Montag, 20. September 2010

ZDF

Und hier noch ein paar Zahlen, Daten, Fakten! ;)

Mitreisende: Jana, Gabi, Eve und meinereiner

Datum: 07.-17.09.2010
Tage: 11 (mit An- und Abreisetag)

Auto: Toyota Avensis TR 2.0 Automatik
Meilen: 1076 (Tacho-Stand 1. Tag: 18831, letzter Tag: 19907)
Kilometer: 1732...mehr als ich dachte!

Guesthouses: 6
Apartments: 2
Hotels: 1
=> nochmal 1000 Dank an Eve für's ganze Reservieren und Anzahlen!!!

Kosten:
114,- GBP für's Auto (anteilig) = 135,50 EUR
77,60 EUR für den Flug + 67,70 EUR Umbuchung = 145,30 EUR
exakt 700,- GBP für den Rest = 832,50
=> 1113,30 EUR


Best of...

Unterkunft: Donan House, Craigellachie Guesthouse & Corriemar (wobei eigentlich alle wirklich nett und sehr sauber waren)

Stadt: Edinburgh, St. Andrews & Oban

Dorf: Melrose, Ballater & Inveraray

Landschaft: Cairngormes, Glencoe

Strand: Silversands of Morar

Castle: Eilean Donan, Dunrobin & Dunnotar (eher eine Burgruine)

Abbey: Melrose & Dryburgh

Church: St. Conan's Kirk

Schal: in Edinburgh beim Castle (und nicht gekauft *heul*)

Mützenladen: in Armadale am Ferryport "Ragamuffin" ;)

Gänsehautfaktor: Culloden & Braemar Castle *lol*

Essen: "Ship Inn" in Melrose, "Gordon's Tearoom" in Braemar & "Riva" in Inverness (und die Starters im "Bee's & Bird's" in Stirling)

Süßigkeit: Fudge (Vanilla & Coffee Cream) & Chadbury Dairy Milk

Bett: Donan House, Craigellachie & Corriemar

Motiv: Eilean Donan, Dunnotar, Morar & Rannoch Moor

History: Massacre of Glencoe, Wallace Monument, Rob Roy's Grave

Sonntag, 19. September 2010

Fotos Fotos Fotos!!!

Einige meiner Fotos sind bereits für euch hochgeladen:

Album 1
Album 2
Album 3

Viel Spaß!

Tag 11: Stirling - Glasgow - Berlin

Spätestens 09:00 Uhr sind wir aufgebrochen (nach einem letzten Mal Porridge für Jana und mich *gg*), da wir das Auto 10:30 Uhr in Glasgow am Airport abgeben mussten. Das Wetter war so gut wie nie zuvor, kein Wölkchen am Himmel, was schon echt gemein war. :( Schottland wollte es uns so schwer wie möglich machen. Kurz nach 10:00 Uhr waren wir dann auch bei Sixt, was wir erstaunlicherweise ohne uns zu verfahren sofort gefunden haben. Da es günstiger war, selbst aufzutanken, sind Jana und ich nochmal schnell los zur Tanke, während Eve und Gabi schon im Shuttle-Bus warteten. Mit der Übergabe des Autos hat auch alles geklappt, puha, Gott sei Dank. Als wir ein paar Minuten später den Flughafen betraten: schon wieder ein Schock. Unser Flug nach Berlin hatte schon wieder über eine Stunde Verspätung. Man fragt sich doch langsam wirklich, was da bei Easyjet los ist. Und ich frage mich langsam wirklich, ob es an mir liegt!? Die Österreicher mussten uns leider schon kurz vor elf verlassen, da ihr Flieger nach London bereits 12:35 Uhr startete. Der Abschied war kurz und schmerzlos, aber so ist es eh immer am besten. ;) Wir gingen auch kurz danach durch die Sicherheitskontrolle und haben drüben noch ausgiebig Mitbringsel (Fudge, Whiskey & Co.) geshoppt. Glücklicherweise blieb es bei der einen Stunde, sodass wir nicht nochmal auf dem Glasgower Flughafen übernachten mussten. Haha! Gegen 18:00 Uhr Ortszeit sind wir gut in Berlin gelandet, obwohl wir einen echten Kamikazeflieger als Piloten hatten, der die Hauptstadt scheinbar im Sturzflug einnehmen wollte. Total erschöpft, aber mit grandiosen Erinnerungen an ein wunderschönes Land, endete auch diese Reise.

