Dienstag, 6. Oktober 2015

Tag 11: Erlersee - Berlin & Fazit

Oh man, vielleicht war das mit dem See doch keine so gute Idee gewesen. Idylle ja, aber man vergisst dann immer, dass es dort auch Unmengen an Mücken gibt. Und 4-5 davon hatten sich dann leider doch, trotz Mückenschutzgitter, in unser WoMo verirrt. Ach was heißt verirrt, die Biester haben sich natürlich gezielt uns ausgesucht, wo wir doch solche Leckerbissen sind. Leider hat es den süßesten von uns auch am heftigsten erwischt. Ganze 12 fette Stiche hatte ich am Morgen gezählt. Tobi und ich wurden auch nicht verschont. Nach einem sehr kurzen Frühstück sind wir schon gegen 9 Uhr wieder abgereist. Wir waren seit 7 Uhr wach und hatten ja auch noch eine ziemlich lange Strecke vor uns. Wir fuhren wieder Landstraße bis Regensburg, wo sich der Kreis unseres Roundtrips geschlossen hat. Von dort dann mit zwei Pausen über Dresden bis nach Berlin, wo wir kurz nach 17 Uhr auf unser Grundstück fuhren. Ach was soll ich sagen, man ist immer hin- und hergerissen. Einerseits ist man traurig, dass die Reise zu Ende und wieder mal viel zu schnell vorbei gegangen ist, aber andererseits ist es auch immer wieder schön, nach Hause zu kommen. Wir packten auch gleich noch das gesamte WoMo aus, damit wir morgen früh nur noch die Reinigung hatten, und ließen den Abend dann sehr ruhig ausklingen. Das Auto brachten wir dann am nächsten Morgen zurück zum Tremp Caravanland in Hoppegarten, wo wir natürlich unsere 250,-€ Selbstbeteiligung abgezogen bekamen sowie noch die 44,-€ für die Außenreinigung. Von meiner Kautionshinterlegung bekam ich also lediglich 56,-€ zurück. :( 

Ach, falls sich generell jemand für die Kosten interessieren sollte, uns hat der Urlaub insgesamt ca. 1600,-€ gekostet: 

890,-€ Auto (LMC 646 - kostet normalerweise 120,-€ statt bei uns 89,-€), 79,-€ Servicegebühr, 89,-€ Urlaubsschutzpaket, rund 250,-€ Diesel, ca. 200,-€ Campingplätze. Hinzu kommen noch Autobahngebühren (Vignette Slowenien 15,-€, Vignette Österreich 8,70€, Maut Italien je nach km - bei uns waren es ca. 8,-€, Brennerpass 9,-€, Karawankentunnel 11,-€ + 7,-€), Verpflegung und Internetgebühren, die auf den Campingplätzen oft exklusive waren. Da läppert sich ganz schön was zusammen. Erst recht, wenn man noch 250,-€ Selbstbeteiligung oben drauf packen muss.

Unser Fazit ist, dass der Roadtrip zwar wirklich wunderschön war, aber dass sich so ein Urlaub faktisch eigentlich nur lohnt, wenn man solch ein Teil sein eigen nennt. Die Miete ist meiner Meinung nach sehr teuer und wir hätten für das Geld theoretisch auch 2 Wochen Pauschalurlaub in einem 4-Sterne-Hotel irgendwo am Meer bekommen. Es war eine sehr schöne Erfahrung, aber machen werden wir so einen Urlaub im WoMo wohl erstmal nicht wieder. Man kann einen Roadtrip natürlich nicht mit einer Pauschalreise vergleichen, da man ja immer unterwegs ist und so viel mehr sieht. Da ist es von größtem Vorteil sein Haus immer mit dabei zu haben. Wir haben diesen Vorteil, gerade mit Kleinkind, auch unwahrscheinlich zu schätzen gewusst. Und würden wir ein WoMo besitzen, wäre es keine Frage, wieder damit loszudüsen. Aber die Erfahrungen z.B. bei den Stadtbesichtigungen sind dann wieder negativ zu bewerten, denn man ist mit einem so großen Gefährt natürlich auch etwas eingeschränkt. Dann lieber mit eigenem Auto fahren und in Hotels übernachten. Naja, ihr seht, alles hat seine Vor- und Nachteile. Schön war es in jedem Fall.

