"Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die der Leute, die die Welt nicht angeschaut haben." (Alexander von Humboldt)
Montag, 30. April 2012
Tag 14: Garden District & Jazz Brunch / New Orleans
Um 08:10 Uhr ging es zum Frühstück. Vorher ein kurzer Blick zu Sandy. Nein, sie hatte immer noch nichts. Sie meinte, wir sollten nochmal in Deutschland anrufen und denen sagen, dass sie das Hotel anrufen sollen. Grrrr, wir waren kurz vorm Ausrasten. Das Frühstück konnten wir dementsprechend nicht genießen. Aber man kann es auch so nicht mehr wirklich sehen. Immer wieder Toast mit Ei und Cream-Cheese, ach nee. Für mich gab's daher lediglich Haferbrei mit Apfel-Zimt-Geschmack und etwas Obstsalat. Gut, dass heute der Jazz-Brunch ist, da gibt es sicherlich mal was richtig Gutes zu Essen (war dann auch so). Danach habe ich in Hamburg angerufen und hatte Armin, einen Bayern, an der Strippe. Er versprach, das Hotel direkt anzurufen und mir dann auch eine Bestätigungsmail zu schicken. Die Telefonkosten fordern wir von denen ein, die spinnen wohl. Gegen 09:00 Uhr haben wir uns zur Street-Car-Station um die Ecke begeben (Tagesticket: 3 Dollar) und sind damit in Richtung Garden District geschaukelt. Die Luft war zum Schneiden. Wir sind wie gegen eine Wand gelaufen, aber eine feuchte. Diese Schwüle macht einen mürbe. Der Fahrtwind machte es etwas erträglicher. Die nostalgischen Trolleys haben schon was und da wir ziemlich früh unterwegs waren, hatten wir beide Fensterplätze. Der viel gelobte Garden District, oder zumindest das was man am Rand davon gesehen hat, war nett, aber nicht so aufreizend, dass wir ausgestiegen sind. Wir fuhren daher bis zur Endstation der Street-Car weiter und entdeckten somit hochherrschaftliche Villen. Richtige Prachtbauten waren das und dort sah man, wo das Geld steckt. Meine Güte. Das eine oder andere Haus hätten wir gerne bezogen, einige waren auch tatsächlich zu verkaufen. ;) Wir sind auf dem Rückweg hier und da ausgestiegen und immer mal wieder ein paar Straßenzüge gelaufen. Wenn die Wärme zu unerträglich wurde, sind wir wieder in einen Trolley und haben unsere Hitzköpfe in den Fahrtwind gehalten. Nach insgesamt drei Stunden waren wir wieder im Hotel. Es ging nix mehr. Boh, waren wir fertig. Es ist einfach viel zu heiß und schwül. Sandy meinte zu uns, dass sie angerufen wurde und ihr Manager daraufhin eine E-Mail von Navelar erhalten hat. Der ist heute aber nicht im Haus, erst morgen wieder. Ich schaute nach und hatte eine Kopie erhalten, sodass sie sich die Mail auf meinem iPhone durchlesen konnte. Darin wurde von Armin bestätigt, dass wir bereits am 29. Oktober gebucht und bezahlt haben und dass das Hotel uns das beim Check-Out bitte nicht in Rechnung stellen soll. Immerhin schon mal etwas. Sandy versicherte, morgen früh gleich mit ihrem Manager zu sprechen. Jetzt liegt alles an dem. Ich hoffe ihm reicht die Mail aus. :o( Nach ca. 45 min. sind wir dann zum "The Court of two Sisters" in der Royal Street aufgebrochen, wo wir einen Tisch für 13:30 Uhr im Garten reserviert hatten. Es war ziemlich voll, aber wir haben gleich einen Tisch beim Springbrunnen erhalten. Das Jazz-Trio spielte am anderen Ende des Gartens, perfekt für uns. Meine Güte, wo soll ich anfangen? Es war ein kulinarischer Höhepunkt, nein, DER kulinarische Höhepunkt unserer ganzen Reise. War das lecker!!! Es gab Pecan-Reis, Süßkartoffeln, BBQ-Rippchen, Catfish-Rouladen, Creme-Spinat, diverse Cajun-Gerichte (scharf!), Schildkrötensuppe (nicht probiert), Shrimps, Mini-Lobster, eingelegte Honigbananen, ganz viel Obst mit delikaten Soßen, Eis und Desserts (Pecan Pie, Oreo-Torte, Brownie's, Buttercreme-Zeug, usw.)...und das ist nur eine Auswahl der Speisen. Es gab sooo viel! Inklusive waren noch Kaffee, Säfte und Tee. Spezielle Omeletts konnte man sich auch machen lassen. Also ihr könnt euch glaube vorstellen, wir wir dort wieder raus sind. Kugelrund gefressen! Wir konnten kaum noch laufen. Endlich wieder richtiges Essen und dann noch so viel Auswahl und alles hat richtig klasse geschmeckt. Einfach toll! Wir bummelten in der sengenden Hitze wieder zurück zum Hotel. Da wir aber am "Café Beignet" vorbei kamen, haben wir uns dort gleich noch Beignets to go geholt. Für heute Abend. ;o) Von 16-19 Uhr pausierten wir im Hotel. Abends sind wir nochmal in einen Walgreens Supermarkt Feuchtigkeitscreme und Deo kaufen. Die Haut trocknet hier so schnell aus, unglaublich. Dann sind wir mit dem anderen Trolley noch kurz die Canal Street entlang gefahren. War aber relativ uninteressant, sodass wir bald wieder im Hotel waren. Es gab noch jeweils eine halbe Flasche Root-Beer für jeden auf der Pool-Terrasse (pfui, ist das süß!) und nun neigt sich auch dieser Tag dem Ende zu. Wir sind gespannt, was uns morgen beim Check-Out erwartet. Wir hoffen, ihr hattet alle einen schönen Sonntag und dass bei euch die Hitze erträglicher war.
Sonntag, 29. April 2012
Tag 13: French Quarter / New Orleans
Heute wollen wir "The Big Easy" erkunden. Vor dem Frühstück sind wir erstmal zu Sandy an die Rezeption und haben gefragt, ob mittlerweile unsere Buchung angekommen ist. Nein! Niente! Nada! Es ist zum verrückt werden. Wieso dauert das so lange? Woran hapert es? Dieses Wissen im Hinterkopf versaut uns gerade ein wenig die Stimmung. Ok, wir fragen morgen nochmal. Wenn dann immer noch nichts da ist, müssen wir nochmal in Hamburg anrufen. Das Hotel bucht uns doch sonst das Geld nochmal ab. Würden wir ja nicht anders machen. Die müssen sich auch absichern. Scheiß clever-hotels.com, nie wieder! Wir sind heute schon 07:00 Uhr aufgestanden, damit wir noch vor der unerträglichen Mittagshitze unseren Spaziergang durch das French Quarter machen konnten. Die schachbrettartig angelegte Altstadt, das Vieux Carré, wurde 1718 erbaut, bald darauf durch zwei große Brände zerstört und anschließend nach dem Vorbild spanischer Architektur wieder aufgebaut. Die Wahrzeichen sind die gusseisernen filigranen Zäune, Balkongeländer und Fenstergitter sowie die typischen Holzblenden vor den Fenstern. Viele der Balkone sind sehr begrünt und mit bunten Blumen verziert. Zahlreiche Häuser sind heute denkmalgeschützt. Es ist kaum zu fassen, dass noch 2005 durch "Katrina" 80 Prozent der Stadt zerstört wurde und meterhoch unter Wasser stand. Im French Quarter sieht man heute kaum noch etwas davon. Ein kurzer Abriss zur Geschichte muss sein, ihr sollt ja auch was lernen. ;) 1722 war New Orleans Hauptstadt der französischen Kolonie Louisiana. Nach dem Friedensvertrag 1763 sollten die Franzosen die Stadt an die Briten abgeben, aber Louis XV hatte sie bereits den Spaniern versprochen. Das war natürlich geheim. Als die neuen spanischen Herrschaften einzogen, rebellierten die Kreolen (Nachfahren der ersten französischen Siedler), denn denen gefiel das alles gar nicht. Verständlich. Napoleon war dann so unter Druck gesetzt, dass er das Gebiet zurück eroberte. Aber schon 1803 verkaufte er das gesamte damalige Louisiana in einem Mega-Deal für 15 Mio. Dollar an die noch junge USA. Für New Orleans war das gut, da nun der Wohlstand einzog, Dampfschiffe auf dem Mississippi verkehrten und ein Industrie- und Bauboom ausbrach. Neben französischen Siedlern, britischen Soldaten und spanischen Conquistadores, beeinflussten auch karibische Einwanderer und die schwarzen Sklaven die Stadt nachhaltig. So findet man hier zum Beispiel auch den ausgeprägten Voodoo-Kult und natürlich den Jazz, der alle Kulturen verbindet.
Gegen 08:40 Uhr haben wir das Hotel verlassen und sind die Campstreet (in der unser Hotel liegt) geradeaus bis ins French Quarter, dort wurde sie zur Chartres Street. Heute sah das Viertel ganz anders aus als gestern Abend. Da hatten wir den Charme vergeblich gesucht, doch heute sollte er sich uns in all seiner Pracht zeigen. Zuerst ging es am lebhaften Jackson Square mit der ältesten noch genutzten Kathedrale Louisianas vorbei, der St. Louis Cathedral von 1794. Auf dem Platz tummelten sich zahlreiche Maler, Pantomime und Musiker. Das Wetter war noch erträglich, da auch eine leichte Brise wehte. Wir gingen hauptsächlich auf den Schattenseiten der Gassen. Am Ursulinenkloster, eines der ältesten erhaltenen Bauwerken der Stadt, bogen wir zum French Market ab. Dort waren die meisten Stände schon aufgebaut und so begonnen wir einen langen Bummel durch die offenen Markthallen. Allerlei Klimbim gab's da, wie z.B. die Karnevalsmasken für das Mardi Gras Festival (größtes Festival der Stadt), aber auch komische Sachen wie Krokodilköpfe und Voodoo-Puppen. Wir kauften etwas Schmuck und einen Hut für Matti. Handeln konnte man auch...manchmal. Mit den Indern ging's, mit den Chinesen nicht. Nach dem Markt sind wir am Rand des French Quarter nach Norden bis zur Royal Street gegangen. Plötzlich zeigte sie sich von ihrer schönsten Seite. Ich weiß nicht, wie viele Balkone wir fotografiert haben. Es waren unzählige. Viele Balkone waren auf diese typischen Pfäle gestützt, was seinen ganz eigenen Charme hat. Wir bogen rechts ab und gingen an der Preservation Hall vorbei. Hier gibt es noch ursprünglichen Live-Jazz zu hören, ohne Ablenkung von Essen oder Trinken, denn das gibts hier nicht. Aber das klemmen wir uns trotzdem bei der Hitze. Jazz ist ja nicht unser Ding. Wenn wir den Jazz-Brunch morgen hinter uns haben, reicht das sicher an Jazz für's Leben. ;) Wir liefen dann die berühmte Bourbon Street und kehrten noch bei "Pat O'Briens" ein, wo wir in einem sehr begrünten gemütlichen Hinterhofgarten mit großem Springbrunnen etwas zu trinken bestellten. Andrea hatte mal eine "Bloody Mary" ausprobiert, was leider überhaupt nicht ihr Fall war. Zu viel Tomaten-/Ketchupgeschmack mit Pfeffer. Ich hatte ein "Eye of a Hurricane" (alkoholfrei), der sehr lecker und erfrischend war. Dann spazierten wir zurück zum Hotel, wo wir gegen 12:30 Uhr ankamen und relaxten (und skypten). Um 15:00 Uhr sind wir zur Canal Street Ferry (ca. 10 min. vom Hotel entfernt) aufgebrochen. Sie fährt rüber zum Stadtteil Algiers, auf der anderen Seite des Mississippi. Für Fußgänger ist sie kostenlos und wir hatten von drüben einen wunderbaren Blick auf Downtown New Orleans und die beiden Schaufelraddampfer "Natchez" und "Queen Creole", die an uns vorrüber fuhren. Anschließend hatten wir Hunger und aßen am Pier im "The Crazy Lobster Poppy". Es war wieder viel zu viel, aber lecker. Es gab einen Burger und Catfish mit jeweils Cajun Fries. Danach sind wir ins Hotel zurück (glücklicherweise, denn ich musste wieder "rennen", Andrea später dann auch) und haben gefaulenzt. Ich machte noch einen Abstecher in unseren Dach-Pool und planschte etwas rum. Später nahmen wir noch das Wasch-Center in Beschlag. Und dahin müssen wir jetzt auch, weil der Trockner schon seit 10 min. fertig ist. ;)
PS: Did you know?