Tag 10: Oban - Loch Katrine - Stirling

Also wie schon gesagt ging es den Österreichern am nächsten Morgen leider immer noch nicht besser, da sie sehr schlecht geschlafen hatten und dementsprechend schlecht gelaunt waren, sodass ich ein Machtwort sprechen musste (sorry nochmal, Mädels). ;) Aber wir lassen uns von den Omis doch nicht die Reiselaune verderben! Um 09:10 Uhr brachen wir dann auf in Richtung Loch Katrine und machten bald darauf einen Zufalls-Stop bei St. Conans's Kirk, einer unglaublich süßen und romantischen kleinen Kirche in Lochawe am Loch Awe mit Wasserspeiern in Hasenkopfform. *gg* Ein Stückchen weiter befand sich das Kilchurn Castle, dass wir von der Kirche aus sehen konnten und auch vom anderen Ufer (wir mussten drumherum fahren) fotografiert haben. In Inveraray machten wir einen WC-Stop und kauften mal wieder in der Woolen Mill einige Souvenirs. ;) Es war ein sehr süßer hübscher Ort an einem großen Loch mit einem wunderschönen Castle. Nach gefühlten 2-3 Stunden und anstrengender kurviger Fahrt erreichten wir endlich Loch Katrine, wo wir eine einstündige Dampferfahrt auf dem Loch Katrine (hier wurde Rob Roy geboren und hier hat er gelebt) mit dem mindestens 60 Jahre alten Dampfschiff "Sir Walter Scott" unternommen haben. Es war ganz nett und wir hatten Glück mit dem Wetter, aber der Preis von 11,- GBP war keineswegs gerechtfertigt. Vor der Fahrt haben wir am Seeufer noch einen kurzen Mittagssnack eingenommen und wurden überraschenderweise von einem perfekt deutschsprechenden Koch bedient. ;) Gleich nach der Dampferfahrt fuhren wir ein Stückchen weiter nach Balquhidder zum Grab von Rob Roy. Auf dem Hügel hinter der Kirche war er gestorben und im Familiengrab liegen seine Frau und seine beiden Söhne. Eine sehr idyllische Gegend, aber als Fahrer echt der Horror, dorthin zu gelangen...hatte richtig Muskelkater vom vielen Kurvenfahren an diesem Tag. *gg* Da wir noch im Hellen zum Wallace Monument in Stirling wollten, waren wir etwas unter Zeitdruck. Im Eiltempo ging es nach Stirling und schon von Weitem war der Turm hoch auf einem Berg über der Stadt zu sehen. Sowas nenne ich mal ein Monument...wow! Ein großes Denkmal für einen großen Mann! Den Berg zu erklimmen war jedoch weniger erfreulich, man war das vielleicht steil. Aber der Ausblick über Stirling hat sich gelohnt und da gerade eine Hochzeit oben war, hatten wir auch noch Dudelsack-Livemusik. Wundervoll! Die Erleuchtung, dass man wohl auch mit dem Auto herauffahren hätte können, war etwas ärgerlich. ;) Abendessen gab es dann nach dem Einchecken im "The Haven" Guesthouse im "Bird's and Bee's", ein uriges Lokal im Landhausstil, wo wir unser Abschiedsessen genossen haben (danke nochmal an Eve und Gabi für die Einladung!!!). Das Lokal war fußläufig nur 10 Minuten entfernt, sodass ich mir endlich mal ein Guiness gönnen konnte. Hach, alle waren etwas wehmütig, aber wir waren auch supermüde vom doch sehr anstrengenden Tag.

Tag 9: Fort William - Glencoe - Rannoch Moor - Oban

Morgens sind wir nach dem ausgiebigen "cooked" Breakfast nochmal zum Ortseingang zurückgefahren, um zu schauen, um was es sich beim Old Inverlochy Castle handelt. Da es aber nur noch eine kleine Ruine war, sind wir gegen 10:25 Uhr gleich weitergefahren. Der erste Fotostop war am Loch Linnhe, ein herrlicher Ausblick. Danach ging es zum Glencoe Village, wo wir das Massacre Monument (wo 1691 die Campbells den Clan der MacDonalds abgeschlachtet haben, nachdem sie sich dort fast zwei Wochen lang gastfreundlich bewirten ließen!) besuchten und Eve und Gabi das Folk Museum besichtigten. Gegen 12 Uhr ging es weiter durch das Glencoe Tal und durch das Rannoch Moor. Eine herrliche und bezaubernde Landschaft, obwohl die Sonne nicht so wollte wie wir. Jedes Mal, wenn wir fuhren schien sie und sobald wir anhielten, um Fotos zu machen, verschwand sie hinter vereinzelten Wolken. Es war zum verrückt werden. ;) Um wieder schnell auf die Strecke nach Oban zu kommen, nahmen wir eine Nebenstraße am River Orchy entlang, die wieder nur für ein Auto ausgelegt war. Dort begegneten uns u.a. ein "Otter"-Schild (aber keine Otter), gewaltige Stromschnellen, Wasserfälle und eine tolle Hängebrücke, die wir natürlich gleich ausprobierten. Gegen 15 Uhr waren wir in Oban und gönnten uns ein teures, aber gutes, Mittagessen im Cuan Mor. Danach folgte noch etwas Shopping und um 16:50 Uhr eine einstündige Tour in der alten und bekannten Oban-Whiskey-Destillery, was äußerst interessant war. Die anschließende Probe haben wir aber glaube alle nicht so gut vertragen. *lol* Und dann ging es zum Hotel. Es war eine Ufer-Straße mit Blick auf Mull (die ganze Straße bestand aus B&B's). Wir hatten das Alltavona direkt an der hinteren Uferpromenade gebucht. Es war das teuerste Hotel auf unserer Reise, aber wir wollten uns als Abschluss mal was richtig Tolles gönnen. Wir hatten uns extra schöne Zimmer ausgesucht (alle waren unterschiedlich nach Themen eingerichtet) und Jana und ich freuten uns auf unsere römische blau-goldene freistehende Badewanne. ;) Allein die Eingangshalle war total klasse...es war wie in einem kleinen Schloss! Und der Speise"saal" war wahnsinnig luxuriös dekoriert! Als wir jedoch ankamen, meinte Carol plötzlich, sie hätte nie eine Bestätigung von uns bekommen und dementsprechend auch kein Zimmer frei. Aber wir hatten die Email mit, in der wir die Reservierung bestätigt haben...trotzdem, kein Zimmer frei. Schock! Wir waren alle supersauer. Sie meinte dann, dass sie ihre Freundin vom Corriemar anruft, ob diese noch zwei Zimmer hat. Dem war dann auch so und wir sollten die Zimmer zum gleichen Preis bekommen. Also ging es (glücklicherweise) nur 2 Häuser weiter zum Corriemar, dass auch sehr nett aussah, aber nun mal nicht unser Alltavona war, auf das wir uns so gefreut haben. :( Die etwas ältere Besitzerin war total verwirrt und schien irgendwie null Plan zu haben. Sie zeigte uns zwei Seaview Rooms, konnte uns aber trotz mehrmaliger Nachfragen nie sagen, wieviel die Zimmer genau kosten und sie schien sehr genervt. Sehr komisch...normalerweise sollte man doch freundlicher empfangen werden. Es schien nicht so, als hätte sie die Zimmer an diesem Abend noch anderweitig vermietet, also hätte sie doch froh sein können. Naja, Jana und ich hatten Glück mit dem Zimmer. Es war groß, sehr sauber und irgendwie venezianisch eingerichtet. Auch die Betten waren sehr bequem. Eve und Gabi hatten weniger Glück mit ihrem Double, dass etwas kolonialer und dunkler eingerichtet war, und dementsprechend war auch die Laune (zumindest von Eve) absolut im Keller. :( Leider haben sie in dem Bett auch nicht so gut schlafen können, da es sehr hart war. Morgens ließ ich die drei dummerweise allein, als es ans Bezahlen ging, um das Auto zum Hotel zu holen (es stand am Ufer), und so kam es, dass wir nun noch mehr bezahlt haben, als am Vorabend ausgemacht wurde. *grummel* Da war ich ja schon etwas angesäuert, dass die drei nicht ordentlich mitgerechnet und sich von der alten Omi über's Ohr haben hauen lassen. Mittlerweile vermuten wir ja schon fast, dass das von den beiden älteren Lady's eine Masche war, um gegenseitig ihre Zimmer voll zu kriegen. Mmmh, sehr verdächtig. Aber auch fast schon irgendwie clever. Oder sie haben einfach zu viel Whiskey getrunken...auch möglich. ;)

