ist riesig, aber glücklicherweise ebenerdig. ;) Es gibt 4-5 Paläste und sogar einen Zoo. Dazwischen wunderschöne bunte und idyllische Gartenanlagen. Wir besichtigten u.a. das Meditationszimmer, das Schlafzimmer sowie das Audienzzimmer mit dem riesigen goldenen Thron des Dalai Lama. Auch den Platz von Heinrich Harrer, der den Lama meistens in Norbulingka unterrichtete, haben wir bestaunen können. Nach den Besuchen der zwei Tempel machten wir 20 Min. Picknick in den Gartenanlagen. Die Pause tat allen gut. Danach fuhren wir mit dem Bus zum Hotel zurück, wo wir 20 Min. Harmoniepause hatten. Ich hatte null Bock mehr auf Klöster oder Tempel. Irgendwann ist man immer auf dem Punkt, dass man eine Reizüberflutung hat, seien sie auch noch so schön. Aber zum Jokhang wollte ich ja auf jeden Fall, weil man von dort aus auch einen wundervollen Blick auf den Potala haben sollte. Und im Reiseführer klang er auch sehr toll. Anschliessend ging es also zu Fuß zum Tempel, der heiligsten Stätte Tibets, der gleich um die Ecke von unserem Hotel war. Aus dem Hotel raus ging es durch einen Gang und dann rechterhand 50 m und man war mitten auf dem Barkhor. Das ist einer der drei Pilgerwege in Lhasa (1,5 km). Der zweite geht um den Potala und der dritte um die alte Stadtgrenze (7,5 km). Es waren sehr viele Pilger unterwegs, die ihre Gebetsmühlen drehten und sich manchmal mitsamt ihren Gebetsketten längelang auf die Strasse warfen. Direkt am Barkhor schaut man auf den großen Barkhor-Marktplatz und direkt dahinter auf den Jokhang Tempel. Der Tempel ist im Vergkeich sehr klein, aber nicht weniger beeindruckend. Im Gegenteil, durch die überschaubare Größe hatte er meiner Meinung nach mehr Charme. Von der 2. Etage (Dach) schossen wir dann etliche Fotos vom Barkhor und dem Potala. Gegen 17:00 wurde Freizeit ausgerufen. Wir schlenderten langsam über den Markt zurück und ich handelte noch eine tibetische Handtasche von 160 auf 100 Yuan herunter. ;) Wir ruhten uns im Hotel etwas aus und 18:00 gingen wir mit den anderen zu einem Hotel nahe des Barkhor, ca. 5 Min. entfernt, zum Abendessen. Direkt daneben war das "The Summit Café", der tibetische Starbucks, den Jana und ich uns vor der Reise schon herausgesucht hatten. Auch Gelie bestätigte, dass es dort den besten Kaffee Lhasa's gibt. Aber bei dem straffen Programm mussten wir uns das wohl abschminken. :( Das Essen war wieder ganz lecker, wenn mir auch die tibetische Küche oftmals zu scharf ist. Nach dem Essen gingen wir mit Meinhard und Renate zum Supermarkt, ca. 1 km entfernt, und deckten uns mit Lebensmitteln für unseren Tagestrip zum See und unsere 33-stündige Zugfahrt nach Xian ein. Der Supermarkt überforderte uns wieder total. Er war riesig und alles auf chinesisch (klar, was sonst?). Aber auf den Packungen ist niemals nichts in lateinischen Buchstaben, aber auch gar nichts, zu lesen. Beim ärmlichen Käseregal traf ich Shuwen, die mit erzählte, dass sie vielleicht einmal im Jahr Käse ist. Gott, ich würde sterben. Aber Chinesen oder Tibeter mögen Käse nicht. Das verstehe wer will. An der Kasse gaben wir Shuwen unsere Bons zum Absetzen, aber dummerweise ließ man uns ohne Bon nicht aus dem Gebäude. Alles sehr merkwürdig hier. ;) Zurück nahmen wir für 10 Yuan eine Fahrradrikscha, mir war schon wieder schwindelig und ich hatte etwas Herzrasen. Das mit dem vielen Trinken sind ja gute Ratschläge, aber wenn man ständig auf Tour ist und nicht weiß, wann das nächste Klo bzw. Loch kommt, dann trinkt man automatisch weniger als man sollte. Und hey, ihr wart noch nie auf einer Klostertoilette. Ich war im Drepung und werde es nie vergessen! ;) Leider bin ich scheinbar ne Ausnahme. Am ersten Tag (Ankunft) ging's wir wirklich gut, am zweiten ganz leichtes Kopfdrücken und am dritten war's schon richtig übel. Irgendwie wird's von Tag zu Tag schlimmer und ich freue mich wirklich auf Xian (gesprochen: Schian) mit normaler sauerstoffhaltiger Luft und hoffentlich mal wieder Durchschlafen. Ohne Kopfschmerztabletten hätte ich ab dem dritten Tag nichts mehr unternehmen können, obwohl man das ja nicht machen sollte, weil man dann nicht merkt, wenn die Höhenkrankheit schlimmer wird. Trotzdem, ohne ging's nicht und die Hälfte unserer Gruppe musste welche nehmen. Zwei von uns, Andreas und Claudia, hat es richtig böse erwischt. Sie sahen am zweiten Tag (Potala) schon richtig übel aus, weil sie in der Nacht nur gebrochen hatten, kämpften sich aber durch. Das war schließlich für die meisten das Tibet-Highlight. Am Folgetag ging dann nix mehr, ein Arzt musste kommen. Sie blieben mit Shuwen im Hotel, haben Spritzen bekommen und müssten mind. 5 Std. an Sauerstoffflaschen. Am Abend ging es ihnen dann wieder soweit gut, dass sie mit zum Essen kommen und auch schon wieder Lachen konnten. Die Fahrt zum Yamdrok-See am nächsten Tag war gesichert. Allerdings geht es bis auf 4800 m hoch und ob das so gut für die Beiden ist?