Gestern habe ich an einem unscheinbaren Schild vor einem Walgreens-Supermarkt folgendes entdeckt. Das Wort "Dixieland, das als Synonym für die Südstaaten der USA gilt, hat seinen Ursprung auf einer 10-Dollar-Note gefunden. Die Citizen's Bank of Louisiana gab damals im französischen Teil diese Noten heraus und die enthielten das französische Wort "dix" (zehn) auf der Rückseite. Die Dollarnoten wurden umgangssprachlich als "Dixies" bekannt und waren sehr begehrt. Später wurde das Gebiet dann als "Dixieland" berühmt. ;)
Hier in den Läden kommt man überall mit der "Fleur de lys" (Lilie) in Berührung. Ich habe das immer im Zusammenhang mit den Tempelrittern gesehen, aber es ist ein bekanntes Zeichen für die französische Monarchie. Hieran erkennt man also noch den sehr großen französischen Einfluss.
Tag 12: Kenner/Louisiana - New Orleans/Louisiana
Auf gehts nach New Orleans. Im Hotel Kenner hatten wir das bisher beste Frühstück unserer Tour und der Service war mal richtig klasse. Die Laura Plantation haben wir uns schweren Herzens doch verkniffen. Wir haben ja ausreichend Plantagen besichtigt und es liegt auch noch einiges vor uns, was ebenfalls bezahlt werden will. ;) In ca. 20 min. waren wir in New Orleans auf dem Greenwood Cemetery (Friedhof) und gleich danach auf dem gegenüber liegenden Maitiere Cemetery. Da New Orleans zwei Meter unterhalb des Meeresspiegels liegt, ist offenbar das Grundwasser ziemlich hoch und daher können keine unterirdischen Gräber angelegt werden. Auf den Friedhöfen findet man somit Grabstätten, die teilweise schon in kleine Mausoleen und tempelartige Bauten ausarten. Es handelt sich auch augenscheinlich ausschließlich um Familiengräber. Auf einigen Grabsteinen haben wir manchmal mehr als 20 Namen entdeckt. Wir fragen uns, wie die Leute wohl bestattet werden...in Urnen? Anders sind diese Massen eigentlich nicht vorstellbar. Oder zumindest eine unangenehme Vorstellung. Man konnte auch gut arm und reich unterscheiden. In der Art und Weise des Grabes hat man viel Gestaltungsfreiraum. Bei den Reichen sahen die Grabstätten teils schon fast wie griechische Tempel aus, bei den Armen war es typischer Einheitsbrei...für hiesige Verhältnisse. Zeugen eines Drogendeals wurden wir auch kurz vorm Friedhof. Unser Vordermann fuhr auf einmal neben das Auto vor ihm (mit lauter dunkelhäutigen Rasta-Hippies als Insassen) und dann sahen wir wie erst ein Päckchen das Fahrzeug wechselte und dann die Dollarnoten. Naja, muss man wohl mit um können. ;) Nachdem uns die Sonne fast die Haut versengte (es war 12 Uhr Mittags und ca. 35 Grad im Schatten), fuhren wir zum Hotel, das wir auch ziemlich schnell fanden. Valet Parking! Heißt, du stellst dein Auto in der Auffahrt ab und es wird weggebracht. Teurer Service, aber eine andere Wahl hatten wir nicht. Da unser Hotel direkt am French Quarter liegt, brauchen wir das Auto drei Tage nicht. Auch mal schön. An der Rezeption dann die nächste Katastrophe! So langsam könnte es auch mal aufhören. Die Lady vom Front-Desk (Sandy) fragte nach der Confirmationnumber, die natürlich nicht auf unserer deutschen Reservierungsbestätigung stand. Auch unter Büttner, Holz, Verena oder Andrea fand sie nichts. Klasse! Nach kurzer Diskutiererei rief sie hotels.com an und ich musste wieder auf englisch telefonieren. Sandy raffte schnell, dass das falsch war, denn auf unserer Bestätigung stand ja clever-hotels.com. Ja genau, dort hatte ich im Oktober gebucht. Sie legte auf und meinte, ich müsse dort anrufen...eine Hamburger Nummer. International Calls durfte sie nicht durchführen. Also rief ich in Hamburg an. Die Dame in der Leitung fragte die Buchungsnummer und allerlei Daten ab und sprach dann mit Sandy. Augenscheinlich konnte auch sie keine Confirmationnumber nennen und meinte, sie stellt es an die Transitgesellschaft(?) durch. Sie meldet sich dann nochmal. Aha. Also setzten wir uns in eine Ecke der Lobby und warteten. Nach 30 min. rief Andrea dort nochmal an und bekam die Auskunft, dass die Buchung steht, wir uns keine Sorgen machen müssten und noch etwas Geduld haben sollten. Ok. Wieder vergingen 30 min. Wut, Verzweiflung und Hilflosigkeit machten sich breit. Ab und zu ein Lacher, dann waren wir wieder fast am Heulen. Was, wenn die Reservierung flöten gegangen ist? Hier ist doch alles ausgebucht...wegen des Jazz Festivals. Wir sahen uns schon im Auto schlafen, von dem wir allerdings nicht wußten, wo es geparkt wurde. Als wir wieder mal draußen vorm Hotel rauchen waren, rief mich eine Nummer aus Spanien an. Ich habe den Typen kaum verstanden und gab ihn an Sandy weiter. Die erklärte ihm dann die alte Leier und ich hörte nur was von King Bed Room. Dann gab sie ihn mir wieder. Er meinte, er könne uns ein King Bed Room reservieren. Auf die Frage, was mit unserer Reservierung los ist, sagte er, er wüßte das auch nicht. Bitte? Ich sagte, dass wir ja wohl keine Wahl haben und er erwiderte daraufhin, dass er die Buchung jetzt veranlasst und sich dann nochmal meldet. Nach weiteren 30 min. hatte Sandy immer noch nichts in ihrem System. Es wurde immer später und wir immer wütender. Andrea rief dann nochmal in Hamburg an und man versicherte uns wieder, dass die Buchung vorliegt, aber ein Systemfehler zwischen Navelar (die Transitgesellschaft) und dem La Quinta besteht. Wir sollten weiterhin Geduld haben. Hatten wir aber nicht! Als wir wieder rauchen waren, ließ uns Sandy reinholen und meinte, sie kann uns nicht mehr sehen bzw. sie mag das Leid nicht mehr mit anschauen. Sie hat mit ihrem Boss gesprochen und er segnete ab, dass sie uns bereits einchecken kann, auch wenn die Bestätigung von clever-hotels.com bzw. Navelar noch nicht eingegangen ist. Hurra! Plötzlich war auch ein Queen Bed Room da...zwar ein behindertengerechtes Zimmer, aber das war uns ja egal. Habe ich schon erwähnt, dass wir Sandy ganz doll lieb haben? Die war wirklich toll. Als wir gerade unsere Zimmerkarten von ihr bekommen haben, rief mich Hamburg zurück und meinte, sie hätten gerade die Info bekommen, dass wir auf unser Zimmer können. Ich so: "Aber das Hotel hat immer noch nichts von Ihnen im System und belastet sicher meine Kreditkarte, wenn da nix ankommt." Die Antwort: "Na Sie sind ja noch ein paar Tage dort, bis dahin wird es sich wohl geregelt haben." und die olle Schnepfe lachte. Spinnt die? Ich wäre am liebsten durch die Leitung gesprungen. Egal, wir bezogen erstmal unser Zimmer. Nach einem Schläfchen, wir waren von der Warterei und der Hitze total fertig, sind wir noch auf die Royal Street im French Quarter. Oha! Wir waren im Rotlichtmilieu von New Orleans! Überall Bars mit BH's an der Decke, halbnackten Frauen in Strapsen auf den Balkonen, teilweise schon angetrunkene Leute (es war erst 20 Uhr!) und ganz viel bling bling. Och nee, das war heute zuviel des Guten. Und dann die Gerüche an jeder Ecke...immer wenn der Wind ungünstig stand. Die haben hier scheinbar ein Kanalisationsproblem. Oder es war Mülltag. Wir wissen es nicht. Manche "Düfte" waren undefinierbar. Wir sind dann ziemlich schnell ins Restaurant "Checkered Parrot" rein, was ziemlich leer war und haben zu Abend gegessen. Andrea hatte einen Chicken-Burrito (wo sind eigentlich die Hühner hier im Süden? Wir haben noch kein einziges Huhn gesehen, aber überall gibts Chicken!) und ich habe was Einheimisches versucht: Jambalaya! Mir hat es die Schleimhäute weggeätzt!!! Nachdem ich etwas altes Brot dazu bekommen hatte ging es dann. Aber muss nicht nochmal sein. Danach sind wir zurück ins Hotel, was auch gut war, denn wir konnten abwechselnd auf Toilette rennen. ;) Das müssen wir hier fast täglich. Furchtbar! Was machen die denn ins Essen? Selbst wenn es richtig super schmeckt, müssen wir hinterher um die Wette rennen. Wir trauen uns schon fast nicht mehr weit vom Hotel entfernt Essen zu gehen. Eigentlich könnten wir uns das auch sparen. ;) Wir haben dann noch etwas fern gesehen und haben bald geschlafen. Gott, war das wieder ein Tag.
Freitag, 27. April 2012
Tag 11: White Castle/Louisiana - Kenner/Louisiana
Wir haben geschlafen wie Prinzessinnen...gebettet auf herrlich weichen Betten mit Satinlaken, umgeben von weichen Daunenfedern und mit perfekten Kopfkissen. So gut haben wir auf der ganzen Reise noch nicht geschlafen. Es war total ruhig, sogar den Zug habe ich nicht gehört (der hatte uns abends etwas genervt). Heute ließen wir es ruhig angehen. Halb neun gabs cooked Breakfast ala Carte im Haupthaus, mit Blick auf den herrlichen Park. Es gab Toast, Bagel, Marmelade, Creamcheese, Rührei und Bacon. Ich habe mal "Grit" probiert, eine Art Grießbrei. Mit etwas Zucker gar nicht so übel. Danach haben wir unsere Veranda noch etwas genossen, es war schon brütend heiß. Halb elf haben wir uns schweren Herzens von diesem wunderbaren Cottage verabschiedet. Ach war das herrlich. Der Abschied von diesen tollen Betten fiel uns schwer. Beim Checkout gerieten wir wieder an dieses unmögliche Weibsbild, die leider ein kleiner Wermutstropfen auf Nottwoway war. Äußerst unfreundlich, eine wahnsinnig lustlose Mine, kein herzliches Willkommen und kein Anschiedsgruß, auf die höfliche Bitte etwas langsamer zu sprechen wiederholte sie ihren runtergeleierten Text noch schneller, keine Infos zum Frühstück, usw...einfach unausstehlich. Die hat uns richtig wütend gemacht. Die Kellnerin beim Frühstück und die Führerin gestern hatten ja versucht, unseren Serviceeindruck vom Check-In wieder gutzumachen und es war ihnen auch fast gelungen, aber der Checkt-Out kommt ja bekanntlich zum Schluss.