Tag 8: Dornie - Skye - Mallaig - Glennfinnan - Fort William

09:30 Uhr sind wir nach einem ausgiebigen Frühstück mit Blick auf's Castle zum Eilean Donan Castle, um es nun auch von innen zu besichtigen. Kurz vorher sind wir noch zum View Point auf einen Hügel gefahren, von wo aus man eine tolle Sicht auf's Castle und über das Loch hatte. Das Castle war von innen etwas moderner eingerichtet, da es nach einem Wideraufbau erst in den 1930er Jahren wiedereröffnet wurde. Dies tat aber keinen Abbruch, da es eine ungeheuere Gemütlichkeit ausstrahlte und dekorativ sehr ansprechend war. Einige Szenen, so z.B. in der Küche, wurden anhand von aufgestellten lebensechten Figuren nachgestellt, sodass man sich direkt in die damalige Zeit zurückversetzt fühlte. Wirklich sehr sehenswert! Gegen 11:00 Uhr folgte dann die Weiterfahrt nach Kyle of Lochalsh und von dort über die Skye-Bridge zur Isle of Skye. Drüben angekommen bogen wir nach Süden in Richtung Armadale ab und ich bemerkte ein elektronisches Schild, auf dem stand, dass die Fähre Armadale - Mallaig gecancelled wurde. Leider hatten es die anderen nicht bemerkt, sodass wir nun nicht genau wussten, welche Fähre gemeint ist. Wir vermuteten, dass es sich um die Fähre 11:30 Uhr handelte, dennoch hatte ich ein schlechtes Gefühl im Bauch. Als wir dann 11:35 Uhr am Ferry Port ankamen, sahen wir diese Fähre davon fahren und wollten unsere Tickets für die um 12:55 Uhr kaufen. Wir hatten geplant, uns bis dahin evtl. das Armadale Castle anzuschauen. Pustekuchen. Unsere Fähre war die, die auf Grund zu doller Winde gecancelled wurde. :( Ob die beiden anderen an diesem Tag fahren, konnte man uns vor 13:00 Uhr nicht sagen. Na toll. Wir verbrachten fast 2 Stunden, die echt nervenaufreibend waren, in einer kleinen Klause neben dem Hafenparkplatz, bis wir endlich die erlösende Nachricht erhielten, dass die Fähre um 14:30 Uhr fährt. Vorher shoppten Jana und ich noch im Handarbeitsladen Ragamuffin hinter der Klause und haben zwei tolle Wollmützenunikate erworben. ;) Die Fahrt selbst genossen wir dann wieder sehr entspannt auf dem Deck bei Sonnenschein. Ein wunderschöner Regenbogen begleitete unseren Weg. In Mallaig sind wir ca. um 15:00 Uhr angekommen und wir fuhren gleich weiter zu den Silversands of Morar, ehe das Wetter wieder umschlägt. Ach waren die toll...leider hatten wir keinen Sonnenschein (dass es nicht regnete, war an diesem Tag schon echt Glück). Aber bei schönem Wetter muss es dort aussehen, wie an einem Karibikstrand. Von dort aus ging es weiter nach Glennfinnan. Erst zur Railway Station (extrem dringender Toilettengang), die angeblich der Bahnhof von Hogwarts sein soll, dann zur Glenfinnan Church und dann zum Glenfinnan Monument und Viaduct. Das Viaduct müsste jeder Harry Potter - Kenner aus dem Film kennen, da dort der Hogwarts Express drüber fährt. Vom Hügel hinter dem Visitor Centre sollte man einen besonders schönen Blick haben, also machten wir uns alle auf den glitschigen Weg nach oben. Eve und Gabi gaben bald auf. Jana und ich kraxelten mutig weiter den kleinen Wasserfall-Pfad im Regen den Berg hoch, um oben dann doch enorm enttäuscht zu werden. Das Viaduct sah man nicht aus der weltbekannten Perspektive mit der Kurve und das Wetter war einfach mal richtig scheiße...total diesig und es nieselte die ganze Zeit. Wenigstens das Monument mit dem Loch Shiel im Hintergrund konnte man gut fotografieren, aber die Enttäuschung konnte es nicht lindern. Das wir auf diesem verdammten Pfad, der nur aus glitschigen nassen Steinen und Matsch bestand, nicht ausgerutscht sind, gleicht einem kleinen Wunder. Und mein rechter Fuss war auch pitschnass, weil meine neuen Gummistiefel ein Fehlkauf waren. Nachdem wir uns im Visitor Centre etwas aufgewärmt und getrocknet haben, ging es weiter nach Fort William, wo wir in einer gemütlichen Taverne in der Einkaufsstraße (es gab nur eine) lecker zu Abend gegessen haben. Es gab italienisches Essen! ;) Das äußerlich sehr ansprechende  und wohl auch edlere Seafood Restaurant direkt am Loch wollte uns ohne Reservierung keinen Tisch geben, dabei waren mindestens 20 Tische leer!!! Unser Guesthouse "Acarsaid" befand sich direkt am Ufer des Lochs, wo laut unserer Gastgeberin (eine echte Schottin, die man kaum verstanden hat) die Britannia mit der Queen an Bord angelegt hatte. Das Guesthouse war sehr nett eingerichtet und die Zimmer sehr hübsch, allerdings haben Jana und ich heute noch Abdrücke der Bettfedern auf unseren Rücken. Und die Duschhalterung und der Handtuchhalter mussten auch dran glauben. :)

