Montag, 4. April 2016

Tag 15: León - Managua - Panama - Amsterdam - Berlin

Da war er nun: unser letzter Tag, der Abreisetag. Ich bin mit gemischten Gefühlen aufgewacht. Einerseits freue ich mich natürlich tierisch nach Hause zu kommen, zu meinem Kind, zu meiner Familie, aber andererseits möchte man doch auch am liebsten weiter Urlaub machen und weiterreisen und nicht zurück in den öden Alltagstrott. Da für Letzteres aber sowieso auch die nötige Kohle fehlen würde, packten wir also schweren Herzens unsere Rucksäcke. Wir genossen unser letztes Frühstück im Flor de Sarta in aller Ruhe und in Gesellschaft unseres Haushuhns Cocovin (kein Scherz, der Hotelbesitzer persönlich erzählte uns die Geschichte der Namensgebung, in der auch seine Schwiegermutter vor kam). Das Buffet war sehr abwechslungsreich und unter anderem mit richtig leckerem französischen Crèpes bestückt. Am Nachbartisch saß noch ein junges deutsches Pärchen, die uns fragten, ob wir mit ihnen zum Vulkanboarding fahren würden, damit wir uns die Kosten teilen können. Wir lehnten dankend ab und wünschten ihnen viel Spaß.

 
 
 
 

Wir checkten also gegen 8:40 Uhr aus und ich ließ noch einige Postkarten an der Rezeption zurück. Der Hotelbesitzer, ein Niederländer, versicherte mir, sie zeitnah zur Post zu bringen. Wir gingen rüber zum Sonati und warteten entspannt im Schaukelstuhl bzw. in der Hängematte und beobachteten das rege Hostelleben. Die Dorms wirkten abgeranzt und hatten keine AC. Um nichts in der Welt hätte ich hier übernachten wollen. Der Minibus kam relativ pünktlich. Wir holten noch einige ab und schon ging es los nach Managua. 14:49 Uhr sollte unser Flieger nach Panama starten. Auf dem Weg konnten wir dann endlich nochmal den wunderschönen Kegel des Momotombo bewundern!


Am Flughafen selbst war es dann eher unspektakulär. Wir gingen erst was essen, dann etwas Geld abheben und Souvenire shoppen. Ich erstand ein kleines Holzauto und einen Strick-Minion für Mika, Hochland-Kaffee für meine Eltern und einen Magneten für mich. Danach gingen wir durch die Security und in den Wartebereich am Gate. Kein langes Warten, eher wenige Menschen, alles völlig entspannt. Wir starteten relativ pünktlich mit Copa Airlines nach Panama. Eigentlich wirkten die Maschinen ganz ok, aber wenn die schon das Exit-Schild falsch herum anbauen, was dann sonst noch?
 
 
 
 
 
 

Der Landeanflug in Panama war ziemlich cool. Die Skyline hat schon was. Irgendwann muss ich auch nochmal Panama entdecken und natürlich die Kanalbesichtigung nachholen. Der Zwischenstop war recht kurz, weniger als zwei Stunden, also beeilten wir uns etwas. Was auch gut war, denn wir mussten, trotzdem wir im Transitbereich waren, nochmal durch eine Security und an einem extra Schalter am Gate quasi nochmal neu einchecken. Ich habe nicht herausbekommen zu welchem Zweck das Ganze gemacht wurde. Es war jedenfalls nervig, weil wir dafür lange anstehen mussten. Glücklicherweise hatten wir vorher noch unsere Erledigungen gemacht. So habe ich noch ein Panama-Shirt für Mika und den obligatorischen Magneten für meine Tafel zu Hause gekauft. Boarding war dann aber doch noch pünktlich und wir starteten pünktlich Richtung Heimat. Zum Flug an sich gibts nun nicht mehr viel zu berichten. Ich schaute wieder 2-3 Filme und verbrachte 45 Minuten mit Todesangst, als wir ungefähr mittig über dem Atlantik auf Grund eines großen Gewittergebiets in Turbulenzen kamen, dass wir laut Pilot leider nicht umfliegen konnten. Ich habe mir in diesen Minuten geschworen, nie wieder zu fliegen, wenn ich das überleben sollte. :) Heil in Amsterdam gelandet, trennten sich unsere Wege, denn Christiane hatte das große Glück, mit dem Zug heimfahren zu dürfen. Wie gerne hätte ich getauscht, aber den kurzen Flug nach Berlin und die anschließende Taxifahrt nach Hause, die ich mir nach der langen Rückreise gegönnt habe, habe ich auch noch überlebt. An dieser Stelle möchte ich mich auch nochmal ganz doll bei Christiane bedanken, ohne die der Trip gar nicht möglich und nur halb so schön gewesen wäre. Es war ganz toll mit dir und wer weiß, vielleicht wiederholen wir sowas ja mal wieder. :) Tschüssi an euch alle und vielen Dank für's Mitreisen!

