Irland war zum Teil ganz anders, als ich es mir vorgestellt habe, aber total schön. Die Reise hat mich fix ca. 450€ (Flug, Hotel, Auto, Sprit) gekostet. Hinzu kamen noch Mittag- oder Abendessen, Snacks und Eintritte/Busse. Dublin war natürlich am teuersten, aber auch Cork ist nicht so günstig gewesen. Aber das war uns vorher klar. Was hat mir am besten gefallen? Hm, schwer zu sagen. Die Cliffs of Moher waren schon beeindruckend, aber die Fahrt durch den Killarney Nationalpark hat das nochmal getoppt. Die Landschaft war atemberaubend. Und die gesamte Fahrt über die Halbinsel Dingle war wunderschön. Nicht zu vergessen den zauberhaft unberührten und wahnsinnig breiten Inch Beach. An Orten haben mir Dingle, Killarney und Kenmare ausgesprochen gut gefallen. Cork hingegen hat mich eher enttäuscht...es ist eher eine unschöne Arbeiterstadt. Tja und Dublin ist so ganz hübsch, mit seinen Pubs und dem Liffey, aber meine Lieblingsstadt wird es nicht. Dafür habe ich zu viele Vergleichsmöglichkeiten, die Dublin locker schlagen. ;) Sehr toll fand ich übrigens noch die Celtic Nights mit den River Dancern und der grandiosen Band. Den besten Salat gab es im Black Castle in Cork und das beste Frühstück hatten wir auch in Cork. Allgemein hatten wir mit unseren Unterkünften wirklich ein glückliches Händchen. Das Annendale B&B außerhalb Dublins war total zuckrig und das Frühstück mit den Aussies und Kanadiern sehr interessant. Die Farm war sehr ländlich eingerichtet, aber neu und hübsch. Das Ashbrook B&B in Killarney war auch absolut süß, aber leider war das wackelige Doppelbett etwas anstrengend. Die Rose Lodge in Cork war total abgedreht, aber das Zimmer dafür etwas ungemütlich. Naja und das Arlington in Dublin war einfach nur überteuert, die Zimmer sehr schlicht, aber die Lage unschlagbar. Alles in allem war ich von diesem Kurztrip begeistert. Südirland hat so viel zu bieten und es gibt noch wahnsinnig viel zu entdecken. Auch auf Nordirland mit Belfast, Connemara und dem Giants Causeway bin ich schon gespannt. Gerne auch wieder mit meiner Chrissi, denn wir waren ein perfektes Gespann. An dieser Stelle sende ich mal einen fetten Drücker nach München. ;) Bis bald, ihr lieben Leser, und Danke für's "mitfahren".
"Die gefährlichste aller Weltanschauungen ist die der Leute, die die Welt nicht angeschaut haben." (Alexander von Humboldt)
Samstag, 20. Juni 2015
Montag, 8. Juni 2015
Tag 6: Dublin - Berlin
Ich glaube, wir sind gegen 8:30 Uhr aus den Federn gehüpft. Heute ist Abreisetag und wir müssen uns schweren Herzens schon wieder von Irland verabschieden. Wir packten unsere Sachen abreisefertig, machten noch ein obligatorisches Selfie auf der Halfpenny Bridge und suchten uns danb auf der O'Connel Street etwas, wo wir frühstücken konnten. Gegenüber des noch geschlossenen Souvenirladens Ecke Earl Street, in den ich dann noch wollte, wurden wir fündig. Es hieß Cafe Kylemore, eine Art Kantine mit Selbstbedienung, und hatte alles zu bieten, was das Frühstückherz begehrte. Wir setzen uns ans Fenster mit Blick auf "The Spire" und beobachteten die geschäftigen Dubliner, denen man ansah, dass sie Montage genauso scheiße finden, wie wir. "The Spire" wird übrigens das 123 m hohe Dubliner Wahrzeichen mitten auf der O'Connel Steet genannt. The Spire, also die Spitze, wird auf irisch mit "Turm