Donnerstag, 27. September 2012

Tag 10: Lhasa

Jana's Kopfschmerzen und die Übelkeit sind weg, aber wir sind beide total matschig. Es ist gerade 7:10, um acht sollen wir erst geweckt werden. Aber Schlafen geht nicht mehr. Man fühlt sich total ausgetrocknet...Nase, Augen, Mund. Und ich habe das Gefühl, bei mir kommt jetzt ein leichtes Kopfdrücken. Hoffentlich bleibt es dabei und wird nicht schlimmer. Heute stehen der Potala Palast und das Sera Kloster auf dem Plan. 09:30 ist Abfahrt. Der Potala gilt als größter Bau Tibets und steht auf dem höchsten Punkt Lhasas, dem Marpo Hügel. Er hat 13 Stockwerke und über 2000 Zimmer. Der ursprüngliche Palast entstand 631, wurde aber später noch durch den weissen Palast (1645) und den roten Palast (1693) ergänzt. Gelie erzählte auch was von 300 (oder 500?) Stufen...da höre ich gar nicht mehr zu. Meine Waden schmerzen immer noch. :( Der Aufstieg wird jedenfalls sehr anstrengend, weil man nach ein paar Schritten Herzrasen bekommt. Ich versuche es ganz langsam. Das Sera Kloster entstand 1419 durch Schüler des Gelugpa (Gelbmützen-) Ordens und war für seine kriegerischen Mönche, die Dob-Doa berühmt. Einst lebten hier 5000 Mönche, heute nur noch 500. Auf dem Versammlungshof finden oft laute und derbe Debatten der Mönche statt, die heute wohl nur noch für die Touristen gemacht werden. Faszinierend sollen sie aber trotzdem sein. Lassen wir uns mal überraschen. Jetzt gehen wir erstmal frühstücken. ... Nun haben wir schon den nächsten Tag und ich sitze auf einer Mauer im Drepung Kloster...man versucht mich gerade mit Weihrauch auszuräuchern und so ein kleiner tibetischer Fratz tatscht ständig meine Hose dreckig. Also wie gesagt waren wir gestern im Potala. Der Aufstieg war der Horror! Lange nicht so schlimm wie Longsheng, aber trotzdem ganz übel. Zwischenzeitlich dachte ich, ich kippe um. Diese dünne Luft ist irre. Tja was soll ich zum Potala schreiben. Wenn man unten am Fuß des Palasts steht, kann man es nicht glauben. So ein gewaltiges Gebäude hat man noch nie gesehen. Er ist faszinierend, imposant und atemberaubend schön. Unten gibt es einen Pilgerweg einmal um den Potala herum mit hunderten goldenen Gebetsmühlen. Ca. 40 haben wir auch gedreht, aber dann war's auch gut. ;) Ab Eingang zum weißen Palast war fotografieren verboten, daher kann ich euch keine Fotos bieten. Es ist sagenhaft. Alles sehr dunkel mit Yak-Butter-Kerzen, aber immer kunterbunt. Die Tibeter sind so farbenfroh, dass ist einfach herrlich und macht gute Laune. Wenn nur diese Treppen nicht immer wären. Die sind ja auch nicht normal, sondern immer schmal und hoch. Das nervt echt! Innen sind wir durch zahlreiche Räume, ich habe sie nicht gezählt. Groß, klein, winzige enge Gänge, kleine Kapellen...alles war dabei. Beeindruckend war u.a. die große Halle mit dem Thron des 5. Dalai Lama. Ich möchte fast behaupten, dass es die aus "Sieben Jahre in Tibet" war. Oder die Stupa's der ehemaligen Dalai Lamas...immer reich verziert mit viel Gold. Den 5. müssen sie echt geliebt haben, da es die größte Stupa war und für sie fast 3700 kg Gold verarbeitet wurde. Der 12. liegt da wohl auch mit drin. Wie das mit dem aktuellem Dalai Lama wird ist noch ungewiss. Gestatten die Chinesen ihm, im Potala beerdigt zu werden? Wird es überhaupt einen Nachfolger geben? Ich hoffe