Unser erstes Ziel war "Oak Alley Plantation". Hier wurden 1993 einige Szenen aus dem Film "Interview mit einem Vampir" gedreht (der Wohnsitz von Louis). Die beindruckende 400 m lange Eichenallee war natürlich nicht mehr ohne Leute zu fotografieren, was echt nervig war. Die 28 Eichen (300 Jahre alt) bildeten einen grünen Tunnel bis zum klassischen im Greek-Revival-Style erbauten Haupthaus. Oak Alley war ähnlich wie Nottoway direkt am Mississippi gelegen, nur durch einen Deich getrennt. Oben auf dem Deich trafen wir ein paar deutsche Herren, die dann auch ein Foto von uns Beiden mit der Allee im Hintergrund gemacht haben. Ein Profi-Fotograf war das aber leider nicht, nicht mal annähernd. *seufz* Wir erhielten einen vergünstigten Eintritt mit Triple A-Discount (ADAC) für 16 Dollar. Heute wollten wir drei Plantagen besichtigen und eine davon von innen mit Führung. Wir entschieden uns für Oak Alley. Leider ein Fehler! Bitte nicht falsch verstehen, das Anwesen und der Park waren schon sehr schön und die Führung auch recht interessant, aber man war einfach was anderes gewohnt. Oak Alley ist viel zu touristisch und überlaufen. Eine Führungsgruppe jagte die nächste von Raum zu Raum. Und davon waren es auch nicht wirklich viele. Wir dachten wehmütig an Greenwood Plantation ("Resolute") inkl. Solo-Führung und auch Longwood und Nottwoway waren so herrlich angenehm. Sehr wenig Leute, freie Sicht auf alles und vor allem Ruhe. Wir waren enttäuscht! Das war das Geld echt nicht wert. Wenigstens das Eis, was wir uns am Ausgang gönnten (es war unerträglich heiß in der Mittagssonne, wir hatten 91 Grad Fahrenheit = 33 Grad Celsius), war sehr lecker und besänftigte unser Gemüt. Nachdem wir den Einstieg in unsere fahrende Sauna überlebt haben, ging es zur fünf Minuten entfernten "Laura Plantation", eine Plantage von 1805 im kreolischen Baustil. Sie sticht hervor durch ihre Farbenvielfalt: gelbes Haus, rotes Dach, grüne Fensterläden. Umgeben von einem wunderschönen Garten mit vielen bunten Blumenbeeten lag das Herrenhaus im Schatten von großen ausladenden Laubbäumen und Palmen, wie eine kleine Oase am Mississippi. Der Eintritt sollte wieder 16 Dollar kosten und wir hatten uns ja eine Grenze gesetzt. Furchtbar!!! Nun ärgerten wir uns noch mehr über Oak Alley. Das Geld war völlig falsch angelegt. Hier gab es sogar noch sechs original eingerichtete Sklavenquartiere zu besichtigen, die bis 1977 noch von Zuckerplantagenarbeitern bewohnt waren. Wir waren deprimiert. :( Jetzt wo wir das niederschreiben überlegen wir tatsächlich, ob wir morgen nicht doch nochmal hinfahren. Hmm, morgen liegt außer der Anreise in New Orleans nichts weiter an. Mal sehen, wir entscheiden das morgen. Wir überquerten ein Stückchen weiter den Mississippi und hielten etwas weiter den Fluss entlang nochmal an der San Francisco Plantation an. In Stil und Farbgebung absolut unverwechselbar. Erbaut 1856 von Edmond Bozonier Marmillon im sogenannten
Steamboat-Gothic-Stil erinnert es an den Aufbau eines
Mississippi-Dampfers, sehr extravagant in seiner Form. In Folge der
großen Überschwemmung im Jahr 1927 wurde das Haus schwer beschädigt, aber in
den 70er Jahren liebevoll restauriert. Auch hier verkniffen wir uns den Eintrittspreis. Anschließend fuhren wir nach Kenner, einem Vorort von New Orleans, wo der International Airport von New Orleans liegt. Wir hatten im Couponheft das "Hotel Kenner" für knapp 50 Dollar gefunden, das äußerst gute Kritiken bei Tripadvisor hat. Es liegt direkt am großen Lake Pontchartrain, dem zweitgrößten Salzwassersee der USA. Es ist ein Brackwassersee und ist drei mal so groß wie der Bodensee. Der Coupon war leider nicht gültig, da ab heute bereits Festivalpreise gelten. Morgen beginnt in New Orleans das Riesen-Event "Jazz & Heritage Festival" mit tausenden von Musikern und rund eine halbe Million Besucher. Tja, das wußten wir ja schon und haben daher wohlweißlich unser Hotel in New Orleans bereits im Oktober gebucht. Zeitlich war das anders leider nicht zu machen. Nun gut, also haben wir ca. das Doppelte zahlen müssen und so waren es fast 40 Euro pro Person. Ganz schön teuer, aber damit haben wir nicht gerechnet, weil das Festival doch erst morgen beginnt. Da wohl alle Hotels in der Umgebung die Preise angezogen haben, haben wir nichts weiter versucht. Der Service war/ist sehr zuvorkommend. Unser Zimmer ist sehr groß und sauber. Auch die Betten sind sehr bequem, wir haben von 17-20 Uhr schon herrlich darin geschlafen. :) Danach sind wir runter ins Restaurant. Wir bestellten für 12 Dollar die mir bereits bekannten Cajun Chicken Fettuccini und probierten als Vorspeise (inklusive) die Gumbo. Laut Kellnerin eine Cajun-Speise, die sie sehr mag. Es war eine Art cremige Cajun-Soljanka mit Hühnchen, Reis, Gurken und Pepperoni. Ganz schön scharf, aber lecker. Als Getränke gab es kostenlos Eiswasser, Tee und heiße Schokolade. Unser Zimmer ist mit Seeblick und das Hotel liegt direkt am Deich. Klasse. Jetzt lassen wir den Abend ausklingen.
Eine Geistergeschichte!
Ich muss zu gestern doch noch einen kleinen Nachtrag machen. ;) Wir waren abends noch auf dem Gelände von Nottoway spazieren um Abendaufnahmen zu machen. Andrea machte noch weiter Fotos, doch ich habe vorzeitig den Heimweg angebrochen, da mich die Mücken fast aufgefressen haben. Auf dem Rückweg zum Cottage kam mir ein anderer Übernachtungsgast entgegen, der mir eine merkwürdige Geschichte erzählte. Er fragte mich, ob ich an Geister glaube und ich schaute ihn ungläubig an und sagte "Maybe?". Daraufhin zog er sein Handy aus der tasche und zeigte mir ein Foto. Ich dachte so "Was will der denn jetzt, mir etwa seine Familienfotos zeigen?". Auf dem Foto waren seine Frau und noch ein anderes Pärchen im Restaurant von Nottoway zu sehen, die nett in seine Kamera lächelten. Er meinte, ich solle auf den Hintergrund achten. Hm...sah erst aus wie eine weiße Porzellanfigur und ich ging näher ran. Irrtum! Das Restaurant war in einer Halb-Rotunde, wo eine Seite aus lauter Fenstern bestand. Durch eines der Fenster sah man draußen ein Pärchen stehen, dass selbst für ein Foto posierte. Sie waren von der Seite zu sehen und waren leicht weiß umhüllt, so wie man sich eben Geister vorstellt. Man konnte erkennen, dass die Kleidung der Frau dem Kleiderstil aus der damaligen Zeit entsprach. Er sah mich total ernst an und versicherte mir, dass die dort nicht zu sehen waren, als er das Foto geschossen hat. Ich kann mich auch nicht daran erinnern, dass dort überhaupt irgendjemand mal ein Foto gemacht hat, als wir dort umher spazierten. der Mann sah auf meine Kamera und wünschte mir viel Spaß beim Bilder anschauen, wer weiß was ich dabei so entdecken würde. Hmm. Ich sag euch, der war toternst. Es war auch ein Handyfoto, d.h. Photoshop fällt sicher aus. Ich muss erhlich sagen, dass ich die Geschichte glaube. Sehr merkwürdig alles. Uns war dann richtig etwas mulmig, zumal auch in den Cottages um uns drumherum niemand zu nächtigen schien. Wir saßen dann noch eine Weile auf der Veranda und tranken unser Bierchen. Aber es kam kein Geist zu uns...der mag wohl keine Deutschen. ;)
Donnerstag, 26. April 2012
Tag 10: Baton Rouge/Louisiana - White Castle/Louisiana
Wir sind auf "Nottoway Plantation" angekommen!!! Ich sitze gerade im weißen Schaukelstuhl auf der Veranda unseres Cottages und trinke ein Budweiser. Andrea hat Heineken, aber die dreht gerade ihre Fotorunde in der Abendsonne. Wir lassen es uns heute gut gehen. ;) Eigentlich sind es zwei Zimmer pro Cottage, aber neben uns scheint niemand zu nächtigen, sodass wir die Veranda für uns alleine haben. Unsere Fotosession ist schon abgeschlossen, inkl. Schaukelstuhl-Foto mit Selbstauslöser für Jana. ;) Die Plantage ist ein Traum in weiß in einem blütenreichen Park. Nottwoway hat das größte und feinste Herrenhaus (Mansion) im ganzen Süden, wurde 1849 aus Zypressenholz erbaut und ist eine ehemalige knapp 2800 ha große Zuckerplantage. Eigentlich ist es schon fast ein Schloss in einem italienischen, französischen und altgriechischen Stilmix und besitzt 64 Zimmer. Die Plantage hatte mit als erstes Gasbeleuchtung, Wasserleitungen und Kohlekamine und war daher einzigartig im Süden. John Hampden Randolph erbaute das Haus in fast 10 Jahren für ca. 80.000 Dollar für seine Frau und seine elf(!) Kinder. Unsere Führerin war sehr nett und erzählte allerlei über die Geschichte der Plantage, der Randolph-Familie und den nachfolgenden Besitzern. Mr. Randolph wanderte noch während des Bürgerkriegs mit ca. 200 Sklaven nach Texas aus und pflanzte dort Baumwolle an. Heute gehört das Anwesen einem 75-jährigen reichen Australier. Am beeindruckendsten war der White Ballroom mit seinen glänzenden Holzdielen. Es heißt, dass Mr. Randolph den ganz in weiß gehaltenen Raum designte, um die natürliche Schönheit aller Frauen inkl. seiner 7 Töchter extra hervorzuheben. Sechs davon haben auch dort geheiratet. Seine Tochter Cornelia schrieb Tagebuch, das sie später als Buch veröffentlichte: "The White Castle Of Louisiana". Das war nicht selbstverständlich, denn damals durften Frauen keine Bücher veröffentlichen, also bediente sie sich eines Synonyms (M.R. Ailenroc - ihr Vorname rückwärts geschrieben). Erwähnenswert sind auch unbedingt noch die bunten Türknaufe aus Meißener Porzellan. ;) Den Bürgerkrieg hat die Plantage gut überlebt, auch wenn einige Kanonen vor und neben dem Hauothaus einschlugen. Angeblich hat ein Offizier der Unionstruppen das Haus vor dem Bombardement gerettet, weil er früher einmal Gast der Familie war. Ich möchte gar nichts weiter schreiben, es ist zu herrlich um es überhaupt in gescheite Worte fassen zu können. Wartet einfach auf die Bilder, die ich in den nächsten Tagen hochladen werde. ;)
Ansonsten haben wir heute nichts weiter erlebt. Nach dem Frühstück (warm, mal was anderes) im Best Western Plus haben wir uns noch das Old State Capitol in Baton Rouge angeschaut. Es hat eine herrliche Eingangslobby, mit edler Wendeltreppe und eine sehr große aus Buntglas bestehende Glaskuppel. Sehr beeindruckend. Ansonsten fanden wir Baton Rouge eher uninteressant und waren daher auch schon gegen 13 Uhr auf Nottoway.
Mittwoch, 25. April 2012
Tag 9: Natchez/Mississippi - Baton Rouge/Louisiana
Heute wandelten wir in unseren weitschwingenden Reifrock-Kleidern auf schneeweißen hochherrschaftlichen Veranden luxuriöser Südstaaten-Villen entlang. Naja...nicht ganz. Die Kleider fehlten leider. Aber wir konnten es uns gut vorstellen. ;) Aber von vorn...
Nach einer unruhigen Nacht - ich konnte in diesem Motel einfach nicht gescheit schlafen - bekamen wir ein annehmbares Frühstück. Die Eier kochen und braten sie hier leider immer tot. Aber es gab tatsächlich Starbucks-Kaffee. Eine Anleitung wäre nur gut gewesen, denn wir hatten letztendlich natürlich zu viel Sirup eingerührt. Unmittelbar danach ging es auch schon ein paar Meilen auf dem Highway 61 zurück zum Historic Jefferson College. Hier hat tatsächlich der damalige Präsident der Konföderierten-Staaten Jefferson Davis studiert. Das war aber weniger der Grund warum wir dorthin wollten. Wir standen doch tatsächlich vor "West Point", der Militärakademie aus "Fackeln im Sturm". ;) Ohja, wir konnten uns die Kadetten hier sehr gut vorstellen und wir haben an dem Platz gestanden, wo Orry und George mit den Wassereimern gedrillt wurden. Es wirkte nur alles etwas kleiner...typische Film-Schummeleien. Wir waren die einzigen Besucher dort und so hatten wir das Gelände ganz für uns alleine. Das war klasse. Heute früh hatten wir ca. 20 Grad, strahlenden blauen Himmel und eine leichte Brise. Es war wunderbar.