des Lichts" übersetzt, denn in der Spitze dieser 126 Tonnen schweren Edelstahlnadel befindet sich ein Licht, dass bis in die Dublin Bay und ins Umland sichtbar ist. Die Nadel steht seit 2003 an der Stelle, wo 1966 die Nelson-Säule von abtrünnigen IRA-Mitgliedern gesprengt wurde. Am Fuß beträgt ihr Durchmesser 3 Meter, an der Spitze 15 Zentimeter. Sehr witzig finde ich ja auch wieder ihre Spitznamen, wie z.B. Spike, Stiletto in the Ghetto oder Stiffy by the Liffey. Die Dubliner sind bei sowas echt erfinderisch. Wie auch immer...die Nadel ist schon sehr beeindruckend, wenn man direkt davor steht. Geniales Teil! Nach dem Frühstück waren wir noch in besagtem Souvenirladen, in dem es nur Müll gab und Chrissi holte sich noch im "Lush" ein paar Mitbringsel. Auf dem Weg zurück waren wir noch in einem anderen Souvenirshop, in dem ich noch ein T-Shirt für Mika ("Mine is a Pint") erstand. Dann trennten sich unsere Wege schweren Herzens. Chrissi flog erst 2,5 Std. nach mir und hatte daher ja noch Zeit, ein bisschen in Dublin umherzuschlendern. Ich ging ins Hotel, holte meinen Rucksack und fuhr mit dem 16er Bus zurück zum Flughafen. Mein Kleingeld hatte nicht ganz gereicht, aber die nette Busfahrerin nahm mich trotzdem mit. ;) Ich hatte im Doppeldecker die obere 1. Reihe für mich, sodass ich nochmal schön Sightseeing machen konnte. Im Flughafen selbst, ich war in unvorstellbaren 5(!) Minuten durch die Pass- und Sicherheitskontrolle durch, schlenderte ich noch durch diverse Shops, um mir die Zeit zu vertreiben. Gekauft habe ich aber nichts mehr, außer einem Chai Latte bei Starbucks. In einer gemütlichen poppig bunten Lounge ließ ich mich dann nieder und fing an, den Blog von gestern zu schreiben. Ich war so vertieft, dass ich fast vergessen hätte, rechtzeitig zum doch recht weit entferten Gate zu gehen. Der Flieger war dann sehr pünktlich und der Flug an sich total ruhig. Gegen 18:20 Uhr war ich wieder zu Hause.
Tag 5: Cork - Rock of Cashel - Dublin
Unser vorletzter Tag in Irland begann mit dem besten Frühstück bisher. Die Rose Lodge ist ja eine eher extravagante Unterkunft mit einem besonderen Stilmix von abstrakten und landschaftlichen Gemälden, abgefahrenen Figuren, wie z.B. einem großen glitzernen Elefanten oder ein Nashornkopf über dem Frühstückstisch sowie Möbeln aus der Rokoko- und der Neuzeit. Wirklich sehr abgedreht, aber wir fanden es cool. Es gab warme Croissants, Lachs, Eier wie gewünscht und vieles mehr. Der Besitzer brachte uns auch Chili-Lachs und Lachspastete aus einer landesweit bekannten Lachsräucherei zum Probieren. Dort wurde sogar schon Lachs für die Queen verarbeitet. Fanden wir sehr nett von ihm. Er war generell recht redselig...ist nicht so ganz was für uns am frühen Morgen. Nach dem Frühstück ging es auch schon los auf die Autobahn Richtung Dublin. Nach ca. dem ersten Drittel fuhren wir runter und zum Rock of Cashel, einer alten Burgruine aus dem 4. Jahrhundert auf einem 65 m hohen Hügel. Den Eintritt fanden wir mit 7 € etwas überzogen, aber wo wir nun schon mal da waren... Die Burg hat sich aber schon irgendwie gelohnt. Immerhin hat hier früher die irische Elite gelebt und war Heimat der Könige von Munster. Ab dem 10. Jahrhundert war sie dann Bischofsitz. Sie wirkte mystisch und düster, wie aus einem Märchen. Den entsprechenden Rapunzelturm