Sonntag, 20. Mai 2012

ZDF: Zahlen - Daten - Fakten

Und wie immer hier noch ein paar Zahlen, Daten und Fakten. ;)

Mitreisende: Andrea
Datum: 16.04.-16.05.2012
Tage: 30 (mit An- und Abreisetag)

Auto: Toyota Yaris Automatik (rot)
Meilen: 3480
Kilometer: 5600 (im Südwesten hatten wir ca. 8500 km)

Hotels: 16 (1 Cottage, 2 Ferienanlagen, 3 Motels, 10 Hotels)

Kosten:
Mietwagen: 313,50,- Euro pro Person (über ADAC-Mitgliedseite)
Flug: 655,- Euro (über Lufthansa-Website)
Unterkünfte: 845,63 Euro (Charleston fehlt noch, Rechnung hat Andrea)
Eintritte: 248,- Dollar (inkl. Jazz Brunch) = 194,08,- Euro
Tanken: kann ich nur schätzen, ca. 90,- Euro pro Person

= 2098,21 Euro pro Person

Hinzu kommen natürlich noch Essen & Trinken für einen Monat sowie Mitbringsel. ;)


Best of...

Bundesstaat:
1. South Carolina
2. Florida
3. Tennessee 

City: 
1. Charleston
2. Savannah
3. Natchez 

Landschaft:
Golfküste Floridas und Blue Ridge Mountains

Strand: 
Pensacola Beach

Essen: 
1. Jazz Brunch im "Court of the two Sisters" (New Orleans)
2. Sushi im "Hinoki" (Hilton Head Island)
3. Pizza Hut (Hilton Head Island)

Hotel:
1. Cottage auf Nottoway Plantation (einfach ein Traum!)
2. Best Western Plus Richmond Inn & Suites (tolle Betten)
3. Players Club Resort (Balkon + Pool!)
4. La Quinta Inn & Suites Atlanta Airport (riesig)
5. La Quinta Inn & Suites New Orleans Downtown (Top-Lage!)

Sehenswürdigkeit:
1. der Bär!!! ;)
2. Greenwood, Longwood und Nottoway Plantation
3. Graceland und Sun Studio
4. Okefenokee Swamp Park
5. Mile-High-Swinging-Bridge

Villa:
1. Longwood Plantation (äußerlich)
2. Calhoun Mansion (äußerlich)
3. Nottoway Plantation
4. fast alle in der South Battery und East Bay Street in Charleston

Geschichten / Story's:
1. Sun Studio inkl. "The Million-Dollar Quartett"
2. Trail of Tears
3. Greenwood Plantation
4. die "Geistergeschichte" auf Nottoway ;)

Musik:
Country und ein kleines bisschen Blues (Elvis & Co.)

Song:
"Jolene" von Dolly Parton

Angenehmes:
- Palmen
- Plantagen
- Sauberkeit (außer die Musikmeilen in Memphis und Nashville und das French Quarter)
- Lässigkeit der US-Amerikaner
- viel Grün (sehr europäisch)

Unschönes:
- teurer als der Südwesten der USA
- Dialekt (Geknautsche)
- Massen an Reifenteilen auf den Standstreifen der Interstates
- Tempolimit (geht irgendwie gar nicht!)
- kein Rechtsfahrgebot
- rücksichtsloses Fahren (z.B. beim Auffahren auf Interstate) - hatten wir im Südwesten nie
- Tanken, wenn Kreditkarte nicht geht

Nerviges:
- schlechte oder gar keine Beschilderungen!
- ständiges Angequatsche von der Seite ("Hi, how are you doing" oder "Excuse me!")
- Thema Briefmarken!
- subtropische Hitze / hohe Luftfeuchtigkeit
- TV-Werbung (alle 5-10 Minuten)

(Ergänzungen folgen gegebenenfalls)

Mittwoch, 16. Mai 2012

Tag 30: Atlanta/Georgia - Newark/New Jersey - Berlin/Germany

Der Wecker klingelte 06:30 Uhr und so ziemlich genau 08:30 Uhr fuhren wir vom Hotel ab. Die Rental Car Station von Hertz war nicht weit weg, wir stellten das Auto ab und der freundliche Herr, der den Schlüssel an sich nahm und den Tacho notierte, wollte nichts weiter von uns wissen und so gingen wir direkt zum Zug, der uns zum Terminal brachte. Es war etwas verwirrend, da wir erst den Check-In-Schalter von Lufthansa nicht fanden und dann hatte er zu und sollte erst 14:40 Uhr öffnen. Komisch. Unser Flug sollte ja 12:07 Uhr starten. Also gingen wir zum Schalter von United Airlines. Diese Star-Alliance ist wirklich Mist. Man bucht Lufthansa und bekommt United, auch noch die schlechteste der möglichen Airlines für diese Strecke. Delta und Continental wären besser gewesen. Aber gut, Hauptsache sie ist sicher. Wir konnten uns dort am Automaten selbst einchecken, was auch gut geklappt hat. Mein Rucksack war von 7,8 auf 14 Kilo angewachsen, Andrea's von 12,5 auf 18 Kilo. ;) Leider sollten wir laut Bordkarte auf dem 2 Std.-Flug nach NY wieder nicht zusammensitzen. Wir rauchten dann noch ein paar Rettchen und schlugen die Zeit tot. Wir waren doch recht früh am Flughafen gewesen. Später nach der Sicherheitskontrolle erfuhren wir dann von der Anzeigetafel, dass unser Flug schon wieder eine Stunde Verspätung haben sollte. Na klasse, war ja nicht anders zu erwarten. Und dann haben wir keine Anzeigetafel mehr gesehen, bis zum Gate nicht. Das kann ja nun auch nicht sein, oder? Ist ja nicht so, als müsste man am Flughafen nicht mal wissen, wann und wo genau der Flug geht. Echt bescheuert. Am Gate stand dann als Abflugzeit 12:35 Uhr...na gut, das wäre noch zu verschmerzen gewesen. Leider blieb es nicht dabei. Die haben uns nach dem Boarding über eine Stunde im warmen Flieger auf der Rollbahn sitzen lassen. Die Zeit verging einfach nicht, es war so ätzend. Ich saß in der 4. Reihe, Andrea ganz hinten. Der Typ neben mir wollte ständig quatschen, also stellte ich mich schlafend. Dieses Flugzeug, eine Boeing 757-200, ist generell ein Witz. Zwei Sitze links, einer rechts, mehr war nicht. Es war die gleiche Klapperkiste von United Express wie beim Hinflug. Gott sei Dank saß ich am Fenster und konnte mich an die Wand lehnen. Bequem waren die Sitze nämlich nicht wirklich. In Newark landeten wir natürlich anderthalb Stunden später als geplant. Ursprünglich hätten wir dreieinhalb Stunden Aufenthalt gehabt. Letztendlich muss ich sagen, dass zwei Stunden Umsteigezeit in Newark einfach zu knapp sind. Wir waren nur kurz in einem Shop und beim Gepäckband, um uns von einer Mitarbeiterin des Flughafens versichern zu lassen, dass unser Gepäck auch wirklich nach Berlin durchgecheckt wurde. Nach einer Zigarette sind wir dann direkt mit dem Transit-Zug vom Terminal A nach C. Dort haben wir krampfhaft einen Snackstand gesucht und dann auch einen Starbucks ganz hinten am Ausgang gefunden. Dort schauten wir aber auf die Uhr und stellten fest, dass uns die Zeit weggelaufen ist. Wir verzichteten also aufs Essen kaufen, rauchten noch eine halbe Zigarette und eilten zum Security-Check. Ach du Schande! Da war was los! Hunderte Menschen standen in endlosen Schlängellinien an. Die reichten sogar nicht mehr aus, sodass man noch in einen anderen Gang geleitet wurde. Ich meinte dann zu Andrea, dass wir das niemals schaffen. Wir hatten nur noch eine gute Stunde bis zum Abflug. Ich habe echt schon an mir gezweifelt. So viel Pech kann ein Mensch beim Fliegen doch gar nicht haben! Frustriert gingen wir Meter für Meter voran. In der ersten Kurve öffnete plötzlich hinter uns eine Mitarbeiterin das Absperrband zum ziemlich leeren Security-Check für Premier-Kunden und winkte uns heran. Gott sei Dank, das war unsere Rettung. Nach knapp 10 Minuten waren wir durch und hatten sogar noch Zeit ein Sandwich und was zu Trinken zu kaufen und ich war noch im Duty Free, um noch eine Stange Camel (Menthol mit Klick) für 39 Dollar und mein Parfum (Davidoff Cool Water for Woman) zu kaufen. Echt toll, dass das noch geklappt hatte, auch wenn es ganz schön eng wurde. Es war schon Boarding, als ich noch an der Kasse stand. ;) Als wir dann ins Flugzeug einstiegen waren wir auch nochmal etwas überrascht. Nur drei Sitze rechts und links und bloß ein Gang? Was für eine kleine Maschine. Das sind wir bei einem Transatlantikflug nicht gewohnt. Es war auch irgendwie enger als beim Hinflug. Aber das wahnsinns Bordprogramm hat alles wieder rausgeholt. Wir hatten eigene Monitore und zig Filme, Serien, Spiele und ganz viele Musikalben. Unter anderen auch sehr viele Neuerscheinungen. So kam ich den ganzen Flug nicht zum Schlafen. ;) Erst schaute ich "J. Edgar" mit Leo Di Caprio als FBI-Begründer J. Edgar Hoover, dann "The Vow" mit Channing Tatum und Rachel McAdams (ein soooo toller Film!!!) und dann den wirklich sehr merkwürdigen Film "The Descendant" mit George Clooney. Beim Hinflug waren die Zeiten für nur ein paar Filme vorgegeben und wenn man Pech hatte, verpasste man den Anfang. Daher hatte ich lediglich einen Film ("Mission Impossible: Ghost Protocol") sehen können. So ging die Zeit natürlich viel schneller rum und zwischendurch gab es immer mal wieder Getränke und zwei Mal etwas zum Essen (leider ungenießbar, wir bestellen nie wieder glutenfreies Sonderessen). Wir kamen überpünktlich in Berlin-Tegel an, geplant war 08:05 Uhr und wir landeten 07:50 Uhr. Das Wetter war ja nicht so besonders und es war ziemlich frisch, sowas sind wir gar nicht mehr gewöhnt. ;) Netterweise holten uns Andrea's Freund und seine Mutter mit dem Auto vom Flughafen ab. Für die S-Bahn hätte ich keine Nerven mehr gehabt. Gegen 09:30 Uhr am Mittwoch, den 16.05.12, war ich dann also wieder zu Hause und stand kurz hilflos im Flur meines leeren Hauses rum. ;) Dann fand ich einen süßen Zettel von Tobi auf der Treppe und freute mich auf den Nachmittag. Ich schaute noch schnell die Post durch, rief meine Mutti an, packte die Sachen aus und verschwand bis kurz vor fünf in meinem Bett. Hach, der Schlaf tat so gut. Aber ein wenig werde ich diese hohen Matratzen im Ami-Land ja doch vermissen. ;)

Ganz lieben Dank nochmal an Matti's Mama für's Abholen und natürlich für das tolle Buch ("1000 places to see before you die"). Ich habe schon viel darin geschmökert und es ist richtig Klasse! Sie ist nämlich ein richtiger Blog-Fan geworden. ;) Das freut mich wirklich, dass Einigen das Lesen so viel Spaß gemacht hat. Auch wenn ich nicht so genau weiß, wieviele eigentlich wirklich mitgelesen haben. Im September folgt dann mein nächstes Abenteuer und sicher gibt es dann auch wieder einiges zum Mitlesen. Näheres folgt dann in Kürze. ;)