PS: Hier ist nochmal mein Reiseplan für alle, die auch planen, ins schöne Nicaragua zu reisen.

Sonntag, 3. April 2016

Tag 14: Las Peñitas - León

Heute ist logischerweise nicht besonders viel passiert. Wir haben relativ schlecht geschlafen, da die Nachbarn des Hostels meinten, ihren Hund alleine lassen zu müssen und der natürlich gestern den ganzen Tag bis spät abends gebellt hat. Armes Tier. :( Schlimmer waren aber leider unsere spanisch sprechenden Zimmernachbarn, die bis spät in die Nacht mit den Türen knallten und wir sind jedes Mal, wenn sie die Badezimmertür zu unserem Zimmer von innen verriegelten, fast aus dem Bett gefallen. Und das war ziemlich oft. Weshalb wir auch annahmen, dass da mindestens 5-7 Personen nächtigten. Die Sauberkeit des Badezimmers nahm auch von Stunde zu Stunde ab. Die AC mussten wir irgendwann abstellen, da das Rattern nicht zum Aushalten war. Dann wurde es natürlich sehr warm und ich klebte an meinem Moskitozelt fest. Nun ja, alles in allem war es dennoch ok, da das Zimmer günstig war und die Location diese kleineren Unannehmlichkeiten auf jeden Fall wert war. Nachdem ich wach wurde, verzog ich mich erstmal auf einen Liegestuhl am Meer und genoss die frische Seeluft. Ich glaube es war erst zwischen 6 und 7 Uhr morgens. Hier erstmal noch ein Video von gestern Abend vom Strand.




Später bestellten wir uns dann ein leckeres Frühstück und packten danach unsere Sachen zusammen. Das Hostel bestellte uns ein Taxi zurück nach Leon. Wir waren zu bequem, um uns wieder in einen dieser heißen vollen Chickenbusse zu quetschen. Die Fahrt dauerte ca. 30 Minuten und kostete uns ca. 10 Euro. So what. Angekommen im Flor de Sarta, nahmen wir unsere Rucksäcke wieder in Empfang, bezogen wieder unser geliebtes Poolzimmer und gingen sofort baden. In der Mittagshitze konnte man eh nicht viel machen. Als der Hunger kam, zogen wir dann doch mal los...natürlich nicht zu weit. ;) Laut Tripadvisor gab es nur zwei Ecken entfernt ein sehr gut bewertetes hippes Café-Restaurant namens "Nicaragüita". Und Tripadvisor hatte mal wieder recht, es war einfach eine grandiose Atmosphäre dort und wir fühlten uns sofort wohl. Es gab sehr viel Auswahl an Gerichten, egal ob Fleisch oder vegetarisch, viele Shakes und Smoothies, Eis und eine große Auswahl an Getränken. Ich hatte glaube Pasta und zum Nachtisch einen Crépes. Unglaublich lecker! Am Nachbartisch saß eine alleinreisende deutsche Frau in unserem Alter und wir überlegten, ob sie wohl auch aus unserer Facebook-Gruppe sei. Sie schien aber nicht so, als würde sie Anschluss suchen und plante mit ihrem Reiseführer scheinbar ihre weitere Route, also störten wir sie auch nicht. Nach ein paar weiteren Faulenzerstunden am Pool und etwas Packen entschieden wir uns daher, zum Abendessen wieder ins Nicaragüita zu gehen. Vorher machten wir noch einen Abstecher zum Hostel Sonati, zwei Querstraßen weiter, und fragten dort nach dem Shuttle zum Airport. Wir hatten vor zwei Tagen schon gelesen, dass die meisten Hostels Airporttransfers anbieten und dass die meisten um 9 oder 11 Uhr los fahren. Wir buchten uns als für 9 Uhr ein und zahlten auch gleich. Quittungen gibts nicht, guter Glaube und Vertrauen müssen reichen. :) Unser Essen im Nicaragüita, ich weiß ehrlich gesagt gar nicht mehr, was wir hatten, war jedenfalls wieder super lecker und die Bedienungen sehr nett. Es war richtig schön für einen Abschlussabend. Eigentlich dachte ich, ich habe auch innen Fotos gemacht, aber finden kann ich leider keine. Vielleicht ist ja mal jemand von euch dort und kann mir ein Foto schicken. :)