es. Überall im Palast waren auch Mönche in den Ecken versteckt. Da es so dunkel ist, sieht man sie immer kaum. Außerdem war gerade Mittagszeit und alle hatten Schüsseln mit Stäbchen bei sich. Beim Abstieg auf der Rückseite des Bergs (da gibt's ne Strasse!!!) bin ich natürlich gestürzt. Aber elegant! ;) Seitdem schmerzte mein linker Knöchel etwas. Es war nur ein Stufe, aber der Stein war dermaßen glatt und es ist ja auch immer alles so steil. *seufz* Unten angekommen waren wir total platt, aber an Pause war nicht zu denken. Es ging sofort weiter zum Sera Kloster, ca. 4 km entfernt. Der dortige Abt hat u.a. auch den aktuellen Dalai Lama gesucht. Als der Alte nämlich gestorben war, zeigte sein Leichnam nach Osten und so ist der Abt mit einer Delegation aus Lhasa nach Osten gesogen und hat das Kind gesucht, in dem der Dalai Lama wieder geboren wurde. Er hat's natürlich auch gefunden und es hat alle drei Prüfungen bestanden (z.B. einen Gegenstand des Letzten unter falschen wiedererkennen). Im Sera Kloster haben wir dann zwei Kapellen besichtigt. Die eine beinhaltete eine Druckerei, in der alte Schriftrollen kopiert werden. Gelie faselte auch immer was vom tibetischen Martin Luther. ;) In der zweiten waren drei Mandalas zu sehen...aus Sand! Ich kann's nicht beschreiben, googelt es einfach mal oder wartet aufs Foto. Sehr beeindruckend! Die Debatte der Mönche war eher enttäuschend. Es hat nicht mehr viel mit dem Ursprung zu tun, sondern dient nur noch zur Belustigung der Touristen. Die Mönche wirkten lustlos und debattiert wurde auch nicht wirklich. Wir sind nach 15 Min. gegangen. Gegen 16:20 waren wir wieder im Hotel und ruhten etwas. 18:00 sind wir alle ins Tibet Steak House und haben typisch tibetisch gegessen. Es war eigentlich ziemlich lecker, nur für meinen Geschmack manchmal etwas zu scharf. Und Tsampa war auch nicht so lecker, wie wir erwartet hatten. Nach dem Essen sind wir mit Inken, Bernhard und Horst zum großen Platz hinter dem Volkspark, von wo man einem fantastischen Frontalblick auf den Potala hat. Aber auch da wurde man durchleuchtet, es ist unglaublich. Die anderen stürzten über den Platz, um Josef und Georg zu suchen, die schon vorgegangen waren. Ich war total platt und gesellte mich zu einer Chinesin auf einer Bank. Beim Fotografieren störte mich noch die rote Fahne vorm Potala, doch auf einmal wurde sie heruntergenommen. Plötzlich war ein Militäraufmarsch mit Orchester zu hören und dann auch zu sehen...die chinesische Flagge wurde neu gehisst. Das ganze wiederholte sich drei mal! Hä? Um 08:10 dann ertönte drei mal ein lauter Gong und bunt beleuchtete Wasserspiele mit chinesischer Musik gingen los. Das war wirklich wunderschön. Kurz danach ging das Licht an...der Potala wurde imposant beleuchtet und wir fotografierten was das Zeug hält. ;) Dabei lernten wir noch ein holländisches Ehepaar kennen. Die Welt ist klein. Wieder zurück im Hotel sind wir einfach nur noch umgefallen. Der Potala allein hat schon für einen Tag gereicht, aber nö, es musste ja noch ein Kloster sein. Das Programm ist dermaßen voll gepackt, dass man am Tagesende (mittlerweile auch schon ab mittags) einfach nur noch tot ist. Bitte daher nicht wundern, dass die Beiträge nicht zeitnah kommen. Morgen gehts für 33 Std. in die Tibet-Bahn, da haben wir auch kein W-Lan. 