Dienstag, 15. Mai 2012

Tag 29: Atlanta/Georgia

Da es nur bis 09:00 Uhr Frühstück gab und wir auf Grund der Werbung im Fahrstuhl dafür sehr neugierig darauf waren, konnten wir natürlich nicht ausschlafen. Es war in der Tat sehr lecker. Es gab zwar wieder nur das übliche Toastbrot, diese undefinierbare Soße, Cream-Cheese und Marmelade, aber eben auch Obstsalat mit diversen Joghurt-Dips, Körnerquark und fertige warme Speisen. Das waren in Zimt geschwenkte Toasts, ein Special-Sandwich nach Art des Hauses (das was wir am Abend zuvor gegessen hatten) und noch ein anderes belegtes warmes Brotdings mit Käse überbacken. Es war jedenfalls sehr lecker. Danach sind wir wieder ins Zimmer und haben noch etwas gegammelt und dann nochmal etwas geskypet. Ich glaube es war so 14:00 Uhr, als wir nach Downtown aufbrachen. Wir versuchten es nochmal mit dem Visitor Center und fanden diesmal auch gleich den Parkplatz. Die Gegend war auch bei Sonnenschein noch gruselig. Leider stellte es sich heraus, dass es ein Martin Luther King Museum ist und dieses Visitor Center ausschließlich für das Museum ist. Natürlich gab es dementsprechend auch nur MLK-Souvenire dort. Vor dem Museum stand noch eine große Gandhi-Statue...ich muss nochmal nachlesen, was die Beiden miteinander zu tun haben. Enttäuscht sind wir wieder weggefahren. Ich wollte noch gerne zum Margaret Mitchell House fahren, um zu sehen, wie die Autorin von "Vom Winde verweht" gelebt hat. Für Eintritt war kein Geld mehr übrig, aber ich wollte es gerne von Außen fotografieren. Das kleine alte hübsche Häuschen steht witzigerweise mitten in Downtown zwischen den Wolkenkratzern, ein merkwürdiges Bild. Aber es war wirklich hübsch. Und im Giftshop haben wir doch tatsächlich nochmal Cotton-Angel zu kaufen bekommen. Das sind kleine runde Engelchen aus echter Baumwolle, total knuffig! Der Film wurde ja zum Teil auch auf der Boone Hall Plantation gedreht, die früher eine Baumwollplantage war. Wahrscheinlich rührte dieses Souvenir da her. Wir haben uns jedenfalls gefreut, da es sie nur selten gab und wir so noch ein bis zwei mitnehmen konnten. Postkarten und Magneten gab es da natürlich auch nur von Margaret Mitchell und dem Film. Also suchten wir weiter. Laut Stadtplan sollte unweit von der Coca Cola Company ein Gift-Mart sein, also fuhren wir dorthin, immer noch mitten in Downtown. Es stellte sich heraus, dass es sich um ein privates Messegelände nur für gehobeneres Klientel handelte. Aha. Wir fanden es beim Eintreten schon so komisch. Eine riesige Halle, menschenleer und eine Rolltreppe, wo am oberend Ende eine Durchleuchtungsstation war. Hm. Die freundliche Dame unten am Infostand half uns aber auf Nachfrage und erklärte, dass ein paar Meter weiter eine Shopping-Mall ist, wo es ausreichend Atlanta-Souvenire geben sollte. Wir liefen dorthin und konnten dort tatsächlich jeder einen Magneten und noch ein paar Postkarten kaufen. Mehr gab's nicht, wir wollten ja noch in den Walmart im Stadtteil College Park, wo unser Hotel war. Dort fuhren wir auch direkt danach hin und shoppten noch ein wenig Süßkram, z.B. Angie's Lifesavers Mint und eine Packung M&M's Almonds. Ich verstehe einfach nicht, warum es Letzteres hier nicht gibt. Mandel-M&M's sind sooo lecker. Außerdem gab es auch noch ein Portmonee und eine kleine Handtasche für mich. Für 11 Dollar konnte ich einfach nicht daran vorbeigehen. ;) Nach dem Shopping fuhren wir noch Tanken, wir mussten das Auto ja voll zurückgeben. Es war wieder nicht so einfach, weil die Karten mal wieder nicht funktionierten. Dann hat die Tanknadel auch rumgesponnen. Sie wollte einfach nicht hochgehen und wir dachten schon, wir wurden von der Zapfsäule übers Ohr gehauen. Aber dann bemühte sie sich doch ganz langsam von km zu km bis ganz nach oben und zeigte uns einen vollen Tank an. Vorm Hotel (wegen W-LAN) schrieben wir dann im Auto noch jeder ein paar Postkarten, die letzten von dieser Reise, und googelten nach der nächsten Post-Office. Glücklicherweise war die nicht wirklich weit entfernt und so sind wir die Kärtchen doch noch losgeworden. Am Abend gab es dann noch ein wenig Packerei (es war so nervig!), nochmal ein Haus-Sandwich für mich und für jeden ein Bierchen. Und so ging auch unser letzter Tag zu Ende. Aufregung vorm Fliegen machte sich auch langsam breit. ;) Wenn doch diese ewige Warterei vorm Abflug und bei der Zwischenlandung nicht wäre. Und dann rechnete ich sowieso wieder mit Komplikationen...wie immer halt. ;)

Montag, 14. Mai 2012

Die letzten Fotos sind online!

Hier ist der Link zu dem letzten Album:

Album 4

Tag 28: Asheville/North Carolina - Atlanta/Georgia

Heute war unsere "Heimfahrt" nach Atlanta (ca. 225 Meilen). Wir haben uns gestern Abend noch ein Hotel ausgesucht und uns für das "Hyatt Place" am Airport Atlanta entschieden. Kosten: 44 Euro/Person/Nacht. Unser Hotel vom Ankunftstag war leider teurer geworden und das Hyatt hatte ganz gute Bewertungen. Wir fuhren um 11:00 Uhr los zur Tanke und dann direkt auf die Interstate 26 bis Spartanburg, um dann dort auf die Interstate 85 bis nach Atlanta zu wechseln. Die Fahrt war sehr oll und zermürbend. Es regnete wie aus Eimern und es war die ganze Zeit nicht wirklich hell. Unterwegs haben wir zweimal gestoppt (Raucherpause) und waren an der Grenze noch im Visitor Center von Georgia, wo wir uns Postkarten und Magneten erhofften. Nix gab's da...nur Flyer und für uns noch einen Stadtplan von Atlanta. Die Fahrt nach Atlanta rein war schon spektakulär: wieder unzählige Spuren auf der Interstate und eine tolle Skyline. Die Spitzen der Wolkenkratzer waren in den Wolken verschwunden und so hatte das Ganze schon eine sehr merkwürdige Aura. In Downtown sind wir zum Visitor Center von Atlanta, dass in einer sehr merkwürdigen Gegend lag, wo man sich spontan nicht wohlfühlt. Es goss in Strömen und wir wollten nicht aussteigen, also haben wir das auf morgen vertagt. 16:45 Uhr waren wir im Hyatt. Das Zimmer ist nicht so schön wie das vom La Quinta, aber es ist ähnlich aufgebaut, sauber und relativ gemütlich. Vorhin (halb zehn) waren wir noch im netten Lobby-Restaurant und haben ein ganz leckeres Abendbrot für nur 6 Dollar gegessen: Ein kleiner sehr leckerer Burger (nicht zu vergleichen mit dem von den Fast-Food-Ketten), echte richtige und gesalzene Ofenkartoffelspalten und ein großer Obstsalat. Toll! Wir sind pappsatt. Bier gab's auch. Für mich das übliche Blubberwasser "Bud Light" und Andrea hat auf Empfehlung der freundlichen Rezeptionistin (= Bardame) ein Original Georgia-Bier namens "Sweet Water" probiert, dass ihr gut geschmeckt hat. Nun schreibe ich hier nur noch den heutigen Bericht und dann ist es Zeit zum Schlafen. Morgen ist dann noch ein kurzer Abstecher nach Downtown, ein Einkauf im Walmart (ja Angie, ich denke dran) sowie großes Koffer- und Rucksackpacken geplant. Einen kurzen Bericht gibt's dann nochmal morgen Abend. ;)

*** Muttertag ***

Auch wenn ich meiner Mutti schon eine sms geschickt habe und Andrea mit ihrer Mama telefoniert hat, wollen wir hier doch auch nochmal unsere Wünsche los werden. 

Wir wünschen euch alles Gute zum Muttertag und hoffen, dass ihr es euch heute mal richtig habt gut gehen lassen. Ihr seid die Besten Muttis auf der ganzen Welt und wir haben euch ganz doll lieb!!!