Samstag, 2. April 2016

Tag 13: León - Las Peñitas

Am nächsten Morgen spazierten wir gleich nach dem Frühstück nochmal los. Wir hatten noch nicht herausbekommen, wie genau wir nach Las Peñitas kommen und ich wollte doch auch noch unbedingt auf das Dach der Kathedrale, verdammt nochmal. Es war schon sehr heiß, aber gerade noch erträglich. Bei der Kathedrale angekommen gingen wir zielstrebig zum im Internet recherchierten kleinen Hintereingang, wo sich die Treppe hinauf befindet und der ab 9 Uhr geöffnet sein sollte. Natürlich war er verschlossen. Ich mutmaßte, dass es auf Grund der Restaurierungsarbeiten vielleicht generell gerade nicht möglich ist, das Dach zu besuchen. Schade, aber nicht zu ändern. Wir durchquerten nochmal ganz in Ruhe den Innenraum, wo sich mehrere Grabstätten, wie z.B. die von Ruben Dario, und kleinere Kapellen befinden, und gingen zurück zum Hotel.


 

 

 


Zurück im Hotel ließen wir unsere großen Backpacks im Büro der Rezeption verstauen und zogen mit Handgepäck los zum Busbahnhof. Taxifahren ist in León ja ganz witzig. Man stellt sich irgendwohin und winkt ein Taxi ran. Es kommt immer eins, innerhalb von Sekunden. Nur ist es auch so, dass schon jemand drin sitzen kann. So kam es, dass wir plötzlich zu fünft in einem Mini-Auto eingequetscht waren, was bei über 30 Grad richtig "toll" ist. Die anderen stiegen unterwegs aber auch wieder aus. Der Preis ist im ganzen Stadtgebiet übrigens gleich: 20 Cordoba pro Person. Am kleinen Markt bzw. Busbahnhof angekommen, stand auch schon der Chickenbus bereit. Wir stiegen vorne ein und stellten uns ganz hinten in den Bus, wo keine Sitze mehr waren, sondern sich die Stehplätze befinden. Es waren schon alle Sitze belegt, aber wer schon mal in Lateinamerika war, weiß, dass ein Bus damit noch nicht voll ist und deshalb auch noch nicht los fährt. Ganz vorne machten wir noch drei Blondschöpfe aus und neben uns einen älteren "weißen" Rentner mit sehr junger Asiatin, aber der Rest schien einheimischer Natur zu sein. Und alle reisten mit ordentlichem Gepäck. Klar, auf dem Markt bzw. allgemein in der Stadt werden die Vorräte gekauft und dann fährt man zurück aufs Land. So kam es, dass wir auch wieder Hühner und Kaninchen als Reisegefährten begrüßen durften. Es dauerte eine gefühlte Ewigkeit bis wir endlich losfuhren und der Schweiß ronn uns nur so über die Haut. Es wurde wieder brechend voll im Bus. Glücklicherweise hatten wir einen Platz am Fenster, sodass wir ab und zu etwas Fahrtwind abbekamen. Vermischt mit Schweißgeruch der anderen, versteht sich. Hinausschauen ist für uns nicht so gut möglich gewesen, denn die Nica's sind von Natur aus ein ganzes Stückchen kleiner als wir und so sind auch die Fenster eingesetzt. Das erschwerte natürlich die Orientierung, zumal wir sowieso nie wussten wo der Bus gerade hält. Die beiden Gepäckausgeber, die bei uns hinten standen bzw. manchmal auch halb draußen hingen (hinten gab es eine Hecktür), schienen per Pfiffe mit dem Fahrer zu kommunizieren. Wie sich allerdings die Leute in der Busmitte bemerkbar machten, die aussteigen wollten, habe ich nicht herausbekommen. Der Bus hielt überall, wo jemand rein oder raus