Denkste! Nix war's. Keine Räume mehr frei. Die Dame von der Rezeption wusste gleich wer wir sind und meinte, dass uns doch Expedia schon versucht hat anzurufen. What??? *schock* Nach einer wilden Umhertelefoniererei mit dem Herrn von Expedia bekamen wir ein neues Hotel zugeteilt. Ich habe den so schlecht verstanden. Auf englisch telefonieren ist irgendwie total doof. :( Der klang wie durch ein Megafon. Aber immerhin entschuldigte er sich und versprach ein höherwertigeres Hotel herauszusuchen. Das ist ja wohl das mindeste! Statt 2 Sterne, sollten wir jetzt 3 Sterne bekommen und das ist in den USA schon ein erheblicher Unterschied. Oh man, wir hatten so einen Hunger und dann das! Ein herrlicher Tag kann ja nicht einfach mal problemlos zu Ende gehen. Nö! Es schwankte dann zwischen Comfort Suites und einem anderen Best Western. Ich sagte dann "the better one, please" und die Dame von der Rezeption gab alles und unterstützte mich am Telefon. ;) So kam es, dass wir eine Reservierung für das Best Western Plus Richmond Inn & Suites sowie eine Erstattung von 25 Dollars für die Unannehmlichkeiten erhielten. Aha. Wir beteten, dass es wirklich ein gutes Hotel ist. Wir bekamen netterweise noch eine Route ausgedruckt und schleppten unser Gepäck wieder zum Auto. 5-10 Minuten später standen wir vorm neuen Hotel...in einer echten Luxusgegend. Schon allein der Gang in die Lobby war ein Highlight. Oha! Und das Zimmer...klasse! Andrea meinte dann schon, dass uns das ruhig öfter passieren kann. ;) Die haben hier sogar richtige Daunenbettdecken anstatt diese üblichen Laken und Wolldecken. Und einen Flatscreen und einen traumhaften Pool (von dem man ja leider nichts hat, wenn man nur zum Übernachten hier ist). Wir haben vorhin gleich mal gegoogelt und die Übernachtung hätte uns normalerweise 129 Dollar gekostet. Wir bezahlen nun 45 Dollar!!! Hihi, war der Schlamassel doch noch mal gut gegangen. Aber es ist doch zum verrückt werden. Immer ist irgendwas. Naja. Da uns die Mägen in den Kniekehlen hingen, mussten wir nochmal los. Es musste schnell gehen, also waren wir bei Burger King, jeder ein Menü für knapp 6 Dollar und Andrea gönnte sich noch ein Dessert. Auf dem Rückweg hörten wir ganz laut "unseren" Südstaatenreise-Song und sangen kräftig mit: "Jolene" von Dolly Parton! Wer hätte auch gedacht, dass wir hier zu Dolly-Fans mutieren? ;) So, das war es für heute. Reicht ja auch wohl. Jetzt geht es in die tollen weichen hohen schneeweißen Betten. Vorhin lief der Film "Wasser für die Elefanten", ein klasse Film, muss ich nochmal auf Deutsch sehen. ;) Gute Nacht, ihr Lieben.
Dienstag, 24. April 2012
Tag 8: Memphis/Tennessee - Natchez/Mississippi
Heute war Fahr-Tag! Und zwar ohne Frühstück. *grummel* Wir sind Punkt 09:00 Uhr in der Lobby gewesen und haben gerade noch gesehen, wie die Marmelade weggefahren wurde. What??? Eine Omi neben uns hatte den selben Gedanken und gefragt. Tjahaha, bis 10 Uhr ist nur am Wochenende und heute ist Montag. Na toll! Hatten sie dann beim Einchecken wohl vergessen zu erwähnen. Es gab gerade noch was zu trinken und ein paar Löffel Müsli für uns. Und selbst das wurde einem fast unterm Teller weggezerrt. Also am Service müssen die echt nochmal ein bissel rumfeilen. Andrea skypte dann noch ein bisschen mit Matti und ich habe den Bericht von gestern geschrieben. Gegen halb elf sind wir losgefahren. Erst zur Post um die Ecke, damit wir endlich unsere ersten Postkarten abschicken konnten. Zeit wurde es ja. Wir haben gleich Vorrat an Stamps gekauft, das ist hier im Süden echt nicht so leicht mit den Briefmarken. *seufz*
Wir sind von der I240 auf die I55 South (wieder an Graceland vorbei) und dann ging es fast 6 Stunden nur geradeaus. In Jackson haben wir die Interstate hinter uns gelassen und den Natchez Trace Parkway genommen. Dieser Trail (714 km lang) geht von Natchez bis nach Nashville. Er war früher der "Heimweg" vieler Kaufleute, die mit dem Schaufelraddampfer ihre Waren bis in den Süden brachten, dort verkauften und dann diesen Weg zurückgenommen haben. So ein Dampfer fuhr füher ja nicht so regelmäßig. Vor ca. 8000 Jahren wurde er schon von den Indianern (z.B. Cherokee und Chickasaw) genutzt, die ihn mühsam in die Wälder geschlagen haben. Wir allein haben ca. 90 Meilen befahren und es war nur grün...immer nur grün...Parkway halt. ;) Es war nicht so spannend. Erst als uns die Kühe fast vor's Auto gelaufen sind. Und zwar ne ganze Herde. Sie schienen nach der großen Freiheit zu suchen und hatten sichtlich Spaß dabei. Warum auch nicht mal die Straße nehmen? So eine Weide ist auf Dauer ja auch langweilig. Am Anfang vom Trace kurz hinter Jackson war ein Welcome-Center. Die beiden Omis hinter dem Tresen schwärmten uns gleich von der Longwood Plantage vor, weil ich eine Karte für Eve gekauft hatte (du wolltest ja eine von einer Plantage ;o)). Die Antebellum Häuser würden uns alle sehr gefallen...natürlich, deswegen sind wir doch hier! Und selbstverständlich war die Tochter der einen gleich wieder in Deutschland gewesen. Jeder US-Ami, den wir treffen, oder zumindest jeder zweite, war natürlich schon mal so und so lange in Deutschland. Der schwarze Sumu-Ringer aus dem La Quinta war in Hamburg, der Koch aus dem Waffle House heute war zwei Jahre in Stuttgart usw. Apropo, heute waren wir das erste Mal im schon erwähnten Waffle House zu Mittag essen. War gar nicht so schlecht. ;) Wie dem auch sei, im Welcome Center haben wir uns wieder mit Couponheftchen eingedeckt und so haben wir auch unser heutiges Motel entdeckt. Es ist ein Days Inn am Highway 61 in Natchez. Die Dame wollte erst 74 Dollar haben. Denkste Mädel. Wir hatten ja den Coupon für 49,99 Dollar, mit Tax also 56,75 Dollar. Haha. Ein annehmbarer Preis für Südstaaten-Verhältnisse. Und da wäre er auch wieder...der typische Motel-Alltag. Auto direkt vor der Tür, Teppich ewig nicht gesaugt und auch sonst etwas heruntergekommen. Aber die Betten sind sauber, es läuft nix im Zimmer umher und W-LAN hat super Empfang (was für das Uploaden der 245 Fotos vorhin sehr günstig war). Wat will man mehr? Verglichen mit den Motel 6 - Erlebnissen im Westen immer noch gut. ;) In der Lobby gibts noch Free Starbucks Coffee, den probieren wir dann morgen früh mal. Jetzt ist es kurz nach 22 Uhr und ich werde jetzt das Licht ausknipsen. Andrea träumt schon wieder. Die Arme hatte heute Fahrtag und ist dann doch etwas müde gewesen. Morgen werden wir das Jefferson Historic College ("West Point" aus Fackeln im Sturm) besichtigen und dann durch die Altstadt von Natchez cruisen. Es gibt hier herrrrrliche Antebellum Häuser. In Natchez waren früher die Plantagen - "Millionäre" des Südens versammelt und dementsprechen sehen die Villen auch aus. Man fühlt sich in eine andere Zeit versetzt. Fotos folgen natürlich, wenn wir das nächste Mal eine gute W-LAN-Verbindung haben. Übernachten werden wir in Baton Rouge, der Hauptstadt Louisianas. Wer sich übrigens fragt, wo wir Vicksburg gelassen haben...das haben wir rechts liegen gelassen. Da Natchez unserer Meinung nach mehr zu bieten hat, sind wir direkt durchgefahren, um hier mehr Zeit zu haben. So, gute Nacht ihr Lieben.
Die ersten Fotos sind online!!!
Ihr wolltet Fotos...hier habt ihr sie. ;) Die Fotos sind von Tag 1 bis zu unserem ersten Abend in Memphis. Viel Spaß beim Anschauen.
Montag, 23. April 2012
Tag 7: Mud Island Riverpark, Sun Studio & Lorraine Motel, Memphis
Heute war nicht so viel auf dem Programm. Wir haben ja Urlaub! ;) Nach dem Frühstück ging's nach Arkansas, dem Nachbar-Bundesstaat, gleich auf der anderen Seite des Mississippi. Wir wollten unbedingt mal über diese riesige Brücke über den Mississippi fahren. War verdammt hoch. In Arkansas selbst war nix weltbewegendes los. Was soll da auch los sein? Wir haben gedreht und sind zurück auf unseren Parkplatz von gestern. Dann sind wir zu Fuß über die Brücke nach Mud Island rüber. Unten drunter fuhr die Monorail, aber die war uns zu teuer. Bewegung tut ja gut. Wir hatten herrliches Wetter (blauer Himmel und Sonnenschein), es schien als möchte sich Memphis uns nochmal von seiner besten Seite zeigen. Auf Mud Island gibt's ein maßstabgetreues Modell des Mississippi-Verlaufs auf einer Länge von knapp 800m. Das ist richtig klasse gemacht. Man kann von der Quelle bis zu seinem Zufluss ins Meer (in New Orleans) am Fluss entlang laufen. Kann man schlecht beschreiben. Wir haben dann noch ne Weile im Park gesessen und die Sonne genossen. Meine teure Antiallergie-Sonnencreme scheint zu helfen, puh. ;) Nachdem wir zurück zum Auto gelaufen waren, zog es sich bedrohlich zu und Wind frischte auf. Wir sind dann zum Lorraine Motel gefahren, wo Dr. Martin Luther King Jr. 1968 auf dem Balkon vor seinem Motelzimmer erschossen wurde. Das Motel wurde ca. 20 Jahre später zum National Civil Rights Museum umgebaut und man kann sich dort ausführlich über die Bürgerrechtsbewegung informieren. Wir haben es uns gespart, der Kopf drückte wieder...Sturm zog auf. ;) Angekommen beim berühmten Sun Studio wehte es uns fast die Haare vom Kopf. Das Sun Records Studio war genial. Wir waren sehr begeistert. Dort haben neben Elvis Presley und Johnny Cash auch Jerry Lee Lewis, Carl Perkins und Roy Orbison ihre allerersten Platten aufgenommen. Der Inhaber Sam Phillips gründete das Studio in den 50er Jahren und war offen für Neues. So kam es dann auch, dass er die größten Musikköpfe seiner Zeit hervorbrachte. Toll! Im Eingangsbereich gab es eine nette alte Bar und die Wände waren mit allerlei Originalfotos, Zeitungsausschnitten, Plattencorvers usw. verziert. Sehr gemütlich. An der Bar saßen zwei junge Australier, die aussahen, als wäre sie dem Film "Pleasantville" entsprungen. Sie waren im original 50er Jahre Look unterwegs. Ein echter Hingucker! Wir hatten für 12 Dollar eine Führung von einer sehr netten jungen Dame, die den Rock'n Roll zu leben scheint. Sie erzählte von den Anfängen des Studios und der Platte "Rocket 88". Der von Jackie Brenston komponierte und von Ike Turner eingespielte Song gilt als erster veröffentlichter Rock'n Roll Song weltweit. Nach der Besichtigung von Original-Requisiten der damaligen Zeit, kamen wir ins Studio, wo die Aufnahmen stattfanden. Coole Sache. Wir durften sogar Fotos mit dem Original-Mikrofon machen, mit dem Elvis seinen ersten Song "That's all right" aufgenommen hatte. Nachdem wir uns ausgetobt hatten, sind wir zu Pizza Hut etwas essen gefahren. Naja, ich hätte es mir auch sparen können (ich gehe nicht ins Detail). Die Bude war etwas versifft. So sind wir das von Pizza Hut aus dem Westen gar nicht gewohnt. :( Anschließend ging's noch zu Walgreens Getränke kaufen und dann ab ins Hotel. Wir hatten dann beide etwas Kopfbrummen. Es fing an zu regnen. Wir haben zwei Stündchen geschlafen und sind dann ins Waschcenter auf unserer Etage gegangen. Gegen 22 Uhr war die Wäsche getrocknet und fein säuberlich eingepackt worden. Im TV lief "Hitch - The Date Doctor"...bis uns die Augen zufielen.