gab es auch. Nicht zu vergessen, die unzähligen Raben, die immer krächzend um die Burgruine kreisten. Fast schon gruselig. Der Legende nach sollen hier Feen und Geister leben...ich vermute ja eher, dass hier Geister von bösen Toten umherspuken. Leider rannte die Zeit und wir mussten weiter. Wir tankten nochmal für 5 € (es war das einzige Mal, dass wir tanken mussten), damit wir einen evtl. Stau noch verkraften konnten. Er kam aber nicht und wir fuhren auf den Punkt genau 5 Minuten vor der Abgabezeit um 12:25 Uhr auf das Gelände von Enterprise. Ich hatte schon Angst, dass sie uns noch einen weiteren Tag berechnen, aber unser Timing war perfekt. Mit dem Shuttle fuhren wir zum Busterminal und mit der Linie 16 für 3,30 € in ca. 45 Minuten bis zur O'Connel Street im Zentrum von Dublin. Unser Hotel lag 50 m neben der O'Connel Bridge, direkt am River Liffey. Die Brücke ist 70 m lang und auch genauso breit und damit einmalig in Europa. Das Arlington Hotel hat somit natürlich eine unschlagbar gute Lage, was sich auch im Preis wiederspiegelte. Ansonsten waren die Zimmer recht einfach und weniger gut gepflegt, aber geräumig und halbwegs sauber. Zum Hotel gehörte die sehr urige ritterlich anmutende Knightsbridge Bar und unten drunter die Bar, in der jeden Abend die Celtic Nights stattfindet, die am längsten andauernde Irish Dance & Dinner Show von Dublin. Wir reservierten uns gleich einen Tisch für 20 Uhr. Der Preis für die Show inkl. 3-Gänge-Dinner betrug 33,95 € und ich kann vorweg nehmen, dass wir es nicht bereut haben. Danach mussten wir unbedingt Mittag essen, da unsere Mägen in den Kniekehlen hingen. Nach ein paar Minuten wurden wir auch fündig und ich bekam endlich meine seit Killarney herbeigesehnten Spagetti Carbonara. Und das auch noch für einen Knallerpreis (Garlic Bread, Pasta u. Getränk für 10,95 €). Wir entschieden uns danach für eine Hop-on-hopp-off-Tour, auch wenn der Preis dafür unverschämt hoch war und es sich für uns kaum lohnte. Allerdings hatten wir nur noch heute Nachmittag für Dublin Zeit und dies war die einzige und beste Möglichkeit so viel wie möglich von der Stadt zu sehen. Über die Docklands führte uns der Weg zum Dublin Castle, wo wir auch ausstiegen und ein wenig die Gegend erkundeten. Wir fuhren auch an vielen hübschen Kirchen vorbei, die ich mir gerne angeschaut hätte, wenn mehr Zeit gewesen und sie keinen Eintritt gekostet hätten. Eintritt zahlen für das Haus Gottes...das muss ich sowieso nicht verstehen. Bei der Guiness Brauerei stieg dann Chrissi alleine aus, da dieses Ziel nicht so zu meinen Prioritäten zählte. Der Bus fuhr weiter an der Jameson Destillery, am beeindruckenden Dubliner Gefängnis (hätte ich mir gerne angeschaut, aber machte gerade zu) und am Haus des irischen Präsidenten vorbei. Daneben war der Zoo, den man aber nur erahnen konnte. Ansonsten hatte ich das Gefühl, dass sich so ziemlich alle Dubliner in den riesigen Parks befanden. Das Wetter war aber auch wirklich fantastisch. Am Ende der Runde, die letzte Haltestelle befand sich genau vor unserem Hotel, bestaunte ich noch die Halfpenny-Bridge, eine kleine weiße filigrane Fußgängerbrücke über den Liffey zum Szeneviertel Temple Bar. Zurück auf dem Zimmer war es dann schon 18:30 Uhr und ich skypte noch kurz mit Mika, bevor ich ohne große Vorwarnung ins Land der Träume