Montag, 13. September 2010

Tag 7: Inverness - Loch Ness - Dornie

Heute war der erste regenreiche Tag, den wir in Schottland erlebten. Der Wettergott hat uns heute im Stich gelassen. :( Gegen 10:30 Uhr waren wir in Urquhart Castle am Loch Ness, das Monster haben wir aber leider nur in Plüschform erlebt. Das Wetter war noch halbwegs okay und trocken. Die Burgfestung an sich ist nur noch eine Ruine und man kann schlecht erahnen, wie es mal ausgesehen hat. Aber dass sie nicht allzu schwer einzunehmen war, kann man sich gut vorstellen. Dunnotar Castle dagegen war fast uneinnehmbar. Leider haben sie viele moderne Elemente in die Burg eingebracht, so z.B. Plattenwege und Bänke, die das ganze weniger historisch erscheinen lassen. Sehr schade. Nach ausgiebigem Stöbern im Nessi-Shop und Jana's "Nessi-Experience", die sie verfrüht zum Geburtstag bekommen hat, fuhren wir auf einer der landschaftlich reizvollsten Straßen Schottlands (A87) gen Westen...durch die Landschaft von Glen Shiel und den Five Sisters. Leider war das Wetter dann so trüb, dass man die hohen Munros (1000 ft. hohe Berge) rechts und links der Straße kaum erkennen konnte. Außerdem regnete es auch ziemlich stark, sodass das Fahren teilweise sehr anstrengend war. Auf halber Strecke hielten wir im Cluanie Inn, einem einsamen Guesthouse mit Snack-Restaurant, und stärkten uns mit warmen Süppchen für die Weiterfahrt. Das Cluanie Inn am Loch Cluanie liegt in etwa mittig zwischen Loch Ness und Loch Duich. Wir hofften, dass der Regen etwas nachlässt und es ein wenig aufklart, aber leider war das Gegenteil der Fall. Gegen 15 Uhr waren wir in Dornie und checkten in unser Donan House ein, dass direkt am Seeufer gegenüber der Burg Eilean Donan Castle steht, die wohl romantischste und am meisten fotografierte Burg Schottlands. Da es dermaßen stürmte und der Regen peitschte, haben wir uns alle erstmal in die Kojen gelegt und ein Schläfchen gehalten. ;) Gegen halb sechs klarte plötzlich der Himmel auf und man konnte ein paar Sonnenstrahlen am anderen Seeufer erkennen. Wir spazierten rüber zum Castle und konnten doch noch einige wunderschöne Aufnahmen im Licht der untergehenden Sonne machen, so war es doch noch ein schöner Tagesabschluss. Später am Abend waren wir noch in Dornie in einem Pub...einem von zweien in einem 8-Häuser-Dorf. Hier hatte Jana einen merkwürdigen Verehrer (für uns wird er immer "der Russe" bleiben), der abends die Lampen vom Castle angemacht hatte. Morgen geht's dann rüber auf die Insel Skye. Das Wetter soll leider erstmal weiter so bescheiden bleiben, aber vielleicht haben wir ja Glück!?

Tag 6: Carrbridge - Culloden Battlefield - Dunrobin Castle - Inverness

Nach einer fabelhaften Nachtruhe und dem leckersten Frühstück, dass wir bisher hatten, brachen wir auf. Ok, der "Black Pudding" (ich musste ihn ja unbedingt probieren) alias Blutwurst war einfach ekelhaft...und ich habe mich noch gewundert, warum mich der ältere Herr bei der Bestellung mehrmals fragte, ob es mein Ernst sei. Naja, aber dafür war das Porridge extrem lecker...Jana's und meine neue schottische Lieblingsspeise. :) Der Abschied fiel uns nicht leicht, da die Inhaber, ein älteres Ehepärchen, total nett waren und sich rührend um uns gekümmert haben. Wir fuhren dann also zum ca. 40 min. entfernten Culloden Battlefield, wo Tausende mutige Highlander einer Übermacht von Engländern gegenüber standen und bis zum ehrenvollen Tod gekämpft haben. Die Stimmung war gedrückt, da auch der Himmel weinte und wir in Wehmut versanken. Aber kaum waren wir auf dem Weg die Ostküste rauf, bis nach Golspie, schien wieder die Sonne. Das Cawdor Castle ("Macbeth") mussten wir leider von der Liste streichen, zeitlich hätten uns dann mindestens zwei Stunden gefehlt und das wäre bei Dunrobin echt Frevel gewesen. Dort angekommen (Punkt 12:00 Uhr) besichtigten wir geschlagene drei Stunden das Dunrobin Castle, ein wahrhaftiges Märchenschloss, von dem wir uns kaum lösen konnten. Die Innenräume (wir durften nur einen Bruchteil besichtigen) waren sagenhaft und der Schloßgarten direkt am Meer hat alles nochmal übertroffen. Anschließend haben wir den "Award Winning Beach" in Golspie aufgesucht und sind eine ganze Weile im strahlenden Sonnenschein am einsamen Sandstrand (allerdings viel Tang) entlanggeschlendert. Die erhofften Delphine haben wir leider nicht gesehen. Wieder in Inverness angekommen, suchten wir unsere Bleibe, das Lakefield Guesthouse. Es ist wieder sehr klein und niedlich eingerichtet. Die Zimmer sind gemütlich und sauber, so dass man sich wirklich wie zu Hause fühlen kann. Nach dem Einchecken sind wir noch runter in die Stadt und haben in einem Nobel-Italiener am Flussufer zu Abend gegessen. Sehr sehr lecker, aber das bisher teuerste Essen und der Service war oll...irgendwas war da mit den Getränken (weiß nicht mehr so genau). Sonst haben wir für unser warmes Essen am Tag maximal 8-10 Pfund gezahlt, allerdings waren das bisher auch immer Pub's. Morgen geht es gleich zum Loch Ness, mal sehen ob sich das Monsterchen blicken lässt. ;)