PS: Eve & Angie: eure Geburtstagsgrüße an Jana habe ich übermittelt. ;) Sie hat sich sehr gefreut.

Dienstag, 25. September 2012

Tag 9: Chongqing - Lhasa

Heute ist es soweit, wir fliegen in das geheimnisumwobene Tibet - unser persönlicher Höhepunkt der Reise. Auch viele andere in der Gruppe machen die Reise hauptsächlich wegen dem Abstecher zum "Dach der Welt". Seit dem 7. Jhd. ist das 3600 m hoch gelegene Lhasa Tibets Hauptstadt. Das Wahrzeichen der Stadt ist natürlich der Potala Palast, die frühere Residenz des Dalai Lama, bevor er 1959 nach Indien fliehen musste. Tibet umfasst rd. 1,2 Millionen Quadratkilometer und hat lediglich 2,8 Millionen Tibeter. Aber ich nehme ja schon einiges Vorweg...erstmal gab's natürlich Probleme bei der Anreise. ;) Nicht ganz pünktlich verließen wir 07:10 das Hotel per Bus Richtung Flughafen. 08:40 sollte der Flieger gehen, das fand ich ganz sportlich! Aber mit dem Check-In und der Sicherheitskontrolle lief alles reibungslos. Nur mein Deo wurde konfisziert, weil entflammbar. Wir mussten in zwei Gruppen durchgehen. Inken und Horst hatten ihr Tibet-Permit ja erst einen Tag vor Abreise erhalten und mussten daher extra gebucht werden. Da nach Tibet aber nur Gruppen ab 5 Personen einreisen dürfen, wurden Jana, ich, Georg und Lilo (boah, die haben wir ja gefressen) mit dazugeschrieben. Alles nicht so einfach. Boarding war pünktlich und wir hatten alle hervorragende Plätze, da die Maschine nicht ganz voll war. Wenn wir im Flugzeug jetzt halbwegs zusammen sitzen, wird die Stimmung immer ausgelassener. ;) 15 Minuten nach originärem Starttermin wurde es schon unruhig. Es endete damit, dass wir alle wieder aus der Maschine raus mussten. :(( Und ihr glaubt nicht, was das für einen Grund hatte. Der absolute Brüller!!! Der Kofferwagenfahrer ist mit samt beladenen Anhängern gegen die Turbine der Maschine gerauscht, sodass sie flugunfähig war. Sowas hat man doch mit Sicherheit noch nie erlebt. Hahaha, ein Knaller. Wir also raus, bei Starbucks einen Vanilla Latte geholt, ein bissel gesurft und dann den Gate gewechselt. Ich glaube es war gegen 10:45, als wir eine andere Sichuan Airlines Maschine betreten haben. Die Plätze blieben gleich und so hatte ich einen schönen Fensterplatz. Der Flug ging 2,5 Stunden. Oben gab's dann Reis mit Hühnchen. Noch gehts mit dem Reis, mal sehen, wann ich ihn nicht mehr sehen kann. ;) Der Landeanflug in Lhasa war schon spektakulär. Die Gebirgsketten drumherum sind schon bis zu 6000 m hoch und ganz weit hinten war der Himalaya zu erkennen! In Lhasa gelandet (gegenging es in ein paar kurzen Schritten vom Flugzeug direkt zum Gepäckband. Der Flughafen ist echt niedlich...so winzig. Eine Passkontrolle gab's merkwürdigerweise nicht nochmal. Dabei wollte ich doch einen Tibet-Stempel. :( Wir merkten sofort, dass die Luft dünn war und fast alle hatten einen sagenhaften Puls. Ich dachte mit springt das Herz aus dem Brustkorb. Man steht, wird wieder ruhiger, geht drei Schritte und bekommt Herzrasen. Krass, was nur 70% Sauerstoffgehalt ausmachen können. Unser örtlicher Reiseleiter Gelie (tibetisch: Glück) hängte jedem von uns einen langen weißen Schal, einen Hahda, als Begrüßung um den Hals. Das bringt Glück und Reinheit. Eine wunderschöne Geste. Ein Gruppenfoto folgte. ;) Wir haben auch erfahren, dass nur 12.000 Ausländer pro Jahr ins Land gelassen werden, Chinesen ausgenommen. Gerade in diesem Jahr sind sie echt streng. Eine Gruppe vor uns wurde die Einreise verweigert. Daher ist es also ein echtes Privileg, Tibet zu erleben. Wir freuen uns riesig. Die Fahrt vom Flughafen nach Lhasa dauerte eine Stunde und verging total schnell. Wir benutzten die einzige Autobahn Tibets (25 km lang und 2005 fertiggestellt) und einen 2,5 km langen Tunnel durch eine Bergkette, der erst letztes Jahr fertig gebaut wurde. Vorher müsste man oben drüber und brauchte daher drei Stunden nach Lhasa. Gut, dass wir jetzt erst hierher sind. ;) Unterwegs war die Landschaft schon atemberaubend schön. Unser Hotel "ThangKa" (tibetisch: Wandteppich) liegt mitten im Zentrum, sodass wir vom Bus abgesetzt wurden und 10 Min. zu Fuß laufen mussten. Die Koffer wurden gebracht. Diese paar hundert Meter, die wir gelaufen sind, haben uns total fertig gemacht. Das Herz raste, die Beine butterweich. Man kann es schlecht beschreiben. Vielleicht, wenn man eine wichtige Prüfung hat, von der viel abhängt und dazu noch etwas beschwipst ist...so ist in etwa das Gefühl. Später kommt dann noch Kater dazu, bei dem einem mehr, beim anderen weniger. Jana hat jetzt am Abend total erwischt. Ihr ist kotzübel und ihr Schädel dröhnt...trotz Medikamente. :( Ich habe bis auf das Herzrasen noch gar nichts. Komisch eigentlich. Sonst nehme ich doch immer alles mit. Nach der Ankunft gegen 15:00 hatten wir erstmal Ruhephase verordnet bekommen. Ich habe anderthalb Stündchen gedöst, Jana hat gelesen. 18:00 haben wir hier im Hotel gegessen und waren anschließend noch eine Weile auf der Dachterrasse. Was für ein Anblick! Wir können über ganz Lhasa schauen und direkt auf den Potala. Und ringsum die Gebirgsketten...der Wahnsinn!!! Seit ca. 20:00 sind wir jetzt auf dem Zimmer. Gerade ist es 22:40. Jana kann nicht schlafen, ihr geht's echt schlecht. Mal schauen, ob das bis morgen besser wird oder ich Shuwen rufen muss. Wir hoffen einfach das Beste! 