fiel. Eine knappe Stunde später wurde ich jedoch geweckt und wir machten uns auf zur Celtic Nights. Die Bar war brechend voll, ich würde vermuten, dass wenigstens 150 Menschen in dem Kellergewölbe waren. Ach was soll ich es groß beschreiben...man muss es erlebt haben. Das Dinner war super lecker und delikat, die Riverdancer hervorragend und die Band einfach super. Insbesondere der Sänger wusste zu entertainen und hat uns die irische Musik mit einer Inbrunst näher gebracht, die seinesgleichen sucht. Ein wirklich gelungener Abschluss unserer tollen Reise. Nach dem Event und der irischen Ausgabe von "An der Nordseeküste" und der Hymne Dublins "Molly Malone" sind wir noch ein bisschen durch die Gässchen von Temple Bar spaziert, in denen noch der Bär steppte. Allerdings nur bis 23 Uhr, da dann schlagartig nicht nur die Live-Musik, sondern auch der Ausschank eingestellt wurde. Sperrstunde. Wir suchten auf meinen Wunsch hin noch das Denkmal der Fischersfrau Molly Malone, das sich nur unweit unseres Hotels befand. Wer mehr über die schöne junge Fischerin wissen möchte muss mal googeln. Ich weiß nur noch, dass sie an einem unbekannten Fieber starb. Witzig sind aber ihre Kosenamen: "Tart with the cart“ („Zuckerpuppe mit dem Karren“) oder „Dish with the fish“ („scharfe Braut mit dem Fisch“) oder „Dolly with the trolley“ („die Puppe mit der Karre“). Nach dem Fotoshoot mit Molly beschlossen wir dann, dass die Sperrstunde nun auch für uns gekommen ist.
Samstag, 6. Juni 2015
Tag 4: Killarney - Garnish Island - Cork
Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. Heute haben wir so viel Schönes gesehen und das alles bei fantastischem Urlaubswetter! Los ging es mit einem leckeren Continental Breakfast mit frischem Obst von Julie und John. Gegen 9 Uhr sind wir dann Richtung Glengariff gestartet. Wir mussten wieder am Ross Castle und Muckross House vorbei, da unser Weg durch den Killarney Nationalpark führte. Kaum hatten wir das Muckross House passiert, hielten wir auch schon. Es bot sich uns ein fantastischer Blick über den Loch Leanne. Ein Stückchen weiter hatte ich einen kurzen Infarkt, da am linken Straßenrand plötzlich ein großer Hirsch stand. 100 m dahinter fuhren wir dann wieder links ran, um ganz spontan zum Tork Wasserfall zu wandern. Irgendwie schwahnte uns Böses. Wie sollten wir es in diesem Tempo jemals nach Cork schaffen? Der Wasserfall war nett, aber wenig spektakulär. Der Weg dorthin jedoch wirklich sehenswert. Es war wie in einem Regenwald. Alles war unglaublich saftig grün, feucht und moosbewachsen. Riesige Farbe und ein klarer kleiner Bach markierten den Weg. Wirklich sehr hübsch. Wieder im Auto fuhren wir weiter am Loch Leanne entlang. Doch leider wieder nicht lange. Die wunderschönen Aussichten zwangen uns immer wieder zum Anhalten und der Killarney Nationalpark hatte uns fest in seiner Gewalt. Irgendwann bissen wir uns aber auf die Lippen und fuhren durch...egal, wie schön die Aussicht auch war. Wir überquerten eine wahnsinnig schöne Hochgebirgslandschaft. Ich hätte niemals gedacht, so etwas hier in Irland vorzufinden. Einfach wunderschön! Und diese Gegend toppt die Cliffs of Moher um ein Vielfaches. Wir fuhren durch das kleine hübsche Kenmare durch und noch ein Stückchen weiter bis zum Molly Gallivan’s Cottage & Farm in Bonane mit Originaleinrichtung, Teestube