Eure Töchter
Andrea & Verena

Tag 27: Grandfather Mountain, der Bär & Downtown/Asheville

Unser letzter "richtiger" Urlaubstag ist angebrochen. Ja, so schnell ist die Zeit dann doch vergangen, aber es wird auch langsam Zeit für's heimische Bett und die eigene Badewanne. Unsere Köpfe können auch fast nichts Neues mehr aufnehmen. ;)
Heute war unser Ziel der "Grandfather Mountain" nahe Linville. Er ist ein in Privatbesitz befindliches Naturreservat und mit 1818 m der höchste Berg im Osten der Blue Ridge Mountains, die zu den Appalachen gehören. Auf der Südflanke des Berges verläuft der "Blue Ridge Parkway" aufgeständert. Dieser Teil wurde 1987 als letzter Teil der seit 1936 gebauten und 755 km langen Aussichtsstraße fertiggestellt. Leider sind wir dort nicht hingekommen, da der Streckenabschnitt hinter unserer Abfahrt lag. 1952 wurde auf dem Berg die "Mile High Swinging Bridge" errichtet, die höchste Hängebrücke der USA. Hier oben werden auch die größten und populärsten Highland-Games der USA veranstaltet, natürlich erst im Juli. Schade.Wir machten uns 10:45 Uhr auf den Weg, ca. 65 Meilen waren es bis dorthin. Auf dem Parkway kann man ja nicht so schnell fahren, daher hat es insgesamt 2,5 Stunden gedauert, bis wir den Berg erreicht haben. Wir fuhren wieder nur durch grüne Wälder. Ich glaube wir haben hier im Süden alle Grüntöne kennengelernt, die es auf der Welt gibt. Nur grün und immer wieder grün. ;) Das Wetter war heute nicht ganz so freundlich. Es war sehr bewölkt, aber hat nicht geregnet, höchstens mal genieselt. Nach ca. 25 Meilen haben wir den Aussichtspunkt zum "Mount Mitchell" passiert. Er ist mit 2037 Metern der höchste Berg der Appalachen. Nebenbei ist er der höchste Punkt östlich des Mississippi in Nordamerika und wird vom Appalachian Trail überquert. Wir bekamen ihn leider nicht zu Gesicht, er war wolkenverhangen. Ein Stückchen weiter waren wir scheinbar auf dem höchsten Punkt unserer Teilstrecke in den Blue Ridge Mountains angelangt. "Craggy Gardens" war ein Bergkamm, von dem aus es rechts und links in die Tiefe ging. Rechts konnte man gar nichts erkennen, nur Wolken. Links konnte man weit unten das Tal sehen, wo zeitweise die Sonne schien. Über die Straße fegten die Wolken in schnellem Tempo hinweg, das hatte etwas sehr Mystisches und sah wirklich Klasse aus. Auf dem Foto kann man das nur so schlecht einfangen. Ein Giftshop war dort oben natürlich auch. ;) Wieder ein Stück weiter, wir fuhren teilweise durch dichte Wolken hinweg und haben kaum etwas gesehen, kamen wir zum "Grandfather Mountain View", einem Aussichtspunkt, von dem aus man den alten Opa gut sehen und natürlich fotografieren konnte. Dann verließen wir den Parkway. Unten am Eingang zum Berg mussten wir natürlich Eintritt zahlen (mit Triple A 16,- USD). Es führte eine wahnsinnig steile und mit Spitzkurven gespickte schmale Straße bis auf den Gipfel. Gruselige Fahrt! Die Spitze des Berges war in zwei Gipfel aufgeteilt, den "Linville Peak" und den "Second Peak", die mit der besagten Brücke verbunden sind. Das hat uns eine CD erzählt, die wir am Eingang kostenlos bekommen haben. Ein paar Stufen führten noch bis ganz hinauf und dann standen wir vor ihr: der "Mile High Swinging Bridge". Eine 1952 errichtete Metallbrücke, die an Drahtseilen hängt und nach rechts und links schwingt, weil sie in kleine Etappen aufgeteilt ist, die unabhängig voneinander schwingen. Ich hatte mir fest vorgenommen rüber zu gehen. Es hat eine Weile gedauert, aber dann habe ich all meinen Mut zusammengefasst und bin ganz tapfer rübermarschiert. Natürlich ohne stehenzubleiben und ohne runterzuschauen. Meine Beine haben vielleicht gezittert und butterweich waren sie auch. ;) Drüben angekommen dachte ich nur "Scheiße, jetzt muss ich auch noch wieder zurück!". Auf dem Second Peak gab es nur noch eine kleine Spitze, die man nur über lauter waghalsige Naturfelsen erreichen konnte. Man hatte vielleicht 1 m gangbare Breite, danach ging es in die Tiefe. Die US-Amis sind ja sowas von unerschrocken. Die kraxelten dort alle mit einer Leichtigkeit hoch, sogar in Schlappen, dass mir vom Zusehen schon ganz schlecht wurde. Sogar mit Kindern! Das ist eigentlich schon grob fahrlässig. Aber da kennen die nix. Ich hab kurz tief ein- und ausgeatmet und bin dann zurück. Plötzlich kamen mir natürlich ein Haufen Leute mitten auf der Brücke entgegen (und die ist nicht wirklich breit) und das Ding schwing nicht nur seitlich, sondern auch noch hoch und runter. Dazu dieses ekelhafte Quietschen. Ich dachte mein Herz setzt aus. Adrenalin pur! Drüben hielt Andrea alles mit Beweisfotos fest. Sie hat das Ganze mal sein lassen. Selbst für 100 Dollar wäre sie nicht rüber, ihr war vom Zusehen schon übel. ;) Wir machten dann noch einen Gang durch den Giftshop (natürlich) und machten uns dann auf den Rückweg...diesmal über die Interstates, so wie gestern auch. Wie gesagt, man kommt auf dem Parkway kaum voran. Bis zur Interstate 40 mussten wir ganz kurz auf den Parkway zurück und dann ein ganzes Stück Landstraße durch den "Pisgah National Forest" fahren. Auf dem Parkway meinte ich noch ganz nölig zu Andrea, dass ich endlich mal einen Bären sehen will. Wir hatten schon in Colorado und Utah keinen gesehen und hier soll es doch schließlich auch so viele Schwarzbären geben. Wir fuhren vom Parkway ab und ca. fünf Minuten später passierte es! Unsere Herzen sind in die Hose gerutscht! Kurz vor mir sah ich ihn von links aus der Böschung springen, diesen "kleinen" tapsigen schwarzen Teddy. Ich war schon zu nah ran, als dass ich noch hätte rechtzeitig bremsen können, hab es aber natürlich trotzdem gemacht. Wir waren auch nicht gerade langsam unterwegs. Glücklicherweise merkte er wohl auch, dass er das nicht mehr vor uns über die Straße schafft und bremste ab und lief einen Moment neben der Fahrertür her. Da wir noch zu schnell waren, kamen wir an ihm vorbei und er machte kurz hinterm Auto rüber auf die andere Straßenseite. Es waren nur Sekunden und wir konnten in dem Moment gar nix sagen. Aus mir kam nur ein "Oh oh ooooooh!". Ich fuhr sofort links in eine Einfahrt (von was auch immer, mitten im Wald) und wir schnappten die Kameras und suchten das Stück ab, in dem er verschwunden war. Natürlich war uns das alles nicht geheuer. Er war noch nicht ausgewachsen, vielleicht zwei bis drei Jahre alt, und wir hatten Angst, dass plötzlich seine wütende Mama hinter uns steht. Schiss hatten wir ja schon. ;) Leider war nichts mehr zu sehen. So aus sicherer Entfernung hätten wir den Kleinen ja gerne noch fotografiert. Wahrscheinlich war er so verschreckt, dass er sich irgendwo ins Dickicht gelegt und erst mal ne Runde gepumpt hat. Das arme Kerlchen! Was macht der aber auch so einen Blödsinn. Wir fuhren dann weiter und waren noch eine ganze Weile aufgeregt. Man fährt dann auch ganz anders. Gegen 17:00 Uhr waren wir dann wieder im Motel. Heute haben wir auch gleich die richtige Abfahrt erwischt, nicht wie gestern. Aber sowas Bescheuertes auch! Wir waren auf der Interstate 40 und es kam ein Abfahrtschild auf die Interstate 240, die zu unserem Motel führte. Wir fuhren ganz brav ab. Es kam auch keine andere Abzweigung dazwischen, an der man sich hätte vertun können. Wir fuhren weiter und wunderten uns, dass uns die Gegend unbekannt vorkam. Ich schaute auf den nächsten Exit und auf die Karte...und wir waren immer noch auf dieser blöden I 40. Wie geht das bitteschön? Wir waren doch abgefahren! Unglaublich. Diese Beschilderungen sind echt der Hammer. Unser Motto hier im Süden: "Wenn man nach Osten fahren will, muss man erst nach Westen und umgekehrt!". Andrea hat dann im Motel mit ihrem Freund und ich mit meiner Mutti geskypt, die doch tatsächlich halb Zwölf noch wach war. ;) Um Sechs sind wir dann nach Downtown rein und haben ein bisschen Asheville's Archtiketur erkundet. Das ist ja ein wirklich übersichtliches Städtchen. Zwei Straßen rauf und drei runter und wir hatten den Stadtkern durch. ;) Aber wirklich süß! Die Art-Déco-Häuser sind wirklich sehenswert. Und eine gute Barszene scheint es dort auch zu geben. Auf dem Bordstein weisen pinke in Stein eingelassene Markierungen (Indianerpfeile) auf besonders sehenswerte Art-Déco-Bauten oder andere Skulpturen hin, wirklich praktisch. Sogar eine Wall-Street und ein Flat-Iron-Building wie in New York gibt es dort...mit riesigem schwarzen Bügeleisen davor. ;) Leider nieselte es die ganze Zeit etwas. In Asheville hatte uns das Wetterglück dann endgültig verlassen. Da konnten wir froh sein, dass wir den ganzen Tag über halbwegs gutes Wetter, teilweise sogar Sonne, hatten. Wir fuhren auf dem Rückweg zur Asheville-Mall, weil uns in der Stadt eingefallen war, dass wir uns mal so einen Yankee-Candle-Shop anschauen wollten. Steffi hatte in dem Reisebericht ihres Freundes so davon vorgeschwärmt, dass wir neugierig waren. ;) Laut Google war so ein Shop in der Mall. Meine Güte war die diesmal groß, wir haben sogar nochmal umgeparkt, weil uns die Wege innen so lang erschienen. Alle großen Namen waren dort vertreten (z.B. Victoria's Secret, GAP, Abercrombie & Fitch, usw.)...Jana hätte ich vorne in der Handtaschen- und Schuhabteilung bei Belk oder in so einem Body-Shop absetzen können und sie ein paar Stunden später wieder abholen können. Hihi. Der Yankee-Candle-Shop war auch da und total knuffig. Herrlichte Düfte waren das. Danke auch, Steffi! Das hat uns wieder unnötig Geld gekostet. ;) Wir haben dann dort im Food-Court auch gleich etwas gegessen. Andrea beim Japaner Chicken Teryaki und ich an einem Sushi-Stand frisch zubereitetes Sushi. War das lecker!! Ein kleiner Charmeur war das auch. Ich war sein einziger Gast und er hat sich ganz fürsorglich um mich gekümmert. Um 21:00 Uhr waren wir nach einem kurzen Abstecher zur Tanke wieder im Motelzimmer und haben "Pretty Woman" geguckt...mit tausenden Werbepausen. Das ist so krank! Wie können die so nur fernsehen? Ich könnte hier nicht überleben. ;)

Weitere Fotos!

Heute habe ich Album 3 mit Fotos von New Orleans/Louisiana, von Florida, dem Okefenokee Swamp Park und von Savannah in Georgia hochgeladen. Das 4. und letzte Album kommt wahrscheinlich morgen. Viel Spaß und Ausdauer beim Anschauen. ;)

Link zum 3. Fotoalbum!

Samstag, 12. Mai 2012

Tag 26: Asheville/NC - Cherokee/NC - Asheville/NC

Wir sind in dem wunderschön gelegenen Städtchen Asheville, umgeben von Bergen und grüner Wildnis. Der Ort liegt am Zusammenfluss vom Swannanoa River mit dem French Broad River und wurde 1798 gegründet. Die Stadt befindet sich im Herzen der Blue Ridge Mountains. Hier befindet sich auch das "Biltmore Estate", das größte Haus der USA in Privatbesitz. Da der Eintritt ab 29 Dollar kosten soll, haben wir uns das verkniffen. Wir haben vorhin versucht, ein Foto zu schießen, aber das kann man vergessen. Es ist kein Rankommen, ohne dass man zum Bezahlen aufgefordert wird. Wirklich schade. Von Weitem haben wir die Türmchen gesehen - ein riesen Ding. In der Kleinstadt Asheville, rd. 70.000 Einwohner, soll es eine der höchsten Konzentrationen an Art-déco-Häusern in der USA geben und ist ähnlich tolerant eingestellt, wie z.B. San Francisco oder Key West. Wir werden morgen versuchen, etwas Zeit für Downtown einzuplanen. Unweit von unserem Hotel verläuft der Blue Ridge Parkway, eine hunderte Kilometer lange Freizeitstraße beginnend bei den Great Smokey Mountains und dem Cherokee Indianerreservat im Süden, durch die Blue Ridge Mountains bis hin zum Shenandoah Nationalpark im Bundesstaat Virginia im Norden. Am Schönsten soll eine Fahrt im Indian Summer sein, wenn sich alle Blätter in unzählige Farben verwandeln. Aber dafür sind wir leider zu früh dran. Von dieser Scenic Road hat man zahlreiche wunderschöne Aussichten, sogenannte "Overlooks", auf die Berge. Heute haben wir eine Teilstrecke abgefahren...und zwar ins Indianerreservat nach Cherokee, fast am Ende des Parkways. Für die knapp 60 Meilen haben wir 2,5 Stunden gebraucht. Ok, wir haben auch drei bis vier Mal gestoppt, um die Aussicht zu genießen aber hauptsächlich haben wir das den maximal 45 mph auf dem Parkway zu verdanken. Schneller geht aber auch beim besten Willen nicht. Viel zu viele Kurven, steile Abhänge ohne Leitplanken oder dergleichen und vor Angstschweiß triefende Hosen auf den beiden Vordersitzen unseres Autos. ;) Wir waren dann im "Oconaluftee Indian Village", einem originalgetreuen Nachbau einer typischen Indianersiedlung der Cherokee aus der Mitte des 18. Jahrhunderts. Wir spazierten durch den Gartenpark nebenan, der kostenlos war. Ins Dorf selbst sind wir dann nicht, weil uns der Eintritt von 16 Dollar für 4-5 Hütten zu happig erschien. Außerdem hatten wir vom Gartenweg schon einiges gesehen. Wir sind dann ins "Museum of the Cherokee Indian", Eintritt 10 Dollar, und das war es wirklich wert. Man erfährt viel von der Geschichte der Cherokee, ihrer Lebensweise, ihrer Kleidung und auch ihrer Vertreibung. Etwa 25.000 Cherokee lebten Mitte des 18. Jhd. in den südlichen Appalachen. Mit zunehmenden weißen Siedlern mussten sie Stück für Stück ihr Land aufgeben. Sie versuchten sich anzupassen, sogar schwarze Sklaven besaßen einige. Verrückt! Der Silberschmied "Sequoyah" erfand 1821 sogar ein Alphabet und die Cherokee arbeiteten eine Verfassung aus. 1830 unterschrieb Präsident Andrew Jackson den "Indian Removal Act", der die Umsiedelung der fünf zivilisierten Stämme (Cherokee, Chickasaw, Creek, Seminole und Choctaw) nach Oklahoma im Westen legalisierte. Dafür wurden den Inidanern "ewige Landrechte" versprochen. Die Mehrheit, unter Führung des Häuptlings John Ross, widersetzte sich der Umsiedelung und erhielt 1831/32 in zwei Prozessen vom Obersten Gerichtshof der USA Recht. Die Regierung unter Präsident Jackson ignorierte jedoch beide Urteile und ließ rund 16.000 Cherokee von der US-Armee zusammentreiben, die sie von 1838-39 nach Oklahoma eskortierte. Auf dem knapp 2000 km langen Fußmarsch starben fast 5000 Indianer an Erschöpfung, Hunger und Krankheiten. Dieses wohl grausamste Verbrechen der Weißen an den Indianern erlangte unter dem Namen "Trail of Tears" (Pfad der Tränen) traurige Berühmtheit. Die Nachkommen der Überlebenden leben heute als "Western Band of the Cherokee" in Oklahoma. Etwa 1200 Cherokee aus dem Ort Qualla konnten in die Berge fliehen, wo ihre Nachfahren noch heute in der "Cherokee Indian Reservation" leben. 1866 legalisierte North Carolina dann das Wohnrecht der Indianer, später erkannte auch die US-Regierung die heutige "Eastern Band of the Cherokee" an. Das Museum war wirklich liebevoll und detailgetreu gestaltet und wir haben sogar ein Autogramm von einem dort berühmten Cherokee namens Jerry Wolfe bekommen. Er hatte schon im zweiten Weltkrieg bei der Navy gedient und war beim D-Day in der Normandie dabei. Erwähnenswert sei noch der Film, den wir im Museum gesehen haben. Er handelte von der Entstehung der Welt, so wie sie die Cherokee sehen. Eine Wasserspinne namens Dayaunishi brachte so viel Schlamm vom Meeresboden an die Oberfläche, dass sich daraus die Erde bildete und ein großer Bussard formte mit jedem Flügelschlag die Great Smokey Mountains. Ja so war das! Oder wollt ihr etwas anderes behaupten? Aus dem Museum raus musste man natürlich durch den Giftshop...wie immer. Es gab nur einen Magneten, keinen Indianerschmuck. Der war leider viel zu überteuert. Danach ist Andrea noch zur Ladenstraße auf die andere Straßenseite und ich habe meine muskelkatergeplagten Waden in der Sonne geschont. Es war dann schon ziemlich spät, sodass wir wieder gen Asheville aufgebrochen sind. Wir machten dann noch einen Abstecher zum Biltmore Village, ein echt süßes Dörfchen vor den Toren des Biltmore Estates (Estate = Anwesen). Alle Häuser wirken sehr europäisch und passen eigentlich so gar nicht hier in dieses Land. Der Blick auf das Schloss selbst blieb uns, wie oben bereits erwähnt, leider verwehrt. Gegen 19:00 Uhr waren wir dann wieder im Hotel und es gab Abendbrot aus der Mikrowelle. Ick habe dermaßen Muskelkater in den Waden, unglaublich. Und gestern hatte ich den ersten Oberschenkelkrampf meines Lebens...böse Geschichte. Ich wusste gar nicht, dass es so etwas gibt. Aber Ruhe ist erst ab Sonntag angesagt, wenn wir in Atlanta angekommen sind. Morgen geht's erstmal noch auf dem Parkway nach Norden, zum "Grandfather Mountain".