Tag 5: Aberdeen - Carrbridge

Wie immer ging es gleich nach dem Frühstück wieder weiter (diesmal selfmade, weil wir ein Apartment hatten). Eve und Gabi hatten die Klappcouch erwischt und dementsprechend schlecht geschlafen. Das Teil war aber auch bretthart...und wieder stellte sich mir die Frage, wie man sowas als Übernachtungsmöglichkeit anbieten kann. Meine Jeans, die ich am Vorabend in der apartmenteigenen Maschine (ohne Waschmittel) gewaschen habe, war mittlerweile auch fast trocken. :) Wir fuhren geradewegs nach Ballater, wo wir die Old Royal Station besichtigten. Das war ein niedliches kleines Bahnhofshäuschen, dass so hergerichtet war, wie damals zu Queen Victorias Zeiten. Die letzte Zugfahrt von ihr von Aberdeen nach Ballater wurde dort mit Figuren in Originalkleidern nachgestellt. Sogar der königliche Waggon war zu besichtigen...prunkvoll ohne Ende. Nach einer ausführlichen Besichtigung ging es weiter nach Braemar. Der Weg dorthin führte uns zu unserem nächsten Stop: Balmoral Castle...naja, wohl eher nur bis zum geschlossenen Tor, dass von zwei Bobby's bewacht wurde. Die Queen und die gesamte Royal Family verbringt dort nämlich immer im August und September ihren Sommerurlaub. Schöner Mist. Nicht mal einsehen konnte man dieses traumhafte Schloss. Stattdessen besuchten wir gleich gegenüber die Crathie Church, in der die Queen & Co. zum Gottesdienst gehen. Niedliche kleine Kirche, aber im Grunde nichts Besonderes. Gegen 13:00 Uhr fuhren wir dort wieder weiter und zwar direkt nach Braemar, wo wir als erstes bei "Gordon's" etwas zum Mittag gegessen haben. Wieder typisch schottisch...vegetarische Lasagne, Reis-Curry, Backkartoffel und Chicken Wings. ;) Ach halt, kurz vor Braemar waren wir ja noch beim Braemar Castle, wo mal ein 'dunkler Lord' gelebt hatte. Er soll dort heute noch als Hausgeist umherstromern, weil er das Castle damals in Brand gesetzt hat und nun keine Ruhe finden darf. Beliebt war er eh nicht besonders, so rief er z.B. seinen Diener stets mit einem Pistolenschuss herbei. Beim Castle angekommen, das nicht sonderlich einladend wirkt, entschieden wir uns dann doch gegen den Eintrittspreis von 5 Pfund und gingen zurück zum Auto. Ein paar Meter weg vom Castle fing es auf einmal total zu stürmen an und es schüttete wie aus Eimern. Beim Auto angekommen, hörte es plötzlich wieder auf und in Braemar selbst gab es wieder strahlend blauen Himmel und Sonnenschein, wie auch vor dem Castle-Besuch. Haltet uns für verrückt oder nicht, aber wir vermuten alle einstimmig, dass uns der "Black Colonel" damit eins auswischen wollte, weil wir nicht ins Schloss gegangen sind. So haben wir zumindest auch unsere schottische Gruselgeschichte im Reisegepäck verstaut. ;) Nach dem Mittagessen waren wir noch in einem traditionellen Ladengeschäft, wo ich mir endlich mein Schal-Mützenset aus schottischer Lammwolle gekauft habe. Es handelt sich dabei um den Diana Memorial Tartan, wo vom Preis auch eine Donation an den Diana-Fond abgeht. Das war also mein gutes Werk von heute. ;) Nach einer kleinen Exhibition von der Geschichte von Braemar ging es zurück bis fast nach Ballater, da wir von dort aus die Nordroute durch die Cairngormes (Nationalpark in den Highlands) bis nach Carrbridge nahmen. Zwischendurch mussten wir immer wieder Fotostops machen...sei es wegen faszinierenden und spektakulären Aussichten oder um Hochlandrinder zu belästigen. ;) Die Straße war aber ein wahrer Krampf. Zu schmal für zwei Fahrzeuge und berg-und-talig ohne Ende. Diese tollen "Passing-Lanes" waren immer an den Stellen, wo man sie nicht gebrauchen konnte und die Autos vom Gegenverkehr kamen immer hinter einer Kuppe in einer Kurve. Toll, gell? Gegen 18:30 Uhr checkten wir dann im Craigellachie Guesthouse in Carrbridge ein. Wir wurden sehr freundlich empfangen und die Zimmer sind einfach zuckersüß und blitzblank. Ich habe selten sowas niedliches wie dieses Guesthouse gesehen. Wir gingen gleich noch zur "berühmten" Carrbridge, einer alten Steinbrücke aus dem 16. Jahrhundert, die noch gut erhalten ist. Da Carrbridge ein ziemlich winziges Örtchen ist, war die Brücke nur 2 Gehminuten vom Guesthouse entfernt. Nun relaxen wir gerade alle ein bisschen, bevor wir uns gleich unten in die gemütliche Lounge begeben, um dort noch ein wenig zu kniffeln. ;)