Sonntag, 22. April 2012
Tag 6: Graceland & Beale Street, Memphis/Tennessee
Wir sind pleite! Wirklich! Graceland hat uns arm gemacht. ;) Wir waren 8:45 Uhr auf dem Parkplatz vor Graceland (wieder 10 Dollar wech) und es war noch sehr übersichtlich. Laut unserem Platinum Ticket, der 4 Dollar-Coupon funktionierte übrigens und so bezahlten wir "nur" 32 Dollar pro Person, waren wir im 1. Bus um Punkt 09:00 Uhr zum Gelände rüber. Graceland Mansion war auf der anderen Straßenseite und um den Besucherstrom zu kontrollieren wurde man mit Shuttles dorthin gefahren. Wir bekamen einen deutschen Audioguide auf die Ohren und los ging's. Ein Front-Foto vom Haus ohne Leute darauf war leider unmöglich. Wir kamen nicht zuerst aus dem Bus raus und schwubbs war der Eingang belagert. Naja. Am Eingang gab es noch eine kurze Verhaltensanweisung und dann rein in den Flur. Ach toll...der Elvis hatte schon Geschmack. Für die damalige Zeit war das Haus sehr elegant und stilvoll eingerichtet. Schöne Farben und sehr gemütlich. Da hätte ich mich doch auch sehr wohl gefühlt. ;) Die oberen Räume waren seine Privatgemächer und das sollen sie auch bleiben, daher kamen wir nicht hoch. Das Familienleben spielte sich laut Audioguide hauptsächlich in der Küche ab, die sehr groß war und zum Verweilen einlädt. Das Esszimmer war sehr prunkvoll in Blau-Gold-Tönen. Im Wohnzimmer dominierte eine weiße Sofalandschaft, es gab noch einen Jungleroom mit Brunnen (ähnlich einem afrikanischen Herrenzimmer), ein kunterbuntes Billardzimmer, ein schwarz-gelb eingerichtetes Fernsehzimmer mit Bar und so weiter. Mehr als 14 Fernseher waren im Haus verteilt...ganz nach meinem Geschmack. ;) Der Audioguide spielte immer wieder kurze Statements von Priscilla ab, sehr interessant. Draußen gab's einen niedlichen Pool, den Meditationsgarten, ein paar Nebengebäude und eine Pferdekoppel (sogar mit Pferden). Auch der Spielplatz von Lisa-Marie war noch da. Das Trophy Building und die Hall of Gold beinhalteten unzählige goldene und Platin-Schallplatten, Original-Kostüme und andere Trophäen. Die Augen kamen nicht mehr mit. Es liefen auch überall auf kleinen Monitoren Konzertmitschnitte, Interviews und andere Ausschnitte aus seinem Leben. Zwischendurch haben wir unsere Chance genutzt und sind von der Linie abgewichen und direkt zum Meditationsgarten, wo Elvis, seine Eltern Vernon und Gladys und seine Oma Minnie Mae begraben liegen. Auch von seinem todgeborenen Zwillingsbruder Jesse liegt eine Gedenktafel dort. Sein Grab allerdings ist auf dem Friedhof in Tupelo/Mississippi, wo beide geboren wurden. Es war ausreichend Zeit für ein paar Fotos und einige Gedenkminuten. Man kann es gar nicht fassen. Dort vor einem liegt der King of Rock'n Roll...mein Elvis! Ist schon ein merkwürdiges Gefühl, auf einmal dort zu stehen. Ähnlich war es an Johnny's Grab. Der hat es allerdings sehr viel ruhiger auf dem Friedhof in Hendersonville. Im Übrigen jährte sich Elvis' Tod dieses Jahr zum 35. Mal. Wir haben uns auch jeder eine Special Edition des Graceland Guidebooks geholt. Auch nicht ganz billig, aber das musste sein. Nachdem ich mit meinem Audioguide erfolgreich zu Ende gekämpft hatte (ich musste natürlich das arschigste Ding von allen bekommen), fuhren wir mit dem Shuttle zurück. Wir besichtigten das Elvis Automobilmuseum (wahnsinns Teile!), die beiden Privatjets "Lisa Marie" und "Hound Dog II" und die Ausstellungen "Elvis on Tour", "68 Special" (sein Comeback-Jahr nach dem er nur noch Filme gedreht hatte), "Elvis lives" sowie "Icon: The Influence of Elvis Presley". Wir sahen unzählige Kostüme, Videos, Filmausschnitte...bis uns die Augen bluteten. Nach fast vier Stunden war es dann genug. Wir fuhren zurück ins Hotel und aßen die zwei übrig gebliebenen Mini-Burger von gestern. Danach wurde geskypet und dann gepennt. Kopfschmerzen. Und das "frühe" Aufstehen (06:30Uhr!) sind wir auch schon nicht mehr gewohnt. ;) Ach ja, wir hatten heute früh ganze 11 Grad. Man fällt hier von einem Temperaturschock in den nächsten. Nachmittag kletterte der Frosch dann wenigstens rauf bis zur 18 Grad-Marke. Tja, was soll ich noch schreiben. Gegen 18 Uhr sind wir wieder aufgestanden. ;) Eine halbe Stunde später starteten wir ins Nachtleben von Memphis. Die Beale Street...oh man. Einerseits sieht es aus wie auf dem Broadway in Nashville, dann aber doch völlig anders. Man merkt den Unterschied zwischen Country- und Blues-Publikum erheblich. Hier waren die Weißen schon in der Minderheit. Es wurde mehr Alkohol getrunken und die Leute sind verrückter. Möglicherweise liegt es auch daran, dass Samstag Abend war, aber insgesamt fanden wir Nashville doch einladender. Es fing ja schon damit an, dass man durchleuchtet wurde, wenn man auf die Beale Street möchte. Ok, uns haben sie so durchgewunken, aber trotzdem. Und überall war Polizei. Wirklich überall! Eigentlich sollte man sich damit sicherer fühlen, aber andererseits fragt man sich schon, was da mal los war, dass dort jetzt so viele Cops unterwegs sind. Wir haben dann im "World Famous Alfred's" zu Abend gegessen. Andrea hatte den Burger "Chicken Alfred's" und ich wirklich sehr leckere "Cajun Chicken Fettuccini". Yeah, endlich mal wieder Pasta! ;) Lustig war noch als wir auf die Terasse im 1. OG kamen, dass kein Tisch mehr frei war und wir uns zu einem älteren Pärchen gesetzt haben. Kurze Zeit später waren mindestens vier Tische frei. Es war aber wohl Schicksal...wir sollten an genau diesen Tisch. Denn dort saßen die einizigen zwei anderen Deutschen weit und breit. ;) Die beiden waren aus Kassel und besuchten ihren Sohn in Chattanooga (er ist ausgewandert und arbeitet dort bei VW). Ach, das kennen wir doch. Und gestern waren sie noch in Nashville. So so. Und in einer Woche wollen sie nach Florida runter (kreuzen wir ja auch). Also nee...da fällt einem ja auch nichts mehr zu ein, oder? Als wir vollgefuttert waren sind wir die Beale Street noch einmal runter bis ans Ende und dann wieder zum Anfang zurück. Zwischendurch waren wir noch im berühmten und zugleich kuriosem "Schwab's", eines der ältesten Geschäfte der Beale Street, wo es allerlei Krimskrams gibt. Ich habe dort nur drei Postkarten gekauft. Auf dem Rückweg zum Parkplatz (wir parkten bei der Monorail-Station zum Mud Island River Park, gefühlt ewig weit weg) kamen wir am berühmten Peabody's Hotel vorbei und spazierten mal kurz rein. Schon edel. Ob wir aber morgen den "Duck-Walk" anschauen, wissen wir noch nicht. Wohl eher nicht. Dort wohnen Enten, die tagsüber im Brunnen in der Mitte des Hotels planschen und jeweils um 11 und 17 Uhr zu ihrem Heim auf dem Dachgarten watscheln...per Lift natürlich. ;) Und nun sind wir seit ca. 23:00 Uhr wieder im Hotel. Aktuell ist es 00:50 Uhr und Andrea träumt schon. Für morgen sind das Sun Records Studio, das Lorraine Motel (dort wurde Martin Luther King erschossen) und der Mud Island River Park angedacht. Die Beale Street schenken wir uns, einmal reicht. Oh, bei euch ist es gleich um acht Uhr morgens. Na dann gute Nacht. ;)
Samstag, 21. April 2012
Tag 5: Nashville/Tennessee - Memphis/Tennessee
Das Wetter erdrückt uns schon den ganzen Tag. Mal ist es schwül, dann wieder windig, dann heiß, dann regnerisch...das macht einen völlig kirre. Temperaturmäßig waren es in Nashville 27 Grad, hier in Memphis sind es knapp 20. Wir sind heute Morgen gegen halb elf losgestartet. Tschüss Nashville, warst dann doch nicht so übel. ;) Das Frühstück war übrigens besser. Scheinbar war der Lieferant inzwischen da gewesen. Es gab sogar Marmelade und gekochte Eier...aber die waren schon geschält und offen in einem kleinen Tresen-Kühlschrank präsentiert. Ach nee, das musste dann doch nicht sein. Der Weg war einfach: von der I65 auf die I40 und dann auf dem "Music Highway" immer geradeaus. Wir haben ca. vier Stunden nach Memphis gebraucht, eine halbe Stunde kann man für Tanken, Rauchen und Visitor Center-Besuch abziehen. Unser Hotel haben wir auch ziemlich schnell gefunden, auch wenn Memphis straßentechnisch noch verworrener erscheint als Nashville. Die I240 ist ein Ring um Memphis Downtown. Unsere I40 kam von rechts und wir wollten nach Süden. Ausgeschildert war aber nur I240 West. Hmm...ging die nun nach Norden oder Süden? Ein East gab's auch nicht, obwohl es doch ein Ring ist. Alles merkwürdig. Jedenfalls haben wir es dann irgendwie doch in die richtige Richtung geschafft und 5 min. später waren wir vorm La Quinta. Ein wirklich süßes Hotel, ziemlich groß sogar. Direkt gegenüber ist das St. Francis Hospital, aber das brauchen wir hoffentlich nicht. Der Pool und der Whirlpool liegen in einem schön angelegten kleinen Garten mit Pavillon. Unser Zimmer ist riesig, typisch für La Quinta. Wir haben zwei sehr saubere und bequeme Betten, ein großes Bad und es scheint auch im Allgemeinen sauber zu sein. Wir haben eine gute Wahl getroffen und die Entscheidung, gestern vorauszubuchen, war mehr als richtig. Wir haben nur unsere Sachen abgelegt und sind 2 Meilen weiter zum Logan's Roadhouse etwas essen gefahren. Wieder sehr lecker. Für mich gabs drei Mini-Rowdy-Burger (2 liegen jetzt im Doggy Bag vor mir) und für Andrea Grilled Chicken mit Backkartoffel. Dazu jeder 1 Liter Cola (ja Mutti ich weiß, ist ungesund). Ich glaube, die wollten uns mit dem Zeug ertränken, die Bedienung hatte schon den nächsten Becher gebracht, da war meiner noch 3/4 voll. Man muss ja nur einmal bezahlen...aber trotzdem. Das Roadhouse war ansonsten im Stil einer alten riesigen Scheune oder so ähnlich. Auf jedem Tisch standen metall-Eimerchen mit Erdnüssen und im gesamten Saal waren die Schalen umhergekrümelt. Mal was anderes. Ich habe trotzdem auf den Teller gekrümelt...das war mir nüscht mit dem umhermüllen. Danach haben wir uns etwas die Beine vertreten und waren in einer Zoohandlung nebenan. Mutti, das wäre nix für dich gewesen. Da waren süße dicke Katzen und Katerchen in kleinen Boxen untergebracht. Wir haben nur rumgenölt und sind dann wieder raus. Es war auch höchste Eisenbahn, dass wir auf's Zimmer und in Klo-Nähe kamen. ;) Nun schreibt Andrea gerade Postkarten und ich euch. Es fängt gerade an zu regnen. Gott sei Dank, denn das lässt hoffen, dass es morgen nicht mehr so drückend ist. Postkarten haben wir bisher noch keine geschrieben, obwohl wir genug haben. Aber ihr glaubt nicht, dass wir nirgends Briefmarken bekommen haben. Weder in den Gift-Shops, noch im Hotel oder in den Visitor Centern. Sogar bei Fed-Ex haben wir nachgefragt. Nix. Hier soll's laut Broschüre welche an der Rezeption geben. Schau'n wir mal. Morgen wollen wir ganz früh nach Graceland. Um 09:00 Uhr machts auf und dann wollen wir dort spalier stehen, heißt spätestens 08:00 Uhr hier Abfahrt. Wir planen die Platinum Tour zu nehmen. Die ist inklusive mehreren Ausstellungen und den zwei Privatjets sowie den ganzen Automobilen von Elvis. In der Mansion Tour wäre nur das Haus und die Grabstätte dabei. Wir haben eben unten im Hotel auch noch einen Coupon gefunden, mit dem wir jeder 4 Dollar sparen. Heute passiert nicht mehr viel. Es ist jetzt 19:00 Uhr und wir sind knülle. Eigentlich wollten wir noch die merkwürdigen Klobrillen analysieren. Die haben bisher alle eine Lücke gehabt, die hier nun natürlich nicht. Ach und Klobürsten gibts hier in den USA übrigens auch nicht...manchmal ne komische Sache, das sag ich euch! Das Autofahren ist auch manchmal komisch. Wir sind es ja gewohnt, aber trotzdem muss ich es nochmal erwähnen. Bei 120 km/h wird man rechts und links von riesigen Trucks überholt. Ich fühle mich manchmal wie Burt Reynolds oder Rubber-Duck in "Convoy". Ein Rechtsfahrgebot gibts hier ja nicht. Und eine LKW-Drosselung wohl auch nicht. Mein Tobi-Hase würde sich wieder nur über den fehlenden TÜV aufregen. ;) Ach Mutti, die haben hier übrigens tolle neue Wohnmobile, sehen so aus wie diese Wohnbusse (hattet ihr doch auch mal überlegt) und man kann die Seiten ausfahren. Coole Teile. Kostenpunkt: 19.999 Dollar. ;) Ach und die hängen hier übrigens ihre PKW's einfach hintendran. Praktisch! Undenkbar bei uns in Deutschland. So, jetzt fällt mir nix mehr ein. Wir grüßen euch alle ganz lieb. Lasst uns mal lesen, wie es bei euch so läuft.