Freitag, 11. Mai 2012

Tag 25: Columbia/South Carolina - Asheville/North Carolina

Wir sind gegen kurz vor elf vom Motel direkt wieder auf die Interstate drauf und Richtung North Carolina gestartet. Rund 155 Meilen lagen vor uns. Gut geschlafen habe ich nicht. Vielleicht lag es am Pestizidgeruch oder am Wetter, keine Ahnung. Das Wetter war aber wieder herrlich. Angenehme 25 Grad und strahlend blauer Himmel. An der Grenze kam der obligatorische Schild-Shoot und dann ab ins Visitor Center. Dort haben wir uns kurzer Hand entschlossen, da es erst Mittag war, eher von der Interstate abzubiegen und bereits heute zum 2280 Feet hohen "Chimney Rock" (= Kaminfelsen) 25 Meilen südöstlich von Asheville zu fahren. Dieser Monolith ist an die 500 Millionen Jahre alt und hat bereits die Dinosaurier kommen und gehen sehen. Von dort aus soll man einen Panoramablick von fast 120 km Reichweite haben und in dieser Gegend wurde 1990, der Vergangenheit entsprechend, ein berühmter Indianerfilm gedreht: "Der letzte Mohikaner". Viele Regisseure haben die Gegend um Asheville bereits als zweites Hollywood entdeckt, da die Landschaft einfach wunderschön ist. So wurden z.B. auch "Die Brut des Adlers" oder Stephen Kings "Der Feuerteufel" hier gedreht. Wir fuhren hoch, wir fuhren runter, wieder hoch und wieder runter und nochmal hoch...immer in Schlängellinien und steile Serpentinen hoch. Oben angelangt bezahlten wir 12 Dollar Eintritt und erfuhren von der freundlichen Dame, dass der Lift renoviert wird (kommt mir aus einem anderen Reisebericht bekannt vor, gell Tina?). Schöne Scheiße. Erstens ist dieser Lift im Inneren des Berges, ca. 26 Etagen hoch, ja selbst schon eine Attraktion und zweitens hieße das wir müssen endlose Stufen hinaufkraxeln. Hm, doof. Wir entschlossen uns dann den 1,5 Meilen Rundgang zu den "Hickory Nut Falls", einem 125 Meter hohen Wasserfall, zu wandern. Wir waren für eine Trekking-Tour genau richtig angezogen...mit unseren Ballerinas und Stoffhosen. Egal, Wasser eingepackt und los ging es. Erst ging es ewig viele Stufen runter und dann langsam stetig bergauf...immer steiler. Ick war völlig fertig, als wir nach ca. 30 Minuten bei dem scheiß Teil ankamen. Ja ok, war schon ein netter Wasserfall, aber wir hatten uns beide etwas anderes vorgestellt und waren halbwegs enttäuscht. Nicht mal ein schönes Auffangbecken gab es. Ach nee, weiterempfehlen würde ich den nicht. Zurück ging es dann auch nicht leichter, weil der Weg zwar abwärts ging, aber teilweise mit Steingeröll belegt war. Nicht so schön, schon gar nicht mit Ballerinas. Und am Ende...ja genau. Dort warteten die endlosen Treppenstufen. Hier haben wir uns gesplittet: ich den viel längeren und auch steilen Umweg ohne Stufen, Andrea die steilen Stufen. Im Giftshop wurde noch ein Magnet gekauft und dann haben wir noch ein wenig die Aussicht genossen. Die war schon echt spektakulär. Auf den 96 m hohen Felsmonolithen sind wir dann nicht mehr hoch. Irgendwann ist es auch gut mit Sport. Kurz vor fünf sind wir wieder bis ins Tal hinabgefahren, um dann auf der anderen Seite wieder noch höher zu fahren. Meine Güte, was für eine Kurverei. Morgen habe ich einen "Bremspedal-Fuß". Unser "Best Western Biltmore Estate" in Asheville haben wir auf Anhieb gefunden und es ist toll! Toll und voll. Wahnsinn, wie gut das hier besucht ist. Ohne Reservierung hätten wir alt ausgesehen. Ist halt doch eine Urlaubsgegend hier und das merkt man. Die Bewertungen bei Tripadvisor haben gehalten, was sie versprochen haben. Es ist wieder ein typisches Motel-Zimmer mit Tür zum Parkplatz, aber um Längen besser als andere. Das Zimmer ist riesig und sauber und wir haben wieder diese tollen hohen Prinzessinnenbetten. Best Western hat sowieso die höchsten von allen. Naja vielleicht war Nottoway noch etwas höher, aber das war ja kein Motel. Man gleitet vom Bett runter und steht, herrlich. Wir sind aber nicht runtergeglitten, sondern raufgeklettert (man muss wirklich leicht klettern) und haben erstmal etwas über eine Stunde geschlafen...wie zwei Tote. Herje, waren wir kaputt. Gegen acht sind wir nochmal ins Walmart Supercenter und haben uns mit ein paar Lebensmitteln eingedeckt. Die Dinger sind viel zu riesig, da kackt ja fast ein "Real" dagegen ab und die kann ich auch schon nicht leiden. Bald ist ja "Mother's Day" und die haben tonnenweise Torten im Eingangsbereich stehen, die man kaufen kann. Gebacken wird hier wohl nicht selbst. Es gab eine Anglertorte, eine Rockband-Torte, eine Cars-Torte, usw...die sahen wirklich witzig aus, aber die kriegen wir ja nie nach Deutschland. Käse gibts hier keinen Gescheiten. Man hat zwar viel Auswahl, aber weder gibt es Edamer, Gouda oder andere nette Geschmacksrichtungen, noch gibt es bezahlbaren Brie. Hier hatten sie zwar zwei Sorten, aber fünf Dollar für einen Camembert? Och nee. Und Wurst gibt es nur kiloweise abgepackt. Die spinnen doch. Wer soll denn das alles essen? Als Single würde man hier regelmäßig einen Haufen wegschmeißen müssen, weil man das gar nicht schaffen bzw. es irgendwann nicht mehr sehen kann. Wir haben dunkle Brötchen (das dunkelste Hell was wir kriegen konnten), Käse, Wurst, Obst, Kakao in Tüten für mich und ein Stück Torte für Andrea sowie jeder eine Dose Bier gekauft. Es ist schön, wenn man mal wieder in einen Kühlschrank schauen kann, in dem sogar was drin ist. ;)

Donnerstag, 10. Mai 2012

Tag 24: Charleston/South Carolina - Columbia/South Carolina

Bis auf eine dreistündige Autobahnfahrt mit Blitzen, Donner und Wolkenbruch, einen Stop an einer Tankstelle irgendwo im nirgendwo und einer äußerst unfreundlichen Pizza Hut - Bedienung in Columbia gibts heute nix zu erzählen. Die 110 Meilen gingen trotz Regen ganz fix. Seit kurz nach drei sind wir im Comfort Inn in Columbia (67 Dollar/Zimmer) und waren kurz mal in einer Shopping Mall nebenan...naja, was die hier so Mall nennen. Wir waren nur in zwei Läden bummeln. Nix gekauft. Mehr werden wir von der Hauptstadt aber auch nicht sehen, morgen gehts direkt weiter nach Asheville in North Carolina im Herzen der Blue Ridge Mountains. Es hat sich etwas abgekühlt. Morgen und die nächsten Tage sollen es ca. 22 Grad mit Sonne werden, herrlich! Uns ist aufgefallen, dass die Kommentare ganz schön abgenommen haben. Liest überhaupt noch jemand mit??? Gebt mal ein Lebenszeichen, falls ja. Sind schon Postkarten angekommen?

Anbei wieder ein paar neue Fotos:


USA 16.04.-15.05.2012 Album 2 (284 neue Fotos)

Mittwoch, 9. Mai 2012

Tag 23: Charleston/South Carolina

Heute haben wir ausgeschlafen, gefrühstückt und sind gegen halb zwölf in den Historic District gefahren, um 13:30 Uhr die 90-minütige Harbour Cruise mitzumachen. Wir hatten perfektes Wetter!!! Blauer Himmel, Sonne, frische Meeresbrise und ca. 25 Grad. Wenn Engel reisen. ;-) Die Tour kostete 17,- Dollar inkl. Rabattcoupons und Parken war kostenlos. Charleston war lange Zeit Metropole der Südstaaten und bis 1788 sogar Hauptstadt von South Carolina. 1670 wurde sie von einer Gruppe englischer Kolonisten gegründet, die mit zwei Schiffen den Ashley River hinauffuhren und in der Nähe der Kiawah Indianer siedelten. Diese hatten nichts dagegen, eher im Gegenteil. Ihr Anführer, der Cacique, wollte es sogar, da er sich so vor Angriffen anderer Indianerstämme schützen wollte. Zuerst nannten die Siedler den Ort "Albemarle Point". Später benannten sie ihn nach dem englischen König Charles II. - "Charles Town". Erst mehr als 100 Jahre später, nach dem Unabhängigkeitskrieg, bekam sie ihren heutigen Namen. Ihr hübscher Beiname war "La Belle of the old South". 1690 war Charleston mit 1200 Einwohnern die fünftgrößte Stadt in Nordamerika mit dem fünffachen Pro-Kopf-Einkommen von New York und war Drehscheibe des Sklavenhandels der britischen Kolonien. Durch den Anbau und Handel von Reis, Baumwolle und Indigo waren die Plantagenbesitzer mit ihren Heerscharen von Sklaven zu unvorstellbaren Reichtum gelangt. Der enorme Luxus ist noch heute unübersehbar! 1886 zerstörte ein Erdbeben die Stadt, sie wurde aber von ihren Bewohnern in nur vier Jahren wieder aufgebaut. Im Hafen befinden sich drei Fort-Anlagen. Die Insel "Fort Maultrie" widerstand 1776 den Angriff der Briten. 85 Jahre später begann mit dem Beschuss des "Fort Sumter", ebenfalls eine Insel direkt am Eingang der Bucht, der amerikanische Bürgerkrieg. Laut unseres heutigen Kapitäns fielen die ersten Schüsse nicht wie allgemein behauptet vom "Fort Sumter", sondern vom "Fort Johnson" gegenüber auf James Island. Unser Captain erzählte auch davon, dass Captain Blackbeard alias Edward Teach, der wohl bekannteste englische Pirat im karibischen Meer, 1718 bei der Belagerung von Charleston durch einen Hinterhalt von Robert Maynard gefasst und geköpft wurde. Sein Kopf wurde vorne am Bug aufgespießt. Wir fuhren auch an einer kleinen Insel vorbei, auf der die geschnappten Piraten als angsteinflößendes Zeichen erhängt wurden. Ansonsten passierten wir noch den Containerhafen, den südlichen Teil des Historic District, Fort Maultrie, Fort Johnson, Fort Sumter, Sullivans Island und die Küste von Mt. Pleasant inkl. dort fest angedocktem Flugzeugträger (Patriots Point). Große Pelikane flogen ab und an über uns hinweg, ein schönes Schauspiel. Ab Sullivans Island folgten uns dann auch Delphine am Bug und hatten ihren Spass. Wir natürlich auch! Die leben dort einfach vor der Insel, gar nicht weit von unserem Hotelort entfernt. Wieso verraten die Reiseführer nicht, dass es hier so viele Delphine gibt? Hätten wir das gewusst, hätten wir hier einen Strandtag eingeplant. :-( An Bord gab's dann noch Hot Dog für uns und dann waren die 1,5 Std. auch schon vorbei. Es war so schön! Eine tolle Tour und unbedingt zu empfehlen!

