Dienstag, 4. Oktober 2016

Tag 17: Sesimbra - Lissabon - Berlin

Abreisetag! :( Der ist immer wieder doof. Wir waren die letzten Wochen mental so weit weg vom Alltag, dass wir eigentlich nicht zurück möchten. Glücklicherweise haben wir für morgen noch einen relaxten Tag zu Hause eingeplant, sodass die erste Arbeitswoche mit zwei Tagen annehmbar kurz ist. Aber bevor es soweit ist, haben wir noch fast einen ganzen Tag im schönen Portugal, dass uns den Abschied nicht leicht machen will. Aber seht selbst.


Leider war Mika heute schon besonders früh wach, schätzungsweise gegen fünf. Ausgerechnet heute, wo uns ein so langer Tag bevor steht. Keine Ahnung warum, aber er war einfach mopsfidel und hatte natürlich nichts besseres zu tun, als uns zu wecken. Ein Weilchen später genossen wir erstmal ganz gemütlich gegen halb neun das umfangreiche Frühstücksbuffet unseres Hotels.  Mit Blick auf den Pool unter dem Pool bzw. das Überlaufbecken. Danach schickte ich die Männer los, damit ich in Ruhe packen konnte. Kurz vor 12 Uhr checkten wir aus und kämpften uns durch den Verkehr bis nach Almada vor, dass Lissabon auf der anderen Tejo-Seite gegenüber liegt. Irgendwann tauchte die imposante Christo Rei Statue vor uns auf und wir bahnten uns den nicht ganz leicht zu findenden Weg durch die hügelige Stadt auf den Berg hinauf. Oben angekommen fuhren wir auf den fast leeren riesigen Parkplatz, der wie immer nichts kostete. Wir hatten ungefähr 27 Grad und einen wunderbaren Foto-Himmel. Natürlich nicht zu vergessen die fantastische Aussicht auf die Ponte 25 de Abril und Lissabon. Mit Worten ist dieses Panorama fast nicht zu beschreiben!












Die Christo Rei Statue ist mit 28 m Höhe die sechsthöchste Christus-Statue der Welt und stellt Christus mit geöffneten Armen dar, der sich der Brücke des 25. April und der Stadt Lissabon zuwendet. Sie steht auf einem 75 Meter hohen Sockel, der sich 113 m über dem Tejo befindet. Das Monument ist eines der höchsten Gebäude Portugals und die wichtigste Sehenswürdigkeit des Kreises Almada. Wegen ihrer Höhe ist die Statue einer der besten Aussichtspunkte auf Lissabon. Zusammen mit Fátima und Santiago de Compostela wird die Statue in Portugal zu den drei wichtigsten Wallfahrtsorten der iberischen Halbinsel gezählt. Daher dröhnten wohl auch aus zahlreichen Lautsprechern Kirchengesänge, die uns in andächtige Stimmung brachten. Die bekanntere Christusfigur in Rio de Janeiro ist übrigens nur zwei Meter höher und damit auf Platz fünf. Wer an dem Ranking interessiert ist, der möge bitte hier schauen: Liste der höchsten Christus-Statuen. Aber egal welche Platzierung das Teil auch hat, es ist unglaublich beeindruckend und man wird automatisch in Ehrfurcht versetzt. Die dramatischen Klänge tun ihr Übriges.





Der Bau begann kurz nach Kriegsende im Dezember 1949 und dauerte ganze zehn Jahre. Die Statue selbst ist das Werk eines Bildhauers und wurde nicht, wie mein Göttergatte selbstbewusst annahm, aus Beton gegossen.

Wir schlenderten noch eine ganze Weile auf dem Plateau herum und konnten uns an der Kulisse nicht satt sehen. Einfach nur atemberaubend schön. Als wir uns irgendwann doch loslösen konnten, setzten wir uns noch ein bisschen in das dort ansässige Café und tranken etwas. Die Beschallung macht im Übrigen auch nicht vor den Toiletten halt. ;)










Gegen 14:30 Uhr wurde es dann leider doch langsam Zeit in Richtung Flughafen aufzubrechen. Wir überquerten die Ponte 25 de Abril und waren ca. 30 Minuten später am Terminal 1, wo wir unseren treuen vierrädrigen Freund an Sixt übergaben. Alles lief wie am Schnürchen. Mit dem Bus fuhren wir dann zum Terminal 2 (der "D-Terminal" von Lissabon, wenn ihr versteht, was ich meine). Die Zeit verging wie immer auf Flughäfen, aber irgendwann war dann doch das Boarding und wir durften sogar als Erste in den Flieger, obwohl wir nicht Priority gebucht hatten. Vielleicht lag es daran, dass Mika und ich ständig dem Bodenpersonal der Nachbar-Gates im Weg standen. Insgesamt sind wir dann aber doch erst eine Stunde später in die Luft gegangen, sodass der bevorzugte Einstieg für den Popo war. Scheinbar hatte der Pilot es auch ein wenig eilig, denn er holte die Hälfte der Verspätung wieder rein, sodass wir kurz vor 00:00 Uhr den Flughafen Schönefeld verließen. Wir gönnten uns für 22 Euro ein Taxi und freuten uns alle riesig auf unser Bett. Es war, wie so oft, eine unvergessliche und entspannte Reise. Schön, dass ihr mitgereist seid, wenn auch nur virtuell. :)