Freitag, 20. April 2012
Tag 4 - Nashville, the Music City
Begonnen hat der Tag mit einem sehr spärlichen Frühstück. Der Lieferant sollte wohl schon Montag kommen und war gestern immer noch nicht da. Nicht mal neue Papp-Teller gab's. Nach dem Frühstück gings auf zur Country Music Hall of Fame. Boah, war das schon wieder warm. Duschen kann man sich morgens echt sparen. Ach nee, wer stand an der Kasse vor uns? Die drei Deutschen aus der Bar von gestern. Siehste, hat nicht mal bis Memphis gedauert. ;) Die Ruhmeshalle der Country-Stars war schon sehr interessant. Man durchschritt zahlreiche Epochen, wandelte durch Gänge mit diversen Kostümen, vorbei an Autos aus den 50ern und man konnte sich auch an kleinen Filmen und Videos erfreuen. Auch die "neueren" Stars wie Keith Urban oder Taylor Swift hatten schon ihre Plätze eingenommen. Nach ca. 1,5 Stunden sind wir wieder raus...und gegen eine Wand gelaufen. Genau gegenüber des Gebäudes war der Walk of Fame. Eher lieblose Sterne auf einem kleinen Platz. Nichts überragendes. Dann ging es auf die Brücke über den Tennessee River, wo wir schöne Fotos von der Downtown Skyline machen konnten. Danach hatten wir einen Drang nach Softeis, also gings auf den Broadway zu Mike's Ice Cream. War ganz lecker, nur blöd, dass das Eis dann durch alle Poren der Waffel drang. Keine Qualität! *seufz* Um 12:15 Uhr war's uns dann zu heiss, also sind wir zum Auto zurück. Die Parkgebühr betrug für drei Stunden übrigens 15 Dollar, der Wahnsinn!! Kurz noch in den Tiger's Market was zu Trinken kaufen und zurück im Hotel haben wir uns den Lappi geschnappt und ein Hotel in Memphis gesucht, damit wir morgen nicht wieder stundenlang suchen müssen. Es war nicht einfach, aber jetzt haben wir das La Quinta Inn & Suites Memphis Primacy Parkway nahe Downtown und Graceland gefunden und reserviert. Das hatte eine vier Sterne Bewertung bei Tripadvisor. Wir sind gespannt. ;) Achja, vorm Hotel hatten wir noch einen Wagen mit einer tollen Aufschrift entdeckt: "Termite Pest & Control Services", daneben ein Mensch mit einer Sprühflasche...hmm, bedenklich. Danach liessen wir uns wieder etwas von Tom Cruise und Nicole Kidman berieseln. Heute war 'Tage des Donners' drauf, gestern war es 'In einem fernen Land'. Ist hier Tom Cruise Woche? Nach dem Duschen sind wir gegen 18 Uhr wieder in die City zum Broadway. Wir hatten uns mittags schon einen anderen Parkplatz für 8 Dollar ausgesucht. Haha, jetzt war dort ein Schild mit "Event Parking 12 Dollar". Pff dachten wir uns, fahren wir halt zu dem vom Vorabend, da waren es ja "nur" 10 Dollar. Denkste! Auf einmal zeigte der Automat dort 17,50 für 3 Stunden an. Ja hallo, geht's noch? Also zurück zum 12er und dort geparkt. Dann haben wir das "Nashville Brewhouse" gesucht, wo es für mich Chicken Quesadillas und für Andrea Chicken Burrito gab. Deutsches Bier gabs auch, aber es war noch zu früh. ;) Das Essen war wieder sehr lecker und inkl. Getränke waren es ca. 10 Dollar pro Person. Das ist echt ok. Danach sind wir ins "Legends Corner", wo wir es am Vorabend nicht reingeschafft hatten. Wurden wir doch wohl nicht nach unseren Ausweisen gefragt? Na klar, wir gehen ja locker als unter 21 durch, wa? ;) Zack, Stempel auf die Hand und rein. "Becki McLeod" spielte mit ihrer Band. Sehr nett. Andrea probierte ein Lager. Am Tisch vor uns waren scheinbar sechs von Nashville's Hausfrauen außer Rand und Band. Meine Fresse waren die vielleicht schon hackedicht. Konnten kaum noch gerade stehen, aber rockten die Tanzfläche als gäbe es kein Morgen. Ich habe immer nur darauf gewartet, dass eine hin fliegt. Nach ner Stunde konnten wir Becki aber auch nicht mehr hören. Es war eine typische quietschige Country-Stimme. Mal ganz nett, aber Dolly Parton geht ja auch nicht den ganzen Abend. Todd, der Keyboarder/Gitarist hatte eine klasse Stimme, kam aber leider nicht so oft zum Einsatz. Also ging's wieder auf die andere Straßenseite und ins "Honkey Tonk Center", eine drei-etagige Bar. Unten spielte eine Band mit einer Geigerin. Country mit Geige klingt irgendwie immer gut. Und sie begrüßten uns gleich mit "Sweethome Alabama" und dem "Folsom Prison Blues". Die Stimmung war super und so hielten wir es noch eine Weile aus. Als wir gegen 22 Uhr zum Auto zurück gingen, waren wir etwas taub auf den Ohren. ;) Im Zimmer angekommen schaltete ich auf die Sekunde genau "Game of Thrones" ein, yee haw! Eve hatte recht, das Englisch kann man wirklich gut verstehen.
So, das war unser letzter Tag in Nashville.
@Brainy: Danke!!! Wochenbericht ist angekommen. ;)) Antwort gibts aus Memphis (natürlich mit Bild). Andrea lässt auch lieb grüßen.
@Romy: Ich warte noch auf einen Blogeintrag. :-) LG Andrea
Donnerstag, 19. April 2012
Tag 3: Nashville ist nur im Dunkeln cool! ;)
Den heutigen Tag haben wir sehr ruhig angehen lassen. Das Wetter war traumhaft. Blauer Himmel, Sonne und warm (zu warm wie wir später merkten...fast 30 Grad). Zuerst war Frühstück angesagt...typisch amerikanisch und daher nicht weiter interessant. Andrea hat komisches Zeug probiert. Eine breiige Soße, die an Königsberger Klopse, Pilzsoße und Kapern erinnerte. Zum Frühstück eher nicht zu empfehlen. Pfui bäh. Ansonsten gabs wie immer Toast mit Rührei und Frischkäse. Naja.
