Die Klimanlage war Gott sei Dank wieder
funktionstüchtig, sodass wir gut geschlafen haben. Abfahrt sollte
heute 08:40 Uhr sein. Unser deutscher Hotelkollege war heute wieder
mit dabei, diesmal auch seine Frau. Die beiden hatten sich aber nicht
so viel zu sagen. Man sah sie später meistens getrennt. Der Bus kam
ziemlich pünktlich und unser Reiseleiter Fernando begrüßte uns
sehr freundlich. Er war wesentlich besser als die Dame gestern, wie
wir später noch festgestellt haben. Wir holten wieder noch zwei
andere Gäste ab und fuhren dann zuerst nach Tulum, das nur 25 km von
Akumal entfernt ist. Der Parkplatz war verhältnismäßig leer, was
wohl auch daran lag, dass wir ziemlich früh dort waren. Laut
Fernando legen heute noch 7 Kreuzfahrtschiffe bei Cozumel an, so wie
jeden Freitag, und die meisten machen dann einen Ausflug nach Tulum.
Aber dann werden wir wohl schon wieder weg sein. ;) Der Weg zur
Ausgrabungsstätte war etwas weiter und es war schon wieder ziemlich
heiß. Allerdings wehte hier ein besseres Lüftchen als gestern, da
Tulum direkt am Meer liegt. Tulum ist die einzige Maya-Stadt direkt
am Meer und war sogar noch nach der Blütezeit der Maya 600-900
n. Chr. noch in Betrieb. Man weiß ja bis heute nicht, warum die Maya
ihre Stätten dann so plötzlich verlassen haben. Plötzlich waren
die kleinen Menschen (Durchschnittsgröße 1,60 m) verschwunden.
Entweder ausgestorben (kann aber nicht sein, da es heute noch einige
Maya-Familien gibt) oder weg gewandert...vielleicht an die Küsten,
nach Cancun, usw. Oder sie haben einfach nicht mehr ihren Glauben
ausgeübt und ihre Kultstätten deshalb verlassen. Hm, laut Fernando
werden wir die Wahrheit wohl nie erfahren. Ich persönlich glaube ja,
dass ihnen das im Dschungel einfach viel zu heiß war und sie an die
Küsten gezogen sind. Jedenfalls gab es in Tulum unzählige große
Leguane auf den Ruinen. Man betritt und verlässt die Stadt durch
Durchgänge in der Stadtmauer, die für unseren Geschmack ziemlich
niedrig war. Tulum galt aber als uneinnehmbar, da vor der Küste ein
Riff lag, dass es z.B. den Spaniern unmöglich machte, bis ans Ufer
zu kommen. Wir spazierten eine ganze Weile durch die verhältnismäßig
kleine, aber wirklich sehr hübsche Anlage und fuhren dann mit einer Bimmelbahn zum
Ausgang zurück, wo wir uns noch mit Bier und Kokosnüssen
erfrischten. Die Aufteilung, wer was getrunken hat, ist euch sicher
klar. ;) Dort hatte ich mir dann auch das Fruchtfleisch der Kokosnuss
in einem Becher mitgeben lassen und lecker im Bus weggeschnaggelt.
Mmh, lecker und erfrischend. Auf der Fahrt nach Coba erzähle uns
Fernando wieder eine ganze Menge. Man sollte z.B. keine Cola
bestellen, denn das heißt „Popo“ auf mexikanisch. ;) Ach und
Tequila ist auf Yucatan nicht das Nationalgetränk, sondern Bacardi,
weil der billiger ist. In den letzten Jahren gab es nicht so viele
blaue Agaven, aus denen der Tequila hergestellt wird. In
Tequila-Flaschen gibt’s übrigens oftmals einen Wurm. Ja, einen
Wurm. Der kommt wohl aus der Agave und macht nüscht. Nur ins Glas
sollte man ihn nicht kippen. :) Ihr merkt schon, der Fernando war
ganz lustig drauf und wir haben viel gelacht. Die meisten
Einheimischen schlafen übrigens tatsächlich in Hängematten und
haben ca. 5 Kinder pro Familie. Wie das mit den Hängematten
zusammenhängen kann, konnte er uns aber nicht sagen. Das machen sie
hauptsächlich wegen der Schlangen, Skorpione, usw. Und dann erzählte
er uns noch, dass es in Mexiko eine Krankenversicherung für
Bedürftige gibt, die nichts kostet. Somit sind ca. 95% aller
Mexikaner krankenversichert. Nicht so wie im amerikanischen
Nachbarland. Er selbst ist auch in dieser Versicherung, weil er
Diabetes hat und sie ihm daher nix kostet. Feine Sache, oder? Wenn
ich daran denke, dass ich inkl. AG-Anteil 700 Euro KV zahlen muss...pfff.