Freitag, 10. September 2010

Tag 4: Dundee - Aberdeen

Wir standen früh auf, da es nur bis 8:30 Uhr Frühstück geben sollte. Das Scottish Breakfast ist etwas gewöhnungsbedürftig: Porridge (Haferbrei?), Bacon, Eggs, etc...kein Käse. :( Anschließend brachen wir gleich zum Hafen auf, weil wir die RSS Discovery besichtigen wollten. Da es erst um 10:00 Uhr öffnete, waren wir vorher noch im Lidl und haben uns mit dem Nötigsten versorgt...ja, auch in Schottland gibt's Lidl und Aldi. ;) Bevor man zum Schiff kommt, konnte man noch durch eine Exhibition durch, die wirklich sehr interessant war. Man hat viel über die Expedition zum Südpol gelernt und auch, was das Schiff sonst noch so mitgemacht hat (z.B. im 1. Weltkrieg in der Behringsee) oder wie es der Mannschaft ergangen ist. Die Besichtigung des Schiffes war einfach klasse. Es ist schon toll, auf so einem riesigen Dreimaster rumzustöbern, zumal wir das Schiff fast für uns alleine hatten. ;) Gegen halb 12 ging es dann weiter in Richtung Norden nach Arbroath. Die dortige Abbey war wieder wunderschön, genauso wie die im Süden. Wobei mir Melrose und Dryburgh noch besser gefallen haben. Das Wetter hat uns heute den ganzen Vormittag leider nicht so gut mitgespielt, d.h. auf dem Schiff hatten wir Regen und in der Abbey war es auch noch arg bewölkt. Erst beim Dunnotar Castle nähe Stonehaven, zu dem wir nach der Abbey gefahren sind, klarte es auf und die Sonne ließ sich blicken. So kam es, dass wir diese unglaublich beeindruckende Burgruine, die völlig abgeschirmt vom Rest der Welt auf einem Felsblock im Meer thront, gegen Ende der Besichtigung doch noch bei strahlend blauem Himmel und Sonnenschein genießen konnten. Aber der Aufstieg, der vorher einen enormen Abstieg voraussetzte, war der blanke Horror. Wir waren total fertig und absolut am Ende. *fg* Aber die Strapaze hat sich definitiv gelohnt. Gegen 16:15 Uhr lösten wir uns von diesem traumhaften Anblick und fuhren schnurstracks nach Aberdeen zu unserem City Wharf Apartment, dass wir mit einigen Anlaufschwierigkeiten gegen 17:15 Uhr gefunden hatten. Blöd nur, dass das Büro nur bis 17 Uhr auf hat. Glücklicherweise war die Dame noch da und gab uns, natürlich erst nachdem wir die Tür fast eingeklopft haben, grummelnd unseren Code für das Zahlenschloss vom Apartment. Und ohje...es war im 2. Stock. Also hieß es Koffer schleppen und wieder mal Treppenstufen steigen. Unsere Waden werden morgen wie die Hölle schmerzen. Oha! Aber morgen dürften die Besichtigungen nicht allzu anstrengend sein. Gleich morgen früh brechen wir auf in Richtung Braemar, das mitten in den Highlands liegt. Die Queen und auch Prinz William befinden sich gerade dort auf ihrem Sommersitz Balmoral Castle. Drückt uns die Daumen, dass wir mal ein paar Royals sehen. :)

Tag 3: Edinburgh - St. Andrews - Dundee

Um 08:00 Uhr war Aufstehen angesagt, da wir frühzeitig in die City wollten, um die Sightseeing Bustour zu machen. Hach, Jana und ich waren fast wie neu geboren nach soviel Schlaf. *fg* Wir suchten im Zentrum einen Parkplatz, den wir nicht fanden (wie überraschend), aber parkten dafür fast direkt an der Waverly Bridge in einer Seitenstraße der Royal Mile. Auf der Brücke starteten die ganzen Bustouren und wir konnten direkt einsteigen, als wir dort ankamen. Das Wetter war wieder fantastisch und Edinburgh ist eine traumhaft schöne Stadt (natürlich nicht für rechtsfahrgewöhnte Autofahrer!!!). Edinburgh Castle, Carlton Hill, Scott Monument, Balmoral Hotel oder die Old Town...alles wahnsinnig toll. Nach 30 min. Fahrt sind wir ausgestiegen und haben das Castle besichtigt, von dem aus wir einen unglaublichen Ausblick über die Stadt bis hin zum Meer und einer vorgelagerten Insel hatten. Innen besichtigten wir lediglich das War Memorial und das Prison (Gefängnis), da wir nicht allzu viel Zeit hatten (Parkschein galt bis 13:07 Uhr). Wir fuhren mit dem Bus die Runde zu Ende und waren 12:35 Uhr wieder auf der Waverly Bridge. In der Cockburn Street, wo unser Auto stand, gingen wir noch ein wenig shoppen und fuhren dann direkt los nach St. Andrews. Es war ein Krampf, bis wir aus Edinburgh herauskamen...es kann doch nicht so schwer sein, ordentliche Straßenschilder aufzustellen, oder? Wieso können die das nicht? *kopfschüttel*
St. Andrews ist eine kleine niedliche Universitätsstadt an der Ostküste, die die älteste Uni von Great Britain beherbergt (ja, älter noch als das Oxford College). Wir besichtigten dort das Castle und die Cathedral, die ebenfalls gigantische Ausmaße gehabt haben muss. Wir spazierten bei blauem Himmel und Sonnenschein direkt am Meer entlang und genossen sie Seeluft...hach, wundervoll. Anschließend fuhren wir noch zum Madres College, dass dann aber doch nicht so sehenswert war, wie ich gedacht habe. Ich habe mir einen schönen Campus mit großem Garten vorgestellt, aber es war dann doch sehr einfach gehalten. Gegenüber von der Trinity Church fanden wir wieder einen Pub namens "The Rule", der innen doch größer war als erwartet. Sehr stilvoll eingerichtet und sogar mit Biergarten. Da es warm war und die Sonne noch schien, setzten wir uns hinten in den urigen Biergarten und aßen Fish & Chips, Caesars Salad und Nachos. Typisch schottisch also. ;) Danach ging es langsam rauf nach Dundee (natürlich wieder mit einigen Umwegen). Unser Hotel, das "Cullaig Guesthouse", fanden wir merkwürdigerweise ziemlich schnell, sodass wir schon gegen 19:00 Uhr eincheckten. Und auch an Scott's Dreimaster sind wir schon kurz vorbeigefahren, den wir morgen früh aber noch ausführlich begutachten wollen. Den Abend haben wir ruhig ausklingen lassen. Unsere beiden Zimmer ganz oben unterm Dach sind eigentlich sehr gemütlich, wobei Jana und ich echt das Schrottzimmer abgefasst haben: Heizung funktioniert nicht, eine einzige Steckdose hinterm Schrank und das Schlimmste...die Tür geht nicht zu schließen. Wäre nicht weiter wild gewesen, wenn wir nicht noch ein drittes Zimmer zwischen uns gehabt hätten, das wohl auch bewohnt war (man sah beim reinluken schwarze Socken über der Heizung). Wie man sowas vermieten kann, ist mir schleierhaft. Aber egal, uns klaut sicher niemand. Das Bad war auf dem Gang...klein aber fein. Vorhin haben wir noch drei Runden gekniffelt, aber gegen die Österreicher macht das keinen Spaß...wir haben ständig verloren. :( So, da Jana gerade den Fernseher und das Licht ausgemacht hat, war das wohl das Zeichen, nun schlafen zu gehen. *lol* Es ist jetzt 22:40 Uhr und morgen um 08:00 Uhr müssen wir beim Frühstück sein. ;) Mal sehen, was der morgige Tag so bringt. Bisher war es einfach eine tolle Reise (natürlich erst ab dem Zeitpunkt der Mietwagenübergabe...vorher ist echt gestrichen!!!).