Nach der Schiffstour fuhren wir mit dem Auto an den südlichsten Zipfel der Altstadt zur South Battery Street, wo man kostenlos parken konnte. Das haben wir ja noch nie erlebt! Überhaupt werden in Charleston die Touristen kaum abgezockt, was sehr sympathisch ist! Wir besichtigten ab halb vier den Garten von "Calhoun Mansion", das Haus der Familie Hazard in Fackeln im Sturm, dort "Belvedere" genannt. Der Garten war wunderschön, mit Heckenlabyrinth, Springbrunnen und tollen Blumen. Die ca. 30-minütige Tour begann um 16:00 Uhr. Wir hatten noch ein älteres schottisches Ehepaar, drei Kolumbianerinnen und zwei US-Amis dabei. Wir waren gleich beim Eintreten enttäuscht. Nicht vom Haus an sich. Das war wundervoll gearbeitet mit schönem Stuck an den hohen Decken, tollen Wandfarben, einer unglaublich tollen Treppe usw., aber die Einrichtung...geht gar nicht. Der Besitzer ist Kunstsammler und hat nahezu jeden qcm mit Antiquitäten vollgestellt. Hunderte Bilder an den Wänden, unzählige Vasen, Figuren, Silberservice (angeblich aus Deutschland, aha), Uhren und auch ganz viel Kitsch, wie z.B. Häuptlingsfiguren oder chinesische Statuen. Ganz schlimm waren die Elefantenfüße als Hocker oder die Bison- und Hirschköpfe an den Wänden. Was haben die nur aus diesem wunderschönen Haus gemacht? Uns taten die Augen weh, so grell überladen war das alles. Den Schotten ging es ähnlich. Wir haben uns immer nur ungläubig angeschaut. Nichtsdestotrotz war es dennoch schön, mal bei "George" zu Hause gewesen zu sein. ;-)

Nach der Tour spazierten wir vom Battery Park die South Battery Street entlang und dann die East Bay Street bis zur bekannten "Rainbow Row" und dann durch die Seitenstrassen wieder zurück. Wir konnten nicht glauben, was wir sahen!!! Mit staunenden Gesichtern gingen wir von Villa zu Villa. Immer wieder entwichen uns Ooh's und Aah's. Unzählige altehrwürdige Herrenhäuser, elegante und pompöse Villen mit verspielten Holzbalustraden bzw. Holzschnitzverzierungen an den Säulen und Giebeln, kunstvolle liebevoll gestaltete und äußerst gepflegte Gärten, verwinkelte Gässchen mit Kopfsteinpflaster...ja, in Charleston lebt der Charme des alten luxuriösen Südens weiter fort. Die Altstadt mit ihren nahezu 1000 denkmalgeschützten Gebäuden sieht aus wie im Bilderbuch. Uns wundert es nicht, dass viele Menschen die Stadt als eine der Schönsten der USA bezeichnen. Die "Rainbow-Row" ist eine Reihe "kleinerer" nebeneinander stehender Häuser, von denen jedes eine andere Pastellfarbe besitzt. Sie sollten damals den Sklaven auf den Booten, die ja keine Schulbildung genossen und somit "dumm" waren, den Weg in den Hafen weisen. Die wahrhaftigen Prachtbauten standen aber in Reih und Glied in der South Battery, der südlichsten Strasse, mit Park davor und Blick auf den Ashley River. Der Wahnsinn!!! Kann man nicht beschreiben. Pures Südstaaten-Flair. Aber auch in allen Nebenstrassen (wir sind viele abgefahren) und eigentlich in der gesamten Altstadt stehen hier und da diese kleinen Schlößchen. Und diese tollen Gärten. Wir kommen aus dem Schwärmen gar nicht mehr heraus. ;-) Wir waren dann noch bei der Post, Postkarten einwerfen, und sind dann zum Griechen "Zeus" nach Mt. Pleasant rüber. Das Essen ging so...war mal was anderes. Griechisch ist ja eh nicht so meins. Wir waren die einzigen Gäste in einem riesen Laden und wurden dementsprechend aufmerksam bedient. Halb acht waren wir im Hotel, völlig fertig von den Eindrücken heute. Aber es war soooo ein schöner Tag!!! Leider habe ich mir die Kopfhaut auf dem Schiff verbrannt und meine Boone Hall - Stiche sind auf Tischtennisballgröße angewachsen, aber glüchlicherweise hat Andrea Fenistilcreme mit Kortison dabei, die hilft ganz gut. Morgen verabschieden wir uns dann von der Küste und fahren über Columbia in die Great Smokey Mountains nach Asheville.

Dienstag, 8. Mai 2012

Tag 22: Boone Hall Plantation & Charleston/South Carolina

Nur noch einmal früh aufstehen. Dieses Motto hat uns heute Morgen um 06:30 Uhr aufstehen lassen. Wir wollten gleich zur Öffnung auf "Boone Hall Plantation" (alias "Mont Royal" aus Fackeln im Sturm) sein, damit wir die Eichenallee und das Haupthaus ohne viele Menschen hatten. Unsere Dusche ging nicht...naja eigentlich schon, aber wir waren zu blöd um sie zu bedienen. Man muss am Hahn ziehen und das muss man ja erstmal wissen. Obwohl, ich hätte es eigentlich wissen müssen...mal muss man ziehen, mal drücken...ist doch nicht neu. Also gab es nur Katzenwäsche und dann das übliche American Breakfast. Ich kann's nicht mehr sehen! Das Wetter war ok. Es hatte in der Nacht geregnet und sich auf ca. 20 Grad abgekühlt. Einfach mal erfrischend. Bevor wir los fuhren war es bewölkt und wir befürchteten Regen, aber das Gegenteil war glücklicherweise der Fall. Die Wolken rissen sogar immer mal auf und wir hatten Sonnenschein. Mir war es trotzdem noch zu warm, diese Luftfeuchtigkeit ist immer noch anstrengend. Punkt 08:45 Uhr waren wir auf der Plantage. Boone Hall wurde 1681 erbaut und war ein Geschenk des Besitzstandes an Major Boone, der bereits mit der ersten Siedlerwelle nach "Charles Town" kam. Die 1 km lange Auffahrt, "Avenue of Oaks" genannt ist die längste und meistfotografierte in den USA und bekannt aus "Vom Winde verweht" und "Fackeln im Sturm". Sie wurde 1743 von Boone's Sohn angelegt. Aber auch Filme wie "Queen" mit Halle Berry oder "The Notebook" wurden auf dem Anwesen gedreht.
Boone Hall ist nach wie vor eine aktive Plantage, allerdings wurde hier seit Beginn des 20. Jhd. nicht mehr Baumwolle, sondern Pecan-Nüsse geerntet. Heute sind es vorwiegend Erdbeeren, Tomaten und Kürbisse. Das Anwesen gehört seit 1955 der McRae Familie, die es 1957 für Besucher öffnete und auch wieder schließen kann, wenn sie denn will. Leider hatten einige andere Leute, vorzugsweise Deutsche, die gleiche Idee so früh hier zu sein wie wir. Aber es hielt sich noch im Rahmen und nicht alle waren so fotografierfreudig wie wir. Also haben wir erstmal die Plantage auf eigene Faust erkundet. Erst die Allee...ganz für uns alleine. Toll!!! Dann die Gärten vorm Haupthaus inkl. Fotosession auf den Schaukelstühlen, wo schon Miss Clarissa aus "Fackeln im Sturm" schaukelte und stickte. Danach gingen wir die noch einzige erhaltene Slavestreet im ganzen Süden entlang. Sie befindet sich am Ende der Allee, direkt links vorm Eingangstor des Haupthauses. Es waren neun sehr kleine Ziegelsteinhütten (1790-1810), inkl. ein kleines Kirchenhaus mit fünf Bänken. Eine Hütte war original eingerichtet, so konnte man sich gut vorstellen, wie das Leben damals aussah. Wir waren aber beide trotzdem der Meinung, dass wir schon schlimmere Hütten gesehen haben. Manche Menschen leben hier heute in schäbigeren Buden. Nach den Sklavenhütten kam das "Cotton Dock" von 1853 (das berühmte Baumwolllager aus der Serie), idyllisch gelegen direkt am angrenzenden See. Hier wurde natürlich auch ordentlich fotografiert. Ich hatte so viele Filmszenen vor Augen, es war fantastisch. Hier kam Orry angeritten, da verabschiedete Brett ihren Billy, dort haben sich George und Orry gestritten, hier war Ashton mit Forbes zugange, usw.. Wie toll muss es gewesen sein, hier drehen zu dürfen. So ein idyllischer und traumhafter Ort. Einzig und allein die unwahrscheinlich aggressiven Mücken haben die Idylle gestört. Wir wurden fast aufgefressen. Ich habe mindestens 10 Beulen an Beinen, Armen, Rücken und eine am Kinn. Aber wir waren ja selbst Schuld. Keiner hat daran gedacht, sich einzusprühen. Das muss halt bestraft werden. Um 10:00 Uhr machten wir die Haustour mit. Es gab lediglich 4 Räume in der unteren Etage zu besichtigen, da in der oberen Etage die Privatgemächer der Familie McRae sind. Unsere Guide hatte ein altes Südstaatengewand mit Reifrock an. Leider hatte sie auch den schlecht zu verstehenden Südstaatendialekt. Erst kam das pompöse Treppenhaus, links davon das sehr hübsche und gemütliche Wohnzimmer, rechts das noble Esszimmer und hinterm Treppenhaus eine verglaste Loggia, die sich direkt neben Mutti Main's schicker Steinterasse befindet. Dort konnte man auch Fotos von diversen Dreharbeiten besichtigen, vorzugsweise von "Fackeln im Sturm" und "Queen". Leider ist es nicht mehr das Originalhaus. 1935 wurde an der Stelle, wo einst das Gebäude stand und abgebrannt ist, eine georgianische Villa erbaut. Dabei fanden die alten Böden und Holzarbeiten Verwendung. Fotografieren war innen leider nicht erlaubt, sodass wir die Bilder nicht mit euch teilen können. Aber die Räume waren sehr hübsch und farbig gestaltet. Hier kann man sich wirklich wohl fühlen. Nach der Tour fuhren wir mit dem Plantagen-Trolley über die angrenzenden Felder. Den Fahrer hat man aber noch schlechter verstanden. Dass die sich hier im Süden immer alles so knautschend in den Bart nuscheln müssen...furchtbar. Nach einem kurzen Abstecher ins Butterfly-Café und zu den Pferdekoppeln, fuhren wir gegen 12:00 Uhr zum Hotel zurück. Die Plantage war gott sei Dank nur knapp 6 Meilen vom Hotel entfernt. Wir waren müde und zerstochen, also ging's erstmal wieder in die Kojen. ;) Um 16:00 Uhr rafften wir uns wieder auf und fuhren in den knapp 5 Meilen entfernten Historic District von Charleston. Auf dem Weg dorthin kamen wir an einer Post Office vorbei, wo wir dann auch mal unsere restlichen Postkarten von Florida, Hilton Head Island und Savannah los wurden und neue Briefmarken kauften. In der City machten wir dann wie geplant eine Trolley-Tour, die sich leichter anhörte als sie war. Kostenlose Trolleys in der Stadt sind ja schön und gut, nur fahren müssten sie mal regelmäßig und am besten auch von dort, wo sie sollen. Zusammengerechnet haben wir mindestens eine Stunde mit Warten zugebracht. Zwischen zwei Fahrten sind wir auch mal die Meeting- und die King-Street, die zwei größten und belebtesten Straßen der Altstadt, sowie am City Market entlangspaziert. Dort packten sie allerdings schon gerade ihre Sachen ein. Charleston ist anders aufgebaut als Savannah, aber (wie ich finde) vergleichbar schön. Es gibt unglaublich schicke Antebellumhäuser mit riesigen Veranden, hier Piazzen genannt. Auch viele kleine Gärten und Parks sind vorhanden sowie sehr viele Verbindungshäuser im schicken Antebellum-Stil. Charleston muss eine College-Stadt sein, allerdings habe ich dies in keinem Reiseführer gelesen. Einen Vergleich zwischen Savannah und Charleston zu ziehen, fällt schwer. Savannah besitzt einen ungewöhnlichen Charme, gerade durch die vielen kleinen Parks, die gleichförmig angeordnet sind. Die uralten Eichen überall, von denen das beeindruckende "Spanische Moos" herabhängt, tragen nicht unwesentlich dazu bei. Und die Stadt wirkt an sich kompakter und somit gemütlicher. Das malerisch am Atlantik gelegene Charleston wartet dagegen mit einer tollen Bucht auf. Hier fließen der Cooper und der Ashley River harmonisch zusammen in den Atlantik. Wie in Savannah schufen auch hier ein florierender Sklavenmarkt und riesige Baumwollplantagen die Basis für eine Pflanzeraristokratie, die eine bestens erhaltene Altstadt mit mehr als 3000 historischen Bauten und eine reiche Geschichte hinterließ. Doppelstöckige Veranden mit korinthischen Säulen an den Häuserseiten bilden einen Kontrast zu auffallend schmalen Häusern, den Single Houses. Jene sind nur ein bis zwei Fenster breit, weil einst die Grundsteuer nach der Häuserbreite bzw. der Straßenfront bemessen wurde. Man muss sich nur zu helfen wissen. Wir werden morgen noch die 90-minütige Hafen-Rundfahrt mitmachen und die East Battery Street, "Calhoun Mansion" sowie die "Rainbow-Row" besichtigen. Dann kann ein abschließendes Resumee zu den beiden Städten stattfinden. Auf dem Weg zurück, mussten wir leider wieder 20 min. auf unseren Trolley warten, der dann...als wir endlich drin saßen...auf der Strecke einfach liegenblieb und wir doch laufen mussten. So ein Pech muss man erstmal haben. ;) Wir waren gegen acht noch bei "Joe's Pasta" in der King Street sehr leckere Nudeln essen. Mit prall gefüllten Bäuchen kullerten wir dann zum Parkhaus am Visitor Center zurück und quälten unsere müden Knochen nach Hause. Es war wieder ein ereignisreicher Tag und so langsam kommen wir wieder an den Punkt, wo man gar nicht mehr alles aufnehmen kann, was man erlebt. Gut, dass ich alles aufschreibe. ;)