PS: Keine Sorgen, heute früh ist alles besser. ;)

Montag, 24. September 2012

Tag 8: Chongqing - Dazu - Chongqing

Nach einer wunderbaren, aber natürlich wieder zu kurzen Nacht, und einem sehr umfangreichen und guten Frühstücksbüffet, brachen wir 08:30 nach Dazu auf. Die Fahrt dauerte ca. 2,5 Stunden. Dazu ist bekannt für seine monumentalen und surrealen vom Konfuzianismus, Daoismus sowie indischen Trantra-Busshismus geprägten Felsskulpturen und ist Weltkulturerbe. Wir liefen noch ca. 1 km vom Busparkplatz zum Parkeingang und bekamen dort von Felix kleine Empfänger mit Ohrstöpsel. Er hatte ein Gerät mit Mikro und so konnten wir immer hören, was er sagt, egal ob wir in der Nähe standen oder nicht. Das ist schon richtig cool gewesen. Natürlich gab es wieder etliche Treppen runter zu den Höhlen und Felsausbuchtungen. War ja klar! Und für den extremen Muskelkater, den wir alle hatten, war das die reinste Wohltat, haha. Boah, die Waden schmerzten bis ins Unendliche. ;) Die höchst beeindruckenden in Stein gehauenen Bildnisse sind meist in Grün-, Blau-, Gold- oder Rottönen gehalten. Um Dazu herum gibt es Höhlen und Grotten mit rd. 50.000 Skulpturen. Wir waren in Baoding Shan, wo die Schönsten in 30 separaten Nischen stehen, die zw. 1179 und 1245 unter Aufsicht des Mönchs Zhao Zhifeng in die weichen Kalksteinwände einer etwa 8 m hohen Hufeisenschlucht namens Dafo Wan (Großes Buddha Knie) gemeißelt wurden. Geniale Exemplare waren z.B. der 15 m lange auf der Seite liegende Buddha, die drei 8 m hohen Weisen oder das Rad der Seelenwanderung. Das ist ein riesiger Dämon mit einer Scheibe, auf der die möglichen Stationen der Reinkarnation zu sehen sind (vom Buddha-Zustand bis hinunter zu den Tieren). Wir waren total beeindruckt. Der Buddhismus fasziniert mich eh schon lange und es ist die einzige Religion, mit der ich mich wahrscheinlich arrangieren könnte. Die Abbildungen waren einfach imposant und monumental. Mit Recht ist dieses Fleckchen Erde ein Weltkulturerbe! Ein unbedingtes Muss, wenn man nach China reist. Wir spazierten dann zurück Richtung Bus (natürlich wieder über zahlreiche Treppen nach oben *seufz*), wo wir in einem netten Restaurant beim Tourist Center zu Mittag aßen. Das Essen war wirklich sehr lecker, im Vergleich zu Longsheng. Wobei es da auch nicht schlecht war, sondern eher anders. Die Yao scheinen immer alles sehr ölig zu kochen und zu braten. Das ist für uns Deutsche eher gewöhnungsbedürftig. Beim Rauchen erzählte mir noch Beate (einzige Mitraucherin), dass sie und ihr Mann Peter die Reise mit dem Paar aus Berlin, Hartmut und Norma (eine Philippinerin) zusammengebucht hatten. Alle vier sind schon Rentner, Beate, eine Lehrerin, erst seit diesem Sommer. Der schwäbische Dialekt ist immer ganz lustig. Sie kennen sich bereits seit Studienzeiten. Man erfährt jeden Tag etwas Neues von der Gruppe, das ist ganz witzig. Auf dem Rückweg