Er erzählte auch noch etwas von den
heimischen Tieren, wie Aguti, Beutelratten, Schlangen, Leguanen und
auch Krokodilen. Ach bevor ich es vergesse, hier muss man übrigens
das Klopapier in Eimer schmeißen, weil es sonst unangenehme
Verstopfungen geben kann. Etwas gewöhnungsbedürftig, aber ich kenne
toilettentechnisch schlimmere Geschichten. :) Nach Coba waren es
nochmal 45 km und glücklicherweise ging die Klimaanlage im Bus. Auf
der Hälfte der Strecke kehrten wir in ein kleineres gemütliches
Restaurant ein, wo wir die einzigen Gäste waren und ein nettes
Buffet vorfanden. Die Pause war recht angenehm. Mir fehlte beim
Buffet lediglich Obst, da sind wir von unserem Hotel doch sehr
verwöhnt. Am Eingang von Coba waren wir der einzige Bus und mehrere
Minibusse. Coba wurde erst vor ein paar Jahren freigelegt, sodass es
noch nicht ganz so gut besucht ist, wie Tulum oder gar Chichen Itza.
Der Weg durch den Busch zur Tempelanlage war wieder sehr lang, der
weiteste bisher. Es war unerträglich heiß. Wir besichtigten zwei
gut erhaltene Ballspielplätze und kamen dann zur 42 m hohen
Pyramide, die höchste in ganz Yucatan.
Coba wird von den Archäologen in fünf Gebäudegruppen eingeteilt.
Die Pyramide mit ihren 120 Stufen gehört zur Gruppe Nohoch Mul. Auf
der Spitze der Pyramide befindet sich ein kleiner Ritualraum und ein
steinerner Altar, der von den Mayapriestern vermutlich für Blutopfer
an die Götter verwendet wurde. Tobi erklamm die Stufen wie eine
junge Gazelle, während sich alle anderen panisch an das in der Mitte
liegende Seil klammerten. Ich suchte mir unten ein schattiges
Plätzchen und beobachtete das Geschehen. Ich hatte ja leicht reden,
aber manche hangelten sich echt bescheiden die Pyramide hoch. Die
Stufen waren ziemlich uneben und natürlich teilweise sehr hoch. Das
ergab manchmal Gebilde...herrlich. Zurück fuhren wir mit einer
Fahrradrikscha, es war einfach viel zu heiß. Wir gaben auch
ordentlich Trinkgeld, weil der Radler uns so leid tat. Aber er wollte
es ja so. Der Rückweg kam uns ziemlich kurz vor, weil uns Fernando
mit seinen Anekdoten gut ablenkte. Zurück im Hotel duschten wir und
gingen zum Abendessen. Es war wieder ein sehr schöner Ausflug, wenn
nur diese Hitze immer nicht wäre. Dabei sind wir noch in einer guten
Zeit hier. In der Hauptsaison im Sommer regnet es fast jeden Tag
mehrmals und davor und danach ist es zwar kühler, aber sehr viel
schwüler.
So,
da das Internet nur für eine Woche für uns zugänglich ist, kann es
sein, dass die weiteren Beiträge von zu Hause kommen. Viel wird das
aber nicht mehr sein, da wir die restlichen 3 Tage eigentlich nur
noch am Pool/Strand rumliegen wollen. ;)