wollte. Haltestellen waren für mich nicht erkennbar. Irgendwann passierten wir das Schild "Las Peñitas" und Christiane wusste glücklicherweise, dass der Bus zunächst bis nach Poneloya fährt, dort dreht und erst dann nach Las Peñitas fährt. Sicherheitshalber sagte sie dem Pfeifer aber nochmal unser Hotel und er nickte uns wissentlich zu, als der Bus abermals hielt. Wir hüpften raus und standen exakt vor unserem Hotel, dem "Bomalu". Mit knapp 23 Dollar pro Person unser günstigstes Hotel auf dieser Reise. Es war eine einfache kleine Unterkunft direkt am sehr breiten dunklen Sandstrand des Pazifiks. Es gab nur fünf Zimmer, einen offenen Rezeptionsbereich und eine kleine Küche sowie den großen Garten mit zahlreichen bunten Hängematten, Liegestühlen, einem Pavillon und einem kleinen Pool (von Erwachsenen nicht wirklich nutzbar). Unser Zimmer im Erdgeschoss, dass direkt neben der Küche lag, besaß ein Doppel- und zwei Einzelbetten und hatte Zugang zu einem Bad, dass wir uns mit dem dahinterliegenden Familienzimmer teilten. Das Bad war zwischen uns und besaß zwei Verbindungstüren. In dem Familienzimmer war eine spanisch sprechende Großfamilie mit vier bis acht Mitgliedern. So genau haben wir es nicht herausgefunden. Das Bad war jedenfalls ständig besetzt, das Klopapier immer alle und bezüglich der Lautstärke wurde auch in der Nacht keine Rücksicht genommen. Wir nahmen es mit Humor. Unsere Klimaanlage schien ungefähr 50 Jahre alt zu sein und konnte auch nur nach mehrmaligen Versuchen und einem Stromausfall mit Hilfe eines Angestellten wieder in Gang gesetzt werden. Ob sie wirklich gekühlt hat, können wir nicht sagen.






Wir kamen gegen Mittag an und unser Zimmer war noch nicht ganz fertig, also aßen wir erstmal eine Kleinigkeit. Die Karte war völlig ausreichend und bot zu unserer Überraschung mehr, als wir vermutet hätten. Das Essen war auch wirklich lecker und die Angestellten sehr freundlich. Danach stellten wir unsere Sachen ins Zimmer und bezogen im Garten zwei der einladenden Hängematten unterm Pavillon. Ich lauschte dem Wellenrauschen und schlief darüber auch prompt ein. Christiane unternahm einen Strandspaziergang. Tja und so verbrachten wir dann auch den gesamten restlichen Tag: essen, trinken, rumgammeln, am Strand umher spazieren. Das Wasser des Pazifiks war richtig schön warm, dennoch badete fast niemand, denn die Wellen waren ziemlich hoch, die Brandung sehr stark und somit die Strömungen wohl auch nicht zu unterschätzen. Eigentlich soll die Pazifikküste Nicaraguas ja ein echter Surfhotspot sein, aber wir konnten leider keine Surfer beobachten, aus welchen Gründen auch immer. Im Bus hatte ich schwitzenderweise den Ausflug schon verflucht und gemeint, dass sich diese "Strapazen" sicher nicht lohnen würden, weil wir sowieso schon die besten Strände hinter uns hatten. Aber ich hatte diese Ansicht umgehend verworfen, als wir dort angekommen sind. Las Peñitas ist trotz der schon vorhandenen Unterkünfte immer noch so ursprünglich und vom Tourismus unberührt, dass es eine Schande gewesen wäre, nicht hierzukommen. Dieser fast menschenleere Strand und die damit einhergehende Idylle waren schon fast surreal.