nach Chongqing stoppten wir noch auf der Strasse und fotografierten Massen an Nudeln, die zum Trocknen aufgehangen wurden. Ein leckeres Bild. ;) Zurück in der Stadt fuhren wir zum Volksplatz mit der 65 m hohen Rotunde, die Platz für 4200 Menschen bietet. Sie wurde 1954 als Erinnerung an Chongqings Rolle im 2. Weltkrieg errichtet. Diese ehemalige Kongresshalle ist Pekings Himmelstempel nachempfunden und dient heute hauptsächlich als Konzertsaal. Von 1937 bis 1945 war China nämlich von dem kleinen Japan besetzt und Chongqing diente in dieser Zeit als Hauptstadt. Gegenüber auf der anderen Seite des Platzes befindet sich auf der gleichen Achse das Chongqing-Museum. Auf dem Platz selbst wurde wieder chinesischer Line-Dance getanzt...das finde ich immer klasse. Danach fuhren wir noch an das Ufer des Jangtse und fotografierten irgend so einen komischen chinesischen Fachwerkneubau, der wieder extra für die Touristen hingesetzt wurde. Weit oben rechts war eine Höhle im Fels erkennbar, in der wohl früher Obdachlose lebten. Hm...keine Ahnung. Diesen Stopp fand ich äußerst bescheiden. Da hätte ich mir lieber den Chaotien Men angeschaut, das Kai-Areal an der Spitze der Halbinsel mit Aussichtsplattform auf das Flussdelta. Dort fließen der klarere Jialing und der trüb-braune gewaltige Jangtse zusammen. Und dort legen auch die riesigen Kreuzfahrtschiffe nach Südchina ab. Aber das ist eben der Nachteil einer Gruppenreise. Wieder beim Hotel (ca. 18:00) sind wir zusammen mit Inken, Horst und Bernhard in den Supermarkt gegenüber (ähnlich einem Real). Wir waren dort total überfordert...alles grell bunt und viel zu viel Zeug. Eine Attraktion waren wir auch. Ich wurde ständig von einer Chinesin verfolgt, die mich scheinbar nur angucken wollte...das ist schon skurril. Wir waren aber auch die einzigen "Weißen" weit und breit. Jeder Zweite musterte uns ungewöhnlich. Irgendwie war das unangenehm. Aber gut, wir wurschtelten uns jeweils allein durch die Gänge und trafen uns bei der Rolltreppe. Die Chinesin immer in der Nähe. ;) An der Kasse musste Jana nochmal zurück (die anderen drei hatten wir bereits an Anfang schon verloren), weil sie die Backwaren nicht gewogen hatte. Da gab's irgendwie alles einzeln und muss in Tüten gewogen und versiegelt werden. Ich wartete dann draußen auf sie...mit dieser kleinen Chinesin natürlich. Man wird nur angestarrt und im Chongqing-Zentrum gibt es wie gesagt 10 Millionen Einwohner! Ihr könnt euch denken (oder auch nicht), was vor dem Supermarkt los war. ;) Ab 19:00 relaxten wir dann auf dem Zimmer, aßen chinesische Knabbereien und genossen einfach mal die Ruhe. Ich ging später nochmal in die Lobby zum Blog abschicken, aber ansonsten war's das an dem Abend. Wir mussten ja früh raus. 05:30 war der Weckruf, 06:15 mussten die Koffer vor die Zimmertür und 06:50 war Abfahrt vom Hotel. Die Nacht war so oder so wieder zu kurz. ;)