Montag, 3. Oktober 2016

Tag 16: Luz - Sesimbra

Heute gab es Frühsport. Um 8:06 Uhr ging ich mit Mika ins Schwimmbad. Den schönen Innenpool mussten wir nochmal auskosten. Und wie sonst soll man so ein kleines Energiebündel um diese Zeit beschäftigen, damit die Nachbarn noch schlafen können? :) Nachdem wir unser Hab und Gut zusammengepackt haben (ging schnell, da wir uns ja bereits gestern schon abreisefertig gemacht hatten), checkten wir 9:45 Uhr aus und machten uns per Landstraße auf den Weg nach Norden. Unser erstes Etappenziel war Sines, das circa die Hälfte der Wegstrecke markierte. Die Fahrt auf der N120 war schön und ziemlich kurvig. Es ging oft ziemlich weit nach oben und ab und zu konnte man auch das Meer sehen. Zwischendurch gab es auch ein kleines Picknick am Straßenrand.



In Sines war eigentlich kein Stop geplant, aber wir mussten dennoch mal anhalten und diese tolle Aussicht genießen. Das Wetter war, wie immer, perfekt. Sines scheint, zumindest vom ersten Eindruck her, eine etwas größere Hafenstadt mit einer vielversprechenden Altstadt zu sein. Vergesst den Elevator Santa Justa in Lissabon. Der richtig geile Fahrstuhl steht hier am Strand in Sines. ;)








Und weiter ging die Fahrt. Diesmal fast schnurgerade, immer an der Küste entlang, bis zur Halbinsel Troia, wo wir eine sehr lange und schmale Landzunge bis fast zu Spitze entlang fuhren. Dort angekommen, staunten wir nicht schlecht, da wir eine Brücke vermuteten. Pustekuchen. Stattdessen erwartete uns eine quietschgrüne Autofähre, die wir bei diesem herrlichen Wetterchen natürlich ausgesprochen gerne nahmen. Und Mika fand es großartig! Der Preis hingegen war mit 19,20€ recht ordentlich. Wenigstens konnten wir so auch mal auf Toilette. ;)









Wir steuerten geradewegs auf Setubal zu. Das Panorama war schon sehr beeindruckend. Zwei Burgen konnten wir ausmachen sowie eine schön anmutende Altstadt, eine Uferpromenade, kleinere Sandstrände und einen riesigen Containerhafen. Auch beim Durchfahren von Setubal, dass im Gegensatz zur beschaulichen Halbinsel Troia fast ein Kulturschock war, wurden uns tolle Eindrücke geboten. Äußerst hübsche restaurierte Häuser, schöne Springbrunnen, kleine kopfsteingepflasterte Altstadtgassen. Über uns thronten die Burgen. Soviel ist sicher: in Setubal gibt es einiges zu entdecken und es läd zum Flanieren ein.


















Da der Tag mit 15 Uhr aber schon recht fortgeschritten war und es noch ca. 27 km bis zu unserem Hotel in Sesimbra waren, lösten wir uns von dem hübschen Ort und fuhren eine traumhafte Panoramastraße am Atlantik entlang. Wir schlängelten uns mal unten direkt am Wasser, aber auch hoch oben am Hang der Steilküste entlang. Was für wunderbare Aussichten! Auf endlose Sandbänke, versteckte Buchten mit tollen Sandstränden und glasklares türkisfarbenes Wasser. Ich durfte nur zweimal anhalten, da man mir sonst meine Kamera entrissen und aus dem Auto geworfen hätte. Leider gab es eh nicht viele Aussichtspunkte, wo man gut hätte halten können.





In Sesimbra erwartete uns der totale Touristentempel. Bettenburgen soweit das Auge reichte und sonderlich nett anzusehen war der Ort auch nicht. Egal, für eine Nacht sollte es wohl gehen und der Ausblick vom Balkon entschädigte doch um einiges. Außerdem ließ sich erahnen, was für eine idyllische kleine Fischerbucht das mal gewesen sein muss, bevor der Beton kam. Mit etwas Vorstellungskraft. ;) Das Sesimbra Hotel & Spa besitzt eine beeindruckende Archtitektur. Es ist an einem steilen Hang gebaut und besitzt 9 Ebenen, die mit Glasfahrstühlen zu meistern sind. Wir parkten auf Ebene 3, die Rezeption sowie der Pool befindet sich auf Ebene 6. Steigt man bei O aus, steht man quasi sofort am Strand. Aber erst nachdem man die imposante Halle im Hundertwasser-Stil durchschritten hat.




















Nach einem kleinen Strandspaziergang und dem Kauf eines Feuerwehrautos (dies war die kleine Alternative zum eigentlichen Objekt der Begierde - einem 40 cm langen Bagger, der im Schaufenster Kinder fangen sollte), aßen wir noch einen Snack an der Promenade und bewunderten nochmal den tollen Infinitypool, bevor wir den Tag auf dem Balkon zu Ende gehen ließen. In weiter Ferne machte sich der Riesenpott, den wir bereits in Setubal bewunderten, auf den Weg über den Atlantik und in die Dunkelheit.