Montag, 7. Mai 2012

Tag 21: Hilton Head Island/South Carolina - Charleston/South Carolina

Waschtag! ;) Gleich nach dem Aufstehen bin ich, mit den Wäschebeuteln und eine Menge an Quartern (Viertel-Dollar-Münzen) bewaffnet, losgezogen, um die Laundry zu suchen, zu finden und zu studieren. Es war nicht so einfach, aber man ist ja nicht blöd. Mal muss man drücken, dann wieder ziehen...und manchmal hat man dann auch den Schalter in der Hand. Aber wisst ihr was? Waschmaschine und Trockner waren kostenlos! Unglaublich, aber freute uns natürlich sehr. Ich belud daher gleich beide Trommeln und 30 min. später dann beide Trockner. Danach haben wir wieder mit unseren Männern geskypt. Andrea hat die Wäsche abgeholt und um 11:00 Uhr fuhren wir los in Richtung Charleston. Die knapp 110 Meilen waren unspektakulär. Das hübsche Örtchen Beaufort mussten wir leider rechts liegen lassen, da die Abfahrt unserer Route kurz davor kam. Es war auch wieder wahnsinnig schwül, sodass wir in der Mittagshitze nicht umherlaufen wollten. Wir stoppten zum Tanken und kauften uns jeder ein Sandwich. Mal wieder Frühstück mit Käse und Wurst. ;) Später waren wir auch nochmal in einem Walgreens, damit Andrea Sonnencreme kaufen konnte. After-Sun-Lotion für mich gab es leider nicht bzw. war überteuert. Die Dame hatte auch Briefmarken, wollte aber irgendwie auch nicht wirklich damit rausrücken. Komisch war das. Egal, ich habe schon eine Post-Office gefunden, die wir dann wohl mal die Tage aufsuchen werden. Glücklicherweise hatten die auch Restrooms. Ich hatte es plötzlich sehr eilig! Ich weiß nicht, was das hier immer ist. Danach ging es über die Halbinsel Charleston Downtown hinweg bis Mt. Pleasant. Unser Hotel wäre eigentlich auch super leicht zu finden gewesen, hätte Andrea's Handy uns den richtigen Weg gewiesen. So sind wir aber zufällig in einer total schnuckeligen Wohngegend mit tollen Villen gelandet. Eine reale wunderschöne  "Wisteria Lane" (für die Deperate Housewives-Gucker). Das "Best Western Patriots Point" hatten wir heute Morgen noch schnell für die kommenden drei Nächte gebucht. Es ist ca. 5 Meilen vom Charleston Historic District entfernt, also wirklich nur ein Katzensprung. Mt. Pleasant ist aber eine Nachbarinsel. Die Gegend um Charleston besteht aus lauter kleinen und größeren Inseln, die mit Brücken verbunden sind. Die Küste von South Carolina ist allgemein ein riesengroßes Schwemmland und mit Sümpfen übersät und daher gibt es hier auch noch sehr viele Alligatoren. Bisher hat sich uns aber keiner wieder gezeigt. Wenn man im Internet Bilder von überfahrenen großen Alligatoren sieht, muss das aber auch nicht wirklich sein. Morgen wollen wir ganz früh zur ca. 6 Meilen entfernten Boone Hall Plantation (ebenfalls auf Mt. Pleasant), die 08:30 Uhr öffnet. Vielen dürfte diese Plantage als "Mont Royal" aus Fackeln im Sturm bekannt sein. Wir freuen uns schon sehr darauf, hoffen aber, dass das Wetter mitspielt. Die haben hier doch tatsächlich für die nächsten drei Tage Gewitter und Regenschauer angesagt. Hmm. Hoffen wir das Beste. Mittags wollen wir uns im Hotel ausruhen und Nachmittags eine Trolley-Tour durch Charleston machen. Die sollen hier tatsächlich kostenlos sein. es gibts drei verschiedene Touren durch die Stadt. Ich glaube es erst, wenn ich es sehe. Am Dienstag wollen wir dann evtl. vormittags an den Pool und um 13:30 Uhr eine Hafenrundfahrt machen. Danach wollen wir das "Calhoun Mansion" besichtigen. Ebenfalls ein Drehort aus Fackeln im Sturm: das Haus der Hazard's (im Film "Belvedere" genannt). Ja, das steht nicht wie im Film im Norden, sondern ausgerechnet hier mitten in South Carolina, da wo eigentlich Orry lebte. Die gesamten Szenen der 1. Staffel wurden hier gedreht. Ein weiteres Highlight für uns. Wir hoffen, dass wir die Tour um 16:00 Uhr mitmachen können, um dann noch in der hoffentlich vorhandenen Abendsonne die South- und East-Battery Street (zweitsüdlichste Straße der Halbinsel) mit den schönsten Antebellum-Häusern der Stadt entlang schlendern zu können.

Tag 20: H.H. Island/SC - Savannah/Georgia - H.H. Island/SC

Heute war mal seit langem wieder Ausschlafen angesagt. Erst halb zehn sind wir wach geworden. Andrea ist kurz einkaufen gefahren und ich habe mich an die Einträge der letzten zwei Tage gemacht. Nach etwas Bummelei sind wir kurz nach zwölf an den Pool gegangen. Der war echt süß angelegt und nicht wirklich gut frequentiert, sodass wir uns die Liegen aussuchen konnten. Der Ascher wurde rangeschleppt und ab ins kühle Nass. Herrlich. Das Wasser war so schön sauber, roch nicht nach Chlor und war wirklich sehr erfrischend. Ich habe bestimmt mindestens eine Stunde geplanscht, Andrea ist zwischendurch auf's Zimmer zur Toilette und hat mir ihrer Ma telefoniert. Ich hatte auch mal einen Versuch auf der Liege gestartet, aber was passierte? Ich schaute nach oben, sah ein paar Raben die Krach machten und dachte noch "Wehe!". Schwupps war es geschehen...ein dicker Flatschen auf meiner Schulter. Toll! Aber soll ja Glück bringen. Also ging ich wieder planschen. Andrea kam zurück und ich stieg wieder aus dem Pool. Ick musste dann auch mal wohin. Aber glaubt mal nicht, dass ich mich hinlegen konnte, als ich zurück kam. Eine penetrante Wespe ließ nicht locker und ich gehorchte Andrea's Befehl "Ab ins Wasser!". Tja und so kam es wie es kommen musste...nicht eincecremt und dicken fetten Sonnenbrand auf allen Stellen, die ab und zu aus dem Wasser lukten. Die Schmerzen kamen erst abends in Savannah - autsch! Ganz böse krebsrot. Auch Andrea hat es etwas erwischt. Nach insgesamt drei Stunden planschen und faul in der Sonne liegen, machten wir uns ins Hotel und abfahrbereit. 17:15 Uhr waren wir in Savannah in der Altstadt und begannen unseren Bummel durch die liebevoll gestalteten Straßen. Es waren 96° Fahrenheit, also ca. 36° Celsius und eine Luftfeuchtigkeit, die schon an Frechheit grenzt. Wir liefen erst die Orte ab, die ich auf dem Plan eingezeichnet hatte: Colonial Park Cemetery, Synagoge, "Ginger Bread House", Monterey Square, Madison Square mit "Green Meldrim House", zum Savannah Theatre bis hin zum "Juliette Gordon Low Birthplace House". Einmal im Kreis sozusagen. Unser Weg führte uns vom relativ ufernahen Parkhaus ins Innere der Stadt, wo der ohnehin schon zu warme Wind noch weniger blies. Der Friedhof war sehr alt und hier lagen bekannte Persönlichkeiten der Stadt, wie z.B. der Promoter des ersten Dampfschiffes, aber auch Piraten sollen hier liegen. Eigentlich schön gemacht. Nervig war nur, dass es nur einen Eingang gab und wir dachten, wir könnten einfach drüberweg spazieren. Pustekuchen. Der Weg zurück war in der Hitze einfach nur nervig. Die Synagoge haben wir nur von weitem gesehen, war aber auch nicht mit der in Berlin zu vergleichen. Eher unscheinbar. Dann sollte das "Ginger Bread House" kommen, in der East Huntington Street 514. Das Haus ist so benannt, da die zahlreichen Holzschnitzverzierungen an ein Lebkuchenhaus erinnern. Einige von euch werden eine Postkarte mit dem Haus darauf erhalten. Es ist wirklich wunderschön. Wir gingen die gesamte Straße bis ans Ende entlang und wurden immer demotivierter, weil es einfach nicht kam. Neben der Hausnummer 501 war eine Lücke und dann kam Nummer 515. Ein Stückchen weiter war die Straße zu Ende. Weit und breit kein Lebkuchenhaus. Verarsche nenne ich sowas! Ohne Scheiss...es wäre sonst kein Problem weiterzusuchen, aber wenn einem das Wasser in die Augen läuft und man für nix und wieder nix 1 km Umweg läuft, dann hat man die Nase voll. Wir haben uns dann nur noch von Park zu Park gerettet, der Nächste war der hübsche Monterey Square. Dort war eine Häuserfront, die an Greenwich Village oder SoHo in New York erinnerte (manchen möge auch die Treppe vor Carrie's Haus in SATC etwas sagen). Der Herr Oglethorpe sei wirklich gesegnet für seine Idee mit den 22 Parks. Die waren immer unsere Rettung. Man muss sie sich als kleine Mini-Oasen vorstellen, vielleicht 50 x 50 m, meistens mit Springbrunnen, schönen Blumenrabatten, Obelisk/Monument in der Mitte, vielen hohen schattenspendenden Bäumen und lauter süßen alten Villen drumherum. Wir fragen uns echt, wie die Leute das dort aushalten. Es ist ja nicht mal richtiger Sommer! Dann kamen wir zum Madison Square mit dem "Green Meldrim House", dass James Edward Oglethorpe damals als Hauptquartier nutzte. Hier stand auch das Savannah Theatre, das älteste noch bespielte Theater in Georgia. Gleich darauf folgte der Chippewa Square, wo das Geburtshaus von Juliette Gordon Low stand. Sie gründete 1912 die "Girl Scouts of the USA" und organisierte das Ganze, nachdem sie den Gründer der Pfadfinder (1911) Robert Baden-Powell kennenlernte. Ein sehr großes und hübsches Anwesen von 1821. Nachdem wir uns wieder etwas akklimatisiert hatten, ging es schnurstracks zum Flussufer, der Sonnenuntergang nahte. Meine Güte, war das voll dort. Kein Wunder, ist ja Samstag. Eine kleine Parade hatten wir gerade verpasst. Schade. Naja, ein Genuss war die Abendstimmung nicht wirklich. Zu viele Leute auf zu wenig Platz. Briefmarken gab es leider auch wieder nirgends. Überall gibts Postkarten, aber nirgends Briefmarken. Es ist zum Heulen. Wundert euch also nicht, wenn ihr Karten bekommt, die woanders oder viel später abgeschickt wurden. Nach oben auf Altstadt-Niveau nahmen wir dann wieder den gläsernen Fahrstuhl bei der City Hall. Oben mussten wir pausieren, weil Andrea's Kreislauf schlapp machte. Wir waren da ja auch schon drei Stunden in diesem tropischen Klima unterwegs. Kein Wunder also. Langsam gingen wir zum Parkhaus zurück. Hunger machte sich breit, wir hatten heute nur jeder zwei Oreo-Kekse. Jaja, ich weiß. Wir fuhren also auf schnellstem Weg zurück nach Hilton Head Island zu unserem Japaner und dort gab es wieder herrliches vom Chef-Sushikoch liebevoll zubereitetes Sushi. Der muss etwas bekannter sein, da ein Bild mit einem Magazin ausgestellt war, wo er auf dem Titelblatt zu sehen ist. Der macht das aber auch hervorragend. War das wieder lecker. Allerdings haben wir dort gefroren...immer diese "Kühlschränke" überall. Ich war ein Eisblock und freute mich tatsächlich auf die Hitze draußen. Man wird echt verrückt. Es gab dann noch ein bis zwei Feierabendzigarettchen auf unserem Balkon und dann waren wir wie zwei Tote in die Betten gefallen.