und Tieren. Das Navi von Chrissi's iPhone lotste uns erst falsch und ließ uns rein zufällig vor einer supersüßen Mini-Chocolaterie halten. Wir ließen dort jeder einen Zehner...scheiß Navi. Das Cottage selbst erinnerte an eine Alm-/Berghütte. Es war sehr urig eingerichtet und diente als Show- u. Verkaufsraum der selbst hergestellten Wollsachen und sonstiger Souvenire. Wir blieben tapfer und kauften nichts. Weiter ging es wieder durch eine atemberaubende Landschaft. Gegen 12:30 Uhr waren wir dann endlich in dem kleinen Küstenörtchen Glengariff und fanden auch sehr schnell die Mini-Passagierfähre nach Garnish Island rüber, auch wenn diese sich in einer kleinen verwunschenen nicht einsehbaren Bucht befand. Es war sehr leer. Außer uns fuhr nur noch eine Mutter mit ihrem halbwüchsigen Sohn mit. Und wieder einmal stellten wir fest, wie wunderbar wir diese Reise getaktet haben. Es ist definitiv noch keine Saison, auch wenn das Returnticket mit 10 € dennoch überzogen teuer war. Das Bootchen fuhr an einigen Felsen vorbei, auf denen sich zahlreiche dicke knuffige Robben gemütlich in der Sonne aalten. Auf der Insel löhnten wir nochmal 4 € für den Eintritt in die Gärten. Und es sei im Vornherein schon gesagt, dass die sich echt gelohnt haben. Zahlt man nicht, kommt man auch nicht von der Anlegestelle runter. Die Gärten waren ein Traum und der Reiseführer hat nicht übertrieben. Unzählige blühende Büsche, Bäume und Pflanzen sowie Palmen, Tempel und Teiche waren stilvoll auf der gesamten Insel angelegt. Rhododendron in allen erdenklichen Farben. Oftmals mutete die Insel sehr mediterranes Flair an, fast schon wie in Italien. Es gefiel uns Beiden ausgesprochen gut und das herrliche sonnige Wetter tat sein Übriges. So ziemlich genau 14:30 Uhr fuhren wir ohne Umwege oder Zwischenstopps durch bis nach Cork, dass wir gegen 16 Uhr erreichten. Hinter dem Ortseingang ragte links vom River Le auf einem Hügel das Corker Gefängnis empor. Ein Prachtbau vom Feinsten. Das war auch leider fast das einzige interessante Gebäude in Cork. Heute ist es ein Museum mit rekonstruierten Zellen inkl. Wachsfiguren. Und hätten wir vorher davon gehört, hätten wir sicher das besichtigt und nicht den English Market. Diese Markthalle wird zwar überall empfohlen, ist aber letztendlich doch nur ein Markt und nichts Besonderes. Auch Cork an sich ist nicht das, was wir uns erhofft hatten. Es wirkt schäbig und wenig einladend. Nicht mal das Zentrum am Fluß oder die Fußgängerzone sind ansprechend. Wir waren sehr enttäuscht. Wir fuhren also erstmal ins Rose Lodge um einzuchecken. Das Haus ist schön und die untere Etage extravagant, aber dennoch stilvoll eingerichtet. Wir wurden freundlich begrüßt und bezogen unser Zimmer im 3. Stock. Nach etwas Stöbern in Google entschieden wir uns, das Restaurant am Blackrock Castle aufzusuchen, dass sich in der Nähe des Hafens befand. Wir bereuten es nicht, denn wir hatten ein hervorragendes Essen. Als Vorspeise hatten wir: "Schiacciata, a thin crispy pizza bread with a fresh vine tomato, lemon and garlic dip" und als Hauptspeise "Crispy brie in an almond crumb with spinach, cress, fennel, strawberries and a lemon dressing" und dazu "Sweet potato wedges". Alles in allem ein Traum! Wenigstens hat uns Cork einen sehr guten kulinarischen Tagesabschluss gegönnt.