Natürlich gab es auch hier einen Hotelhund, der mich netterweise zum Strand begleitete. Allerdings war ich nur solange interessant, bis ein anderer vierbeiniger Geselle dazukam und die beiden langsam trottend von dannen zogen. Ich war mit meiner Fotografiererei wohl zu langweilig.








Am Abend wurden wir dann auch noch mit einem fantastischen Sonnenuntergang belohnt. Mit Liegestuhlplätzen in der ersten Reihe. :) Kann es etwas Besseres geben? Für den vorletzten Abend eines wunderschönen Urlaubs wohl kaum.
 


Freitag, 1. April 2016

Tag 12: Finca Esperanza Verde - Leòn

Nach einem exklusiven und leckeren, aber wieder zu dürftigen, Frühstück und der Begleichung unserer teuersten Rechnung hier in Nicaragua, warteten wir gegen 8:30 Uhr auf Oto.



Circa 4 Stunden später lieferte er uns vor unserem Hotel Flor de Sarta in León ab. Der Weg zog sich etwas. Wir bewunderten wieder San Ramon und Matagalpa, versorgten uns in Letzteren mit etwas Proviant (für Oto gab es auch ein Stück Schoki) und fuhren später in Sichtweite am wunderschönen Vulkan Momotombo sowie auch am Vulkan Telica vorbei. Beide sehr beeindruckend, wobei der sehr symmetrische Kegel des Momotombos schon echt klasse ist. Leider habe ich von ihm kein Foto machen können.


In León angekommen brauchte Oto etwas, um sich zu orientieren. Er fragte 2-3 Leutchen nach dem Weg und brachte uns dann sicher und bequem ans Ziel. Auch wenn dieser Privattransport im Gegensatz zum Bus natürlich horrend teuer ist, waren wir froh, uns diesen Luxus geleistet zu haben. In León waren es fast 40 Grad und allein die Vorstellung nach zahlreichen Stunden im Chickenbus an fremden Leuten klebend und dann in dieser Hitze anzukommen...ach nee, das muss im Urlaub doch echt nicht sein.

Wir verabschiedeten uns mit hoffentlich ausreichend Trinkgeld bei Oto und checkten im Flor de Sarta ein. Uns wurde sofort ein Platz im grünen Innenhof und Getränke angeboten. Fand ich toll. Unser Zimmer lag im zweiten Innenhof, wo sich auch der Pool befand. Das Hotel ist nicht groß und wirkt daher sehr familiär und gemütlich. Es wird von einem Holländer geführt und durch die zurückhaltende Sterilität, die erst auf dem zweiten Blick auffällt, wirkt das Hotel fast schon wieder exklusiv. Und dann unser Zimmer! Ach was sag ich, das hatte schon Ausmaße einer Wohnung. Es gab zwei Schlafzimmer mit Kingsize-Betten und AC, ein begehbarer Kleiderschrank mit Safe, ein großes Bad, eine private Terrasse, die nur von unserem Zimmer begehbar war sowie eine Terrasse direkt vor der Tür mit Gartenmöbeln. Die Begrenzung dieser Terrasse bildeten unser Zimmer und der Pool. Einfach genial.









Nachdem wir eine Weile von unserem neu gewonnenen Luxus geschwärmt und uns etwas aklimatisiert hatten, bemerkten wir unseren großen Hunger. Wobei Christiane eigentlich eh immer hungrig war. :) Zwei Querstraßen östlich unseres Hotels lag die Plaza San Juan, von der wir uns erhofften, dort etwas günstig an Straßenständen essen zu können. Und so war es dann auch. Die Auswahl war nicht reichhaltig, aber für uns ausreichend. Zwei Stände stritten sich auch sofort um uns, sodass wir uns aufteilten. Wir sind ja nicht so. :) Es wurde sowieso überall das gleiche Fast Food angeboten. Der Platz selbst war sehr hübsch. Bunt gepflasterte Wege, Bäume, schattige Plätzchen mit netten Bänken. Und eine sehr alte Kirche, die San Juan, durfte natürlich auch nicht fehlen. Wir beobachteten das lebhafte Treiben eine ganze Weile. Andere Touristen waren hier nicht zu sehen, aber das waren wir ja gewohnt.