Anschließend sind wir auf's Zimmer und haben noch etwas gegammelt. Dann gings los nach Hendersonville, einem Vorort von Nashville. Mein inniger Wunsch war es, einmal am Grab vom "Man in Black" zu stehen (und natürlich Elvis, aber das kommt ja noch). Nach ca. 20 min. waren wir auf dem Friedhof "Memory Gardens" und haben schon vom Parkplatz aus Johnny's und June's Grab gesehen. Es war sehr idyllisch auf einem kleinen Hügel gelegen. Viele Blumen, eine schwarze Sonnenbrille, eine Whiskeyflasche und andere Kleinigkeiten waren niedergelegt. Sehr hübsch und wir verbrachten dort einige andächtige Minuten. Jana, ich habe ihn von dir gegrüßt. ;)
Danach haben wir noch kurz in einem Walgreens geshoppt. Haarbürste, Shampoo, Käse und Wurst für's Frühstück morgen und noch ein paar Kleinigkeiten. An der Kasse wurde man vom Kassierer auf Deutsch angesprochen. In Herndersonville! Man kann dazu nichts mehr sagen. ;) Dann gings weiter nach Nashville Downtown. So langsam gewöhnen wir uns an dieses Verkehrs-Wirrwarr. Man muss sich ein irres Geflecht an lauter sich kreuzenden Interstates vorstellen. Die Stadtpläne stimmen nicht und den Schildern kann man auch nicht immer vertrauen. Mittlerweile haben wir ein Gefühl dafür, wo wir lang müssen...weibliche Intuition. ;) Zuerst fuhren wir zum Farmers Market. Wir erwarteten ca. 200 Stände von fliegenden Händlern aller Art. Bekommen haben wir aber nur eine Blumenhalle und eine Obst & Gemüse-Halle. Die waren aber beide nicht schlecht. Riesige Tomaten, Kartoffeln, Zwiebeln, usw., das kann größentechnisch nicht normal sein und schon gar nicht Bio. ;) Nach 15 min. waren wir auch schon durch und fuhren 2-3 km weiter ins Zentrum. Wir parkten für 5 Dollar und spazierten zum Capitol. So aufregend war das nicht. Ganz hübsch, aber nichts besonderes. Davor war eine Art War-Memorial, was an die Veteranen aus dem Korea-Krieg erinnern sollte und das architektonisch an griechische Bauten erinnerte. Wir dachten erst, es ist der Parthenon, eine original Replica des Parthenon-Tempel der Akropolis in Athen. Glücklicherweise war er es doch nicht, denn dann hätte Athen ein Problem. ;) Ein paar Springbrunnen und eine Affenhitze, mehr war dort nicht. Es war gegen 12:30 Uhr und wir sind wieder ins Hotel. Skype musste ran...erst Mutti, dann Matthias. War lustig. Meine Mutti macht immer Spaß am PC. ;) Danach haben wir geruht und erstmal nicht erfolgreich nach einem Motel in Memphis gesucht. Halb fünf sind wir wieder in die Innenstadt gestartet und waren ca. 15 min. später am richtigen Parthenon, schön gelegen in einem herrlichen Park mit See. Ja, das war wirklich eine gute Nachbildung des Tempels der Götter. Wir haben ihn und den Park einmal umkreist und sind dann auf dem Broadway bis zum Endpunkt in Downtown gefahren. Dort wurde für 10 Dollar geparkt, hätten dafür aber bis 06:00 Uhr am nächsten Morgen dort stehen bleiben können. ;) Dann haben wir zuerst den "Wildhorse Saloon" besucht, eine wahrhaftig coole Line-Dance-Lokalität. Essen und Trinken gab's an der Bar mit Blick auf den Saal und die Bühne. Die "McKenzie's Mill" haben schöne Country Musik gespielt und Sarah(?) hat die Leute zum Line Dance animiert und angelernt. Wahnsinn, wieviele Menschen schon mitgemacht haben. So früh am Abend hätte man das in Deutschland wahrscheinlich erfolglos versucht. Ich hatte wahnsinnig leckere Quesadillas für 11 Dollar und Andrea hatte Fried Chicken mit einem Haufen Pommes für 12 Dollar. Ansonsten gabs Coke für je 2,50 - ein annehmbarer Preis. Wir haben uns pappsatt gegessen und noch ein bisschen mitgeschunkelt. So Line Dance macht schon Spaß. Zu zweit ist es allerdings blöd, man kann nicht mitmachen, weil wer passt dann auf die Sachen auf? :( Im Wildhorse-Shop gab's noch zwei Magneten und dann gings wieder auf den Broadway. Als wir rauskamen, waren die ganzen Bäume mit Lichterketten geschmückt. Klasse! Auf dem Broadway war nur bling bling und überall Musik. Ja, jetzt haben wir gemerkt, dass wir in der Music City sind. Toll. Überall tönte tolle Country Musik aus den Bars, es war warm, die Leute gut drauf. Wir sind dann gleich in die nächste Bar "Bent Whiskey Saloon". Die war angenehm leer und es spielte wieder eine Live-Band (wie überall). Andrea hat ein amerikanisches Lager probiert, das man sogar trinken konnte. Drei andere Deutsche saßen auch an der Bar. Sie wurden vom Sänger gefragt, wo sie als nächstes hin wollen...in zwei Tagen nach Memphis. Ach! Wir befürchten schon wir sehen sie in Graceland wieder. Ist ja immer so. ;) Nach ein paar Songs sind wir weiter gezogen. Bar Hopping nennt man sowas. ;) Wir kamen noch an der "Legends Bar" vorbei, die auf Grund der Fülle an Besuchern wohl sehr gefragt war. Tolle Musik drang zu uns, doch drinnen wäre wohl kein Platz mehr für uns gewesen. Wir hoffen auf morgen, dann versuchen wir es als erstes dort. ;) Dann sind wir noch einmal den Broadway hoch und runter geschlendert, noch in einen anderen Gift-Shop, wo Andrea Postkarten und einen weiteren Magneten gekauft hat, und dann zum Auto zurück. Reicht erstmal für heute. Gegen 22:00 Uhr waren wir wieder im Hotel. Morgen schauen wir uns die Country Music Hall of Fame und den Country Stars Walk of Fame an. Ansonsten fällt uns nichts mehr ein, was man hier noch unternehmen könnte. Aber abends sind wir wieder am Broadway, soviel steht fest, hehe. Schlaft schön (obwohl...bei euch ist ja gleich wieder aufstehen angesagt ;)).
PS: Schön, dass ihr so fleißig kommentiert. Uns freut es immer total, wenn wir den PC anmachen und von euch lesen. ;)
Anschließend sind wir auf's Zimmer und haben noch etwas gegammelt. Dann gings los nach Hendersonville, einem Vorort von Nashville. Mein inniger Wunsch war es, einmal am Grab vom "Man in Black" zu stehen (und natürlich Elvis, aber das kommt ja noch). Nach ca. 20 min. waren wir auf dem Friedhof "Memory Gardens" und haben schon vom Parkplatz aus Johnny's und June's Grab gesehen. Es war sehr idyllisch auf einem kleinen Hügel gelegen. Viele Blumen, eine schwarze Sonnenbrille, eine Whiskeyflasche und andere Kleinigkeiten waren niedergelegt. Sehr hübsch und wir verbrachten dort einige andächtige Minuten. Jana, ich habe ihn von dir gegrüßt. ;)
Danach haben wir noch kurz in einem Walgreens geshoppt. Haarbürste, Shampoo, Käse und Wurst für's Frühstück morgen und noch ein paar Kleinigkeiten. An der Kasse wurde man vom Kassierer auf Deutsch angesprochen. In Herndersonville! Man kann dazu nichts mehr sagen. ;) Dann gings weiter nach Nashville Downtown. So langsam gewöhnen wir uns an dieses Verkehrs-Wirrwarr. Man muss sich ein irres Geflecht an lauter sich kreuzenden Interstates vorstellen. Die Stadtpläne stimmen nicht und den Schildern kann man auch nicht immer vertrauen. Mittlerweile haben wir ein Gefühl dafür, wo wir lang müssen...weibliche Intuition. ;) Zuerst fuhren wir zum Farmers Market. Wir erwarteten ca. 200 Stände von fliegenden Händlern aller Art. Bekommen haben wir aber nur eine Blumenhalle und eine Obst & Gemüse-Halle. Die waren aber beide nicht schlecht. Riesige Tomaten, Kartoffeln, Zwiebeln, usw., das kann größentechnisch nicht normal sein und schon gar nicht Bio. ;) Nach 15 min. waren wir auch schon durch und fuhren 2-3 km weiter ins Zentrum. Wir parkten für 5 Dollar und spazierten zum Capitol. So aufregend war das nicht. Ganz hübsch, aber nichts besonderes. Davor war eine Art War-Memorial, was an die Veteranen aus dem Korea-Krieg erinnern sollte und das architektonisch an griechische Bauten erinnerte. Wir dachten erst, es ist der Parthenon, eine original Replica des Parthenon-Tempel der Akropolis in Athen. Glücklicherweise war er es doch nicht, denn dann hätte Athen ein Problem. ;) Ein paar Springbrunnen und eine Affenhitze, mehr war dort nicht. Es war gegen 12:30 Uhr und wir sind wieder ins Hotel. Skype musste ran...erst Mutti, dann Matthias. War lustig. Meine Mutti macht immer Spaß am PC. ;) Danach haben wir geruht und erstmal nicht erfolgreich nach einem Motel in Memphis gesucht. Halb fünf sind wir wieder in die Innenstadt gestartet und waren ca. 15 min. später am richtigen Parthenon, schön gelegen in einem herrlichen Park mit See. Ja, das war wirklich eine gute Nachbildung des Tempels der Götter. Wir haben ihn und den Park einmal umkreist und sind dann auf dem Broadway bis zum Endpunkt in Downtown gefahren. Dort wurde für 10 Dollar geparkt, hätten dafür aber bis 06:00 Uhr am nächsten Morgen dort stehen bleiben können. ;) Dann haben wir zuerst den "Wildhorse Saloon" besucht, eine wahrhaftig coole Line-Dance-Lokalität. Essen und Trinken gab's an der Bar mit Blick auf den Saal und die Bühne. Die "McKenzie's Mill" haben schöne Country Musik gespielt und Sarah(?) hat die Leute zum Line Dance animiert und angelernt. Wahnsinn, wieviele Menschen schon mitgemacht haben. So früh am Abend hätte man das in Deutschland wahrscheinlich erfolglos versucht. Ich hatte wahnsinnig leckere Quesadillas für 11 Dollar und Andrea hatte Fried Chicken mit einem Haufen Pommes für 12 Dollar. Ansonsten gabs Coke für je 2,50 - ein annehmbarer Preis. Wir haben uns pappsatt gegessen und noch ein bisschen mitgeschunkelt. So Line Dance macht schon Spaß. Zu zweit ist es allerdings blöd, man kann nicht mitmachen, weil wer passt dann auf die Sachen auf? :( Im Wildhorse-Shop gab's noch zwei Magneten und dann gings wieder auf den Broadway. Als wir rauskamen, waren die ganzen Bäume mit Lichterketten geschmückt. Klasse! Auf dem Broadway war nur bling bling und überall Musik. Ja, jetzt haben wir gemerkt, dass wir in der Music City sind. Toll. Überall tönte tolle Country Musik aus den Bars, es war warm, die Leute gut drauf. Wir sind dann gleich in die nächste Bar "Bent Whiskey Saloon". Die war angenehm leer und es spielte wieder eine Live-Band (wie überall). Andrea hat ein amerikanisches Lager probiert, das man sogar trinken konnte. Drei andere Deutsche saßen auch an der Bar. Sie wurden vom Sänger gefragt, wo sie als nächstes hin wollen...in zwei Tagen nach Memphis. Ach! Wir befürchten schon wir sehen sie in Graceland wieder. Ist ja immer so. ;) Nach ein paar Songs sind wir weiter gezogen. Bar Hopping nennt man sowas. ;) Wir kamen noch an der "Legends Bar" vorbei, die auf Grund der Fülle an Besuchern wohl sehr gefragt war. Tolle Musik drang zu uns, doch drinnen wäre wohl kein Platz mehr für uns gewesen. Wir hoffen auf morgen, dann versuchen wir es als erstes dort. ;) Dann sind wir noch einmal den Broadway hoch und runter geschlendert, noch in einen anderen Gift-Shop, wo Andrea Postkarten und einen weiteren Magneten gekauft hat, und dann zum Auto zurück. Reicht erstmal für heute. Gegen 22:00 Uhr waren wir wieder im Hotel. Morgen schauen wir uns die Country Music Hall of Fame und den Country Stars Walk of Fame an. Ansonsten fällt uns nichts mehr ein, was man hier noch unternehmen könnte. Aber abends sind wir wieder am Broadway, soviel steht fest, hehe. Schlaft schön (obwohl...bei euch ist ja gleich wieder aufstehen angesagt ;)).