Freitag, 5. Juni 2015
Tag 3: Spanish Point - Dingle - Killarney
Nachdem ich wieder mit meinem süßen Mikalein und seiner Oma geskypt habe, waren wir pünktlich um 8 Uhr beim Frühstück. Wir waren die einzigen Gäste, wie wir uns schon dachten, aber Angela hat uns bestens versorgt und sogar extra für uns den Kamin im sehr gemütlichen Landhausstil-Esszimmer entzündet. Draußen vor der Veranda begrüßten uns sehr anhängliche Hühner, ein paar Kaninchen und zwei zuckersüße Eselchen. Nach leckerem Porridge mit Sirup, selbstgebackenen Scones und anschließend einer heißen Dusche, brachen wir nach Killimer auf, um dort direkt auf die Fähre nach Talbert zu hüpfen. Die Überfahrt kostete 18 € pro PKW, aber der eingesparte Umweg war es uns wert. Von Talbert aus fuhren wir mit ein paar Fotostops zwischendurch bis nach Dingle durch. Gleich beim ersten Stop wurden wir, oder besser gesagt unser Auto, von einem Hund angegriffen, der seinen Job, dass Grundstück inkl. dem Straßenstreifen davor zu beschützen, äußerst ernst nahm! Es gab dadurch eine Verzögerung von mehreren Minuten, da er uns nicht entkommen lassen wollte. In Dingle parkten wir am Fischerhafen und kehrten in einem Pub ein. Das Essen war ok, aber die Bedienung nur mäßig. Und die chinesische Reisegruppe war auch mit an Bord. Alles in allem nicht wirklich entspannt. Danach spazierten wir gemütlich durch das 1200-Seelen Städtchen. Kunterbunte kleine Häuser reihten sich aneinander...sowas von zuckrig! Es schien immer noch die Sonne, aber der Wind hatte gefühlte 500 km/h. Gegen 14:30 Uhr ließen wir Dingle und seinen Eremiten-Delfin Fungi hinter uns und fuhren auf den Inch Beach. Ja ganz recht gehört...wir düsten mit dem Auto auf einem 100 m breiten menschenleeren Sandstrand herum. Es war grandios. Beim vorherigen Bodentest zu Fuß sind wir fast weggeflogen...nun gefühlte 800 km/h und überall Sand! Und ich meine wirklich überall! Angekommen in Killarney landeten wir leider im Stau und verpassten somit die letzte Führung um 16:40 Uhr im Muckross House um exakt 10 Minuten. Wir begnügten uns daher mit den hübschen Gärten drumherum. Das Wetter war super und das Herrenhaus direkt am See wirklich wunderschön. Ich besorgte mir noch einen Killarney-Magneten und dann fuhren wir weiter zur Muckross Abbey, einer Klosterruine auf einem alten Friedhof. Der Weg vom Parkplatz zur Abbey war uns dann aber doch zu weit und die Pferdekutschen zu teuer. Und außerdem einigten wir uns dann auch darauf, so etwas nicht unterstützen zu wollen. Gleich ein Stückchen weiter, bereits wieder in Killarney, landeten wir beim Ross Castle, einer hübschen kleinen Burg am See. Leider schloß auch sie bereits um 17:45 Uhr, aber das Wetter war einfach so herrlich, dass wir uns beim Umrunden viel Zeit ließen. Schließlich und letztendlich checkten wir in unserem Ashbrook B&B ein. Es ist wieder ein sehr hübsches und gemütliches B&B, allerdings ist unser Zimmer diesmal kleiner, da es nur ein Doppelbett besitzt. Kurz vor 19 Uhr begaben wir uns nochmal ins Zentrum von Killarney, wo richtig viel los war...ob Dudelsack, Gitarre oder Panflöte, jede Straßenmusik war vertreten. Wir klapperten circa 25 Pubs u. Restaurants in der High Street ab, empfanden aber alle als übertrieben teuer (Beispiel: Spagetti Carbonara 16 €). Hier und da stöberten wir in Läden rum, kauften aber nichts. Im Supermarkt holte ich mir nur etwas zu trinken. Das Zentrum ist wirklich sehr, sehr hübsch und irisch bunt. Dinniert haben wir dann aber letztendlich am Stadtrand in einem Pub, der an ein Hotel angeschlossen war. Chrissi bestellte Cesar's Salad und ich asiatische Nudeln mit Hühnchen. Wir tauschten aber, da ich meines auf Grund der Schärfe einfach nicht herunterbekam, ohne das meine Kehle verbrannte. Nun lassen wir den Abend in der gemütlichen Gäste-Lounge des B&B ausklingen.