Abschließend muss man sagen, dass uns Savannah neben Natchez bisher am besten gefallen hat. Das Städtchen hat wirklich tolles Südstaaten-Flair, die Leute sind stilvoller als in anderen Städten, alles ist gepflegter und die alten Villen sind einfach traumhaft. So eine tolle breite Veranda hätten wir auch gerne an unserem Haus und darauf diese schnuckeligen weißen Schaukelstühle oder Hängeschaukeln. Scarlett lässt grüßen. ;) Zum Abschied über die Riesenbrücke über den Savannah-River zeichnete uns der limonengelbe Vollmond noch eine wunderbar beleuchtete Szenerie. Es war wie im Film.

Samstag, 5. Mai 2012

Tag 19: H.H. Island/SC - Savannah/Georgia - H.H. Island/SC

Savannah: Southern Belle - die Schöne im Süden!

Wir sind heute gegen halb acht aufgestanden, da wir möglichst spätestens um zehn in Savannah sein wollten. Da es hier kein Frühstück gibt, wollten wir dort am Flussufer brunchen gehen. 08:45 Uhr sind wir aufgebrochen und waren kurz nach zehn mitten in der Altstadt und haben geparkt. Wir waren clever und haben die Parkuhr genommen. Erstens günstiger und zweitens konnten wir da unser Kleingeld loswerden. Nach 1 Dollar war aber Schluss und das Ticket wurde gedruckt. Na toll. Höchstdauer eine Stunde. So'n Mist. Wer lesen kann, ist klar im Vorteil. Nebenan war ein Parkhaus, aber wir wollten den Dollar nicht verschwenden. So sind wir erstmal losgezogen. Savannah ist quadratisch bzw. rasterförmig angelegt, ähnlich wie das French Quarter in New Orleans und verdankt seinen unvergleichlichen Südstaaten-Charme seiner Altstadt aus dem 18. und 19. Jahrhundert, einer der größten und weitgehend ursprünglich erhaltenen der USA. Hier gibt es noch viele noble Antebellumhäuser (lat. "ante bellum" = "vor dem Krieg", also dem Bürgerkrieg 1861-65) und noch kopfsteingepflasterte Straßen. 22 kleine süße schattenspendende Parks sind in regelmäßigen Abständen angelegt worden, früher waren dies Versammlungsplätze. Die Stadt wurde 1733 von dem Briten James Edward Oglethorpe gegründet. Seitdem florierte sie als Seehafen. Die Uferfront am Savannah River war Anfang des 19. Jhd. (Glanzzeit des Städtchens) die Hauptschlagader. Sie war dank der maschinellen Baumwollentkernung und dem Beginn der Dampfschifffahrt innerhalb von zwei Jahrzehnten der größte Umschlagplatz für das weiße Gold, die Baumwolle, geworden. Savannah avancierte zum größten und wichtigsten Exporthafen der neuen Welt nach Übersee. Wir sind direkt zum Factors Walk am Flussufer. Savannah's Altstadt liegt auf einem höheren Level als die Uferfront. Hier befanden sich früher die Laderampen für die Frachtschiffe. Zwischen der Häuserzeile unten am Ufer und der höher gelegenen Altstadt erstreckt sich ein 6-8 m breiter Graben. Darüber führen malerische Fußgängereisenbrücken direkt in die Obergeschosse der Häuserzeile. Wir gingen an der 1905 erbauten City Hall mit seiner vergoldeten Kuppel vorbei und stiegen hinab zum Ufer. An der Riverfront Plaza war schon eine Menge los. Zwei Schaufelrraddampfer und etliche große Segelschiffe waren dort angetaut. Sehr viele Menschen waren unterwegs (auch Captain Jack Sparrow und andere Piraten) und es war bereits jetzt unerträglich heiß. Wir hatten Hunger und suchten uns ein kleines uriges Lokal, dass weder im Unter- noch im Obergeschoss lag, sondern irgendwo dazwischen. Das "Cobblestone Café" (Cobblestone = Kopfsteinpflaster) bot uns ein leckeres warmes Frühstück: Rührei mit Speck, Käse und Kartoffeln. Dazu gab es heiße Schokolade und O-Saft. Dann mussten wir zum Auto zurückeilen, wir waren schon 20 min. zu spät. Bei dieser Hitze war das keine Freude. Aber wir waren ja selbst Schuld. Gott sei Dank war das Auto noch da! ;) Wir parkten ins Parkhaus um (Gesamtkosten: 4,50 Dollar, das war ok). Es war natürlich nur noch auf dem Sonnendeck Platz, wo wir fast gekocht wurden. Dann schlenderten wir durch ein paar hübsche Parks und Straßen bis zum City Market, wo eine Art Plaza Ausgangspunkt für Trolleys und Kutschen war. Hier gab es auch viele kleine Café's und Restaurants. Wir suchten eine Bank...diese schwüle Hitze macht uns fertig! Dann ging es fast die gesamte State Street entlang, wo drei eindrucksvolle Häuser der Stadt standen. Gegen 13:10 Uhr fuhren wir nach H.H. Island zurück, um wie verabredet ab halb drei mit unseren besseren Hälften zu skypen. Gegen halb fünf sind wir dann leider weggeknackt und erst kurz vor sechs wieder aufgewacht. Diese Hitze...ich nöle nicht, nein nein! Dann ging es im Eiltempo zu Fuß an den Strand, ca. 500 m entfernt. Der Strand ist sehr naturbelassen und war fast leer. Der Antlantik war unglaublich warm, wärmer als der Golf von Mexiko. Das Wasser war leider nicht so schön farbig und klar wie in Florida und der Sand nicht ganz so weiß. Ich bin bis zum Arsch rein, habe dann aber leider eine größere Qualle entdeckt. Außerdem konnte man durch den von den Wellen aufgewühlten Sand die Beine nicht mehr sehen und Gestrüpp wurde angeschwemmt. Ach nee, das war nix für mich. Andrea war mutiger und ist etwas weiter rein. Wirklich schade mit den Quallen, ich wäre sehr gerne in die Wellen gesprungen, so wie in Pensacola Beach. Nun ja, wir blieben noch ne Weile am Strand und genossen die Seeluft. Riesige Pelikane flogen über uns hinweg, sehr beeindruckend. Dann zogen Wolken auf und wir gingen zurück zum Pool. Wir hatten ihn ganz für uns allein, traumhaft. Das ist Urlaub!!! Er war schön grün angelegt und sehr sauber. Wir planschten noch eine ganze Weile und sind dann zurück zum Zimmer. Der Hunger trieb uns dann zu einem japanischen Sushi-Restaurant namens "Hinoki", gleich um die Ecke. Ach wie toll. Endlich keine Burger, weiche Brötchen oder irgendwas frittiertes. Wir haben dort wunderbar frisches Sushi bekommen. Der Tunfisch und die Makrele waren butterweich und sind auf der Zunge zerflossen. Die Unagi-Maki und Philadelphia Rolls waren ein Genuss. Für mich gab es Pina Colada, für Andrea ein Heineken. So gut haben wir ewig nicht gegessen. War das Klasse! Morgen kommen wir wieder hierher, das muss man ausnutzen. Im TV lief später noch Jurassic Park, ein Film für mich. Andrea ist gegen halb elf eingenickt, ich dann viertel zwei. Morgen gehts dann mal andersrum, was wohl die bessere Variante ist. Erst zum Pool und dann späten Nachmittag nach Savannah. Wir hoffen auf einen schönen Sonnenuntergang am Savannah-River.

Freitag, 4. Mai 2012

Tag 18: Waycross/Georgia - Hilton Head Island/South Carolina

Um 07:03 Uhr bin ich aufgewacht. Mein Handy war auf 07:00 Uhr gestellt, aber es hatte die Zeitverschiebung von gestern noch nicht verinnerlicht, sodass es dort eine Stunde früher war. Na toll, so hätten wir beinahe verpennt und wir wollten doch gleich zur Parköffnung um neun am "Okefenokee Swamp Park" sein. Aber auf die innere Uhr war eben Verlass und ich hatte eh kaum geschlafen. Ich hatte immer das Gefühl unter meiner Bettdecke krabbelt was. ;) Nach dem Duschen ging es zum wieder sehr gewöhnlichen Frühstück, aber immerhin hatten wir hier eins inklusive. Bis zum Parkeingang waren es 8 Meilen und dann nochmal 5 Meilen durch Sumpfgebiet. Vom Parkplatz aus sah ich gleich am Eingang einen Alligator liegen. Da dachte ich noch, es wäre eine Attrappe so als Art Begrüßung für Besucher. Ich wurde später eines Besseren belehrt. ;) Wir waren 09:10 Uhr dort und kauften uns gleich Tickets für die erste Bootstour um zehn. Es waren kaum Leute da. Wir waren wohl die ersten Touri's. Bis dahin haben wir noch einen Rundgang auf dem Gelände gemacht. Die Swamp Creature Ecke war eher wie ein Zoo angelegt. Alligatoren im Gehege, ein Otter mit Aasgeier, Terrarien mit Schlangen und Mini-Krokos und drei schwarze Bärenärsche. Ja, sie zeigten uns nur ihre Allerwertesten. Danach ging es zu einem Pavillon mit einem Schild: "Visit old Roy". Innen war das Skelett eines über 90-Jahre alten Alligators, der mehr als 20 Jahre im Okefenokee Swamp lebte. Meine Güte, war das ein Hoschi. Vorm Pavillon war ein Ausläufer des Sumpfes in Seeform mit einer kleinen Insel in der Mitte. Dort posierte dann unser erster freilaufender Alligator für's Foto. Wir gingen zum Bootsanlegesteg und wurden wieder von Eichhörnchen belagert. Wir hatten kurz vorher im "Zoo" schon zwei Kampfhörnchen beobachtet. Die kommen bis fast an dich ran und nehmen Sprunghaltung ein. Das war uns nicht geheuer. Total frech die Tierchen. Bis um zehn waren es noch ein paar Minuten. Erst kam ein netter Herr aus dem Bootshäuschen und zeigte uns ein Bild seines eigenen Waschbären von zu Hause. Aha! Merkwürdige Haustiere haben die hier. ;) Dann fütterte er Chip und Chap und die gaben Ruhe. Später sprach uns einer an, der uns fragte welche Sprache wir sprechen. Es war ein US-Soldat, der morgen nach Hamburg fliegt und auch schon mal länger dort war. Deutsch kann er natürlich nicht. Dann stellte sich Seek(?), unser Boots-Guide, vor. Netter Kerl. Er half uns ins Boot, wir waren ca. 8 Leute. Es war die erste Tour, der Park war noch leer und es war sehr ruhig. Schön. Es ging los. Andrea und ich saßen natürlich ganz vorne und prompt sind wir durch ein Spinnennetz gefahren. Ein Bild für die Götter. Igitt, der Faden war überall. Hinter mir der Typ amüsierte sich gut. Wir ratterten ganz sachte durch enge Sumpfkanäle und sahen diverse Alligatoren aus dem Wasser luken. Gleich der erste war ein ganz schöner Brecher. Wir stoppten mitten im Sumpf an einem Aussichtsturm. Dort konnte jeder, der wollte, zwei Baby-Alligatoren in die Hand nehmen, die Seek mitgebracht hatte. Ich aus Prinzip als Einzige nicht, die armen Tierchen. Dann war Andrea mutig und ist bis zur ersten Basis des Turms hoch, von ganz oben sollte man weit über das Sumpfgebiet schauen können. Alle anderen sind auch hoch. Ich habe es mir verkniffen. Bin halt doch ein Schisser. ;) Stattdessen bekam ich von Seek eine Solo-Führung. Ich stand ihm wohl zu dumm da. Er führte mich einen sich windenden Steg entlang, bis dieser im Nirgendwo an einem kleinen offenen Sumpfgewässer endete. Dort erzählte er von den Indianern, die hier seit über 5000 Jahren lebten. Später kamen die Weißen und brachten alle um. Traurige und völlig unverständliche Geschichte. Ich fragte ihn, wieviele Alligatoren hier lebten und er meinte über 20.000 Stück. Oha! Dann ging er weg und kam mit Andrea wieder. Er erzählte uns dann noch, wie sich die Erde an der Stelle auftat und ein Geysir ausbrach. Augenscheinlich muss es dort eine unruhige Erdschicht geben. An der Stelle des Geysirs wuchsen auch Seerosen, die sonst ja eher nicht im Sumpf zu finden sind. Wir gingen zurück zu den anderen und fuhren weiter. Vorne beim Parkplatz machten wir noch einen Schlenker über einen weiteren größeren Sumpf-See. Meine Güte, da war was los. Lauter ziemlich große weibliche Alligatoren tummelten sich dort. Auch meine "Attrappe" von heute früh war dabei. ;) Erst wurde ich ganz gefährlich angefaucht und später dann Andrea von der anderen Seite. Das war schon mulmig. Wir waren nur 1 m von den Teilen entfernt und die sind ganz schön groß!! Das Fauchen war gemischt mit einem Knattern und zeigte bei uns Wirkung. ;) Nach etwa 50 min. war der Spaß vorbei. Die 25 Dollar Eintritt war es definitiv wert. Inklusive waren auch noch die Bahnfahrt durch den Sumpf und eine Adventure-Show gegen Mittag. Aber jeder, der dorthin fährt, sollte gleich morgens die erste Tour mitmachen. Nach uns kamen zwei Schulbusse an und auch zahlreiche PKW's waren jetzt dort. Die Kiddis nahmen aber den Sumpf-Zug, wohl eine Sonderfahrt. Dafür hatten wir leider keine Zeit mehr, die reguläre Bahn startete nämlich erst 13 Uhr. Beeindruckend fand ich ja, dass viele Alligatoren so weit vorne beim Center leben, wo sie durchaus auch auf dem Parkplatz rumlaufen könnten. Der Park ist schon echt toll! Wir waren begeistert, trotz der wieder mal abgefassten Mückenstiche (wir waren eingesprüht!). Gegen 11:30 Uhr starteten wir in Richtung Savannah. Bis kurz vor Savannah lief eigentlich alles gut, wir fuhren erst ewig einen wieder mal "grünen" Highway Richtung Ostküste entlang und dann auf die Interstate 95 nach Norden. Wir waren im Welcome-Center von South Carolina und versorgten uns mit Couponheften und Flyern von Charleston. Hinter Savannah fuhren wir ab und dann kamen wieder sauschlechte Beschilderungen...oder gar keine. Meistens waren die falschen Routen ausgeschildert und nicht die, die auf der Karte war. Einmal war unsere Straße auch nur in eine Richtung ausgeschildert, wir kamen aber dummerweise aus der anderen. Wie soll man dann die Abfahrt erwischen? Und als wir das Gefühl hatten, wir sind jetzt richtig, kam plötzlich wieder ein "Welcome-Schild" von Georgia. Da wollten wir ja nun nicht wieder hin. Es war wie verhext. Ich weiß nicht, wie oft wir gedreht haben. Jedenfalls sind wir irgendwann über eine Brücke auf die Insel "Hilton Head Island" gekommen. Eine vorgelagerte größere Insel nordöstlich von Savannah, ca. 30 Meilen vom Stadtzentrum entfernt. Die Insel scheint ziemlich nobel zu sein. Viele Resorts, Golfplätze und Villen. Alles sehr grün, schnieke und gepflegt. Wir kehrten bei einem sehr gemütlichen und gepflegten Pizza-Hut ein. Andrea hatte Pizza, ich Pasta. Das Essen war wieder sehr lecker, die Bedienung wirklich nett. Ja, so kennen wir den Pizza-Hut aus Moab/Utah. Gegen 16:30 Uhr waren wir im Hotel und checkten ein. Eine sehr gepflegte Anlage mit vielen Palmen, Blumen und mehreren einstöckigen Apartementhäusern, eigentlich so, wie man ein typisches Urlaubshotel bezeichnen würde. Wir haben ein Zimmer im 1. Stock. Es ist riesig, mit Kitchenette und kleinem Balkon. Alles ist sauber und wir freuen uns über unser Schnäppchen mit dem 100,- Euro-Coupon. Direkt vorm Balkon ist ein kleiner See mit Springbrunnen und vielen kleinen Schildkröten darin. Die sind so anhänglich, dass sie hintzerhergeschwommen kommen, wenn man am Ufer lang geht. Auch Harrass-Alligatoren soll es darin geben. Zumindest weisen Schilder darauf hin, dass man sie nicht füttern soll. Gesehen haben wir aber noch keinen. Wir schauen morgen ganz früh nochmal. Gefrühstückt wird in der Altstadt von Savannah.