Zurück im Hotel genossen wir ein paar Stunden am und im Pool. Es war einfach viel zu heiß und wir hatten den Innenhof inklusive Pool ganz für uns alleine.

Gegend Abend rafften wir uns dann doch nochmal auf, um zum Sonnenuntergang an der großen Kathedrale von León, der Basilica de la Asunción, zu sein. Wir wollten auf das schneeweiß gestrichene Dach hoch und dort den Blick über die Stadt genießen, bevor die Sonne verschwindet. Der Eintritt soll laut Reiseführer und Internet ca. 3 Euro kosten. Dort angekommen erfuhren wir, dass der Zutritt zum Dach (schon) geschlossen war, also sahen wir uns ein bisschen auf dem Vorplatz um, gingen einmal durch den Innenraum und unrundeten diese riesige Kathedrale. Die Frontfassade wurde kürzlich restauriert und weiß gestrichen. Jetzt ist gerade die rechte Seite dran. Da haben wir Glück gehabt. Links ist noch das ursprüngliche patinierte Äußere zu erkennen und ich muss sagen, dass das eindeutig mehr Charme besitzt. Aber irgendwann muss der Verfall natürlich gestoppt werden und man kommt leider um einen neuen Anstrich nicht herum.








Einmal unterwegs unternahmen wir dann auch gleich noch unseren ohnehin geplanten Spaziergang zu den bekannteren Kirchen Leòns. Wir wußten nicht mehr genau, welche Kirche wie hieß oder wo die standen, die uns laut Google-Bildern besonders gefallen hatten, aber unser Weg führte uns direkt zu den beiden schönsten Kirchen: der hoch thronenden rosa-ockerfarbenen Iglesia el Calvario und der wunderschönen gelben Iglesia la Recolección. Jetzt am Abend war es zwar immer noch sehr warm, aber durchaus ertragbar. Nicht auszudenken, was dort  in den Straßen Mittags für eine Hitze herrschen muss.











Auf dem Weg zurück, ok eigentlich liefen wir im Kreis, kamen wir noch an der Universität von León und der Iglesia La Merced vorbei. Dort war scheinbar gerade eine Hochzeitsfeier, von der wir noch die letzten Töne erhaschten. Die Nicaraguaner verstehen es jedenfalls Feste zu feiern. :) Auch sind uns die zahlreichen tollen Wandmalereien aufgefallen, die das Stadtbild prägen. Sie zeigen hauptsächlich Szenen aus der Revolution und der Befreiungskämpfe, aber auch einfach Abbilder ihrer Idole. Zurück auf dem Platz vor der Kathedrale, es war mittlerweile fast dunkel, schlenderten wir noch an Ständen und Kinderkarussels vorbei. Man merkte, dass die Einheimischen nur darauf warteten, dass die Sonne untergeht und sich das Leben nun bis spät in die Nacht draußen abspielt. Hinzu kommt natürlich noch, dass Wochenende ist und so waren wahrscheinlich nochmal viel mehr Leute auf der Straße, als es wahrscheinlich sonst der Fall ist. So zumindest meine Vermutung.













Wir ließen den Abend bei einem netten Italiener, eine Seitenstraße von unserem Hotel entfernt, gemütlich ausklingen. Wir waren die einzigen Gäste, da die Locals wohl erst viel später essen gehen. Aber das Essen war einfach perfekt, der Kellner sehr zuvorkommend und die Preise durchaus annehmbar. Es war ein toller Tag und León hat uns mit seiner kolonialen Archtitektur und seinem legeren leicht morbiden Charme vollkommen von sich überzeugt.