Sonntag, 23. September 2012

Tag 7: Longsheng - Chongqing

Na was erwartete uns wohl...als hätten wir mal Glück mit dem Wetter, haha. Regen Regen Regen! :( Die Sichtweite betrug etwa 30m, wenn überhaupt. Die Einzigen, die es runter vor die Tür geschafft haben, waren Jana, Horst, Beate und ich. Wir standen etwas länger still da und sinnierten dann über den wunderschönen Sonnenaufgang, den es hier wohl manchmal geben soll. Dann gingen wir wieder hoch und ich schrieb weiter am Blog. Ich hänge hier ja ständig hinterher, weil man nie Zeit hat. Kurze Zeit später fing unten wildes Geschnatter an...die Korbträgerinnen waren schon da! 08:30 gab's Frühstück: fettig frittierten Eierkuchen mit einem Spiegelei, Nescafé aus der Tüte, komischen Tee und gebratenen Reisnudeln. Naja...es füllte erstmal den Magen. Danach war eine Fragerunde mit einer Yao-Frau. Wir konnten alles Mögliche fragen, war schon interessant. 10:45 sind wir zu sechst los. Meinhard, Renate, Josef, Bernhard, Jana und ich nahmen den alten Weg. Der andere sollte länger sein und man sah eh nichts wegen dem Nebel. Und die ganzen steinigen Treppen waren nass und teils schlammig. Unsere Yao-Trägerinnen begleiteten uns. Shuwen ging mit den anderen. Der Weg war steiler als ich ihn von gestern in Erinnerung hatte und ich konnte nicht mehr fassen, wie ich es da hoch geschafft habe. Das war das anstrengendste, was ich je gemacht habe (@Eve: Dunnotar Castle war ein Scheiss dagegen ;)). Wir schafften es aber alle heil wieder runter und kamen 11:35 an der Busstation an. Dann begann es zu regnen. Puh, mal Glück im Unglück gehabt. Eine halbe Stunde später trudelten die Ersten der anderen Gruppe ein. Als alle da waren und "harmoniert" hatten, ging es mit dem Chaosbus wieder die Serpentinen englang, aber auch das überlebten wir glücklicherweise. Wir aßen unterwegs an der Strasse in einem Restaurant zu Mittag. Das war ganz nett, direkt an einem großen Fluss. Zurück am Parkeingang (14:45) wartete schon der große Bus mit unseren Koffern auf uns, der uns zum Flughafen nach Guilin brachte. Da wir noch Zeit hatten, besuchten wir noch eine Teeplantage mit Shop und Verkostung. Wir probierten vier Teesorten und waren von dem Yao Mountain Tee so sehr angetan, dass wir welchen kaufen mussten. Unglaublich lecker! 17:30 erreichten wir den Flughafen und verabschiedeten uns von unserem Busfahrer mit jeweils 30 Yuan pro Person. Nach etwas Hickhack beim Einchecken ging ich noch eine Rauchen und dann passierten wir die Sicherheitskontrolle. Wieder total einfach, so kenne ich das einfach nicht. ;) Wir setzten uns in ein Restaurant und bestellten das erste Mal allein chinesisches Essen: Dumplings, Pumpkinbread und Fried Rice. War das vielleicht lecker!!! Wir waren ganz stolz. ;) Ey, die Dame hat nicht mal verstanden, was ich wollte, als ich eine Sprite bestellt habe. Die können hier nicht mal am Flughafen Englisch. Oder wollen nicht. Keine Ahnung. Bei sowas bin ich immer wieder froh, nicht allein nach China gereist zu sein. 20:00 