Tag 2: Glasgow - Edinburgh

7:45 Uhr bin ich dann aus lauter Verzweiflung nochmal vom Ankunftterminal durch den ganzen Flughafen bis zum Abflugterminal und habe ein anderes Telefon gesucht und siehe da...es gab tatsächlich in einer Ecke ein kleines weißes Telefon, über dem in kleinen Buchstaben Sixt stand. Natürlich nicht offensichtlich, denn dann wäre es ja leicht zu finden gewesen. Mit einer Kurzwahlnummer erreichte ich das Sixt-Büro und hatte wieder nur die Bandansage dran. Ich habe dann dort bis um acht gewartet und habe dann sofort "Will" (oder so ähnlich) erreicht, der dann meinte "Ach Frau Büttner, dachte schon sie melden sich nicht mehr!" Blöder Scherzkeks. Der wäre doch eh nicht ans Telefon gegangen, selbst wenn wir pünktlich gewesen wären. Jedenfalls holte man uns dann ein paar Minuten später ab und wir bekamen endlich unser Auto: einen riesigen Toyota Avensis in silber. Boah, der ist fast so lang wie ein Bus. Nach einer umfangreichen Einweisung von Will's nettem Kumpel, ging es dann gegen kurz vor neun endlich los nach Glasgow. Die Sonne schien, es war strahlend blauer Himmel und angenehme 16 Grad ohne Wind. Unsere Pechsträhne schien endlich ein Ende zu nehmen. Circa eine Stunde später fuhren wir nach Edinburgh rein und versuchten ohne Stadtplan, aber mit einer Michelin-Wegbeschreibung die richtige Straße zu finden. Circa 45 Minuten und zahllose Wendemanöver später fanden wir durch Zufall, aber wirklich durch Zufall, die Dalry Gait und fuhren auf den Parkplatz von unserem Apartment. Eve und Gabi kamen heraus und wir begrüßten uns erstmal erleichtert. Es gab noch ein Problem mit dem Reifen. Die Felge sah merkwürdig verformt aus und aus Angst vor einem Platten rief ich erstmal Tobi an. Großer Fehler, er schiss mich erstmal zusammen. Blödmann! Möchte den mal im Linksverkehr sehen, da kann am Anfang eine Berührung mit der Bordsteinkante schon mal vorkommen (Nachtrag: es stellte sich heraus, dass es schon rostete und somit nicht von mir gewesen sein konnte). Unsere Bleibe war sehr schön eingerichtet, großzügig geschnitten (3 Schlafzimmer, 2 Bäder, großes Wohnzimmer und Küche) und vor allem auch sehr sauber. Nach etwas frisch machen und ein bisschen Quatschen mit Eve und Gabi entschlossen wir uns dazu, uns nicht hinzulegen, sondern den Tag irgendwie durchzustehen und dafür früh ins Bett zu gehen. Also brachen wir gegen 12 Uhr auf in Richtung Süden. Als erstes fuhren wir zur Roslin Chapel, die wir nach kurzer Zeit schon erreichten. Eine wunderschöne kleine Kirche, nur leider doch irgendwie anders als im Film "The Da Vinci Code". Wir hatten so tolles Wetter, dass der Besuch ein echter Genuss war. Nur das Sanierungsgerüst trübte das Bild etwas. Danach ging es weiter zur Dryburgh Abbey. Eigentlich sollte es zur Melrose und zur Jedburgh Abbey gehen, aber Leute...die Schotten müssen echt mal lernen, ihre Straßen ordentlich auszuschildern. Man muss ja ständig alles erraten. Ihr müsst euch vorstellen...da kommt an der Autobahnabfahrt ein Schild mit der Meilenangabe und wenn du abfährst kommt ein Roundabout (Kreisverkehr) ohne jegliche Beschilderung. Suchst du dir eine Richtung aus, fährst du ewig in die falsche Richtung (wieder über mehrere unbeschilderte Roundabouts) bis du letztendlich merkst, dass du falsch bist, weil dann mal ein Ort kommt, den du auf der Karte wiedererkennst. Echt grausam. Wir mussten unsere Route auch schon etwas umstellen, da es in den Highland sicher noch schlimmer wird, was zu finden, und wir haben dort echt viel auf dem täglichen Programm. Aber zurück zur Dryburgh Abbey. Die war wieder echt der Hammer. Was für gigantische Bauwerke das gewesen sein müssen. Wahnsinn! Natürlich ist nicht mehr allzu viel davon da (Jedburgh wäre besser erhalten gewesen, aber wie unsere Österreicher sagen würden: "Das ging sich zeitlich nicht aus."), aber man kann die riesigen Ausmaße erahnen. Nach Dryburgh fuhren wir noch zur Melrose Abbey...wunderschön!!! Dort verbrachten wir auch eine Menge Zeit, bis wir schließlich 17:40 Uhr rausgeschmissen wurden, weil sie 17:30 Uhr geschlossen haben. Wir haben dann noch im "Fish Inn", einem urigen kleinen Pub in Melrose, zu Abend gegessen. Dass man in einem Pub nur am Tresen bestellen und bezahlen kann, war mir neu, aber die anderen meinten, das sei eigentlich normal...wieder was gelernt. ;) Melrose war übrigens ein supersüßes kleines Städtchen, das sehr auf sein Äußeres bedacht ist. Sie haben auch einen Beautiful Award gewonnen, oder wie das Ding hieß. Mit Recht, es war wirklich wunderschön. Als letztes stand Sonnenuntergang auf dem Carlton Hill in Edinburgh auf dem Tagesprogramm, der in etwa um 19:45 Uhr sein sollte. Wir kamen auch relativ pünktlich dort an, aber leider waren dann Wolken aufgezogen und wir haben die Straße (wenn es überhaupt eine gibt), die zum Berg raufführt, nicht gefunden. Ich war dann auch dermaßen fertig mit der Welt, dass ich einfach nur noch ins Bett wollte. Der fehlende Schlaf und die enorme Konzentration beim Fahren wegen des Linksverkehrs und dann noch abends in dieser verkehrstechnisch grauenhaften Stadt...ich war am Ende. ;) Aber nichtsdestotrotz war es ein wunderschöner Tag gewesen (wenn man den Beginn ausblendet). Die Abbeys und auch die Landschaft südlich von Edinburgh sind absolut sehenswert. Ich glaube gegen halb zehn bin ich schlafen gegangen und war auch sofort weg. ;)