Donnerstag, 4. Juni 2015
Tag 2: Dublin - Cliffs of Moher - Spanish Point
Das Frühstück war von 8 bis 9 Uhr und wir waren pünktlich unten. Draußen schien die Sonne und es war die perfekte Reisetemperatur für mich. Unten im Esszimmer saßen bereits ein australisches und ein kanadisches älteres Ehepärchen. Die Australier waren drei Wochen hier und hatten heute ihre Weiterreise nach Paris. Die Kanadier reisten mit uns an. Alle vier waren super sympathisch und wir haben uns sehr gut unterhalten. Es war erstaunlich. Die Australier haben wir fast perfekt verstanden, die Kanadier eher schlecht. Unsere Gastgeberin verfiel bei ihrem Vortrag über Guiness (wovon man übrigens in der Schwangerschaft jeden Tag ein Glas trinken sollte und was auch keinen Bierbauch verursacht) oftmals in gaelischen Dialekt und sprach sehr schnell, was mir dann schon wieder etwas zu anstrengend war. Aber nichtsdestotrotz war auch sie total nett.
Um 10:30 checkten wir aus und machten uns auf den Weg zurück zum Flughafen. Die Rückfahrt im Doppeldecker war diesmal recht unspektakulär. Wir fanden den Enterprise-Schalter ggü. dem Terminal 2 recht schnell, löhnten noch 70,55€ für die Tankfüllung am Ende und fuhren mit dem Shuttle zum Car-Park. Wir bekamen ein Upgrade und fuhren pünktlich 12:30 mit unserem nagelneuen weißen VW Golf TDI vom Hof. Ich gewöhnte mich ruckzuck wieder an den Linksverkehr und daran, auf der falschen Seite zu sitzen. Wir fuhren die Autobahn in Richtung Galway durch bis ca. zur Hälfte, fuhren dort ab und statteten der Ruine Clonmacnoise einen Besuch ab. Vorher waren wir an einer Raststätte noch bei Burger King eine Kleinigkeit essen. Clonmacnoise ist eine der bedeutendsten frühmittelalterlichen Klosteranlagen bzw. -ruinen Irlands. Sie liegt wunderbar gelegen auf einem Hügel am Ufer des Flusses Shannon und schon von Weitem waren die typischen keltischen Hochkreuze zu erkennen. Der Eintritt war mit 6 € ok und ich lernte außerdem noch einen neuen englischen Begriff: Peopleberry = Menschentraube. Unterwegs sahen wir noch ein riesiges Torffeld. Die Torfstücke waren in Form von Backsteinen kreuzförmig übereinandergestapelt, um zu trocknen. Es sah faszinierend aus und ich habe so etwas bisher noch nie gesehen.
Zurück auf der Autobahn fuhren wir dann bis zu den Cliffs of Moher durch. Zwischendurch mailten wir noch Angela vom Sea Crest Farmhouse, dass wir gegen 20 Uhr eintrudeln würden. Ungefähr 18:30 waren wir im Visitor Center der Cliffs und ich kaufte mir den obligatorischen Magneten. Danach erklommen wir die etwas über 200 m hohen Klippen und bestaunten diesen beeindruckenden Küstenabschnitt. Ja doch, das hat schon was. Trotz Chrissi's positiven Gedanken hat sich die Sonne leider schon seit dem Nachmittag nicht mehr blicken lassen. Auch bei den Cliffs tat sie uns den Gefallen leider nicht, was sehr schade war. Schlimmer noch...es begann zu nieseln und dann noch stärker zu tröpfeln. Wir beschlossen, dass wir eben einfach etwas Pech hatten und fuhren weiter. Wer weiß, vielleicht waren wir auch selbst Schuld, da wir eigentlich morgens Yoga machen wollten, insbesondere den Sonnengruß, und tja...es eben nicht getan hatten. Punkt 20 Uhr checkten wir nun also im Sea Crest Farmhouse ein. Es ist ein ganzes Stück von der Hauptstraße N69 weg, mitten im Nirgendwo, aber man blickt aufs Meer und hat auch die versprochenen Hühner, Enten und Kaninchen. Nur die Esel haben wir noch nicht gesichtet. Wir schmissen alles von uns und fuhren auf Empfehlung von Angela nochmal ins 10 Min. entfernte Bellbridge House Hotel in Spanish Point, da sie nur bis 21 Uhr servierten. Ich aß eine Atlantic Seafood Chowder und ein Toast-Sandwich mit Ham and Cheese, Chrissi eine Tomatensuppe und ein Sandwich mit Cheese and Salad. Es war sooo gut! Mmmh...wahnsinnig lecker! Ach und wir tranken natürlich beide ein kleines Gläschen Guiness. Das musste sein! Unsere Rechnungen waren mit je knapp 15 € auch ziemlich angemessen. Um 21:30 waren wir dann wieder auf dem Zimmer. Es ist ein wunderbar gemütliches Zweibettzimmer, das sehr stilvoll im Landhausambiente eingerichtet wurde. Alles ist wieder blitzblank und wirkt neu, so wie auch schon unsere erste Unterkunft. Bisher also alles richtig gemacht. Nun liegen wir totmüde in unseren Betten und sind auch richtig schön groggy.