trafen wir uns alle am Gate 11 wieder. Der Flug sollte 20:50 gehen, hatte aber eine halbe Std. Verspätung. Dann ging's los. Wir waren total platt. Longsheng hat uns alle fertig gemacht. Und leider wurden wir für die Strapazen nicht mal belohnt. :( Vom Flughafen in Chongqing dauerte es noch 40 Min. mit dem Bus zum Hotel. Felix (eigentlich Du Do oder so ähnlich), unserer örtlicher Reiseleiter, holte uns ab und verließ uns unterwegs aber wieder, weil er vom Hotel in Süd-Chongqing nicht mehr mit der U-Bahn nach Nord-Chongqing kam. Die fährt nämlich nur von 06:30 bis 22:00! Ja so ist das hier. Denkt daran, wenn ihr euch wieder über S- oder U-Bahn aufregt. ;) Chongqing ist wie gesagt laut Wikipedia die größte Stadt der Welt. Im Großraum leben 34 Millionen Einwohner, im Stadtzentrum 10 Millionen. Da fährt man schon mal eine Weile durch. Die Stadt liegt auf einer Halbinsel direkt am Jangtse, mit unzähligen Hochbrücken. Und ich meine "hoch". Ich glaube, sie waren noch höher als in Shanghai! Ansonsten ist Chongqing eine hässliche Industriestadt. Hier gibts zahlreiche Autowerke, z.B. Mazda, oder PC-Hersteller. Wobei der Absatz von Laptops schon zurückgeht. Daher wird gerade ein Apple-Zentrum gebaut. Die Verschiffung von Laptops kostet aktuell 6000 Euro pro Container. Die Stadt besteht wieder aus hunderten Hochhäusern, die wahnsinnig hässlich sind. Sie ist dunstig und voll mit Smog. Laut Reiseführer wird sie auch als Treibhaus Südchinas bezeichnet, aber ich glaube wir hatten bei Ankunft nur 19 Grad...herrlich! Problem ist nur immer diese Luftfeuchte. Im Hotel "LaFee Plaze" angekommen checkten wir in unserem Zimmer im 14. Stock ein. So ein 4-Sterne-Hotel wird nach einem Longsheng-Aufenthalt zum Luxustempel mit mindestens 6 Sternen. ;) Ich bin sofort unter die Dusche...grandios!!! Ich hatte das Gefühl, ich hab zwei Tage nach Puma gestunken. Komisch ist, dass wir eine Glaswand zwischen Dusche und Betten haben. Was machen die Chinesen denn nur? Komische Vorlieben sind das! Gott sei Dank gibt's ein Rollo...so sieht man wenigsten nur den Schatten, haha. Dann kamen die Koffer ewig nicht. Durch diesen "Trinkgeldterrorismus" (Zitat Josef) kann man die ja nie selbst mit hoch nehmen. Wir standen daher alle in unseren Türen auf dem Gang, schräg gegenüber Inken und Horst, gegenüber Josef und Bernhard, ein Stückchen weiter Meinhard und Renate. Echt blöd...ich wollte gerne wieder was anziehen. ;) Irgendwann kamen sie dann aber doch und wir machten uns bettfertig. 1:37 fiel die Klappe. Was für zwei Tage, ich spürte alle Knochen und Muskeln, die ich habe...was nichts gegen den Muskelkater am nächsten Tag war. ;) 

@Chrissi: danke für deine Mail, liebe Grüße zurück nach Bali und euch auch noch einen wunderschönen Urlaub!!! Da du nix aufschreibst, musst du dann wohl mündlich berichten. ;)) 

@Antje T.: schön, dass alles gut läuft. Liebe Grüße ans Team. 

@Andrea & Matti: eure Mail-Postfächer scheinen voll zu sein (kommt immer zurück), versuche jetzt mal die anderen Adressen. ;)