Donnerstag, 9. September 2010

Tag 1: Berlin - Glasgow

Es lief mal wieder alles schief, was schief gehen kann. Jana und ich waren pünktlich um 16:00 Uhr am Flughafen in Schönefeld und unser Flieger sollte 17:25 Uhr starten. Wir gingen zum Koffer-Check-In und standen dort eine geschlagene Stunde an. Als wir endlich dran waren, sagte uns die "nette freundliche" Dame vom Schalter, dass unser Flug erst 20:10 starten würde. Auf die Frage warum, bekam ich nur eine schnippische Antwort. Und zu Jana meinte sie noch, dass es evtl. auch noch später werden kann. Super! Mal wieder ein klasse Anfang eines Urlaubs. Die Erinnerung an die 4 Std. in Frankfurt im März waren plötzlich in meinem Kopf. Na gut, etwas säuerlich nahmen wir unseren "Entschädigungscoupon" von Easyjet für Cindy's Diner i.H.v. 4,-€ und bestellten uns was zu essen. Gegen 17:30 Uhr stand auf der Anzeigetafel plötzlich 20:45 Uhr! Nach Tobi's Recherche im Internet erfuhren wir, dass an diesem Tag bereits mehrere Flüge (Paris, Nizza, London) gänzlich gestrichen wurden. Die Erinnerung an die 11 Std. im Flughafen von Dubai wurden wach. Nun ja, schließlich startete unser Flieger 21:45 Uhr Richtung Glasgow. Nach mehrmaligen Telefonaten mit dem Handy (ich freue mich auf die Rechnung) mit Sixt, wollte der Herr gegen eine Gebühr von 25,- GBP bis 22:00 Uhr auf uns warten. Allerdings konnten wir ihn schon seit 19:54 Uhr nicht mehr erreichen, da dann bereits die Mailbox ranging. In Glasgow angekommen standen wir nach einer Weile allein am Flughafen...kein Sixt-Mensch weit und breit. Telefonisch war er nicht erreichbar. Es war mittlerweile 23:00 Uhr. Glücklicherweise war direkt gegenüber des Ankunftsterminals ein Holiday Inn. Wir dachten "yeah, unsere Rettung". Schnell liefen wir hinüber, um dann direkt zusammenzubrechen. Kein einziges Zimmer war mehr frei und laut Rezeptionistin auch keins in den Hotels der näheren Umgebung. Sie könne sich das auch nicht erklären. Schreck, lass nach!!! Wir hätten brechen können und waren den Tränen nahe. Na gut, wir suchten uns dann ein lauschiges Plätzchen im Terminal und frusteten erstmal eine ganze Weile vor uns hin. Später zogen wir dann in die erste Etage des Terminals um, da es uns dort "gemütlicher" erschien. Wir legten uns längelang auf die Sitze und waren nach kurzer Zeit in Gesellschaft von mind. 12 weiteren Gästen, die wohl auch gestrandet waren. Die waren sicher auch im Glasgow-Flug aus Schönefeld. Wir lagen in einer ziemlich leeren Halle und direkt gegenüber waren diese Absperrbänder aufgestellt. Ich sagte noch zu Jana "Nicht dass, wenn ich aufwache, dort alles voller Leute ist, die mich anstarren". Ich schlief dann auch irgendwann ein und nach ca. 2 Std. fühlte ich mich plötzlich irgendwie unwohl. Ich machte die Augen auf und der Bereich gegenüber war voller Leute, die mit dem ersten Flieger nach Ibiza wollten. Echt toll!!! Das Büro von Sixt sollte laut unserem Plan 07:00 Uhr aufmachen, also liefen wir eine halbe Stunde vorher los und fragten eine Busfahrerin nach dem Weg und sie schickte uns in die falsche Richtung. Nach einer riesigen Runde um das Flughafen Gelände (mit Trolleys!) kamen wir wieder vorne an, erfolglos. War die etwa besoffen? Ich fragte bei Avis nach, der uns wieder auf ein Telefon im Airport hinwies, also liefen wir zurück und riefen wieder bei Sixt an...Mailbox.

...Fortsetzung folgt.

Montag, 6. September 2010

Juhu...nur noch ein paar Stunden!!!

Und dann geht's auf nach Good Old Scotland. ;)
Morgen nochmal kurz auf Arbeit und um 17:25 Uhr startet der Easyjet-Flieger von Berlin-Schönefeld nach Glasgow und von dort geht's dann direkt mit dem Auto weiter bis nach Edinburgh, wo wir schätzungsweise(?) gegen 22:00 Uhr ankommen...falls ich mich schnell an den Linksverkehr gewöhne. *g* Eve und Gabi werden erst gegen Mitternacht eintrudeln. Ich hoffe nur, dass man uns auch ins Apartment lässt...so spät. Die Antwort der Besitzerin war "no problem", was auch immer das bedeuten mag. :/ Übernachten werden wir im Dalry Gait Appartment mitten in der City (44,50€ p.P. für 2 Nächte). Hoffen wir mal, dass wir ab Mittwoch Glück mit dem Wetter haben. Aktuell sind die Aussichten nicht besonders rosig...bis Samstag ist Regen vorausgesagt. :(