Tag 1: Ankunft in Dublin
Es ist heiß...echt ey. Mindestens 30 Grad und ich schwitze mich blöde. Gerade bin ich am gut klimatisierten Terminal D vom Airport Schönefeld angekommen. Hier bleibe ich! Hier ist es auszuhalten. Ok...nur bis 18 Uhr, denn dann geht mein Flieger ins wunderschöne Irland. Planmäßig werde ich um 19:35 Uhr landen. Chrissi wird hoffentlich dann um 21:55 Uhr zu mir stoßen, sofern ihr Aer Lingus Flieger pünktlich in München startet. Ich fliege übrigens mit meiner "heißgeliebten" Ryanair, heißt also mit Handgepäck. 5 Tage nur mit Rucksack, das ist schon eine Herausforderung. Aber hey, es ist alles drin, was mit muß. Und der Flug war mit 112€ (9€ Umbuchungsgebühr, da ich Doofi erst das falsche Datum gebucht hatte...irgendwas ist ja immer) wirklich sehr günstig. Der Koffer hätte das Schnäppchengefühl mit 60€ wieder kaputt gemacht.
Übernachten werden wir heute im Annandale Bed & Breakfast (Zweibettzimmer für 79,00€), ca. 10 Minuten vom Dublin Airport entfernt. Von dort soll man mit dem Bus wieder gut zum Airport kommen, denn wir müssen ja morgen bis 12 Uhr unseren Mietwagen abholen. Mehr als einen Happen Essen oder etwas Trinken im Pub wird heute wohl nicht drin sein. So, gegen 23 Uhr waren wir dann im B&B. Die Busfahrt war der Hammer! Der Fahrer war total irre und hatte auf jeden Fall auch noch Spaß dabei. Wer denkt, er wäre in der Stadt 50 km/h gefahren, der lasse sich sagen, dass es gefühlt das Doppelte war. Und ich hatte eigentlich nicht vor, ausgerechnet in Irland bei einem Busunglück zu sterben. Leider gab es nirgends Busfahrpläne, geschweige denn, dass man die Bushaltestellen beim Airport gut beschriftet hatte. Erst nach zwei Runden wurde ich fündig. Aber ich hatte ja Zeit, bis Chrissi kam. Linie 16 und 41 waren laut Internetseite des B&B's die Linien, die wir brauchten. Als Chrissi dann kurz nach zehn da war, kauften wir noch schnell was zum Schnaggeln und Wasser im Spar und machten uns auf die Strümpfe. Wir fuhren mit der 16 Punkt 22:30 los. Nach einiger Verwirrtheit bzgl. der Haltestellen und Angstschweißausbrüchen wegen der Fahrweise des Kamikaze-Fahrers, stiegen wir in der Griffith Avenue aus und liefen noch ca. 10 Min. bis zum B&B. Das Haus war typisch britisch, klein aber fein. Die Inneneinrichtung war total knuffig und alles sehr sauber und gemütlich. Unser Zimmer war perfekt und sehr stilvoll eingerichtet...so richtig was zum Wohlfühlen. Wie quatschten noch bis kurz vor eins, ehe wir Hühner Ruhe fanden.
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