Tag 17: Panama City Beach/Florida - Waycross/Georgia

War das eine Nacht! Viel zu kurz. Nicht wirklich wegen der Biker, die haben sich ab Mitternacht merkwürdigerweise ziemlich ruhig verhalten, aber es war so schwül und unser Zimmer war so ein olles Kabuff...nicht so schön. Die Klimaanlage wurde ja entstromt, da sie wärmte anstatt zu kühlen. Für eine Nacht war es ok, aber für den Zimmerpreis? Never! Hier kommen wir nicht wieder her. Nee nee. Andrea machte sich nochmal zum Strand auf und wollte einen weiteren Badeversuch starten, aber erfolglos. Die gelbe Flagge war noch draußen und das Meer zu unruhig. Ich habe die Berichte der letzten beiden Tage verfasst. Auch immer anstrengend. ;) Auf's Duschen verzichteten wir, nachdem wir ein bis drei Möchtegernkakerlaken im Bad entdeckt haben. Ach nee, duschen wollen wir schon allein. Wir haben noch jeder ein Brötchen verspeist und dann sind wir abgehauen. Die dummen Waschweiber vorm Hotel ("Bikini-Bike-Washing") waren schon am Start. Brothohl sowas. Ich hatte ja noch gelesen, dass hier am Wochenende eine Biker-Rallye war. Gut, dass wir erst Montag ankamen. 10:30 Uhr haben wir PC Beach verlassen und sind erst die Party-Allee entlang gefahren und dann auf der Express-Route rüber nach Panama City. Dort haben wir getankt. Wir mussten rein und 30 Dollar hinterlegen. Hier funktioniert das mit den Kreditkarten irgendwie nicht und Andrea's Mastercard wollen sie gleich gar nicht. 2 Dollar gab es wieder. Wir versuchten noch vergeblich Postkarten von Florida zu finden, aber nichts. Es gab einfach nirgends welche. Wir wollten doch aber so gerne! :( Und dann war Einöde angesagt. Nicht zu vergleichen mit dem südlichen New Mexiko, wo alles nur braun und ohne Bäume war, aber immer nur grüner Wald ist auf Dauer auch langweilig. Immer nur grün grün grün. Und dann waren wir in Tallahassee, der Hauptstadt von Florida. Was für ein bescheuertes Kaff. Keine Beschilderung der Routen (ist in der USA aber eh nicht so angesagt), wir sind einmal im Kreis gefahren. Dann sind wir in einen Walmart..."Do you have postcards?". Nett waren die Damen ja und auch total bemüht (eine ist mit uns durch die langen Gänge gelaufen), aber Karten hatten sie keine. Bei der Ausfahrt vom Walmart war plötzlich eine Sackgasse. Toll. Ich will doch nur aus dieser doofen Stadt raus!! Wir fuhren weiter durch Monticello, wo scheinbar die reichen Leute aus Tallahassee wohnen. Tolle Farmen mit riesigen Weiden und hübschen Pferden, wunderschöne Villen mit weißen Veranden. Dann wurde es wieder ärmer. In Madison haben wir uns dann verfahren. Die Straße gabelte sich und wir haben die falsche Seite genommen. Es ging halt so schön geradeaus. ;) Der Umweg betrug ca. 30 Meilen und hat uns ca. eine halbe Stunde gekostet. Aber dafür sind wir an einer Peanut-Farm vorbeigekommen. Ja, sowas gibt es hier und scheinbar nicht so selten. Eine Ewigkeit später waren wir endlich auf der Interstate, die uns bis nach Valdosta segnete...immerhin 40 Meilen. Endlich konnte man mal wieder 70 mph fahren (sage und schreibe 120 km/h!!!). Ich weiß nicht wie die hier überleben können, mit dieser Kriechgeschwindigkeit. Das allerhöchste, was wir im Südwesten mal hatten, waren 75 mph. Unglaublich! Kurz darauf passierten wir die Grenze nach Georgia, dem Peaches-State. Das obligatorische State-Welcome-Schild wurde natürlich geschossen. Wir drehten und fuhren wieder nach Florida! Ja, haben wir gemacht. Und zwar so ziemlich genau eine Meile, denn dann kam das Visitor-Center, wo wir vielleicht Postkarten bekommen würden. Ach, was für eine Überraschung. Es war 17:05 Uhr und hat vor 5 Minuten geschlossen. Aber Karten gab es eh keine. Also wieder zur nächsten Abfahrt und gedreht. Dort haben wir zu tanken versucht...wieder ging keine Karte. Aber oh ah oh, auf der anderen Seite stand am Gebäude Giftshop and Souvenirs, nix wie hin. Und siehe da, dort gab es Postkarten. Juhu! Schön sind sie nicht unbedingt, aber immerhin. Also wer eine Karte aus Florida bekommt, weiß sie hoffentlich zu schätzen. War das ein Krampf. Die Dame vom Shop, ihre Enkelkinder sind Deutsche und nannten sie Oma (aha! wollen wir immer alles wissen), war sehr nett und gab uns den Tipp, auf der Georgia-Seite Exit 2 zu nehmen. Da würden wir noch mehr Postkarten und Souvenire finden. Gesagt getan. Kurz nach der Grenze ging es aber erstmal zum Georgia-Visitor-Center, wir brauchten noch neue Couponhefte. Surprise surprise! Es hat 17:30 Uhr zugemacht, also vor 25 Minuten. Na gut, also zum Exit 2. Sowas nennt sie Giftshop mit großer Auswahl. Naja. Aber immerhin gab es Magneten für uns und wir konnten dort günstig für 26 Dollar volltanken. Die Gallone kostete 3,55 Dollar. Im nächsten auf der Karte verzeichneten Ort ca. 25 Meilen entfernt, gab es eine Post Office. Eine Rarität im Süden! Davor war ein Briefkasten und ich wurde endlich meine Karte aus Nottoway (an Mutti) und Andrea drei weitere aus New Orleans los. Wenn Sie nicht ankommen, dann Beschwerden bitte an die Post Office von Stockten! Und dann...nach 9 Stunden endloser Fahrt, ok, mit Zeitverschiebung "nur" 8 Stunden (wir sind jetzt wieder nur 6 Stunden zurück) waren wir endlich vor unserem Motel in Waycross. Wir hatten uns am Vorabend die Econo Lodge herausgesucht. Was günstiges: Zimmer für 56 Dollar. Wir müssen das PC-Beach-Hotel wieder raussparen. Was für eine Fahrt, ich war fix und fertig. Die Dame von der Rezeption war sehr nett und half mir noch beim WiFi mit dem Handy. Gebracht hatte es aber nix, ich hatte mit dem Handy nur auf dem Parkplatz Empfang und ansonsten mit dem Lappi. Damit, und Andrea mit ihrem Handy, haben wir dann auch noch bis Mitternacht nach Hotels ins Savannah und Charleston gesucht. Wir würden so gerne mal in so einem tollen Bed & Breakfast übernachten. Das sind alte restaurierte Antebellumvillen mit wunderschön eingerichteten Gästezimmern. Leider für uns unbezahlbar. Plötzlich wollte Andrea Charleston streichen, weil sie gerne nochmal in einem schönen Hotel in Strandnähe wohnen möchte. Aber sowohl Savannah als auch Charleston sind nicht direkt in der Nähe von Sandstränden. Was tun? Charleston streichen geht auf keinen Fall. Da steht doch so viel auf dem Plan. Ich hatte dann das "Players Club Resort" auf Hilton Head Island (eine noble Insel vor der Küste Savannahs) gefunden, dass 326,- Euro pro Zimmer für drei Nächte kosten sollte. Ach, das habe ich ja noch gar nicht geschrieben. Total irre! Wir hatten von hotels.com doch wegen der Umbuchung in Baton Rouge 25 Dollar Entschädigung bekommen, obwohl wir ja auch schon mit dem "Best Western Plus" eine Hotelkategorie höher gerutscht waren. Aber die haben mir doch einen Tag später noch eine E-Mail geschrieben, in der sie mir erfreut mitteilten, dass sie mir wegen der Unannehmlichkeiten einen 100,- Euro-Gutschein auf meine nächste Buchung schenken. Wir hatten erst so unsere Zweifel, ob das funktioniert, aber siehe da...so haben wir für das "Players Club Resort" nur 215,- Euro bezahlt. Das sind pro Nase rund 35 Euro pro Nacht. Ein Schnäppchen für dieses Hotel und in dieser Gegend, 500 m vom weißen Sandstrand entfernt. Klasse! Also hotels.com versteht wirklich was von Kundenservice. Kann ich nur jedem empfehlen. Für 120,- Euro Entschädigung sind wir gerne 15 min. länger unterwegs gewesen. ;) Ok, also Hotel wurde gebucht und dann ging's in die Betten. Das Zimmer war besser als gestern, aber auch nicht so doll. Aber für den Preis kann man jetzt auch nicht so viel erwarten. Auch hier lief leider ein olles Vieh im Bad rum. Es wurde beherzt getötet und kein weiteres rückte glücklicherweise nach. Um 02:00 Uhr schaute ich immer noch auf die Uhr. Ich bildete mir Bettwanzen ein, glaube (hoffe) aber nicht, dass wirklich welche da waren. Andrea hat auch nicht so gut geschlafen. Die Nacht war wieder sehr, sehr kurz.