Als Schlusswort möchte ich aber unbedingt nochmal Slowenien empfehlen. Ein wunderschönes Reiseland, das sehr einfach zu bereisen ist und meiner Meinung nach viel mehr Aufmerksamkeit verdient hätte. Landschaftlich ist es sehr reizvoll, es gibt den Euro und wirtschaftlich unterscheidet es sich kaum von Deutschland oder Österreich. Es gibt die Julischen Alpen, herrliche Bergseen, einen grandiosen Nationalpark, unzählige Höhlen und Burgen, sehr hübsche Städte (Maribor, Ljubljana, Piran) und nicht zu vergessen eine Adriaküste, wenn auch eine kurze. Und wer es noch nicht wusste: Lipica liegt auch in Slowenien und man kann das Gestüt in einer 90-minütigen Führung für 12,-€ besichtigen. Trieste, direkt an der slowenisch-italienischen Grenze, ist wie gesagt auch unbedingt einen Abstecher wert. Kroatien mit der istrischen Halbinsel im Süden sicher auch. Zu Österreich und Südtirol in Norditalien muss ich glaube nicht extra etwas sagen, beides sind wunderschöne Länder mit faszinierenden und beeindruckenden Landschaften. Nächstes Jahr geht es aber erstmal wieder mit dem Flieger weg. Ich bin schon gespannt, wohin. :)

An euch, wie immer, vielen Dank für's virtuelle Mitreisen.

Und hier ganz zuletzt nochmal unsere gefahrene Route.

Sonntag, 4. Oktober 2015

Tag 10: Lago di Dobiacco (Dolomiten/Italien) - Am Erlersee bei Rosenheim (Deutschland)

Gott, bin ich froh, dass wir ein anderes Auto genommen haben. In dem Grashopper wäre keine Heizung gewesen und spätestens hier in den Bergen wären wir in der Nacht zu Eis erstarrt. Na ok, unter Null Grad war es natürlich nicht, aber auf 5 war es glaube schon herabgesunken. Aufzuwachen und aus dem Fenster heraus die hohen Berge mit den Nebelschwaden zu sehen, war fantastisch. Die Füchse kochen Kaffee. :) Leider war es in der Früh noch diesig, wohl typisch für die Berge und so gammelten wir noch etwas im Bett rum. Vorm Frühstück ging ich in das tolle Waschhaus zum Duschen. Es war toll. Kaum jemand da, schön warm, alles sauber und schön gefliest und es lief überall sanfte Hintergrundmusik. Beim Duschen "Queen" zu hören fetzt schon irgendwie. Und als ich fertig war, siehe da, kam auch Klärchen heraus. Der See glitzerte in der Sonne und ich spazierte erstmal noch an den See, um ein paar Fotos zu knipsen. Daran könnte ich mich gewöhnen. Der Platz ist wirklich wunderschön und sehr zu empfehlen, auch für 2-3 Tage, da man gut wandern und relaxen kann. Tobi und ich gingen Abwaschen und saßen danach noch eine Weile draußen, da Mika schon wieder Mittagschlaf machte.

Am Lago di Dobiacco:






Da wir aber bis 11 Uhr abreisen mussten, blieb uns nichts anderes übrig, als ihn vorzeitig aus seinen Träumen zu reißen. Kaum ließen wir den See hinter uns, fing es an zu regnen und ich stellte mich schon auf eine miesepetrige Fahrt ein. Den geplanten Abstecher zu den "Drei Zinnen" konnten wir uns so natürlich getrost sparen. Echt schade, wo sie doch gleich um die Ecke waren. Wir fuhren also Richtung Westen zur Brennerautobahn und tankten vorher noch, was gut war, denn am Brennerpass waren die Preise der blanke Wucher.

In den Sextener Dolomiten:


 