PS: Schön, dass ihr so fleißig kommentiert. Uns freut es immer total, wenn wir den PC anmachen und von euch lesen. ;)
Mittwoch, 18. April 2012
Tag 2: Atlanta/Georgia - Nashville/Tennessee
Heute war nicht viel Action, Gott sei Dank. ;) Nach einem annehmbaren Frühstück (Andrea hatte nur Pech mit ihrer selbst zubereiteten sehr ansehnlichen, aber doch ziemlich geschmacklosen Waffel) haben wir uns vorerst von unserem luxuriösen Apartment in Atlanta verabschiedet und uns gegen 10:30 Uhr Ortszeit auf den Weg nach Chattanooga gemacht. Man sollte nicht meinen, wie viele "Waffle House's" es unterwegs gab. Wie geschaffen für Andrea...ein Running Gag. ;) Dort angekommen sind wir zuerst ins Visitor Centre, um uns ein Couponheft und andere nützliche Sachen zu besorgen. Dort wurden wir von einem älteren amerikanischen Pärchen angesprochen. Der Mann hatte uns gehört und seine Frau quasi zu uns gezerrt. Es stellte sich heraus, dass sie Deutschlehrerin war und in München studiert hat. Sie war auch schon neun mal in Berlin, aber zuletzt 1990. Sie zitterte während sie mit uns sprach, so aufgeregt war sie scheinbar. Sie wollte dann noch mit uns Beiden und dem Papiermännchen (Jack?), was ihr Enkel gebastelt hatte, ein Foto haben. Wenn sie es uns gemailt hat, bekommt ihr es auch zu sehen. ;) Jedenfalls waren sie sehr nett und haben mein schlechtes Bild von gestern (ich rege mich immer noch über diesen Zollaffen auf) wieder zurecht gerückt. Der Typ vom Center kam sogar noch hinter uns her auf den Parkplatz gerannt, um uns eine Tüte für unsere ganzen Infomaterialien zu bringen. Irre. Die meisten US-Amis sind eben doch liebe Menschen. So! Nach dem Visitor Center und nach Sichtung der Unterlagen haben wir uns entschlossen, Chattanooga mit seinen Ruby Falls (Wasserfall in einer Höhle...alles war voll mit dieser Werbung) links liegen zu lassen und direkt nach Tennessee weiterzufahren. Bleiben wir eben drei anstatt zwei Nächte dort. Es war auch erst gegen 12:00 Uhr. Ganz kurz mussten wir allerdings doch in die City, um einen Drugstore aufzusuchen...ihr wisst...Rücken. Und so sind wir auch noch am alten historischen Bahnhof vorbeigekommen. Wirklich nett. 20 Meilen vor Nashville sind wir dann von der Interstate abgefahren und haben bei CiCi's Pizza zu Mittag gegessen. Es war ein Buffet mit Salat, zahlreichen Pizza-Varianten, Pasta und Desserts sowie Getränke für 6,50 Dollar. Man konnte so viel essen und trinken wie man möchte. Wir haben es übertrieben und gegessen bis uns schlecht war. ;) Gegen 16:00 Uhr sind wir dort raus. Bei euch war's da dann schon 23:00 Uhr. Wir haben schon wieder eine Zeitzone durchquert und somit sind es jetzt 7 Stunden Zeitunterschied. Jetlag haben wir übrigens nicht ein bisschen. Das liegt daran, dass wir gestern so spät angekommen waren und somit tatsächlich wieder im Rhythmus drin waren. Hatte der Zirkus doch was Gutes. ;) In Nashville angekommen haben wir ein Motel gesucht. Wir sind direkt zum Howard Johnson aus dem Couponheft (33,-USD plus Tax), doch die "Brandnew Rooms" waren leider nirgends zu sehen. Hm, also rüber zum Quality Inn. Ach herje, 65,-USD plus Tax. Zuviel! Beim Americas Best Value Inn haben wir durch die Fenster geschaut. Nein danke! Also hoch auf den Hügel zum Comfort Inn. Sie hat sich von 69,- auf 59,-USD plus Tax bequatschen lassen, aber wir Doofies dachten, es geht günstiger. ;) Wieder rauf auf die I24 und wieder zurück Richtung Downtown. Oh ein gar nicht so übel aussehendes Days Inn...89,-USD. Der spinnt doch. Zurück auf die I24 und dann auf die I40, da gibt es doch ne Motelmeile mit 30 Motels oder so. Schade nur, dass nach gefühlten 20 km immer noch nix kam. Wer konnte auch ahnen, dass der Stadtplan East und West vertauscht? Man sollte doch annehmen dürfen, dass so ein Plan stimmt. Nicht? Also runter, gedreht und zurück in die entgegengesetzte Richtung. Aber auch da kam nix bzw. nur teures Kram. Nach geschlagenen zwei Stunden standen wir also wieder vorm runtergehandelten Comfort Inn und checkten ein. Hätten wir leichter haben können. Jaja, ihr habt leicht reden. Egal, jetzt liegen wir in den Kojen und lassen uns von den Fox News besäuseln. Gute Nacht. ;)
Dienstag, 17. April 2012
Tag 1 - The Journey has started...
...und zwar wie immer mit einer Odyssee. Was hat denn eigentlich ein Mensch verbrochen, dass er soviel Pech beim Reisen hat? *lol* Ok, also von vorn. Es begann am Samstag Vormittag. Die Hexe hat geschossen...und zwar genau in meinen Rücken. Das konnte doch jetzt wohl nicht wahr sein. So ein verfluchter Mist! Nix ging mehr. Ich konnte mich noch gerade so aufraffen, dass ich mich zur Apotheke gequält habe, um Schmerzmittel zu kaufen. Dann habe ich gegoogelt und recherchiert (wußte ich ja eh schon alles) und habe den ganzen Tag gehorsman abwechselnd meinen Rücken bewegt und mit Heizkissen gewärmt. Als es Sonntag nicht besser, sondern noch schlimmer wurde, war ich total verzweifelt. Ich habe dann Nachmittags Andrea angerufen und sie darauf vorbereitet, dass sie wieder Krankenschwester spielen muss. Daraufhin brach dort die Panik aus: was ist, wenn Rena Montag nicht hoch kommt? Gleich danach habe ich den ärztlichen Bereitschaftsdienst angerufen und mich beraten lassen. Die Ibu-Lysin, die ich genommen hatte, war völlig richtig. Ich sollte nur die Dosis erhöhen. Und auch das Bewegen und Wärmen war völlig richtig. Nun gut, der Herr Kopp hatte eine sehr beruhigende und heilende Stimme...nach dem Telefonat gings mir schlagartig besser. Ick wees, glaubt ihr jetzt eh nicht, aber war so. Die Hoffnung stiegt, dass doch noch alles gut wird. Abends beim Film "96 Hours" (richtig geil übrigens!) sah die Welt dann schon viel besser aus. ;)
Zack war's 5:45 Uhr Montag früh. Mit einem mir fast den Rücken wegätzenden Wärmepflaster von Hansaplast gings auf zu Andrea. Tobi fuhr uns zum Flughafen, Matti war auch dabei. Nach den letzten Zügen Nikotin und inniger Verabschiedung startete der Flieger gen New York mit ca. 5 min. Verspätung um 09:49 Uhr. Dort in Newark/New Jersey angekommen, mussten wir leider unser Gepäck abholen und durch den Zoll. Hier war dann der erste blöde Ami-Arsch, der mir je begegnet ist: ein Zollbeamter bei der Passkontrolle. Fragt der mich, was ich arbeite. Ich sage im Büro, in einer Verwaltung. Fragt der mich wieder, was ich da mache, ob ich Kaffee koche oder so. Da lache ich und von ihm kommt ein arrogantes und knurriges "That's not funny!". Er hat nicht locker gelassen, bis ich ihm erklärt habe, dass es die Arbeitsvermittlung ist. Dann wo wir hin wollen (und zwar ganz genau), wie lange, warum, wer Andrea ist, usw. Was für ein Blödmann!!! Affe! Aber man muss ja tief einatmen und ruhig bleiben, der bringts fertig und verhaftet einen. Außerdem hatten wir immer noch Angst, dass wir unseren Strafzettel von 2010 noch bezahlen mussten. ;)
Nach dem Zoll haben wir unsere Rucksäcke gleich wieder aufgegeben und sind nach draußen gestürmt...gegen eine Wand. Eine wahnsinnig schwüle Wand von geschätzten 28 (gefühlten 45) Grad. Mehr als zwei Zigaretten haben wir nicht ausgehalten. Jeder noch zwei SMS nach Hause und wieder rein zum Terminal B. Welche Überraschung: dort angekommen, sagte man uns wir müssen mit dem Sky Train nach Terminal A. Wir also zum Sky Train zurück (wußte gar nicht, dass es dort sowas gibt) und schwarz gefahren. Die Ticketautomaten haben wir leider leider erst beim Aussteigen wahrgenommen. ;)
Der Flieger sollte von Gate A16 starten...was ist das? Oh nein, Verspätung. Statt 14:15, nun 15:25 Uhr. Ok, geht noch. Das hat man ja alles schon viel schlimmer erlebt. Wir haben erstmal Wasser gekauft und Andrea hat ihr teuerstes trockenes Sandwich für 8 Dollar gegessen. Ich habe einen Butter-Bagel mit kaum Butter drauf verdrückt. Andrea hörte zwischendurch mal ne Ansage von einem Gate 25. Ich so: das ist nicht für uns. Später erzählte die Ansagerin nochmal was von Atlanta und Gate 25. ich so: ick geh mal kieken. Auf der Anzeigetafel stand nun: Gate changed - A25!!! Nun soll man mal nicht denken, dass A25 in der Nähe von A16 ist.. Wir bis ganz zurück zum Anfang gehetzt, es war ja schon 15:00 Uhr oder so. Wir hatten total vergessen, dass wir vorne durch die Sicherheitskontrolle sind und da gar nicht wieder rauskamen. Die Beamtin schickte uns zurück und erzählte was von einem Shuttle. Dort wieder angekommen, haben wir eine äußerst gelangweilte Tante am Schalter gefragt, sie bestellte über Funk seelenruhig einen Shuttle-Bus, der uns zu A25 bringen sollte. Die New Yorker waren mir dieses Mal echt suspekt. Um 15:20 saßen wir im Bus - allein. Der hat uns natürlich nicht direkt zum Gate gebracht, sondern nur zum Eingang von diesem Teil des Terminal A. Weiter ging das Gehetze, Treppe hoch Treppe runter, bis wir vor einem völlig verlassenen Schalter A25 standen. Klasse, Flugzeug weg. Wollen die uns verarschen? Die haben uns nicht mal ausgerufen!! Das ist Premiere! Noch niemals nicht habe ich ein Flugzeug verpasst! Ok, nicht verzagen, sondern umbuchen. Für moi gabs noch ein Plätzchen in der 16:30 Uhr Maschine, Andrea war Standby-Kandidatin. Heißt: mit mir war die Maschine ausgebucht. Sollte einer nicht kommen, bekommt Andrea den Platz. Wenn's nicht klappt, nehmen wir beide die 19:00 Uhr Maschine, dort hätten wir laut der freundlichen Schlatertante definitiv noch zwei Plätze bekommen. Als alle Passagiere eingestiegen waren, gingen wir vor und fragten wie es nun aussieht. Zwei andere hatten das gleiche Problem wie wir, benötigten aber zwei Plätze. Es fehlte wohl nur noch Michael X. Nachdem er vier mal ausgerufen wurde (wieso wurden wir nicht ausgerufen??), durften wir beide rein in die Maschine. Danke Michael!!!
Die Maschine von Expressjet war der Kracher. Links zwei Sitze, rechts nur einer. Und der Pilot war auch eine Kamikaze-Flieger. ;) Gegen 18:50 Uhr hatten wir es überstanden und glücklich in Atlanta gelandet. Dieser Flughafen ist rieeesig! Wir mussten mit einem Zug an sechs Terminals vorbei fahren, um zum Extra Terminal Baggage Claim zu kommen. ;) Angekommen am Fließband war direkt daneben ein kleines Räumchen aus Glas, wo unsere Rucksäcke auf uns warteten. Gott sei Dank!!! Raus, Rauchen. Danach gings zum nächsten Sky-Train, der uns zum ultimativen Car Rental Center brachte. Auf dem Bahnsteig wurde Andrea gleich auf ihren Jack Wolfskin Rucksack angesprochen und schwubbs waren wir als Deutsche enttarnt, weil es nach Aussage des Typen die Marke hier nämlich nicht gibt. Wieder was gelernt. Das Car Rental Center ist gigantisch. Bei Hertz kamen wir sofort dran und es dauerte nur 10 Minuten und wir hatten unseren kleinen roten Fltzer, einen Toyota Yaris. ;)) Erstaunlicherweise habe ich mich sofort wieder ans Automatikgetriebe gewöhnt und der Kleine ließ sich super fahren. Unser Motel La Quinta Inn & Suites haben wir sofort ohne Umwege gefunden und waren ca. 20:00 Uhr auf unserem Zimmer. Nein eigentlich ist es ein Appartment oder fast eine Suite. ;) Riesige Betten, getrennter Wohn-/Schlafbereich, Wannenbad, Sofa-Ecke, Kitchenette. Alles sehr schön eingerichtet und sauber! Klasse! Hier können wir uns erholen. Gegen 21:30 Uhr waren wir weggenickt. Um 03:00 Uhr heute Nacht gab's ein kleines Pläuschchen. Man war eben wach (zu Hause war es 09:00 Uhr morgens). Dann doch noch mal eingenickt und um 06:30 Uhr war die Nacht dann vorbei. Andrea hat gerade geduscht, ich schreibe schon seit ner Stunde und lache mich immer wieder kaputt, wenn ich an gestern denke. So eine Odyssee wieder. Tja, wenn einer eine Reise tut....dann hat er was zu erzählen. Achso, meinem Rücken gehts soweit ganz gut, ich brauch nur dringend einen Drugstore, um Nachschub an Tabletten zu kaufen. Und jetzt haben wir Hunger und gehen frühstücken. Hoffe, ihr hattet Spaß beim Lesen. ;)
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