Zwischen der italienischen Autobahn-Mautstation und der vom Brennerpass (kostet 9,-€ Gebühr) klarte es dann auf und je mehr wir Richtung Alpen fuhren, desto schöner wurde es. Auf Höhe Innsbruck hatten wir doch dann tatsächlich ganze 24 Grad und es war mollig warm in der Sonne. Besser hätte die Alpenüberquerung nicht laufen können. Die Landschaft ist sagenhaft und in Bildern leider gar nicht festzuhalten, u.a. auch deshalb, weil die Brücken manchmal mehrere hundert Meter hoch waren und wir ab und zu direkt am Abgrund fuhren. Für mich als höhenangstgeplagte Beifahrerin war das die Hölle. Mir fällt bei sowas auch immer gleich Final Destination Teil 5 ein, wo eine Autobahnbrücke auf Grund von Bauarbeiten einstürzt. Wir fuhren natürlich gleich durch zwei Baustellen, die sich auf hohen engen Brücken befanden. Gruselig. Wer soll sich dabei auf's Fotografieren konzentrieren können? Ja ich weiß, ich gucke zu viele Horrorfilme. :) In Innsbruck fuhren wir ab, weil es gegen 14 Uhr war und wir uns eigentlich die Stadt ansehen wollten. Herrlich lag sie da im Tal zwischen den riesigen Gipfeln in der glänzenden Mittagssonne. Es muss wahrlich eine hübsche Stadt sein. Als wir aber den Stau auf der Zufahrtsstraße sahen, überlegten wir es uns spontan anders und fuhren auf der anderen Seite gleich wieder auf die Autobahn drauf. Nee, Stau wollten wir jetzt nicht haben. Dann Innsbruck lieber ein anderes Mal und dann mit mehr Zeit (wie bei Salzburg). Wir fuhren also weiter und erreichten die Grenze zur Heimat. 2,2 km Stau warteten auf uns, aber das war auszuhalten. Sie machten aus drei Spuren eine, um in die Fahrzeuge zu schauen und z.B. Transporter herauszuwinken. Ansonsten sah man an dieser Grenze eher nichts von Flüchtlingen. Hier ist es auch eher schwierig, zu Fuß herzukommen.

Auf der Brenner-Autobahn:
















Als wir durch Oberbayern fuhren war ich des Öfteren sehr entzückt. Landshut und Rosenheim, aber auch die kleineren Orte dazwischen, waren wirklich sehr hübsch und ganz nach meinem Geschmack. Wenn der Dialekt nicht wäre, könnte Bayern ein richtig tolles Bundesland sein. Nichts für ungut meine bayrischen Leserfreunde. ;) Gegen 16:30 Uhr erreichten wir dann unser spontan erwähltes Übernachtungsdomizil, den Erlersee kurz hinter Rosenheim. Dort gab es einen Campingplatz, der an der Straße ausgeschildert war. Er lag idyllisch am See und es war total ruhig. Gekostet hat er uns knapp 18,-€ und wir hatten eine große Wiese fast für uns alleine. Wir gingen noch etwas am See spazieren und holten uns Essen im Restaurant nebenan: Tobi hatte Kalbshaxe, Mika Klöße mit Soße und ich Steinpilze in Soße mit Serviettenknödeln. Bayrisch eben. Und mit 20,-€ für alles zusammen recht günstig.

Am Erlersee bei Rosenheim in Bayern:







Tschüssi!!! Bis zum nächsten Mal!

Samstag, 3. Oktober 2015

Tag 9: Campingplatz am Lago di Dobiacco (Dolomiten / Italien)

Da wir erst weit nach Mitternacht ins Bett gegangen sind, war heute früh dementsprechend der Wurm drin. Keiner hatte Lust zu irgendwas, nur Mika war mopsfidel. Der Campingplatz hier ist wie schon gesagt fantastisch. Die Lage ist kaum zu toppen, der See herrlich türkis, die Berge majestätisch und die Ruhe unbezahlbar. Der Platz ist nicht sonderlich groß und nicht mal zur Hälfte belegt. Es gibt ein Waschhaus, wo es zahlreiche Toilettenräume, Duschkabinen, Familien- und Kinderbäder gibt. Darunter sind die Spülküchen und die Versorgungsstationen (Wasser, Chemietoilettenentleerung, usw.). Alles wirkt neu und fast ein bisschen elegant. Ein wirklich toller Campingplatz, zumindest im Vergleich zu denen, die ich bisher gesehen habe (waren ja nicht so viele). Beim Aufwachen war es noch bedeckt und diesig, aber jetzt um halb elf bohrt sich langsam die Sonne durch und es wird freundlicher. Ich habe gerade geduscht und noch zu Ende gefrühstückt. Jetzt machen wir noch den Abwasch und gehen noch ein bisschen am See spazieren. Dann gehts weiter. Noch ein bisschen die Dolomiten anschauen und über den Brennerpass zurück in die Heimat. Mal schauen, ob ich heute noch ein paar Fotos machen kann. Hier erstmal die von gestern vom Toblacher See. ;) Die ersten beiden Fotos wurden kurz vor Cortina d'Ampezzo geschossen.